Leserfragen (April 2026)


 Frage vom 30.04.2026

#SpaceX Börsengang wird andere Aktien belasten

Sehr geehrter Herr Heibel,

so ganz im Hintergrund der aktuellen Ereignisse plant doch Elon Musk seinen großen Börsengang mit Space X. Bis dahin sind es nur noch wenige Wochen - wenn alles so läuft, wie es bis jetzt den Anschein hat.

Keine Frage, es wird Käufer für diese Aktien geben.

Am Rande gingen Sie ja schon einmal auf das Thema ein.

Mich treibt aber nun zunehmend die Frage um, woher das Geld für die Billionen-Bewertung dieses IPO kommt?
Wie ich so lesen konnte, sind es ja knapp 10 % der Marktkapitalisierung aller Dow Jones Unternehmen, die Elon Musk anstrebt… Natürlich wird er nicht alles gleichzeitig auf den Markt werfen.

Aber welche anderen Werte werden am wahrscheinlichsten Federn lassen, um liquide Mittel für einen Einstieg bei Space X zu generieren?

Natürlich die, die am besten gelaufen sind zuvor…😉 oder Gold? Oder auch Bitcoin?

Es wäre toll, wenn Sie in den nächsten Wochen dazu noch mal Ihre
profunden Informationen und Einschätzungen dazu darstellen könnten.

Ich wünsche Ihnen, dass in Hamburg genauso schönes Wetter ist wie in Bayern!

Beste Grüße aus Bamberg

Sonja aus Bamberg

 Antwort:

Ja, da haben Sie genau die richtigen Titel im Auge: Die High-Flyer der KI-Revolution werden meiner Einschätzung nach dann ausverkauft, sowie auch Gold und vermutlich auch Bitcoin. Ich habe das im Auge, wir werden unser Portfolio entsprechend anpassen.


 Frage vom 28.04.2026

#CrowdStrike und Micron

Hallo,
mich interessiert Ihre Meinung zu CROWDSTRIKE und MICRON TECHNOLOGY.

Danke im voraus…
Christian aus Düsseldorf

 Antwort:

CowdStrike ist bereits hoch bewertet (EV/EBITDA 64 bei 30% Gewinnwachstum p.a.). Die Gewinnerwartung wird jedoch regelmäßig angehoben und damit handelt es sich bei CrowdStrike um ein Wachstumsunternehmen, das auf Sicht von 12-18 Monaten und länger sicherlich ordentlich ansteigen kann. Kurzfristig sind Aktien mit so hohem Bewertungsmultipel natürlich dann auch schnell mal heftig im Minus. Aktuell gehe ich jedoch, genau wie bei Palo Alto, von einer Aufholjagd dieser beiden Aktien aus.

Micron ist mit einem EV/EBITDA von nur 5 extrem günstig bewertet, immerhin wächst der Gewinn aktuell mit 360% und nächstes Jahr nochmals mit 64%. Doch das Unternehmen profitiert aktuell von einer Knappheit bei Speichern und kann jeden Preis verlangen. Das wird nicht ewig so bleiben, die Gewinnmarge (EBITDA) von aktuell 80% dürfte langfristig eher bei 20-30% liegen, in der Vergangenheit gab es auch häufig Verlustjahre. Mag sein, dass die Rallye bei Micron noch ein wenig weiterläuft, doch ich würde zwischenzeitlich immer mal Teilgewinne mitnehmen.


 Frage vom 28.04.2026

#Freeport McMoRan als Kupfer-Spekulation

Hallo Herr Heibel!

Ich verfolge schon länger Freeport McMoRan. Sehen sie hier in Zukunft noch Chancen nach oben oder ist die Luft beim Kupfer schon draußen?

Danke für ihre kurze Einschätzung.

Lg, Johann aus Steinerkirchen, Österreich

 Antwort:

Freeport-McMoRan profitiert vom strukturellen Kupferdefizit: In den kommenden zehn Jahren wird voraussichtlich nur die Hälfte des benötigten Kupfers gefördert. Recycling (Aurubis) kann diese Lücke nicht schließen. Die Aktie ist damit eine saubere Spekulation auf den Kupferpreis.

Rohstoffaktien dürfen Sie nicht wie normale Wachstumswerte bewerten. Was bei Tech-Werten das Umsatzwachstum ist, sind hier die Fördermengen - und die wachsen branchenweit nur mit 3-5% p.a. Die zweite Kennzahl sind die Förderkosten je Tonne. Preisbedingte Gewinnsprünge gelten als nicht nachhaltig, daher der optisch günstige EV/EBITDA-Wert von aktuell 9. Wer also auf eine fundamentale Höherbewertung wartet, wird enttäuscht - der Aktienkurs folgt schlicht dem Kupferpreis.

Die Luft ist nicht draußen, aber Sie sehen es selbst: die extrem hohe Volatilität im laufenden Jahr. Das ist keine Aktie zum ruhigen Halten, sondern eine, die man bei Rücksetzern tranchenweise aufstocken und in Kraftrallyes anteilig mitnehmen sollte. Die Rohstoffhausse dürfte weiterlaufen, Freeport bleibt einer der direktesten Spieler darauf - aber als Spekulation, nicht als Investment-Anker.


 Frage vom 28.04.2026

#Erneuerbare Energien für die Zukunft

Lieber Herr Heibel,

und schon wieder wird uns vor Augen geführt, dass es sich langfristig lohnt in erneuerbare Energien zu investieren um die Abhängigkeit von fossilen Energien zu reduzieren.

Nextpower war bereits eine super Empfehlung von Ihnen!

Ich würde gerne mehr in erneuerbare Energien investieren. Haben Sie denn eine Empfehlung für mich?

Liebe Grüße vom Bodensee!
Tobias

 Antwort:

Danke für das Lob zu Nextpower - die Aktie ist mit einem EV/EBITDA von 22 bei 13% Gewinnwachstum nun fair bewertet.

Die Iran-Logik „mehr Erneuerbare wegen Abhängigkeit" ist als Investment-Idee nur kurzfristig attraktiv. Die Trump-Administration kappt gerade die Solarförderung, reine Solar-Werte wie First Solar leiden trotz spottbilliger Bewertung. Die Gewinnschätzungen werden eins ums andere reduziert. Die eigentliche Story ist der explodierende Strombedarf durch KI-Rechenzentren, der aktuell überwiegend mit Gas gedeckt wird.

Damit sind wir wieder bei Siemens Energy und GE Vernova.

Meiden würde ich kleine Modul-Atomreaktoren (Oklo, NuScale), Brennstoffzellen (Plug Power, Bloom Energy) und Festkörperbatterien (QuantumScape). Das sind schöne Visionen, die Unternehmen haben aber noch keine Umsätze. Somit sind das derzeit nur Spekulationen, keine Investments.

First Solar und NextPower behalte ich im Auge, falls sich der Wind mal wieder dreht. So auch Verbio (Bio-Kraftstoffe) und als kleine Spekulation habe ich auch SFC Energy (Brennstoffzelle) im Auge. Aber derzeit noch nicht. Wenn die Straße von Hormus wieder befahrbar ist, werden diese Aktien unter Druck kommen.


 Frage vom 28.04.2026

#Airbus & ThyssenKrupp

Hallo, Herr Heibel,

können Sie im Videocall noch eine kurze Einschätzung zu Airbus und Thyssenkrupp unterbringen?

Gruß, Christa aus Hamburg

 Antwort:

Tut mir leid, das war zu knapp vor dem Videocall.

Airbus gefällt mir sehr gut: 9-11% Umsatz- und überproportionales 15-20% Gewinnwachstum werden mit einem EV/EBITDA von 11 bewertet, in meinen Augen viel zu wenig. Sowohl Boeing als auch Airbus wurden vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs und der steigenden Ölpreise ausverkauft. Doch die hohen Spritpreise belasten die Airlines, nicht die Flugzeugbauer. Bei Airbus und Boeing ist die Fertigung auf Jahre ausgelastet.

ThyssenKrupp mit rückläufiger Umsatzentwicklung, hauchdünner Marge und als Spielball der Politik (Energiepolitik) ist in meinen Augen eher eine Spekulation. 32 Mrd. EUR Jahresumsatz werden mit nur noch 3,7 Mrd. EUR Enterprise Value bewertet. Da ist der Hebel natürlich groß, wenn das Unternehmen mal ein paar Jahre in Folge Gewinn abwirft. Doch ob das passiert, wird mMn in Berlin und nicht in Essen entschieden.


 Frage vom 28.04.2026

#Coterra & Exxon als Kriegs-Absicherung jetzt verkaufen?

Moin Herr Heibel,

gestern habe ich an Ihrer Video-Konferenz teilgenommen.

Auf Nachfrage von einem anderen Teilnehmer haben Sie sich zu Coterra geäußert, mit der Idee die Aktie nach einem Rücksetzer wieder ins Portfolio zu nehmen. Ich melde mich, weil ich mit einer gegensätzlichen Idee unterwegs bin: Beide unter Betreff genannten Aktien habe ich seit langer Zeit im Portfolio behalten. Seit Beginn des Krieges haben sich die Kurse nach oben entwickelt, besonders heute - endlich, endlich!!
Ich beabsichtige beide Titel zeitnah zu verkaufen.

Meine Erwartung: Sobald die Schiffe wieder durch Straße von Hormuz fahren wird der Ölpreis sinken und die beiden Aktien die Kursgewinne wieder abgeben. Ich denke, sie werden dann für lange Zeit in der Versenkung verschwinden.

Mich würde Ihre Meinung dazu interessieren.
Herzliche Grüße, Peter aus Münster

 Antwort:

Ihre Überlegung ist absolut nachvollziehbar, und sie folgt meiner Logik, mit der wir Coterra 2025 ebenfalls im Portfolio hatten: Die Aktie ist als Absicherung gegen steigende Energiepreise gedacht. Nun hat ein externes Ereignis die Aktie beflügelt und Sie sollten nicht zögern, Buchgewinne zu realisieren.

Trotzdem würde ich nicht die ganze Position auf einen Schlag verkaufen, sondern nur so viel, wie Sie benötigen, um sich wohl zu fühlen. Den Rest können Sie noch bis auf weiteres „im Feuer“ lassen. Der Grund liegt in meiner aktuellen Iran-Einschätzung: Trump springt von Entscheidung zu Entscheidung, die Straße von Hormus ist noch immer kaum passierbar. Im November sind US-Zwischenwahlen, dennoch könnte Trump den Iran-Konflikt länger durchzuziehen, als der Markt aktuell einpreist. Sollte sich der Krieg noch über Wochen oder Monate hinziehen, hätten Sie die andere Hälfte der Position weiter im Spiel und könnten von einer weiteren Aufwärtsbewegung profitieren.

Aus langfristiger Sicht ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Aktien nach Kriegsende für längere Zeit in der Versenkung verschwinden. Trump hat einen massiven Investitionsboom in der US-Energiebranche entfacht, die Förderung steigt, der strukturelle Druck auf die Preise bleibt. Selbst die schärfsten Sanktionen der Vergangenheit haben gezeigt, dass Öl seinen Weg zum Markt findet - die Absatzwege werden lediglich neu sortiert. Eine kriegsbedingte Risikoprämie im Ölpreis ist also kein nachhaltiger Aktientreiber.

Wenn überhaupt, würde ich Coterra erst dann wieder ins Visier nehmen, wenn der Kurs nach dem Krieg deutlich abgerutscht ist UND eine konkrete operative Story (US-Gasexporte nach Europa, KI-Strombedarf) wieder zieht - das war meine Aussage in der Video-Konferenz. Wir reden dabei aber von einem Wiedereinstieg auf einem Niveau, das deutlich tiefer liegen dürfte als heute.


 Frage vom 28.04.2026

#Adtran Networks für Glasfasernetze

Sehr geehrter Herr Heibel,

was halten Sie von Adtran Networks?

Hat diese Aktie eine Chance bei Rechenzentren? Wenn ja, wahrscheinlich nur bei europäischen?!

LG aus Mondsee, Andreas

 Antwort:

Adtran Networks habe ich im Heibel-Ticker noch nicht behandelt. Dafür gibt es einen guten Grund: Es handelt sich um die ehemalige ADVA Optical Networking SE, die seit Ende 2022 mehrheitlich zur US-amerikanischen Adtran Holdings, Inc. (NASDAQ: ADTN) gehört. Es besteht ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag. Was wir als Aktionär der deutschen Tochter erhalten, ist eine fest vereinbarte Garantiedividende von 0,52 EUR je Aktie, das entspricht einer Rendite von etwa 2,3%. Die deutsche Aktie ist damit eine Restanteil-Hülle, deren Kurs sich an der Garantiedividende und an einer Squeeze-out-Spekulation orientiert, aber kaum am operativen Erfolg. Für den Squeeze-out wird aktuell ein Kurs von 17,21 EUR angeboten, wer die Aktie hält, spekuliert auf eine höhere Abfindung.

Genau dieser operative Erfolg ist allerdings vorhanden und beeindruckend. Die US-Mutter Adtran Holdings hat am 26. Februar starke Q4-Zahlen 2025 vorgelegt: Umsatz +20% auf 291,6 Mio. USD, sechstes Quartal in Folge mit sequenziellem Wachstum. Das Optical-Networking-Segment, also genau die Rechenzentrumskopplung über Glasfaser, sprang um 33% nach oben und macht inzwischen 37% des Konzernumsatzes aus. Treiber sind KI-Rechenzentren. Wenn Hyperscaler neue KI-Rechenzentren bauen und diese mit ihren bestehenden regionalen Netzen verbinden müssen, brauchen sie "Datacenter-Interconnect-Lösungen" über Glasfaser - genau hier ist Adtran weltweit führend.

Das ist nicht zu verwechseln mit optischen Verbindungen INNERHALB eines Rechenzentrums, dort kommen ganz andere Technologien zum Einsatz. Für KI-Cluster vor allem NVIDIA InfiniBand bzw. NVLink/NVSwitch innerhalb der GPU-Knoten. Das ist die Welt von Coherent, Lumentum, Innolight, Astera Labs, dort spielt Adtran nicht mit. Adtran ist schon seit langem am Ausbau des Glasfasernetzes beteiligt. Das sind große Infrastruktur-Projekte mit dünner Marge. In den vergangenen drei Jahren wurden Verluste geschrieben. Das Umsatzwachstum ist im einstelligen Bereich. Von KI-Revolution ist in diesem Bereich der optischen Netzwerke bislang wenig zu sehen … höchstens im Aktienkurs, der in den vergangenen Wochen um 60% ansprang. Ein EV/EBITDA von 10 ist in meinen Augen ein fairer Wert für das Unternehmen.

Mit der deutschen Tochter Adtran Networks ist die US-Firma Adtran Holdings bestens für Europa positioniert. In Europa ersetzt bspw. Carrier ihre Netzwerk-Komponenten von Huawei durch westliche Anbieter. Das Management beziffert dieses Projekt auf rund 1 Mrd. USD jährliches Marktvolumen.

Wenn Sie also auf den KI-Boom bei Rechenzentren setzen wollen, sollten Sie nicht die deutsche Resthülle DE0005103006 kaufen, sondern die operativ tätige US-Mutter Adtran Holdings (ISIN US00486H1059). Dort sind die Wachstumsraten, dort werden die Gewinne erwirtschaftet, und dort kann die Aktie auch entsprechend nach oben laufen. Bei der deutschen Aktie spekulieren Sie eher auf einen späteren Squeeze-out, das ist eine ganz andere Wette und in meinen Augen unattraktiv.


 Frage vom 27.04.2026

#Nynomic +200% in 4 Wochen

Hallo Herr Heibel,

würden Sie sich bitte die Nynomic AG ansehen.

Ich finde weder beim Unternehmen noch im Netz Anhaltspunkte für den Kursgewinn der letzten 14 Tage. Wie bewerten Sie die Entwicklung und ist dieser gerechtfertigt?

Mit freundlichen Grüßen,
Uli aus Leipzig

 Antwort:

Nynomic ist eine alte Bekannte im Heibel-Ticker, wir hatten die Aktie von Juli 2023 bis März 2025 im Portfolio - bis meine Geduld am Ende war. Die Aktie hat sich nach unserem Verkauf nochmals um rund 54% verbilligt, der Verkauf war im Rückblick goldrichtig. Jetzt aber zur aktuellen Bewegung.

Der Kursanstieg der vergangenen vier Wochen lässt sich klar zuordnen: Am 23. März hat Nynomic vorläufige Zahlen für 2025 vorgelegt. Auf das Gesamtjahr bezogen sind die Zahlen schwach - Umsatz -10%, Gewinnmarge (EBIT) nur 2%. Das eigentliche Signal liegt im vierten Quartal: Bei einem Umsatz von rund 27,7 Mio. EUR sprang die Gewinnmarge auf 12,6%. Das ist die direkte Wirkung des Restrukturierungsprogramms, das jährlich rund 5 Mio. EUR Kosten herausnimmt. Für 2026 stellt das Management ein Umsatzplus von 8-13% sowie eine EBIT-Marge von 6-8% in Aussicht. Der Auftragseingang im ersten Quartal 2026 liegt deutlich über dem Vorjahr, die Cash-Reserve beträgt 14,5 Mio. EUR. Analysten (Montega 18 EUR, NuWays 21 EUR Kursziel) bestätigten die Kaufempfehlung.

Die Reaktion des Marktes war heftig: 30 Tage +200%. Das ist durchaus rational, denn die Kombination aus Margenwende, ordentlichem Auftragseingang lassen nach zwei schwachen Jahren auf eine erfolgreiche Bodenbildung hoffen.

Meine Skepsis bleibt allerdings strukturell: Das Problem einer Ingenieursbude, die Spezialprodukte liefert, deren Skalierung aber nie richtig in Gang kommt, hat uns 2025 zum Verkauf bewogen. Pillenscanner und Drogendetektoren, vor zwei Jahren noch als Massenprodukte angekündigt, wurden vom Management selbst auf Nischengeschäfte zurückgestuft. Eine Margenwende in einem einzelnen Quartal ist erfreulich, aber die Frage ist, ob 2026 wirklich das versprochene Wachstum kommt. Die Aktie hat nun bereits sehr viel Hoffnung eingepreist. Ich würde, wenn ich die Aktie noch hätte, jetzt die halbe Position verkaufen und mit dem Rest schauen, ob sich ein Trend zum Massenprodukt abzeichnet, oder ob einmal mehr gilt: eine Schwalbe macht noch keinen Sommer.

ANDERER KUNDE DAZU
Moin, Herr Heibel,

besten Dank für die Antwort. Ich glaube ein kleiner Hype ist aktuell wegen der sog. Perle Laytec, weil es Weltmarktführer ist in einer sehr engen Halbleiternische mit der Phantasie auf margenstarke Umsätze ( KI/Rechenzentren) etc. Das kann ich aktuell sehr schwer einschätzen. Ich denke dabei an „die Hoffnung, stirbt zuletzt“ bis zu der These, wenn wirklich viel Infrastruktur gebaut wird, kommt man an der Messtechnik nicht drumherum. Mmh?

Viele Grüße

Rainer aus Hamburg

RÜCKANTWORT
LayTec ist einer der Anbieter von Messtechnik, die für die Halbleiterherstellung benötigt wird, wenn man besonders leistungsfähige Chips für die KI-Infrastruktur produziert. Es werden Broadcom, Coherent und Lumentum genannt, die LayTec-Produkte gut gebrauchen könnten, aber gegebenenfalls auch auf andere Hersteller ausweichen können … oder einen Großteil auch selber machen. Auch der deutsche Maschinenbauer Aixtron wird als möglicher Käufer der Messtechnik von LayTec für seine MOCVD-Systeme. Aixtron schraubte vor kurzem seine Unternehmensprognose nach oben. Es gibt also eine mögliche Verbindung von Nynomic zur KI-Revolution, doch ich konnte keine Informationen über konkrete Projekte finden. Für mich ist das also noch zu spekulativ für diesen großen Kurssprung.


 Frage vom 27.04.2026

#Iqvia Hilding für Datenhunger der KI im Gesundheitsbereich

Hallo Hr. Heibel,

eine Frage zu einer vielleicht interessanten Firma:

Mich würde Ihre aktuelle Meinung zu IQVIA Holdings Inc. auch in Zusammenhang mit KI
Interessieren.

Danke für Ihre Mühe.
Beste Grüße aus Österreich, Bert

 Antwort:

IQVIA hatte ich bislang noch nicht im Heibel-Ticker behandelt, daher hier eine frische Einschätzung. Das Unternehmen ist der weltweit größte Auftragsforscher (CRO) für die Pharmaindustrie und verfügt zusätzlich über einen riesigen Datenschatz an Gesundheits- und Verschreibungsdaten. Genau dieser Datenpool ist im KI-Zeitalter das eigentliche Asset. Auf der NVIDIA GTC-Konferenz Mitte März hat CEO Ari Bousbib mit IQVIA.ai eine eigene agentische KI-Plattform vorgestellt, die in Kooperation mit NVIDIA entwickelt wurde. Der Aufbau einer klinischen Studie dauert heute manuell rund 200 Tage. Hier sollen KI-Orchestrator-Agenten die Zeit deutlich verkürzen.

Die Bewertung sieht auf den ersten Blick attraktiv aus: Bei einem Kurs um 170 USD liegt das EV/EBITDA bei rund 10 - deutlich unter dem 5-Jahres-Durchschnitt von rund 14 und nahe dem 5-Jahres-Tief. Q4 2025 hat IQVIA mit 10,3% Umsatzwachstum und einem Gewinn-Beat geliefert, die Aktie fiel trotzdem 9% nach den Zahlen. Auf Jahressicht hat IQV gegenüber dem S&P 500 deutlich Federn gelassen. Für 2026 ist ein Umsatzplus von 6% und ein Gewinnwachstum (EBITDA) von 9% in Aussicht gestellt.

Warum dann der Kursdruck? Hier sehe ich die gleiche Debatte wie bei Salesforce und SAP, nur eben für die Pharma-Dienstleistung: Macht KI die klassischen CRO-Dienstleistungen überflüssig, weil Pharmakonzerne Studien zunehmend selbst mit KI durchziehen können? Oder verstärkt KI gerade die Position derer, die über die nötigen Daten verfügen - und das sind in diesem Markt nun mal IQVIA, Medidata und ein paar wenige andere. CEO Bousbib argumentiert das Zweite, der Markt preist eher das Erste ein. Solange dieser Zweifel nicht aufgelöst wird, findet die Aktie kein Preisschild.

Ja, das ist also eine weitere übersehene Perle, die in der Zukunft durchaus mal eine tolle Kursperformance hinlegen kann. Die Frage ist nur, wann? Wir haben schon zwei Titel im Heibel-Ticker Portfolio, die von einer Renaissance der Softwaretitel profitieren dürften … und zur Zeit profitieren.


 Frage vom 27.04.2026

#Rational als Dividendenaktie

Hallo Herr Heibel,

bei verschiedenen Lektüren bin ich auf Rational AG gestoßen.
Was halten Sie davon den Wert als Dividendentitel ins Visier zu nehmen? Aktuell ist es etwas rückläufig vor dem Dividendentermin, was mich etwas wundert.

freundliche Grüße aus Görlitz, Micha

 Antwort:

@Rational: Rational ist langweilig - im positiven wie im negativen Sinn. Mit rund 2,5% Dividendenrendite reicht es als Dividendentitel gerade so, aber 2020 und 2021 wurden coronabedingt rückläufige Dividenden gezahlt, was meiner Definition eines verlässlichen Dividendenwerts widerspricht. Der Umsatz wächst mit 5-8% p.a., der Gewinn noch etwas schwächer. Bei einem EV/EBITDA von 20 ist das fair, aber nicht attraktiv.

Mein Hauptargument gegen Rational ist der fehlende Burggraben: Zwar weltweit führend bei professionellen Kombidämpfern, doch warum sollten andere Anbieter nicht ebenfalls in diesen Markt drängen können? Die EBITDA-Marge von 30% lädt Wettbewerb geradezu ein. Der aktuelle Kursrückgang vor dem Dividendentermin ist in meinen Augen kein Einstiegsargument, sondern Ausdruck genau dieser Unsicherheit.


 Frage vom 27.04.2026

#Margin of Safety nach Benjamin Graham

Hallo Herr Heibel,

ich wollte mit Ihnen diese Tabelle als Beispielkalkulation teilen, was ich mit Graham & Margin of Safety gemeint habe.
Mein Kriterium ist, Aktien auf "A" zu setzen, welche eine MoS>50% haben.

Wie gesagt fällt mir die Wachstums-Annahme am schwersten, die Wachstumsraten der nächsten 5Y sind anhand Google Gemini abgeschätzt.
Freue mich auf Ihr Feedback.

Beste Grüße, Fabian aus Traunstein

 Antwort:

Oh, das sieht ja schon mal gut aus. Aber wie Sie schon richtig erkennen: Kniffelig wird es natürlich bei der Ermittlung der richtigen Zahlen.

Ich habe viel Zeit investiert, um meine Kennzahl EV / EBITDA / EBITDA-Growth korrekt zu ermitteln, also Pensionsverpflichtungen ausrechnen, Mitarbeiteraktien berücksichtigen und einige andere Feinheiten. Daraus habe ich mir dann für alle 1.400 Aktien in meinem Aktienuniversum die angehängte Übersicht erstellt. Das aktualisiere ich wöchentlich.

Ich habe mich für die von Bloomberg berechneten durchschnittlichen Analystenerwartungen der Zukunft entschieden, weil die am verlässlichsten verfügbar sind. Sie sehen an der unten stehenden Tabelle sehr schön, wie Änderungen beim Gewinnwachstum die PEG7Ratio (also EV / EBITDA / EBITDA-Growth) stark verändern. Ich komme mit dieser Betrachtung sehr gut zurecht und denke, das ist so etwas wie der Graham-Ansatz :-)

Was noch aussteht sind spezielle Branchen-Feinheiten: Maschinenbau sollte Auftragseingang und Auftragsbestand berücksichtigen, Banken die Kernkapitalquote, etc.

Also ich glaube, ich bin da schon ein paar Schritte weiter, wenngleich ich das nicht optisch so schön aufbereitet habe :-)

ANHANG:
Die Margin of Safety ist Benjamin Grahams zentrales Konzept aus "The Intelligent Investor" und beschreibt den Sicherheitsabstand zwischen dem inneren Wert eines Wertpapiers und seinem Marktpreis. Graham argumentierte, dass ein Investor eine Aktie oder Anleihe nur dann kaufen sollte, wenn der Kurs deutlich unter dem geschätzten fairen Wert liegt, idealerweise mit einem Abschlag von 30 bis 50 Prozent.

Der Gedanke dahinter ist pragmatisch: Jede Bewertung beruht auf Annahmen über künftige Erträge, Zinsen oder Wachstumsraten, und diese Annahmen können falsch sein. Der Sicherheitsabstand ist der Puffer, der Fehlurteile, Pech und unvorhersehbare Marktentwicklungen abfedert. Selbst wenn die Bewertung also zu optimistisch war oder das Geschäft schlechter läuft als erwartet, sollte der Investor immer noch keinen dauerhaften Kapitalverlust erleiden.

Bei Aktien bestimmte Graham den inneren Wert konservativ, etwa über das Kurs-Gewinn-Verhältnis im Verhältnis zur Anleiherendite, das Kurs-Buchwert-Verhältnis oder über die Ertragskraft im Mittel mehrerer Jahre. Bei Anleihen sah er den Sicherheitsabstand in der Differenz zwischen den Erträgen des Unternehmens und den Zinsverpflichtungen.

Warren Buffett hat das Konzept später so zusammengefasst: Wenn man eine Brücke baut, die zehn Tonnen tragen soll, fährt man mit Lastwagen von vier Tonnen darüber. Genau das ist die Margin of Safety, kein präziser Rechenwert, sondern eine Haltung systematischer Vorsicht gegenüber den eigenen Prognosen.

RÜCKMELDUNG
Hallo Herr Heibel,

Vielen Dank, das ist sehr beeindruckend.

Ich denke, ich bin bei Ihnen auch ohne KI Modelle gut aufgehoben und Ihre Berechnungen stärken mein Vertrauen in den Heibel Ticker nun umso mehr.

Beste Grüsse


 Frage vom 16.04.2026

#KLA Tenor, Vertief und Teradyne nach Ausverkauf

Guten Tag, Herr Heibel,
den Ausverkauf der Anbieter von Speicherchips hatten Sie ja bereits beschrieben. Jetzt kommen auch Aktien wie Vertiv Holding, KLA-Tencor und Teradyne etc unter die Räder. Sehen Sie da einen logischen Zusammenhang im Sinne von weniger Energieaufwand, weniger Kühlung notwendig etc oder greift jetzt vermehrt Hysterie um sich?
Beste Grüße
Peter aus München

 Antwort:

ARM Holding kündigte kürzlich einen eigenen KI-Chip an, der wesentlich weniger Speicher benötigen soll. So wurden Speicherchips ausverkauft, was dann breite Bereiche der KI-Infrastruktur erfasste, dort zuerst die besonders zyklischen Bereiche. Dazu gehören KLA-Tencor und Teradyne, weil beide an Investitionen in Halbleiterproduktion und Testkapazitäten hängen. Zusätzlichen Druck erzeugen Zölle und Exportthemen für deren Technologien: Reuters berichtete bereits, dass neue US-Zölle die großen US-Anlagenbauer wie KLA-Tencor erheblich belasten könnten.

Vertiv ist für seine Wasserkühlung in KI-Rechenzentren bekannt. Hier geht es um die Sorge, dass neue Chipgenerationen effizienter werden und damit der Kühlbedarf pro Recheneinheit sinkt. Ich denke, wir sind weit davon entfernt, weniger Kühlung zu benötigen: Man hat das Problem der Hitze gerade erkannt und forscht noch nach Lösungen. Es wird dauern, bis diese flächendeckend und kostengünstig eingesetzt werden können.

Also ja, in meinen Augen ist das eher Hysterie, die aber nicht zu unterschätzen ist. Alle drei Unternehmen notieren auf einem EV/EBITDA knapp über 50, was bei den Wachstumsraten von 24-33% im Umsatz und überproportionalem Gewinnwachstum in Ordnung ist. Doch optisch sieht das Bewertungsniveau hoch aus und sollte es nochmals zu einer Konsolidierung von KI-Aktien kommen, haben diese drei Kandidaten eine hohe Fallhöhe. Langfristig, also auf Sicht von 12 - 18 Monaten, halte ich die Bewertung aktuell für gesund.


 Frage vom 16.04.2026

#Fälligkeit & Abrechnung von Optionsscheinen

Sehr geehrter Herr Heibel,
ich bin schon etliche Jahre lang zufriedener Kunde Ihres Tickers. Ohne mich wirklich mit Optionsscheinen auszukennen, habe ich die beiden Optionsscheine gekauft, den einen bereits wieder verkauft. Meine Fragen:
• Wenn wird meine Option wirksam?
• Wie kann ich meine Option einlösen?
• Gibt es Termine, die ich nicht verpassen darf?
Vielen Dank für Ihre Antwort
Hans aus Freistadt in Österreich

 Antwort:

Die Optionsscheine werden zur „Fälligkeit“ abgerechnet. Im Unterschied zu Optionen erfolgt keine Lieferung der zugrunde liegenden Aktien, sondern es erfolgt nur eine Abrechnung und Gutschrift des Wertes zum Abrechnungs-/ Fälligkeitszeitpunkt.

Grundsätzlich ist die Berechnung des Preises für Optionsscheine ziemlich kompliziert, unter anderem spielt die Restlaufzeit bis zur Fälligkeit eine Rolle. Je länger die Restlaufzeit, desto höher der „Aufpreis“. Desto höher ist also das spekulative Aufgeld, das Anleger über den nüchternen Wert hinaus zu zahlen bereit sind. Dieser Aufpreis schrumpft erfahrungsgemäß gerade in den letzten 3 Monaten schnell zusammen, so dass ich mich bemühe, Optionsscheine mit längeren Restlaufzeiten auszusuchen. Idealerweise verkaufe ich den Optionsschein bereits spätestens 6 Monate vor Fälligkeit.


 Frage vom 16.04.2026

#Trump versus Religion

Hallo Herr Heibel,

vorab österliche Grüße an Sie (+Familie).
Schreibe selten Kommentare aber diesmal muss es raus 8)

Meine Wahrnehmung:
Irankrieg lässt sich nicht militärisch lösen, sondern er (Trump) trifft auf ein Religiöses Dilemma.
Israel, Iran wollen sich gegenseitig vernichten. Hier treffen Juden, Islam (sunit, shiit) und Christen aufeinander. Jeder mit dem Anspruch wenn die Gegner am Boden liegen, kommt vom Himmel der Heilsbringer…

ERSCHÖPFUNGSSTRATEGIE
Trump lässt den Krieg zu einer beidseitigen Erschöpfung kommen.

Nicht bis zur nuklearen Vernichtung — das ist die rote Linie. Aber bis zu einem Punkt wo beide Lager militärisch am Boden sind, keine Reserven mehr haben, und — entscheidend — wo kein Gott erschienen ist um sie zu retten.

(religiöse Enttäuschung, Hardliner bekommen kein Gehör mehr, Bann gebrochen)

Ähnlich dem Szenario Japan WWII, Kaiser Tenno Japan gottgleich, Krieg heilig für Japaner, nach Nagasaki, hörten Japaner erstmals über Radio seine Stimme und er gab im Namen Japan auf. Der religiöse Bann war gebrochen, denn kein „Gott“ würde so etwas sagen. Japan wurde nach WWII und theologischer Entäuschung erfolgreich…

Israel wollte schon immer Iran "dem Erdboden gleich machen", hier lenkt Donald die Zügel, um (in Abstimmung mit Putin und Xi -kein Eingreifen seitens Ru,Ch) Angriffe so zu kontrollieren, dass nach Erreichen des militärischen Ziel Israel dazu gebracht wird, sich zu mäßigen (Waffenstillstand wenn Ziel erreicht) und es nicht zu weit kommen zu lassen (kein Atomwaffeneinsatz, Nichtbesetzung Westjordan, keine Zerstörung iranischer Ölinfrastruktur > Verhindern WWIII). Würde die US nicht steuernd wirken, wäre es eine Katastrophale für die Welt.
Erst dann kann es eine Chance geben, hier Frieden aufzubauen (siehe 90er als Friedensgepräche Oslo durch Hardliner unterlaufen wurden, Israelisch Präsident Attentat mit Tod) wenn der theologische Knoten geplatzt ist.

Gruß us Kölle
Jo(erg)

 Antwort:

Bitte entschuldigen Sie die späte Antwort, aber da Sie die Religion explizit ansprachen, passt Ihr Schreiben heute um so besser.

Wenn ich meine christliche Brille aufsetze, gibt es keine Zweifel: Krieg ist keine Lösung, selbst wenn man 47 Jahre erfolglos verhandelte. Ich könnte mich sogar darauf einlassen, uns eine Mitschuld an den gescheiterten Verhandlungen zu geben: Die harte, wirtschaftliche Verflechtung mit der DDR und der Sowjetunion, mit der wir schließlich die Wiedervereinigung erzwangen, ist leider nicht zu vergleichen mit dem laxen wirtschaftlichen Umgang mit China von heute. Und solange Sanktionen in einer globalen Welt lediglich für eine Verschiebung der Warenströme sorgen, ist die Klinge des Schwertes „Sanktionen“ leider stumpf. Ist die Welt zu komplex, um Sanktionen gegen den Iran global durchzusetzen? Nun, das müsste unser Anspruch sein, diese Komplexität zu lösen.

„Einfach mal draufhauen“, wie es Trump nun macht, könnte in den USA zu einem Umdenken führen, das wir in Zahlen dann spätestens bei den Zwischenwahlen im November vor Augen geführt bekommen. Doch Vorsicht: In den USA dominiert der Calvinismus, demzufolge Erfolg die Belohnung Gottes für den Fleißigen ist. Sollte Trump den Iran-Krieg aus US-Sicht erfolgreich beenden, dürfte das Umdenken, das wir aktuell erwarten, geringer ausfallen.

Gut möglich, dass uns genau dieses Thema durch den Sommer begleiten und die Finanzmärkte belasten wird.


 Frage vom 16.04.2026

#Quartalsdividende von Medical Properties Trust

Guten abend Herr Heibel

Gerade in der aktuellen Krise erfreue ich mich sehr an Ihrem Optimismus, der in den beiden Plus Newslettern ausgestrahlt wird.

Wir erwägen Medical Properties Trust (MPT/MPW) als stabilen Dividendentitel in unser Depot aufzunehmen, wie ist Ihre Einschätzung dieses Titels?

Zur Beobachtang halten wir seit Jahren eine kleine Position des Titels.

mit freundlichen Grüßen
Hartmuth aus Meinersen

 Antwort:

Bei Medical Properties Trust (MPT) wäre ich derzeit vorsichtig. Die Aktie ist aus meiner Sicht kein stabiler Dividendentitel, sondern eher ein Sanierungsfall. MPT hat die Dividende zwar nach der Halbierung Ende 2024 zuletzt leicht wieder angehoben, auf zuletzt 0,09 USD je Quartal, aber das ist noch weit entfernt vom früheren Niveau. Allein daran sieht man schon, dass die Ausschüttung nicht aus einer Position der Stärke kommt

MPT besitzt Krankenhausimmobilien, war zuletzt aber stark von Problemen (Pleite) eines großen Betreibers abhängig. Inzwischen stabilisiert sich die Situation wieder, aber die alte Dividendenverlässlichkeit ist noch nicht wieder hergestellt. Ich habe den Eindruck, dass das Unternehmen aktuell noch immer eine höhere Dividende ausschüttet, als bilanziell gerechtfertigt. Mag sein, dass das Geschäft sich normalisiert, doch aktuell würde ich die Finger von diesem Unternehmen lassen. Noch fehlt die Verlässlichkeit, die für einen Dividendentitel erforderlich ist.


 Frage vom 16.04.2026

#Verzögerte Dividendengutschrift bei Consors

Guten Tag Herr Heibel,

als langjähriger Leser des Heibel-Tickers traue ich mir mal eine sehr spezielle Anfrage zu stellen. Ich freue mich immer jede Woche neu auf Ihre höchst informativen, interessanten und erhellenden Ausführungen, und das schon seit Ihrer Zeit in New York. Vielen Dank dafür.

Mittlerweile haben wir das Rentenalter erreicht und das Depot auf Dividendenaktien umgebaut. Vornehmlich US Unternehmen. Technologie ist aber noch zu etwa 20% vertreten. Unter anderem besitzen wir Anteile von Main Street Capital, WKN A0X8Y3. Ein zuverlässiger monatlicher Dividendenzahler. Bisher hat Consors die Dividenden mit 2 bis 3 Tagen Verzögerung weitergegeben. Im letzten Monat verzögerte sich die Zahlung um eine Woche. Die letzte Dividende wurde vom Unternehmen am 27.3. planmäßig bezahlt. Bis heute ist aber von Consors keine Zahlung eingegangen. Auf meine Anfrage nach den Gründen antwortete der Consors Kundenservice, daß es derzeit bei bestimmtem Gattungen zu Verzögerungen kommt. Das ist für mich keine zufrieden stellende Aussage.

Haben Sie eventuell die Zeit und Verbindungen, um in dieser Richtung etwas erhellendes zu erforschen?
Vielen Dank und machen Sie weiter so.

Mit freundlichen Grüßen
Klaus-Dieter aus Pinneberg

 Antwort:

Herzlichen Dank für das Lob :-)

Das ist sehr wahrscheinlich kein spezifisches Problem von Main Street Capital und auch kein Warnsignal für die Dividende selbst, sondern ein Abwicklungsproblem bei Consors, möglicherweise bei bestimmten ausländischen Gattungen oder Lagerstellen. Ärgerlich ist das trotzdem, denn gerade bei einem monatlichen Dividendenzahler fällt so etwas sofort auf.

Consors scheint meinen Informationen zufolge derzeit tatsächlich mit verzögerten Dividendengutschriften zu kämpfen. Ich habe noch von anderen Mitgliedern von Problemen bei der Verbuchung von Ertragsausschüttungen gehört. Bei Consors heißt es, das zuständige Team arbeite an einer Rückkehr zur taggleichen Bearbeitung und Gutschriften würden rückwirkend mit korrektem Valutadatum gebucht.

Consors selbst ist mir zwar nicht als Musterknabe der Branche bekannt, aber auch nicht als unzuverlässig. Ich würde davon ausgehen, dass dieses konkrete Problem gelöst werden kann. Ob Sie deswegen die Bank wechseln sollten, bleibt Ihren Nervenkostüm überlassen :-)

RÜCKMELDUNG
Hallo Herr Heibel,

herzlichen Dank, dass Sie sich die Zeit für die Frage genommen haben. Inzwischen ist die Dividende auch mit über 2 Wochen Verspätung angekommen.

Mit freundlichen Grüßen
Klaus-Dieter


 Frage vom 16.04.2026

#K.O.-Schwelle bei Turbo-Zertifikaten

Hallo Herr Heibel,

heute habe ich ein Anliegen, welches weniger mit Ihrem Muster- Depot zu tun hat.

In volatilen Zeiten spekuliere ich gern mit Turbo- Zertifikaten auf den DAX. Das Problem: Wenn man es länger hält, halten muss, ist der interne Verlust sehr hoch. Ich habe beispielsweise am 20.3. ein Turbo mit KO Schwelle bei 21.594 Punkten gekauft. Teile davon habe ich noch und der KO ist mittlerweile bei 21.678 Punkten. Das ist in 21 Tagen heftig.
Können Sie mir eine Alternative empfehlen?


Viele Grüße

Roy aus Lützen

 Antwort:

Genau das ist der Haken bei Turbo-Zertifikaten: Die KO-Schwelle wandert wegen der Finanzierungskosten laufend nach oben. Für sehr kurzfristige Spekulationen ist das noch verkraftbar, für Haltedauern über mehrere Tage oder Wochen wird es schnell teuer.

Wenn Sie auf den DAX über mehrere Tage spekulieren wollen, würde ich eher zu einem Call oder Put mit einigen Monaten, besser 1-2 Jahren Restlaufzeit raten und nicht zu einem engen Turbo. Dann kaufen Sie sich Zeit ein, statt täglich gegen die Finanzierungskosten anzulaufen.

Ich erzähle seit 25 Jahren, dass ich im Rahmen eines Projektes bei der Börse Zürich (SWX) Zahlen einsehen konnte, die zeigten, dass 95% der Privatanleger beim Spekulieren mit solchen Finanzprodukten Geld verloren haben, nur 5% konnten ihre Trades mit Gewinn abschließen. Sie zocken also gegen den Wind.


 Frage vom 16.04.2026

#Kapitalerhöhung und Bilanzierungsverzögerung bei Mutares

Ich habe seit geraumer Zeit immer mal wieder einige Mutaresaktien (A2MB65) im Portfolio als Dividendenaktie. Nun haben sie Bezugsrechte auf die Aktien zu 24,50 angeboten
als Kapitalerhöhung. Mich würde interessieren, was halten sie generell von dieser Aktie halten bzw. von der Kapitalerhöhung. In letzter zeit gab es ja einige
Ungereimtheiten mit Quartalsberichten und Bilanzen. Für eine kurze Analyse wäre ich dankbar

Michael aus Erbach

 Antwort:

Die Kapitalerhöhung soll zu 80% für die Erschließung des US-Geschäfts genutzt werden, und zu 20% zur Stärkung der eigenen Bilanz. Immerhin wird die Anzahl der ausstehenden Aktien durch die Kapitalerhöhung um 20% erhöht, eine deutliche Verwässerung für Alt-Aktionäre, die nicht zeichnen.

Die Dividendenrendite von 8,5% sieht attraktiv aus, doch sie beruht zum Teil auf Veräußerungsgewinnen von Beteiligungen. Das ist ein sehr schwankungsintensives Geschäft, bzw. es kann ja mal für einen längeren Zeitraum vorkommen, dass keine Beteiligungen veräußert werden.

Sie merken es: Begeisterung kommt bei mir nicht auf. Ich habe so meine Vorbehalte bei Beteiligungsgesellschaften. Mutares kauft problembehaftete Unternehmen auf Kredit, weil das Management meint, es besser zu können. Das war in der Vergangenheit auch relativ erfolgreich. Doch für mich als Anleger ist das Geschäft zu undurchsichtig. Ich müsste mir ein Bild über die vielen Beteiligungen von Mutares machen, um eine Bewertung vornehmen zu können. Und dann müsste ich den Vorstand persönlich kennen, um mir über seine „überlegenen“ Fähigkeiten ein Bild zu machen.

Wie Sie sagen, verzögert sich die Veröffentlichung der aktuellen Unternehmenszahlen, und das ist - ungeachtet jeglicher sonstiger Umstände - stets ein Warnsignal, das von zusätzlichen Käufen abhalten sollte. Oder, wie es in meinen Grundlagen steht: Bilanzierungsunregelmäßigkeiten = Verkaufen. Sie können nicht abschätzen, ob da mehr dahinter steckt, oder ob sich die Ungereimtheiten in wenigen Wochen in Wohlgefallen auflösen. Als Anleger tappen Sie im Dunkeln.


 Frage vom 16.04.2026

#Marvell, Ciena und Lumentum als neue High-Flyer

Hallo Hr. Heibel,

Habe zuletzt in Ihrem Ticker zweimal den Namen Ciena Corp, gelesen, aber keinen weiteren Kommentar dazu.
Wie sehen sie aktuell die Perspektive dieser Firma?
Weiters würde mich Ihre aktuelle Meinung zu Marvell Technology, Inc. Interessieren.

Danke für Ihre Mühe.
Beste Grüße
Bert aus Linz, Österreich

 Antwort:

Ciena liefert optische Netzwerktechnik und Transportlösungen, also die Infrastruktur, die gebraucht wird, wenn Rechenzentren, Cloud-Anbieter und Telekomnetze immer größere Datenmengen bewegen müssen. Die jüngsten Zahlen waren stark: Im Q1 2026 stieg der Umsatz um 33% auf 1,43 Mrd. USD. Die optische Netzinfrastruktur von Ciena geht jedoch eher in die Kommunikation mit Endkunden oder zwischen Rechenzentren.

Marvell hingegen bietet optische Komponenten für die Beschleunigung der Rechenoperationen innerhalb eines Rechenzentrums, was gerade für die KI-Leistungen gefragt ist. In den Zukunftsvisionen lese ich sogar von optischen Komponenten auf den Chips selbst, weil heutige Kupfer-Verbindungen unter der hohen Rechenlast stark erhitzen und daher die Stromrechnung für die Kühlung hochtreiben. Der Umsatz von Marvell sprang zuletzt sogar um 42% an. Noch im Oktober vergangenen Jahres bezeichnete ich diese Idee von Marvell als Zukunftsmusik. Tatsächlich lief die Aktie von Marvell seit Oktober 25 bis Anfang März 26 seitwärts.

Aktuell findet ein Wettlauf um die „besten“ KI-Modelle statt, und dafür müssen die Rechenoperationen innerhalb der Rechenzentren optimiert werden. Marvell bietet außerdem auch noch kundenspezifische KI-Chips an, die nahtlos mit der Nvidia-Architektur zusammenarbeiten können. In diesem Punkt ist Marvell Wettbewerber von Broadcom.

Nvidia hat kürzlich 2 Mrd. USD in Marvell investiert, um die Integration der Marvell-Lösungen in die Nvidia-Welt zu fördern. Mit dem Investment von Nvidia wurde nun die Handbremse gelöst, die Aktie von Marvell hat in den vergangenen Wochen um 50% zugelegt. Trotzdem ist sie mit einem EV/EBITDA von 27 noch nicht zu teuer, im Gegenteil. Ich könnte mir gut vorstellen, dass Marvell zur nächsten Generation der High-Flyer gehören wird, weil das Unternehmen einen Engpass der KI-Revolution zu lösen verspricht: Die Hitzeentwicklung reduzieren.

Noch tiefer nach unten in der vertikalen Wertschöpfungskette der KI-Revolution würde ich Lumentum ansiedeln, ein weiteres Unternehmen mit optischen Komponenten, in das Nvidia ebenfalls vor wenigen Wochen Milliarden investierte. Ciena baut eher die Netzwerksysteme und Transportplattformen, Marvell liefert Chips und Verbindungslogik für Rechenzentren, und Lumentum liefert vor allem photonische Bauteile, Laser, Module und optische Subsysteme, die diese Datenverbindungen überhaupt erst möglich machen. Lumentum ist also stärker ein Optik- und Komponentenlieferant als ein klassischer Netzwerkausrüster oder Halbleiterdesigner.

Das Umsatzwachstum bei Lumentum beträgt derzeit 77%, der Gewinn explodiert geradezu nach oben. Die Rule of 40 wird von Lumentum belächelt, die Werte sind in diesem und im kommenden Jahr dreistellig. Doch die Aktie wurde bereits entdeckt, seit Jahresbeginn legte sie um 150% zu.

Ciena wäre in meinen Augen eine langfristige Position. Das Unternehmen ist gesund und wird sich über eine langsam anziehende Nachfrage beim Ausbau optischer Netzinfrastruktur freuen. Marvell sitzt mit kundenindividuellen KI-Chips mitten im KI-Engpass und erfreut sich über einen Hype, den das Unternehmen für die Entwicklung weiterer kritischer Komponenten nutzen möchte. Lumentum ist eher ein Schaufel-Lieferant für diese Entwicklung. Sowohl Marvell als auch - und noch mehr - Lumentum profitieren vom aktuellen KI-Hype. Es sind Aktien, die in den kommenden Wochen deutlich nach oben schnellen können, solange der Hype anhält. Doch irgendwann werden Zweifel aufkommen, wohin das alles führen wird etc. Dann werden gerade diese Aktien am stärksten ausverkauft.

Aufspringen also bitte nur mit engem Stopp Loss.


 Frage vom 16.04.2026

#Grenzen der KI: Komplexität?

Hallo Herr Heibel,

Sie schreiben "KI kann Komplexität beherrschen"

Bitte erlauben Sie, dass ich dem aufgrund meiner praktischen Erfahrung mit Claude entschieden widerspreche :-|

Möglicherweise benutzen wir aber auch unterschiedliche Definitionen von "Komplexität" ;-). Ich verwende mal die einfachste: Lines of Code.

Claude hat bereits bei einer Codezeilenanzahl von 10000 erhebliche Probleme, eine 08-15-Software (in meinem Fall einen Webclient) herzustellen. Bis zu einem gewissen Grad funktioniert der Webclient, es waren aber viele fachliche Fehler vorhanden, die Claude auch nicht nach Hinweisen und Tipps meinerseits beheben konnte. Das musste ich selber machen. Abgesehen davon war die Qualität des erzeugten Codes schlecht! Und das spielt eine Rolle, da Menschen den Code lesen müssen (wegen der o.g. Fehler) und auch Claude selbst mit besser abstrahiertem und konsistentem Code weniger Probleme hat! 10000 Zeilen Code ist in meinen Augen NICHT komplex. Eine "gestandene" Unternehmenssoftware hat schnell einige Millionen Zeilen Code.

Deshalb: Ich stimme Ihnen zu wenn Sie schreiben "Diese veralteten Strukturen in die neue Softwarewelt zu holen, kann KI sicherlich vereinfachen".

Aber im nächsten Absatz wollen Sie die KI dann auch die Integration in verschiedene Module machen lassen und Sicherheitslücken schließen lassen.

Das halte ich aktuell für vollkommen ausgeschlossen (zumindest ohne menschliche Hilfe).

Das liegt nicht nur daran, dass die nötige Software bzw. das Wissen darüber vermutlich deutlich zu komplex wäre, sondern auch daran, dass die o.g. Software (SuccessFactors, Ariba, Concur und Fieldglass..) wahrscheinlich Closed Source ist, sie also nicht in das Training des LLM eingeflossen ist. Und das ist ein Show-Stopper, denn LLMs verstehen NICHTS, sie können nur Wahrscheinlichkeiten für das nächste Wort aufgrund des GELERNTEN berechnen. Die Modelle sind auch deshalb so groß, weil sie möglichst alles schon einmal gesehen (=gelernt) haben sollten. D.h. dass SAP seinen Code (inkl. o.g. Module) Anthropic zur Verfügung stellen muss, damit ein "Claude SAP" trainiert werden kann. Alternativ könnte SAP selbst ein Fine-Tuning von Claude durchführen, dazu müsste Anthropic SAP aber die Sourcen von Claude (das neuronale Netz selbst) zur Verfügung stellen. Was davon wird wohl passieren?

Im Übrigen: Das FINDEN von Sicherheitslücken (siehe Anthropic Mythos) und das BEHEBEN zwei unterschiedliche Paar Schuhe, insbesondere ist das Beheben deutlich aufwändiger. Abgesehen davon ist auch nicht klar, wieviele echte Sicherheitslücken oder nur wahrscheinliche Kandidaten gefunden wurden. Aber Sie schreiben ja selbst: Marketing-Schachzug von Anthropic... :-)

Viele Grüße
Oliver aus Dormagen

P.S.: Apropos "Anthropics Marketing für Börsengang": Der Code von "Claude Code" (nicht das Neuronale Netz, sondern die Benutzung desselben z.B. in einer IDE oder im Web) wurde versehentlich von Anthropic veröffentlicht...weniger geschickt.

 Antwort:

Wahnsinn, wie unterschiedlich die Sichtweisen sein können :-) Dennoch haben wir vermutlich ein gemeinsames Verständnis der KI.

Für mich ist die globale Konjunktur, eine Branchenanalyse sowie die Einordnung einzelner Unternehmen in das Gesamtbild extrem komplex. Grob gesagt, können wir da drei Schritte draus machen, aber auch das ist für mich noch immer sehr komplex, insbesondere deswegen, weil sich die Dinge täglich ändern. Ich muss also auf verschiedenen Ebenen Schritt halten mit den Entwicklungen und jede noch so kleine Änderung durch alle Ebenen hindurch deklinieren. Das überfordert mich zunehmend, oder, um es mit Goethe auszudrücken: Je mehr ich weiß, desto weniger weiß ich. Und genau bei diesem Problem kann mir die KI meiner Einschätzung nach sehr gut helfen.

Das ist eine ganz andere Sichtweise als Ihre, die sich statische Modelle betrachten. Wir sind uns aber einig, dass ab einem bestimmten Komplexitätsgrad mehrstufige Ansätze bei der KI erforderlich sind. Nicht umsonst werden daher derzeit unendlich viele „Unter-Agenten“ kreiert, die jeweils auf kleine Teilbereiche spezialisiert sind.

SAP: Stand heute und aus Sicht eines Klein-Anwenders haben Sie Recht: SAP ist zu komplex für die heute verfügbaren KI-Modelle. Doch wenn ich mir die Entwicklungssprünge der vergangenen Jahre, Monate, ja Wochen vor Augen führe, dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis immer komplexere Aufgaben gelöst werden können … und sei es durch die zeitgleiche Entwicklung von gestaffelten Agentensystemen, die sich gegenseitig beauftragen und beaufsichtigen. An der Börse wird bekanntlich „die Zukunft“ gehandelt. Ich stimme Ihnen zu, dass derzeit die Möglichkeiten der KI überschätzt werden, zumindest auf der Zeitachse. Entsprechend halte ich SAP auf dem aktuellen Kursniveau ja auch für günstig bewertet, wie im Ergebnis der Wunschanalyse ausgedrückt :-)

Ihre Ausführungen zu den LLMs in Verbindung mit closed source Software sind sehr interessant, vielen Dank. Damit haben Sie sehr schön veranschaulicht, warum wir hier in Europa eine eigene KI benötigen. Kann Mistral das leisten? In meinen Augen werden sie gerade abgehängt.