Heibel-Ticker 26/10 - Unser diversifiziertes Portfolio federt Ausverkaufswelle gut ab

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Heibel-Ticker Free Börsenbrief

- Einfach einen Tick besser -

21. Jahrgang - Ausgabe 10 (06.03.2026)




Im heutigen Börsenbrief lesen Sie:

1.Info-Kicker: Iran-Konflikt führt zu kurzem Ausverkauf
2.So tickt die Börse: Ausverkauf startete in Südkorea, endete schnell
 - Wochenperformance der wichtigsten Indizes
3.Sentiment: Mal wieder Panik
 - Interpretation
4.Ausblick: Unser diversifiziertes Portfolio federt Ausverkaufswelle gut ab
5.Update beobachteter Werte
 Verkauft: Stopp Loss bei 162€ wurde gezogen
 Nachkaufen, Position voll machen
 Nachkaufen, Position wieder auffüllen
6.Leserfragen
7.Übersicht HT-Portfolio
8.Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise
9.Mitgliedschaft verwalten



1. Info-Kicker: Iran-Konflikt führt zu kurzem Ausverkauf



Liebe Börsenfreunde,

Ihr Autor war diese Woche in Rom, daher fällt die heutige Ausgabe etwas kürzer aus. in Kapitel 2 beschreibe ich kurz die unterschiedlichen Bereiche, die vom Ausverkauf dieser Woche erfasst wurden.

Wie vor einer Woche aus der Sentimentumfrage abgeleitet, dauerte der Ausverkauf dieser Woche nur sehr kurz. Entsprechend ist die Stimmung nun im Keller, aber der Zukunftsoptimismus ist stark angesprungen. Was dies für die kommenden Tage bedeutet, analysiere ich für Sie in Kapitel 3.

Unser Heibelö-Ticker Portfolio segelte nahezu unbeschadet durch diese turbulente Woche, da wir eine ganze Reihe der wenigen Titel im Portfolio halten, die diese Woche gegen den allgemeinen Trend profitieren konnten. In Kapitel 4 zeige ich, welche Titel das sind. Außerdem untersuche ich, wie wir uns in den kommenden ein bis zwei Wochen am besten verhalten sollten.

Gleich zum Beginn der Woche fand der Ausverkauf statt. Einer unserer Titel wurde ausgestoppt, zwei andere haben wir nachgekauft. Die Details dazu lesen Sie in Kapitel 5.

Leserfragen habe ich zu Samsung beantwortet: Der südkoreanische Konzern war schon vor dem Ausverkauf dieser Woche attraktiv. Auch Gerresheimer habe ich mir mal wieder angeschaut. Zudem fragt mich ein Mitglied nach Silber-ETCs. Alle Antworten dazu lesen Sie in Kapitel 6.

Wie immer gibt es eine tabellarische Übersicht über unser Portfolio in Kapitel 7.

Nun wünsche ich eine anregende Lektüre,

heibel

take share, Ihr Börsenschreibel

Stephan Heibel

Chefredakteur und Herausgeber des Heibel-Ticker Börsenbriefs




2. So tickt die Börse: Ausverkauf startete in Südkorea, endete schnell



Beiersdorf -21%, Merck, Bayer und Brenntag -13%, BMW, VW und Continental -11% bis -13% und die Deutsche Bank und die Commerzbank -11%: der DAX bricht diese Woche um 6,7% ein, stärker als seine US-Kollegen. Der Grund liegt in der starken Energieabhängigkeit Deutschlands. Hohe Energiepreise belasten die deutsche Konjunktur, globale Spannungen belasten den ehemaligen Exportweltmeister ohnehin überproportional.

Mit grünem Vorzeichen konnte lediglich die Deutsche Börse die Woche beenden, die natürlich von der gestiegenen Handelsaktivität profitiert, sowie SAP. Der Softwarekonzern war seit Jahresbeginn überproportional ausverkauft worden, weil Trader die Idee spielten, KI können Software ersetzen. Ich habe mehrfach widersprochen und nun sehen wir, dass gerade Softwaretitel wie SAP, Salesforce, ServiceNow, Adobe, etc. wieder gesucht sind. Deren Bewertungsniveaus sind inzwischen einfach zu niedrig, um sie zu ignorieren.

Im S&P 500 sind anderen Unternehmen betroffen: Norwegian Cruises und Carnival Corp., sowie Southwest Airways verloren je rund 18%, da Menschen in Krisenzeiten ungern in den Urlaub fahren, schon gar nicht auf Kreuzfahrtschiffen, die durch den Nahen Osten schippern.

Aber auch die ehemaligen Highflyer SanDisk, Corning, Ciena und On Semi gaben 14% bis 17% ab, weil Anleger in Krisenzeiten risikoarme Titel suchen.

Auf der Gewinnerseite steht Intuit (+17%), der Anbieter von Steuersoftware. Genau wie die oben genannten Softwareunternehmen war auch Intuit ausverkauft worden, weil Anleger der KI bessere Steuerkenntnisse zusprechen als dem Traditionsunternehmen. Auch AppLovin (+15%) und Workday (+11%) sind auf der Gewinnerliste zu finden.

Besonders stark wurde diese Woche der südkoranische Aktienmarkt ausverkauft. Der dortige Aktienindex Kospi verlor allein am Dienstag 12%. Korea bezieht 70% des Ölbedarfs aus dem Nahen Osten, alles wird durch die Straße von Hormus transportiert. Doch der Ausverkauf ist auch deshalb so heftig, weil der Kospi zuvor in einer heißen Spekulationsphase besonders stark nach oben gejubelt wurde.

Aus Südkorea wurden viele Margin-Calls berichtet, die am Dienstag zu dem heftigen Ausverkauf beitrugen. Als sich dies an den anderen Finanzmärkten herumsprach, wurden viele andere Märkte in Mitleidenschaft gezogen.

Schauen wir mal, wie sich diese Ausverkaufswoche auf die wichtigsten Indizes ausgewirkt hat.

Wochenperformance der wichtigsten Indizes




INDIZES6.3., 22:00 UhrWoche ΔΣ '26 Δ
DAX23.591 -6,7%-3,7%
S&P 5006.738 -2,0%-1,6%
Nikkei55.621 -5,5%10,5%
Shanghai A 4.660 -1,1%0,7%
Euro/US-Dollar1,16-1,7%-1,2%
Euro/Yen183,24-0,6%-0,2%
10-Jahres-US-Anleihe4,14%0,20-0,02
Umlaufrendite Dt2,79%0,170,01
Feinunze Gold$5.153 -2,4%19,3%
Fass Brent Öl$92,43 26,8%51,9%
Kupfer$12.902 -3,3%3,9%
Baltic Dry Shipping$2.138 -0,1%13,9%
Bitcoin$68.101 6,4%-22,4%



Der Ölpreis springt diese Woche um nahezu 30% an. Auch der Bitcoin kann diese Woche zulegen. schauen wir mal, wie sich die angespannte Situation auf die Stimmung der Anleger auswirkt.




3. Sentiment: Mal wieder Panik



Umfrage Mag sein, dass der Ölpreis aufgrund des Iran-Konflikts weltweit anspringt. Brent Öl in Europa springt diese Woche um knapp 30% auf 94 USD/Fass, das amerikanische Trude Oil springt ebenfalls um 30% auf 92 USD/Fass. Doch der Gaspreis ist viel stärker vom lokalen Angebot und Nachfrage bestimmt, und hier zeigt sich der Unterschied zwischen den USA und Europa. In den USA steigt der Gaspreis diese Woche moderat um 7%, in Europa hingegen schießt der Preis um 60% nach hoben.

Aus Angst vor den belasteten Auswirkungen auf die Konjunktur wird das Kapital aus Europa abgezogen und fehlt an den Aktienmärkten. So fällt der DAX diese Woche um 6,7%. In den USA ist man da deutlich entspannter, der S&P 500 gibt diese Woche nur 2% ab.

In der Folge fällt der Euro gegenüber dem US-Dollar um 1,8% auf ein Jahrestief bei 1,16 USD/EUR.

Insbesondere am Dienstag dieser Woche war zeitweise Panik an den Aktienmärkten zu sehen. Liquidationen führten zu einem sich beschleunigenden Ausverkauf, der VDAX stieg in Richtung 25. Im weiteren Wochenverlauf erreichte er noch 28, was in der Vergangenheit häufig schon einen Extremwert darstellte, dem dann eine Erholung an den Aktienmärkten folgte. Schauen wir mal, wie sich das Sentiment diese Woche darstellt.

Unser Anlegersentiment fällt diese Woche auf den Extremwert von -5,3. Wir müssen also von Angst und Panik sprechen, wenn wir die Stimmung unter Anlegern beschreiben.

Auch die Selbstzufriedenheit unserer Umfrageteilnehmer rauschte in den Keller. Der Wert von -6,6 zeigt maximale Verunsicherung an.

Wie zum Trotz steigt die Zukunftserwartung auf ein bullisches Niveau von +2,8. An ein Fortsetzen des Ausverkaufs glauben also die wenigsten Anleger. Im Gegenteil, man betrachtet den Kurseinbruch als grundlosen Rückschlag.

Und diesen wollen viele Anleger zum Kaufen nutzen. Die Investitionsbereitschaft steigt diese Woche auf +3,6, der höchste Wert seit zweieinhalb Jahren.

Das Euwax-Sentiment der Privatanleger steigt diese Woche auf 34 und signalisiert ebenfalls die bullische Einstellung der Anleger. Es werden überwiegend Long-Spekulationen eingegangen, also Spekulationen auf steigende Kurse.

Das Put/Call-Verhältnis für den DAX an der Eurex steigt diese Woche auf 1,9 und zeigt, dass institutionelle Anleger, anders als die obigen Privatanleger, aktuell eher Put-Absicherungen kaufen. Zwar werden hier noch keine Extremwerte erreicht, aber dieser Indikator notiert am oberen Bereich der Bandbreite, die als "normal" bezeichnet werden kann.

In den USA sieht es ganz ähnlich aus, das Put/Call-Verhältnis für Equities an der CBOE steigt diese Woche auf 0,79.

US-Fondsmanager steigern ihre Investitionsquote diese Woche leicht von 75% auf 79%.

Die Bulle/Bär-Differenz der US-Privatanleger liegt bei mageren -2,5%punkten. 33% Bullen stehen 35,5% Bären gegenüber. 31% befinden sich im Lager der Neutralen. Ich würde diesen Stimmungsindikator der US-Privatanleger derzeit als ziemlich neutral bezeichnen.

Bleibt der technische Angst und Gier Indikator des S&P 500, der mit einem Wert von 28% derzeit moderate Angst anzeigt.

Interpretation



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4. Ausblick: Unser diversifiziertes Portfolio federt Ausverkaufswelle gut ab



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5. Update beobachteter Werte



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6. Leserfragen





Erneuter Kurseinbruch bei Gerresheimer


Hallo Herr Heibel.

Sie hatten verschiedentlich Gerresheimer thematisiert.

Die angekündigte vertiefte BAFin Prüfung und der darob nochmals beschleunigt rasante Niedergang des Aktienkurses lassen mich nach Ihrer Einschätzung fragen.

Verkauf vor der Insolvenz?

Freundlich grüßt


Peter aus Düsseldorf

ANTWORT
Ich hatte im Oktober ausführlich über Gerresheimer berichtet, siehe https://www.heibel-ticker.de/heibel_tickers/2349?refID=1&referrerUrl=%2Fheibel_tickers%3Futf8%3D%25E2%259C%2593%26month%3D%26year%3D%26keyword%3DGerresheimer

Damals untersuchte ich die langfristige Profitabilität des Geschäfts und setzte sie in Bezug zur BaFin-Untersuchung: Wer in die Aktie investieren möchte, muss dies auf Sicht von 2-3 Jahren tun und zwischenzeitliche Rückschläge aushalten können, war mein Fazit.

Nun hat die BaFin weitere Bilanzierungsfragen aufgeworfen und umgehend wurde die Aktie nochmals ausverkauft. Die Aktie notiert nun auf einem EV/EBITDA von nur noch 7, aber aufgrund der offenen Fragen bezüglich der Bilanzierungspraktiken ist natürlich diese Kennziffer mit einem Fragezeichen zu versehen. Wir können uns aber die Verschuldung anschauen: In den kommenden Jahren werden einige Schuldverschreibungen zur Refinanzierung fällig. Durch die Übernahme der Bormioli Pharma im vergangenen Jahr wurde die Verschuldung von 1 Mrd. auf 2,2 Mrd. EUR angehoben. Bei 2,7 Mrd. EUR Jahresumsatz ist das inzwischen recht viel.

Droht also eine Insolvenz? Ich würde das nicht erwarten, da das Geschäft nach wie vor läuft und die Gewinnmarge eigentlich ausreicht, um Refinanzierungen zu stemmen. Doch die Untersuchungen der BaFin sollten nun möglichst schnell abgeschlossen werden, denn sonst wird es schwer für Geresheimer, fällige Schuldverschreibungen zu refinanzieren, da die Bilanzen noch nicht verlässlich sind. Im laufenden Jahr werden 150 Mio. EUR zur Refinanzierung fällig, nächstes Jahr dann 200 Mio. EUR.

Ich habe aber keine Ahnung, was die BaFin noch bei ihren Untersuchungen entdeckt und kann daher eine Insolvenz nicht ausschließen. Sie müssen bitte selber entscheiden, wieviel Risiko Sie zu tragen bereit sind.


Kursrallye bei Samsung wegen Speicherknappheit


Sehr geehrter Herr Heibel
Ich bin schon länger Abonnent ihres Tickers, jetzt hätte ich mal eine Frage. Was hat es mit der Samsung Aktie die im Jahr ca. 250% und im letzten Monat um ca. 47% gestiegen ist auf sich? Ich hatte sie vor 6 Wochen mal gekauft und es gibt kein Halten mehr. Können Sie mir dazu etwas sagen und wie schätzen Sie die Aktie weiterhin ein.
Vielen lieben
Ulrich aus Bad Grund

ANTWORT
Samsung profitiert von der Knappheit bei Speichern, genau wie Micron, SanDisk, Western Digital, Seagate und SK Hynix. Für 2026 wird ein Umsatzsprung von +47% erwartet, der Gewinn soll sogar um 243% anspringen. Daher hat sich die Aktie in den vergangenen zwölf Monaten bereits mehr als vervierfacht. Wichtig dabei ist es zu unterscheiden, dass der Umsatz- und Gewinnsprung nicht durch mehr Ware erzeugt wird, sondern durch stark steigende Preise und bessere Margen im Speicherchipgeschäft. Die Nachfrage nach Speicher (DRAM, NAND und vor allem High-Bandwidth-Memory für KI-Beschleuniger) wird von den großen KI-Rechenzentren nach oben gezogen, während das Angebot kurzfristig nicht beliebig ausgedehnt werden kann. Das stärkt die Preissetzungsmacht und ist in der Halbleiterwelt der Hebel, der Gewinne explodieren lässt.

Dass die Handy-Sparte 2026 eher Gegenwind bekommt (höhere Speicherpreise verteuern Geräte, der Markt könnte sogar schrumpfen), passt ins Bild. Samsung ist dann nicht wegen Smartphones so positiv, sondern trotz Smartphones, weil die KI-Rechenzentren für den Speicherbereich den Takt vorgeben.

Für 2026 gehen Analysten von einem Jahresumsatz von 345 Mrd. USD aus, das Unternehmen wird mit 821 Mrd. USD bewertet (EV). Bei einer Gewinnmarge (EBITDA) von stolzen 46%, was außergewöhnlich ist für einen Hardwareproduzenten, sieht die aktuelle Bewertung optisch günstig aus. Das EV/EBITDA steht bei nur 5,2. Historisch betrachtet kann Samsung aber meist nur eine Gewinnmarge von rund 25% verwirklichen. Dorthin dürfte die Gewinnmarge nach diesem Speicherzyklus auch wieder zurückfallen. Derzeit erwartet man, dass dieser Speicherzyklus noch 2027 anhält, danach jedoch abflaut. Danach dürfte dann nicht nur die Gewinnmarge, sondern auch der Umsatz wieder nachgeben.

Das heißt, danach springt die Bewertung (EV/EBITDA) wieder auf 7-8. Historisch betrachtet notiert dieses Bewertungsverhältnis jedoch meist unter 4. Es ist also aktuell schon zu hoch und dürfte nach dem Ende des Speicherzyklus wieder dorthin fallen. Die Aktie ist also überaus riskant.

Die wichtige Frage ist nun: Wollen Sie den Speicherzyklus noch ein wenig mitspielen? Wollen Sie die Aktie kaufen, um den Hype für sich zu nutzen, so lange es noch geht? Wie lange könnte der Hype noch anhalten? Wenn die Speicherknappheit bis Ende 2027 andauert und an den Aktienmärkten die Zukunft im Sinne von durchschnittlich 9-12 Monaten gehandelt wird, dann könnte das laufende Jahr 2026 noch gut laufen für die Aktie von Samsung. Und wer weiß, vielleicht hält die Speicherknappheit auch noch länger an, als derzeit erwartet? Doch das ist dann Spekulation und für mich ist das ferne Land zu weit Weg, als dass ich mich auf eine solche Spekulation einlassen würde.


Steuerpflicht bei Silber-ETCs


Lieber Herr Heibel,

ich habe mal eine Frage an den Experten. Vielleicht können Sie mit ihrer Expertise etwas Licht ins Dunkle bringen. Ich habe mir vor längerem einen Silber ETC gekauft (WisdomTree Physical Silver WKN A0N6XJ). Wohl wissentlich und nach einiger Recherche, dass dieser nach spätestens einem Jahr steuerfrei ist, beziehungsweise innerhalb der Jahresfrist als priv. Veräußerungsgeschäft selbst zu versteuern ist.
Nun wurde mir aber von der Bank (Consors) die normale Abgeltungssteuer beim Verkauf abgezogen. Können Sie sagen, ob dieser ETC tatsächlich der Abgeltungssteuer unterliegt oder hat die Bank hier einen Fehler gemacht?
Habe nämlich auch schon gehört, dass die Banken teilweise etwas übereifrig die Abgeltungssteuer abführen.
Ich habe auch selbst noch mal recherchiert. Komischerweise kommt es nun hier zu unterschiedlichen Meinungen. Auch die KI sagt einmal so und einmal so. Es gibt scheinbar von dem Emittenten noch einen anderen ETC (A4AE1X) wo die Dinge klarer liegen (auch hinsichtlich physischer Auslieferung).

Für eine Einschätzung ihrerseits wäre ich sehr dankbar.

Viele Grüße,
Bernd aus Hof

ANTWORT
Bei Ihrem Papier ist eine physische Auslieferung des Silbers für Privatanleger nicht vorgesehen. Bei dem zweiten von Ihnen genannten Papier ist die Auslieferung unter bestimmten Umständen möglich. Grundsätzlich ist die Rechtssprechung für Gold-ETCs eindeutig, bei Silber-ETCs gibt es unterschiedliche Sichtweisen, die diskutiert werden.

Wenn Sie also auf eine gute Rechtsberatung zugreifen können, wäre es interessant, diesen Fall durchzuspielen. Ohne Hilfe entscheiden jedoch alle Beteiligten, insbesondere Ihr Broker und Ihr Finanzamt, im Zweifel zu Ihren Lasten. Ihren Broker können Sie mit einer entsprechenden Weisung zu anderem Handeln zwingen. Das Finanzamt wird sich jedoch meiner Einschätzung nach am Ende dafür entscheiden, den Gewinn zu versteuern, weil die Auslieferung für Privatanleger bei Ihrem Produkt nicht möglich ist.

Aber wie immer: Ich bin kein Steuerberater, gebe hier nur meine unmaßgebliche Meinung wieder, da ich mit diesem Thema schon seit Jahren zu tun habe.




7. Übersicht HT-Portfolio



Der Börsen-Ausblick mit Markt- und Aktienanalysen, konkreten Empfehlungen sowie detaillierten Kauf- und Verkaufsaktionen bleibt den zahlenden Mitgliedern des Heibel-Ticker PLUS vorbehalten. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir die hohe Qualität unserer Veröffentlichung solide finanzieren möchten.

Gerne möchten wir Ihnen zeigen, wie wir Analystenresearch, volkswirtschaftliche Zusammenhänge und Börsenmechanismen gewinnbringend nutzen. Ab 12,50 Euro im Monat können Sie sich unverbindlich davon überzeugen. Zur Bestellseite mit weiteren Informationen gelangen Sie über folgenden Link:

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8. Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise



Wer un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen nachmacht oder verfälscht oder nachgemachte oder verfälschte un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen in Umlauf setzt, wird mit Lust-, manchmal auch mit Erkenntnisgewinn belohnt; und wenn alles gut geht, fällt davon sogar etwas für Sie ab. (frei nach Robert Gernhardt)

Wir recherchieren sorgfältig und richten uns selber nach unseren Anlageideen. Für unsere eigenen Transaktionen befolgen wir Compliance Regeln, die auf unsere eigene Initiative von der BaFin abgesegnet wurden. Dennoch müssen wir jegliche Regressansprüche ausschließen, die aus der Verwendung der Inhalte des Heibel-Tickers entstehen könnten.

Die Inhalte des Heibel-Tickers spiegeln unsere Meinung wider. Sie stellen keine Beratung, schon gar keine Anlageempfehlungen dar.

Die Börse ist ein komplexes Gebilde mit eigenen Regeln. Anlageentscheidungen sollten nur von Anlegern mit entsprechenden Kenntnissen und Erfahrungen vorgenommen werden. Anleger, die kein tiefgreifendes Know-how über die Börse besitzen, sollten unbedingt vor einer Anlageentscheidung die eigene Hausbank oder einen Vermögensverwalter konsultieren.

Die Verwendung der Inhalte dieses Heibel-Tickers erfolgt auf eigene Gefahr. Die Geldanlage an der Börse beinhaltet das Risiko enormer Verluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals.

Quellen:
Kurse: Bloomberg. Alle Kurse sind Schlusskurse vom Donnerstag sofern nichts Gegenteiliges vermerkt ist. Sentimentdaten: eigene Umfrageergebnis über unseren Dienst animusX.de.
Bilanzdaten: Bloomberg, Comdirect, Yahoo! Finance sowie Geschäftsberichte der Unternehmen
Informationsquellen: dpa, Aktiencheck, Yahoo! Finance, TheStreet.com, IR-Abteilung der betreffenden Unternehmen

DEUTSCHE BIBLIOTHEK : ISSN 1862-5428
Erscheinungsweise: wöchentlich Freitag/Samstag



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Stephan Heibel
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