Heibel-Ticker Free Börsenbrief
- Einfach einen Tick besser -
21. Jahrgang - Ausgabe 05 (30.01.2026)
Im heutigen Börsenbrief lesen Sie:
| 1. | Info-Kicker: Anleger zeigen sich nervös |
| 2. | So tickt die Börse: Microsoft und ServiceNow schocken die Märkte, KI droht Programmierung zu demokratisieren |
| - Wochenperformance der wichtigsten Indizes | |
| 3. | Sentiment: Kurseinbruch von Deutschlands wertvollstem Unternehmen verunsichert Anleger |
| - Interpretation | |
| 4. | Ausblick: Kettenreaktion: Neuer Fed-Chef - US-Dollareinbruch - Gold- und Silberpreiseinbruch - Gaspreis und CO₂-Zertifikate-Einbruch |
| 5. | Update beobachteter Werte |
| Erste Position als Absicherung kaufen | |
| Modell S & X werden eingestellt | |
| Apple liefert gute iPhone-Zahlen | |
| Durchwachsene Q-Zahlen, aber wichtigste Kennziffer, der freie Cashflow, ist positiv | |
| 6. | Übersicht HT-Portfolio |
| 7. | Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise |
| 8. | Mitgliedschaft verwalten |
1. Info-Kicker: Anleger zeigen sich nervös
Liebe Börsenfreunde,
Nichts ist spannender als die Wirtschaft: Schwerpunkt der heutigen Ausgabe liegt in Kapitel 4, in dem ich anhand der Kettenreaktion vom Freitag zeige, wie nervös Anleger sind.
Im heutigen Kapitel 2 erstelle ich einen Überblick über die jüngsten personellen Weichenstellungen in der US-Geldpolitik, sowie innovative KI-Strategien im digitalen Handel. Ich analysiere aktuelle Quartalsergebnisse aus der Banken-, Halbleiter- und Energiebranche und widme mich ausführlich der aktuellen Marktkorrektur im Software-Sektor (Microsoft, ServiceNow, SAP, ...). Zudem werden die Auswirkungen künstlicher Intelligenz auf die Programmierarbeit, die jüngste Performance von Meta, sowie die Ursachen für die Preisbewegungen bei Kryptowährungen und Edelmetallen thematisiert.
Der Kurssturz von SAP sorgt diese Woche für Unruhe im DAX und setzt die Stimmung der Anleger unter Druck. In der Umfrage zeigt sich, dass die Laune kippt und die Verunsicherung spürbar zunimmt. Anleger halten sich mit neuen Investitionen zurück. Gleichzeitig deuten einige Indikatoren darauf hin, dass sich trotz des Schocks auch wieder ein Hauch Zuversicht einschleicht, während private und institutionelle Marktteilnehmer insgesamt eher abwarten, als aktiv Position zu beziehen. Meine Interpretation des aktuellen Umfrageergebnisses lesen Sie in Kapitel 3.
Eine Kettenreaktion hat die Märkte durchgeschüttelt. Hohe Bewertungen machen Anleger ohnehin nervös, und dann reicht ein unerwarteter Impuls, um Absicherungen und spekulative Positionen gleichzeitig zu drehen. In Kapitel 4 zeige ich, wie die überraschende Fed-Personalie Preisstürze von bis zu 41% auslöste. Der Dollar bewegt sich stark, Edelmetalle kippen nach zuvor extremen Anstiegen, und der Risikoaufschlag bei Energie fällt. Europäisches Gas bekommt zusätzlich Druck durch Wetter- und Versorgungserwartungen, CO₂-Zertifikate rutschen im Sog mit. Für die kommenden Wochen müssen wir zwei Dinge im Auge behalten.
In den Updates dieser Woche in Kapitel 5 korrigierte ich zunächst die falsche WKN für den ETF, den ich Ihnen vor einer Woche vorgestellt habe. Zudem analysiere ich die Q-Zahlen von Apple, Boeing und Tesla.
Wie immer gibt es eine tabellarische Übersicht über unser Heibel-Ticker Portfolio in Kapitel 6.
Nun wünsche ich eine anregende Lektüre,

take share, Ihr Börsenschreibel
Stephan Heibel
Chefredakteur und Herausgeber des Heibel-Ticker Börsenbriefs
2. So tickt die Börse: Microsoft und ServiceNow schocken die Märkte, KI droht Programmierung zu demokratisieren
Puh, das war eine ereignisreiche Woche. Ich werde versuchen, das Wichtigste für Sie kurz zu kommentieren.
Kevin Warsh wurde heute früh von Trump als neuer US-Notenbankchef vorgeschlagen. Damit wurde der Kandidat gewählt, der noch die strengste Geldpolitik unter den vier zur Auswahl stehenden Kandidaten verfolgt. An den Finanzmärkten reagiert man erleichtert auf diesen Vorschlag.Bereits am Mittwoch verkündete die US-Notenbank unter Jay Powell, der noch bis Mai im Amt ist, dass die Arbeitslosenquote Signale der Stabilisierung zeige - zuvor war sie angestiegen -, während die Inflationsrate auf erhöhtem Niveau verharre. Man fühle sich gut aufgestellt, um bei einer veränderten Datenlage über eine Anpassung des Zinsniveaus zu entscheiden, aber aktuell sei das nicht nötig. Jegliche Fragen zur Strafanzeige gegen Jay Powell, er habe die ausufernden Kosten des Umbaus des Fed-Gebäudes zu verantworten, beantwortete er mit verschiedenen Formulierungen für folgenden Inhalt: "Ich habe dazu nichts zu sagen".
Google will nicht mehr nur sagen, wo man etwas kaufen kann, sondern den Einkauf gleich selbst erledigen. Mit dem Konzept der Einkaufsagenten verschiebt Alphabet das Online-Shopping vom bekannten Suchen–Klicken–Kaufen hin zu Fragen–Entscheiden–Automatisch bestellen. Die Künstliche Intelligenz soll Produkte vergleichen, Rabatte einlösen, bezahlen und den Kauf im Dialog abschließen.
Herzstück dieser Strategie ist das neue Universal Commerce Protocol (UCP), das Google gemeinsam mit großen Handelspartnern (Shopify, Walmart, Etsy, Target, Wayfair) entwickelt hat. Händler können damit Angebote, Bezahlung und Checkout direkt in die Google-Suche und in die Gemini-KI integrieren, ohne den Kundenkontakt aus der Hand zu geben. Für Google ist das eine neue Infrastruktur-Ebene für den digitalen Handel. Während OpenAI mit ChatGPT und Amazon mit eigenen Shopping-Assistenten nachziehen, spielt Google seinen größten Trumpf aus: Riesige Datenmengen aus Suche, YouTube, Maps und Werbung, kombiniert mit der wachsenden Reichweite von Gemini.
Nach einem holprigen Start im KI-Rennen wirkt Google inzwischen deutlich offensiver. Mit Gemini 3 hat sich das Unternehmen technologisch zurückgemeldet, und die neue Shopping-Architektur zeigt, wohin die Reise gehen soll. Google positioniert sich nicht als Händler, sondern als Betriebssystem des Handels. Google versucht damit, die Spielregeln im digitalen Einkauf neu zu schreiben.
Am Mittwoch veröffentlichte die Deutsche Bank die besten Quartalszahlen ihrer Geschichte. CEO Christian Sewing kann jedoch nicht unbeschwert feiern, denn zeitgleich erfolgt eine Razzia in seiner Bank wegen Geldwäschevorwürfen im Zusammenhang mit dem russischen Oligarch Roman Abramowitsch in den Jahren 2015 bis 2018, also vor seinem Amtsantritt. Sewing arbeitet seit 2019 daran, den schlechten Ruf seines Instituts aufzupolieren. Diese Razzia ist nun ein Rückschlag.
Der niederländische Chipmaschinenhersteller ASML legte Q-Zahlen vor, die begeisterten. Der Engpass bei den Speicherherstellern und die KI-Revolution sorgen für volle Auftragsbücher. Insbesondere EUV-Systeme, die für extrem leistungsfähige Lithografieanlagen verwendet werden, mit denen die KI-Chips von Nvidia und Broadcom hergestellt werden, sorgen für steigende Gewinnmargen, denn es gibt keine Alternativen dazu. Die Aktie der Holländer verdoppelte sich in den vergangenen 6 Monaten.
GE Vernova veröffentlichte Q4-Zahlen und erfüllte die Erwartungen zumindest dort, wo es wirklich zählt. Der Umsatz stieg um rund 4% auf 10,96 Mrd. USD. Der Auftragseingang legte um 65% auf 22,2 Mrd. USD zu. Der Auftragseingang ist für den Kraftwerksbauer die wichtigste Kennzahl, um die künftige Entwicklung abzuschätzen. Da der Bau von Kraftwerken dann häufig 7-10 Jahre dauert, verfügt GE Vernova über eine hohe Transparenz für die künftige Geschäftsentwicklung.
Der bereinigte Gewinn je Aktie sprang zwar auf 2,78 USD und hat sich damit mehr als verdoppelt, blieb aber unter der Schätzung von 2,96 USD. Die Abweichung kam komplett aus dem Windgeschäft, dem Sorgenkind, seit die US-Regierung im Dezember alle Offshore-Wind-Aktivitäten gestoppt hat. Ich sehe hier Parallelen zu Siemens Energy. Das Segment ist jedoch vergleichsweise klein und schrumpft.
Dafür glänzt das Kraftwerksgeschäft umso mehr. Dort stieg der Umsatz um 5%, getrieben von Gas- und Kernkraft, und die Gewinnmarge (EBITDA) legte deutlich auf 16,9% nach 14,9% im Vorjahr zu. Der Auftragsbestand und die Reservierungen für Gaskraftwerkskapazitäten zogen im Quartal von 62 auf 83 Gigawatt an.
Am Donnerstag traten die Börsen auf die Bremse, die Software-Branche konnte die Erwartungen der Anleger nicht erfüllen. Im Mittelpunkt standen ServiceNow und Microsoft mit einem kräftigen Kursrutsch. Die Microsoft-Zahlen waren zwar nicht schlecht, aber Chancen wurden liegen gelassen. Das margenstarke Cloudgeschäft Azure wuchs "nur" um 38% und lag damit hinter den Erwartungen. Analysten hatten sich 40% Wachstum erhofft. Die Nachfrage war da, auch die entsprechende Kapazität wurde aufgebaut. Doch die neue Rechenleistung wurde lieber für Copilot zur Verfügung gestellt, die KI im MS-Office-Umfeld. Doch von 1,5 Mrd. Office-Nutzern haben nur 15 Mio. den Copilot Zusatzdienst gebucht. 1% ist viel zu wenig. Im Analystencall beschweren sich Analysten darüber, dass Umsatz im Cloud-Geschäft liegen gelassen wurde.
Oder anders ausgedrückt: Während Apple geduldig auf Gemini 3 von Google wartete und nun für wenig Geld die beste KI nutzen kann, investiert Microsoft seit Jahren direkt in OpenAI und in Anthropic, stellt ihnen Rechenleistung in der Azure zur Verfügung und tritt mit der teuren Eigenentwicklung von Copilot sogar in Konkurrenz zu den eigenen Investitionen, ohne damit sichtbaren Erfolg zu haben.
Auch für das laufende Quartal soll das Umsatzwachstum beim margenstarken Azure-Geschäft bei nur 37-38% liegen. Anleger sind enttäuscht und schicken die Aktie mit -8% in den Keller.
ServiceNow fiel um etwa 12%, trotz insgesamt besserer Zahlen und der Zusage, aggressiv eigene Aktien zurückzukaufen. "KI frisst Software" lautet die These, mit der derzeit Aktien von Adobe, Salesforce, SAP und vielen anderen Softwareunternehmen ausverkauft werden.
Immer mehr Nutzer haben Software nicht mehr auf dem eigenen Rechner, sondern greifen über das Internet in der Cloud auf sie zu. Das Geschäft mit Cloudsoftware ist für SAP daher der größte Wachstumstreiber. Gegen Ende des vergangenen Jahres konnte Europas größter Softwareanbieter jedoch nicht so viele Verträge für Cloudsoftware abschließen wie erhofft. Auch 2026 dürfte das Wachstum des Vertragsbestands auf Sicht der kommenden zwölf Monate im Vergleich mit dem Vorjahr zurückgehen. Um die Investoren bei Laune zu halten, plant das Unternehmen in den kommenden zwei Jahren bis zu zehn Milliarden Euro in Aktienrückkäufe zu stecken.
Das ist mehr als ein einzelner Ausrutscher und Anleger bewerten die gesamte Software-as-a-Service-Welt neu. Wenn die Zahlungsbereitschaft sinkt, schrumpfen die Bewertungskennzahlen, die EV/EBITDA-Kennziffer wird kleiner. Wichtig ist aber die Differenzierung, denn nicht jede Software ist gleich verwundbar. Mit in den Abverkauf geraten sind auch Cybersecurity-Werte. CrowdStrike und Palo Alto Networks verloren deutlich, obwohl ihre Geschäftsmodelle durch KI eher gestärkt werden könnten. Denn je leistungsfähiger KI wird, desto raffinierter werden auch die Angriffe und desto höher wird der Bedarf an Schutz.
Bleibt Meta, das Unternehmen konnte liefern, was kein anderer Hyperscaler bislang kann: KI macht das Werbegeschäft nicht nur hübscher, sondern messbar wirksamer und damit besser monetarisierbar. Der Konzern meldet deutlich stärkere Umsätze, weil Kampagnen durch KI präziser ausgesteuert werden, was sich besonders bei Reels bemerkbar macht. Gründer und CEO Mark Zuckerberg betont zudem, dass auch die Auslieferung und Nachfrage rund um die Ray-Ban-Meta-Brillen funktionieren. Die KI-Brille ist also nicht nur ein Technik-Gimmick, sondern ein Produkt mit Zukunft. Auch Apple ist auf diesen Weg umgeschwenkt, stellt die Vision-Pro AR-Brille in der Priorität nach unten und entwickelt nun ebenfalls eine leichte AR-Brille.
Der Kern der Meta-Botschaft war, dass diese Werbeerlöse ohne KI nicht möglich gewesen wären. Meta zieht mehr Wert aus Anzeigen, die früher schlicht weniger effektiv waren. Das ist der Punkt, an dem die KI-Story wirklich mehr Geld in die Kasse spült. Gleichzeitig steigen die Investitionen von Meta kräftig, aber der Markt verzeiht das, wenn Wachstum und Ergebnis im Gegenzug deutlich besser ausfallen. Genau das ist passiert, sogar der Ausblick wurde angehoben und das Management spricht von einer spürbaren Beschleunigung, die bevorsteht.
Zusätzliche Fantasie schürt Mark Zuckerberg in der Effizienz-Ecke. Agentisches Programmieren durch KI, die die Entwicklungsarbeit automatisiert, soll langfristig Kosten senken und die Produktentwicklung beschleunigen. Die Aktie sprang um rund 9% nach oben.
Natürlich wird es langfristig weniger Informatiker brauchen. Doch die Entwicklung wird nicht linear sein, denn zunächst muss die KI dorthin gebracht werden, besser zu programmieren. Dazu sind zunächst mal mehr Informatiker erforderlich, denn das Trainieren ist aufwendig. Und diese Informatiker müssen hochqualifiziert sein. Mag also sein, dass schon bald erste Informatiker ihren Job an die KI verlieren, doch die hochqualifizierten Informatiker werden wir noch eine Weile benötigen :-).
So, das soll's für heute mal gewesen sein. Ich wollte ja nicht jede Woche so viel über den wütenden Blondschopf aus dem Weißen Haus schreiben.
Wochenperformance der wichtigsten Indizes
| INDIZES | 31.1., 11:01 Uhr | Woche Δ | Σ '26 Δ |
| DAX | 24.539 | -1,2% | 0,2% |
| S&P 500 | 6.939 | 0,5% | 1,4% |
| Nikkei | 53.323 | -1,0% | 5,9% |
| Shanghai A | 4.706 | 0,1% | 1,7% |
| Euro/US-Dollar | 1,19 | 0,9% | 0,9% |
| Euro/Yen | 183,43 | -1,3% | -0,1% |
| 10-Jahres-US-Anleihe | 4,24% | -0,01 | 0,07 |
| Umlaufrendite Dt | 2,74% | -0,06 | -0,04 |
| Feinunze Gold | $4.894 | -1,2% | 13,3% |
| Fass Brent Öl | $69,32 | 5,1% | 13,9% |
| Kupfer | $13.158 | 3,2% | 5,9% |
| Baltic Dry Shipping | $2.148 | 22,0% | 14,4% |
| Bitcoin | $83.391 | -6,1% | -5,0% |
Der Bitcoin sinkt unter 70.000 Euro. Ein Grund dafür könnte der Kälteeinbruch in den USA sein. Mein Sohn berichtete diese Woche von -28°C in der Nacht in seinem Ort in Maine. Viele Bitcoin-Miner nutzen überschüssigen Strom, der günstig abgegeben wird. Wird hingegen aufgrund der Kälte mehr geheizt, laufen die Kraftwerke unter Volllast und der erzeugte Strom wird für's Heizen verwendet. Viele Bitcoin-Miner nahmen also ihre Hochleistungsrechner vorübergehend vom Netz, so dass die verfügbare Rechenleistung für das Auffinden neuer Bitcoin-Blöcke deutlich reduziert wurde.Durchschnittlich alle 10 Minuten soll ein Block gefunden werden. Die Schwierigkeit für diese Aufgabe wird alle zwei Wochen automatisch an die Rechenleistung der Bitcoin-Miner angepasst. Kurzfristige Schwankungen wie die der letzten Kälte-Tage führen dann dazu, dass die durchschnittliche Zeit für einen neuen Block auf 12 Minuten anstieg.
Ich halte das für einen positiven Klimaeffekt. Denn gerade erneuerbare Energien wie Windkraft und Solarenergie liefern keine stabile Energieversorgung, sondern häufig alle gleichzeitig. Wenn dann jedoch die Sonne scheint und der Wind bläst, wird zu viel Energie geliefert, so dass die Investitionsrechnung für weitere Windräder und Solaranlagen stark negativ beeinflusst wird. Schürfen diese Anlagen mit der überschüssigen Energie jedoch Bitcoin, so werden Investitionen plötzlich finanzierbar, die ohne den Bitcoin nicht profitabel gewesen wären.
Das Signal der rückläufigen Rechenleistung im Bitcoin-Miningnetzwerk sendet jedoch für viele Bitcoiner, die nicht so tief in der Materie stecken, ein negatives Signal, als würden sich die Miner abwenden. Vielleicht führte dieser Effekt zu dem starken Preisrückgang des Bitcoins (-7%).
Gleichzeitig stürmte der Goldpreis auf ein neues Allzeithoch bei 5.500 USD/Uz. Auch das belastet den Bitcoin-Preis, denn wer den Bitcoin als das digitale Gold sieht, der versteht nun nicht, warum der Bitcoin nicht ebenfalls auf neue Allzeithochs steigt. Immerhin ist die globale Unsicherheit derzeit ziemlich groß.
Ich würde aus der gegenläufigen Entwicklung jedoch noch nicht das Ende des Bitcoins ableiten. Für die Gold-Hausse gibt es begleitende Gründe, wie zum Beispiel eine immer aggressiver vorgetragene Entwertung des US-Dollars durch die US-Regierung. Überhaupt befinden wir uns in einer Rohstoffhausse, wo die Förderkapazitäten mit der sprunghaft anwachsenden Nachfrage nicht mithalten können.
Der Bitcoin hingegen wird von vielen Tradern genutzt, die auch in volatile Aktien der Technologiebörse Nasdaq spekulieren. Wenn die Software-Aktien einbrechen, wie oben beschrieben, dann werden anderweitig finanzielle Mittel geholt. Und die liegen bei diesen Tradern dann nicht selten im Krypto-Markt.
Für mich sind das daher für Anleger mit langem Zeithorizont derzeit Kaufpreise beim Bitcoin :-).
3. Sentiment: Kurseinbruch von Deutschlands wertvollstem Unternehmen verunsichert Anleger
Das Wochenminus im DAX beträgt 1,5%. Insbesondere das DAX-Schwergewicht SAP zog den Index mit seinem Wochenverlust von 13,3% in den Abgrund. Auf der Gewinnerseite stehen E.On, RWE und Siemens Energy mit 4-5% Zuwachs.Unsere Umfrageteilnehmer sind geschockt. Das Anlegersentiment fällt in der dritten Woche in Folge und erreicht ein Niveau von nur noch -2,5. Damit sind wir zwar noch ein wenig von Angst und Panik entfernt (ab Werten unter -4), aber schlecht gelaunt sind die Anleger schon.
Und verunsichert sind sie. Die Selbstgefälligkeit fällt auf -4,2 und signalisiert maximale Verunsicherung unter Anlegern. Dabei ist der Wochenverlust im DAX vollständig auf den SAP-Einbruch zurückzuführen. Mit einem Index-Gewicht von 11,3% zog allein SAP den DAX um 1,5% herunter (11,3% Gewichtung x 13,3% Kursverlust = -1,5%).
Immerhin führt das nunmehr niedrigere Kursniveau im DAX zu einem Anstieg in der Zuversicht. Die Zukunftserwartung klettert von -0,2 in der Vorwoche leicht auf +0,4 an. Dennoch würde ich das Verhältnis von Bullen und Bären derzeit für nahezu ausgeglichen bezeichnen.
Die Investitionsbereitschaft geht auf nur noch 1,1 zurück, was wohl der starken Verunsicherung geschuldet sein dürfte.
Das Euwax-Sentiment der Privatanleger notiert bei 0,0, zeigt also eine neutrale Positionierung an. Das Put/Call-Verhältnis für den DAX an der Eurex zeigt, dass die institutionellen Anleger ebenfalls derzeit eher neutral agieren und abwarten.
Auch das Put/Call-Verhältnis an der CBOE notiert im neutralen Bereich, also auch die US-Anleger halten sich derzeit mit klaren Richtungsentscheidungen zurück.
Die Investitionsquote der US-Fondsmanager bleibt mit 92% auf einem normalen Niveau.
Die Bulle/Bär-Differenz der US-Privatanleger beträgt 14%punkte. 44% Bullen stehen 31% Bären gegenüber.
Der technische Angst und Gier Indikator des S&P 500 zeigt mit einem Wert von 54% eine neutrale Verfassung an.
Interpretation
Die ausführliche Interpretation der aktuellen Anlegerstimmung – basierend auf den hochwertigen Sentimentdaten unserer animusX Umfrage – bleibt den zahlenden Mitgliedern des Heibel-Ticker PLUS vorbehalten. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir die hohe Qualität unserer Analysen solide finanzieren möchten. Mit den Einnahmen entwickeln wir die Sentimentanalyse kontinuierlich weiter – für noch fundiertere Einschätzungen, die helfen, Anlageentscheidungen zu optimieren und die Portfolio-Performance weiter zu verbessern.
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4. Ausblick: Kettenreaktion: Neuer Fed-Chef - US-Dollareinbruch - Gold- und Silberpreiseinbruch - Gaspreis und CO₂-Zertifikate-Einbruch
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Quellen:
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Bilanzdaten: Bloomberg, Comdirect, Yahoo! Finance sowie Geschäftsberichte der Unternehmen
Informationsquellen: dpa, Aktiencheck, Yahoo! Finance, TheStreet.com, IR-Abteilung der betreffenden Unternehmen
DEUTSCHE BIBLIOTHEK : ISSN 1862-5428
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