 | Lieber Stefan Heibel,
Frankreich muss seit längerem jedes Jahr mangels ausreichender Kühlwassermengen Meiler herunterfahren.
Explosiv, im wahren Sinn.
https://f97.be/blog/2025/12/01/frankreich-atomkraft-wassermangel.html
Aktuell:
https://www.tagesschau.de/ausland/europa/atomkraftwerke-hitze-kuehlung-abgeschaltet-100.html
https://www.deutschlandfunk.de/kuehlung-fuer-klimawandel-geruestet-frankreich-setzt-weiter-auf-kernenergie-dlf-d99e634a-100.html
https://www.handelsblatt.com/politik/international/energie-trockenheit-und-fehlende-energie-alternativen-frankreichs-atomkraftwerke-ueberhitzen-fluesse/28588994.html
In Frankreich gibt es bereits massive Differenzen, wer wann wie Wasser verbrauchen darf.
https://meinfrankreich.com/frankreichs-kampf-ums-wasser/
https://www.dw.com/de/frankreichs-kampf-gegen-den-klimawandel/a-66924218
https://abereus.net/artikel-am-dienstag/der-franzoesische-kampf-ums-wasser/
https://www.gtai.de/de/trade/frankreich/specials/frankreich-klimawandel-erzwingt-neue-loesungen-im-wassersektor-1072168
https://www.kivvon.com/de/der-moment/gewalt-von-sainte-soline-konflikt-um-verteilung-von-wasser-in-frankreich
Wissenschaftlich ist (nur seriöse Wissenschaft) unstreitig klar, dass sich das heatimg noch verschlimmern wird.
https://www.planet-wissen.de/sendungen/sendung-hitze-100.html
https://www.umweltbundesamt.de/auswirkung-des-klimawandels-auf-die
Atomkraft ist daher tot oder bringt (mangels Kühlung oder weiterer Umweltphänomene) den Tod.
https://www.gamestar.de/artikel/frankreich-atomkraftwerk-quallen-hitze-sommer-klima,3438710.html
https://www.energiezukunft.eu/klimakrise/atomkraftwerke-von-hochwasser-bedroht-endgueltige-abschaltung-gefordert/
https://www.grs.de/de/aktuelles
ah-am-wasser-gebaut-haben-zunehmende-trockenheit-und-hitzeperioden-einfluss-auf
Das ist, ungeachtet der "Über alles Kosten" als teuerste Stromart überhaupt,
https://www.enbw.com/unternehmen/themen/klimaschutz/kernkraft-kosten.html
https://www.ise.fraunhofer.de/de/veroeffentlichungen/studien/studie-stromgestehungskosten-erneuerbare-energien.html
https://www.fr.de/politik/die-atomkraft-in-frankreich-ist-ein-finanzielles-desaster-93532284.html
https://www.watson.de
achhaltigkeit/watson-antwortet/888863339-atom-blackout-in-frankreich-wie-stabil-ist-frankreichs-kernenergie
nurmehr immer unkalkulierbareres Risiko und keine Story mehr?
Der Mensch "denkt" oder auch Planung ist die Ersetzung des Zufall duch Irrtum (A. Einstein(?
Liebe Grüße
Peter aus Düsseldorf |  |
| | Antwort: Was Sie irrtümlicherweise tun, kenne ich aus vielen anderen Bereichen. Sie nehmen einen berechtigten Kritikpunkt, überspitzen jedoch dessen Bedeutung - machen aus einer Mücke einen Elefanten - und ziehen voreilig weitreichende Schlüsse daraus. Ich habe versucht, das Thema sachlich aufzuarbeiten.
Zunächst das, worin Sie recht haben. Französische Reaktoren müssen in Hitze- und Dürreperioden tatsächlich gedrosselt oder abgeschaltet werden, weil das aus den Flüssen entnommene Kühlwasser zu warm zurückliefe und die Ökosysteme schädigen würde. Das ist kein Randphänomen vergangener Jahre, das passiert genau in diesen Tagen: In der laufenden Junihitze drosselt EDF Meiler an Rhône und Garonne, betroffen sind unter anderem Saint-Alban, Bugey, Blayais und Golfech. Und Sie haben auch im Trend recht, denn mit dem Klimawandel werden solche Wetterlagen häufiger und intensiver, aus einem Sommerproblem wird ein strukturelles Resilienzthema. Auch das gern gehörte Argument, Kernkraft sei „wetterunabhängige" gesicherte Leistung, stimmt eben nur eingeschränkt: Flusswassergekühlte Reaktoren sind es nicht.
Wo ich Ihnen widerspreche, ist das Ausmaß. „Atomkraft ist tot" bildet die Zahlen nicht ab. Die hitzebedingten Drosselungen kosten Frankreich übers Jahr nur einen sehr kleinen Teil der Erzeugung, im laufenden Sommer bislang nur Bruchteile eines Prozents der Jahresproduktion und selbst in schlimmen Sommern wenige Prozent. Frankreich hat 2025 netto über 90 Terawattstunden Strom exportiert und deckt rund 95 Prozent seiner Stromerzeugung CO2-arm. Das ist kein kollabierendes System, sondern eines mit einem realen, aber bislang beherrschbaren Sommerproblem.
Beim Geld bin ich nah bei Ihnen, aber mit einer wichtigen Unterscheidung. Die jüngsten Neubauten sind tatsächlich ein finanzielles Desaster. Flamanville 3 hat sich preislich vervielfacht und um mehr als ein Jahrzehnt verspätet. Die Fraunhofer-ISE-Studien, die Sie ja verlinken, sind jedoch das Papier nicht weg, auf dem sie gedruckt ist. Die Vergleichsrechnung wurde von Prof. Daniel Stelter durchaus schlüssig kritisiert (https://www.handelsblatt.com/meinung/kolumnen/atomkraft-das-sind-die-verschwiegenen-kosten-der-energiewende-03/100101121.html). Bereits abgeschriebene, laufende Reaktoren produzieren günstig, und der Vergleich hinkt, weil Atomstrom planbare Grundlast liefert, während die billigen Erneuerbaren für dieselbe Versorgungssicherheit Speicher und Backup brauchen. Kurz gesagt: Die Fraunhofer-Studie rechnete die Kosten für Batteriespeicher und Backup der Atomenergie zu.
Und damit zu Ihrer eigentlichen Frage: „keine Story mehr"? Hier muss ich Ihnen als Börsianer deutlich widersprechen, und zwar empirisch, nicht weltanschaulich. An den Märkten ist Kernkraft seit 2023 nicht etwa tot, sondern eines der heißesten Themen überhaupt. Der Treiber ist der gewaltige Strombedarf der KI-Rechenzentren. Microsoft lässt für sich Three Mile Island wieder hochfahren, Meta hat Anfang 2026 ein Kernkraft-Portfolio über mehrere Gigawatt angekündigt, die US-Regierung hat milliardenschwere Reaktorprogramme aufgelegt, Uranaktien stehen 2026 deutlich im Plus, und einzelne Nuklear-ETFs haben dreistellig zugelegt. Wer in den vergangenen zwei Jahren behauptet hätte, Atomkraft sei „keine Story", hätte eine der stärksten Sektorbewegungen schlicht verpasst.
Sie argumentieren physisch und fundamental (Klima, Wasser, Kosten), der Markt handelt eine Nachfrage-Erzählung (die KI braucht jetzt verlässlichen, CO2-armen Strom). Beides kann gleichzeitig wahr sein. Genau die Risiken, die Sie benennen – Kühlwasserstress, explodierende Neubaukosten, jahrelange Bauzeiten – sind der Bärenfall innerhalb eines heiß gelaufenen Themas. Es sind die Argumente, mit denen man die Story hinterfragt, nicht die, die sie beerdigen.
Liebe Grüße zurück
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