Heibel-Ticker 26/15 - Wunschanalyse liefert tiefen Einblick in SAP

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Heibel-Ticker Free Börsenbrief

- Einfach einen Tick besser -

21. Jahrgang - Ausgabe 15 (10.04.2026)




Im heutigen Börsenbrief lesen Sie:

1.Info-Kicker: Wunschanalyse liefert tiefen Einblick in SAP
2.So tickt die Börse: Vorbereitung des Treffens zwischen Trump und Xi
 - Wochenperformance der wichtigsten Indizes
3.Sentiment: Extremwerte der Vorwoche kündigten Rallye an
 - Interpretation
4.Ausblick: Glasswing: Der "Mythos" absoluter IT-Sicherheit
5.Update beobachteter Werte
 Verkaufen, Cash generieren, bevor SpaceX an die Börse geht
 Kaufen, größter Profiteur der Öffnung der Straße von Hormus
 Kaufen als Spekulation auf positiv verlaufende Friedensverhandlungen
6.Wunschanalyse
 - : KI also Motor für künftiges Wachstum
7.Kai - Erste Erfahrungen mit Finanz-KI
 - : Installation und erste Schritte
8.Übersicht HT-Portfolio
9.Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise
10.Mitgliedschaft verwalten



1. Info-Kicker: Wunschanalyse liefert tiefen Einblick in SAP



Liebe Börsenfreunde,

SAP hat die Wunschanalyse gewonnen. In Kapitel 6 habe ich SAP ausführlich vorgestellt und untersucht, ob die KI-Revolution für SAP ein Fluch oder Segen ist. Spoiler: In der aktuellen Aktienbewertung ist viel des Fluchs und wenig des Segens eingepreist.

Vor vier Wochen äußerte ich die Vermutung, dass die Öffnung der Straße von Hormus nicht das oberste Ziel der USA sein könnte, wenn man sich dessen Bedeutung für China anschaut. Dieses Argument wurde bislang in den Medien noch gar nicht aufgegriffen, doch auch heute lässt sich aus dieser Sichtweise vieles erklären. In Kapitel 2 habe ich mir das Thema näher angeschaut.

Unsere Sentiment-Umfrage lieferte vor einer Woche einen Extremwert, wie wir ihn erst viermal in den vergangenen 12 Jahren erlebten. Daraus leitete sich ein Kaufsignal für nervenstarke Anleger ab und wieder einmal gab die Sentiment-Analyse den richtigen Hinweis. In Kapitel 3 analysiere ich die Stimmung dieser Woche.

Das neueste KI-Modell von Anthropic heißt Mythos, es hat nach Aussage von Anthropic tausende Sicherheitslücken in global eingesetzten Softwarelösungen entdeckt. In Kapitel 4 zeige ich, was diese Entwicklungen für die KI-Revolution bedeuten.

Die Updates dieser Woche handeln von der Deutschen Lufthansa und von Tesla, sowie von einem Optionsschein, den wir in unser Portfolio holten. Die Details dazu lesen Sie in Kapitel 5.

Wie versprochen halte ich Sie auf dem Laufenden über meine ersten Gehversuche mit meinem OpenClaw KI-Bot, den ich Kai taufte. Kai unterstützt uns bereits mit einfachen Tätigkeiten, doch er hat noch viel zu lernen. Meine ersten Erfahrungen lesen Sie in Kapitel 7.

Wie immer gibt es eine tabellarische Übersicht über den aktuellen Stand des Heibel-Ticker Portfolios in Kapitel 8.

Nun wünsche ich eine anregende Lektüre,

heibel

take share, Ihr Börsenschreibel

Stephan Heibel

Chefredakteur und Herausgeber des Heibel-Ticker Börsenbriefs




2. So tickt die Börse: Vorbereitung des Treffens zwischen Trump und Xi



Liege ich völlig falsch mit meiner vor vier Wochen geäußerten Vermutung, der Iran-Krieg richte sich in erster Linie gegen China?

Ich habe nochmals ein wenig recherchiert: Ende 2025 stand der Ölpreis bei rund 60 USD/Fass Brent. Das war der Zeitpunkt kurz bevor die USA ihren Coup in Venezuela landeten und das dortige Öl quasi für die eigene Wirtschaft beschlagnahmten. China bezog damals 20% des importierten Öls aus drei Ländern: Venezuela, Iran und Russland.

Alle drei Länder befinden sich seit Jahren auf der Sanktionsliste der USA. Die "Freunde" der USA dürfen deren Öl nicht abnehmen. Wer das Öl dennoch abnimmt, kann einen niedrigeren Preis anbieten, da der Wettbewerb geringer ist: Wettbewerber, die gerne günstiges Öl kaufen würden, dürfen ja aufgrund der Sanktionen nicht.

Reuters analysierte, dass China für Öl aus dem Iran 8-10 USD/Fass unter dem Weltmarktpreis zahlte. Für Öl aus Russland betrug der Abschlag 5-6 USD/Fass und für das schwer verarbeitbare venezolanische Öl betrug der Abschlag sogar 21 USD/Fass. China, das sich an den Sanktionen nicht beteiligte, profitierte von günstigen Ölimporten.

CN Über die verschiedenen Liefermengen aus diesen Ländern errechnet Reuters eine Einsparung Chinas in Höhe von 12-15 Mrd. USD pro Jahr.

Sanktionen als Mittel, um schlechtes Verhalten international zu bestrafen, sind also nicht geeignet. Der größte Wettbewerber der USA um die globale Dominanz, China, profitiert von günstigeren Einkaufspreisen und die bestraften Länder können die Sanktionen für einen schmalen Preis umgehen.

Oder, um es anders zu formulieren: Deutschland beteiligt sich willfährig an den Sanktionen gegen Russland, dem Iran und Venezuela, um sodann mit den eigenen Produkten auf den Weltmärkten nicht mehr wettbewerbsfähig zu sein: China sei der Markt der Zukunft, den man nicht ignorieren dürfe.

Natürlich wünschte ich mir, den Iran ohne Waffengewalt dazu zu bringen, nicht mehr die Hisbollah im Libanon, die Hamas im Gazastreifen und die Huthi im Jemen zu unterstützen. Wenn ich mir die Siedlungspolitik Israels anschaue muss ich sagen, es gibt tatsächlich berechtigte Kritik, auf die man hätte eingehen müssen. Und so können wir nun mit dem Fingerzeigen beginnen, wer die Spirale der Gewalt denn in Gang gesetzt hat. Doch mit dem Überfall der Hamas auf Israel und der Hinrichtung zehntausender Iraner durch die eigene Regierung ist denen, die mit dem Völkerrecht argumentieren, in meinen Augen jedes Argument genommen.

xij So haben wir nun einen US-Präsidenten, der diese Situation zu seinem eigenen Vorteil ausnutzt und die Europäer (NATO) immer wieder aufruft, mitzumachen. In dreißig Jahren haben wir es nicht geschafft, China auch nur die geringsten Zugeständnisse beim Markenrecht, bei Patenten oder beim Kapitalzugang des chinesischen Marktes abzuringen. Donald Trump wird im Mai Präsident Xi treffen und für dieses Treffen schafft er meiner Einschätzung nach derzeit aus seiner Sicht günstige Verhandlungsvoraussetzungen.

Aus Trumps Sicht hat er alle seine Ziele bereits kurz nach Kriegsbeginn erzielt: Das iranische Militär ist stark geschwächt und China kann kein Öl mehr aus dem Iran kaufen. Die Einladung an die NATO, sich zu beteiligen, würde ich so auffassen, dass es für Trump auch eine Lösung darstellen würde, wenn diejenigen Länder, die die "sichere" Durchfahrt durch die Straße von Hormus gewährleisten, einen Wegzoll erheben dürfen. Dieser läge dann nicht bei den 1-2 USD/Fass, den der Iran derzeit formuliert, sondern eher bei den 10-20 USD/Fass, die den Preisunterschied des iranischen Öls gegenüber dem Weltmarktpreis ausgleichen würden. Hat Trump eigentlich schon China eingeladen, sich an der Aktion zu beteiligen? Wenn er tatsächlich, wie in den Medien derzeit gerne dargestellt, mit dem Rücken zur Wand stünde, dann würde er sicherlich doch auch Hilfe von China annehmen, oder?

Da wird nun JD Vance nach Pakistan fliegen und vermutlich erbost die Forderungen der Iraner in der Luft zerreißen. Der Iran, oder zumindest dessen Regierung, sieht sich in einem heiligen Krieg gegen den westlichen Kapitalismus. Ein Einlenken wird aus meiner Sichtweise erst dann möglich werden, wenn der Iran die Unterstützung Chinas verlieren sollte. Ist das zu erwarten?

Oel Nun, da bin ich tatsächlich überfragt: China füllte in den vergangenen Jahren seine Öl-Lager bis zum Maximum auf, allein schon um die günstigen Ölpreise der vom Westen mit Sanktionen belegten Ölexporte zu nutzen. Und 20% Importanteil, wobei die Hälfte davon aus Russland kommt, sind noch keine Mengen, die China in die Knie zwingen.

Soweit ein kleiner geopolitischer Exkurs. Ich möchte damit die Handlungen von Donald Trump nicht rechtfertigen und schon gar nicht gutheißen. Ich möchte nur darauf hinweisen, dass diejenigen, die derzeit zum wiederholten Mal den unmittelbar bevorstehenden Untergang Donald Trumps vorhersagen, es sich zu einfach machen.

Und in diesem Wissen sieht das Kursplus von 2,7% im DAX schon ganz anders aus. Der S&P 500 konnte diese Woche sogar um 3,8% zulegen. Wenn das die Reaktion der Finanzmärkte auf den vermeintlichen "Sieg" des Irans ist, dann fehlt mir die Vorstellungskraft für eine passende Reaktion der Finanzmärkte im Falle eines von den westlichen Medien zugegebenen Sieges der USA.

Schon während des Krieges war der Ölpreis nicht in Richtung 150 USD/Fass, oder gar 200 USD/Fass gestiegen, wie zu erwarten gewesen wäre, wenn sich die USA tatsächlich verhoben hätten. Nun notiert der Ölpreis schon wieder unter 100 USD/Fass, obwohl es noch keinerlei Einigung gibt - lediglich die beiderseitige Zusage, den Gegner von seinen eigenen Maximalforderungen überzeugen zu wollen. Uns stehen spannende 10 Tage bevor.

In Kapitel 4 führe ich aus, was wir zu erwarten haben, wenn die Verhandlungen scheitern sollten. Schauen wir nun zunächst einmal auf die Wochenentwicklung der wichtigsten Indizes:

Wochenperformance der wichtigsten Indizes




INDIZES10.4., 23:13 UhrWoche ΔΣ '26 Δ
DAX23.804 2,7%-2,8%
S&P 5006.817 3,7%-0,4%
Nikkei56.924 8,5%13,1%
Shanghai A 4.637 3,5%0,1%
US-Dollar/EUR1,171,6%-0,2%
Euro/Yen186,701,4%1,7%
10-Jahres-US-Anleihe4,32%0,010,15
Umlaufrendite Dt3,00%0,010,22
Feinunze Gold$4.750 1,7%10,0%
Fass Brent Öl$94,39 -12,7%55,1%
Kupfer$12.682 2,0%2,1%
Baltic Dry Shipping$2.161 6,5%15,1%
Bitcoin$73.388 9,6%-16,4%








3. Sentiment: Extremwerte der Vorwoche kündigten Rallye an



Umfrage Unsere Sentiment-Analyse vor einer Woche ergab ein extrem seltenes Bild: Nur viermal in den vergangenen 12 Jahren war die Stimmung über einen vergleichbar langen Zeitraum vergleichbar schlecht gewesen. Steigende Kurse seien zu erwarten, allerdings war die Kriegsrhetorik aus Washington vor einer Woche so martialisch, dass ein entsprechender Optimismus eher wie ein Himmelfahrtskommando wirkte.

Tatsächlich gab es den nicht für möglich gehaltenen Waffenstillstand und die Aktienmarktrallye: Der DAX legte um 2,7% zu, der S&P 500 sogar um 3,7%. Japan importiert 90% seines Öls durch die Straße von Hormus. Der Nikkei 225 sprang diese Woche um 8,5% an.

Wenn man die Nachrichten hier in Deutschland hört, fühlt man sich wie nach einer Niederlage. Nichts sei sicher, die Positionen lägen zu weit auseinander, beide Parteien hätten den Waffenstillstand schon mehrmals gebrochen und letztlich ginge der Iran als Sieger aus dem Konflikt hervor. Durch die Finanzmarktbrille muss ich feststellen, dass entweder die Finanzmärkte völlig irr sind, oder die deutsche Nachrichtenlandschaft.

Die Stimmung unserer Umfrageteilnehmer ist entsprechend nur verhalten angesprungen. Unser Anlegersentiment notierte zuvor fünf Wochen in Folge auf extrem negativem Niveau, nun konnte es sich auf einen moderat negativen Wert von -1,5 erholen. Heißt: Die Stimmung unter Anlegern ist nach wie vor schlecht, wenngleich auch nicht mehr so extrem wie zuvor.

Mit einem Wert von -2,1 wird auch nach wie vor eine gewisse Verunsicherung unter den Anlegern angezeigt. Nachvollziehbar, wenn man den Nachrichten täglich entnimmt, dass der Preis für den vermeintlich völkerrechtswidrigen Krieg der USA nunmehr ein hoher Zoll seitens des Irans auf die Straße von Hormus erhoben wird. Auch eine eventuelle Erleichterung darüber, dass der Iran zumindest nicht zurück in die Steinzeit gebombt wurde, wird von Kritikern getrübt, die an die unterdrückte Bevölkerung im Iran erinnern, die nun wieder mit Massenhinrichtungen zu rechnen habe. Es ist schwer, in dieser Gemengelage einen Kompass für richtig und falsch zu bewahren. Die Verunsicherung der Anleger kann ich gut nachvollziehen.

Die Zukunftserwartung steigt auf einen Wert von 1,2. Immerhin rechnen ein wenig mehr Anleger in vier Wochen mit höheren Kursen als heute.

Doch die Investitionsbereitschaft ist seit der vergangenen Woche von 3,1 auf nur noch 2,0 zurückgegangen. Der Zeitpunkt zum Kaufen war tatsächlich vor einer Woche, als unser Sentiment-Indikator Extremwerte signalisierte. Nach der Rallye dieser Woche, für die in den Nachrichten keine zufrieden stellenden Gründe kommuniziert werden, fürchten viele Anleger, den Kaufzeitpunkt verpasst zu haben ... oder warten auf einen erneuten Rücksetzer.

Das Euwax-Sentiment der Privatanleger notierte die gesamte Woche hindurch zwischen -25 und -50, was eine starke Nachfrage nach Absicherungspositionen gegen weiter fallende Kurse anzeigt. Privatanleger fürchteten offensichtlich das Schlimmste.

Das Put/Call-Verhältnis für den DAX an der Eurex fällt diese Woche auf nur noch 1,26. Der Wert befindet sich am unteren Ende der durchschnittlichen Bandbreite dieses Indikators, ist aber noch kein Extremwert. Die Profis, die sich über die Eurex absichern, hielten sich diese Woche offensichtlich zurück bzw. kauften eher Long-Spekulationen auf einen steigenden DAX.

An der CBOE notiert das Put/Call-Verhältnis für Equities im mittleren Bereich, dort gibt es keine Auffälligkeiten.

Die Investitionsquote der US-Fondsmanager bleibt auch diese Woche bei einem leicht unterdurchschnittlichen Wert von 69%.

Die Bulle/Bär-Differenz der US-Privatanleger steht bei -7%: Den 36% Bullen stehen 43% Bären gegenüber. Damit hat sich das Bild in den USA deutlich normalisiert.

Diese Entspannung zeigt sich auch im technischen Angst und Gier Indikator des S&P 500 der auf 38% kletterte und nur noch moderate Angst anzeigt.

Interpretation



Die ausführliche Interpretation der aktuellen Anlegerstimmung – basierend auf den hochwertigen Sentimentdaten unserer animusX Umfrage – bleibt den zahlenden Mitgliedern des Heibel-Ticker PLUS vorbehalten. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir die hohe Qualität unserer Analysen solide finanzieren möchten. Mit den Einnahmen entwickeln wir die Sentimentanalyse kontinuierlich weiter – für noch fundiertere Einschätzungen, die helfen, Anlageentscheidungen zu optimieren und die Portfolio-Performance weiter zu verbessern.

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4. Ausblick: Glasswing: Der "Mythos" absoluter IT-Sicherheit



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5. Update beobachteter Werte



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6. Wunschanalyse



Mit 219 Stimmen hat SAP diese Woche vor Alphabet (187) und Siemens (162) gewonnen. Verbio (97) und Adidas (44) waren offensichtlich weniger im Fokus unserer Mitglieder.

Die Verlierer der Abstimmung werden für die kommenden zwei Wochen von der Vorschlagsliste ausgeschlossen. Den Gewinner, SAP, werden wir für 3 Monate von der Liste nehmen.

Ich habe die heutige Analyse natürlich mit Hilfe von KI erstellt. Doch was Sie lesen, stammt zu 100% aus meiner Feder - aus meinen Fingern. Der Weg von KI-Analysen zu brauchbaren Analysen ist noch sehr weit. Im folgenden Kapitel gebe ich einen näheren Einblick in meine Nutzung der KI und meine Erfahrungen mit Kai.

Wir schauen mal, wie häufig ich eine Wunschanalyse anbieten kann. Früher war es alle vier Wochen, ich versuche mich mal an einem Zweiwochenrythmus. Doch es ist ziemlich aufwendig, denn Sie lesen nur die wenigen Seiten, in denen ich meine Schlussfolgerungen erläutere. Ich nehme mir die Zeit, um aus einer langen Analyse eine kurze zu machen, ohne Wesentliches wegzulassen.


: KI also Motor für künftiges Wachstum



Fr, 10. April um 18:32 Uhr
Eine Branche im Umbruch

2026-04-SAP
Abbildung 1: SAP kann nur mit Hilfe der Cloud vom KI-Boom profitieren


Binnen eines Jahres halbierte sich der Wert von SAP. Im Februar 2025 stand die Aktie noch bei 283 EUR, heute notiert sie bei 141,50 EUR. Parallel zu SAP haben auch Oracle, ServiceNow, Salesforce, Workday und Microsoft einen Kurseinbruch erlitten, genau wie Adobe, Palo Alto Networks, CrowdStrike (IT-Sicherheit) und Intuit (Software für US-Steuererklärung). Der Grund für den Ausverkauf ist überall der gleiche. Die Realität ist allerdings viel differenzierter zu sehen.

Der Grund: KI, derzeit insbesondere Anthropic, kann Software besser entwickeln als Menschen. Die Tage der Softwareunternehmen, in denen viele Softwareentwickler beschäftigt sind, seien daher gezählt, fürchten Anleger. Und so wurde sogar eine Webseite ins Leben gerufen: „Deathbyclawd.com” berechnet das Risiko für Unternehmen, von der KI ersetzt zu werden.

Doch aus Effekthascherei wird schnell ein Boomerang: Gerade für SAP steht dieses Risiko gerade einmal bei niedrigen 14%. Für den schnellen Leser: Die Aktie von SAP wurde zu Unrecht ausverkauft.

Doch wir schauen uns die Sache etwas genauer an. Die mich interessierende Frage ist nicht, ob SAP überleben wird, sondern ob SAP auch in der Zukunft noch so gut, oder vielleicht sogar noch besser, verdienen kann wie in der Vergangenheit. War der Ausverkauf tatsächlich ein Fehler überängstlicher Anleger, oder verliert SAP vielleicht seine Preissetzungsmacht teilweise an die KI-Unternehmen, so dass die Gewinnmarge in der Zukunft kleiner sein wird?


Ausgangssituation: Globale Vernetzung

SAP ist einer der weltweit größten Softwarekonzerne für ERP-Software. ERP = Enterprise Resource Planning, also die Unternehmenssteuerung und Planung. Dabei schaffte SAP eine vertikale Integration wie weltweit kein anderes Unternehmen. Ausgehend vom Marketing über den Vertrieb wird die Produktionsplanung gesteuert, eine entsprechende Beschaffungslogistik angestoßen und schließlich die Auslieferung an den Kunden angestoßen. Für SAP versteht sich von selbst, dass all diese Prozesse mit entsprechenden Zahlen sowohl in der Finanzbuchhaltung für den Jahresabschluss als auch im Controlling für die strategische Planung festgehalten werden.

Die KI listet nüchtern die einzelnen Module von SAP: Finanzen, Beschaffung, Personal, Supply Chain, Customer Experience, Datenintegration und Analyse.

Viele von Ihnen wissen, dass ich nach meinem Studium zunächst fünf Jahre als SAP-Berater in der Chemie gearbeitet habe. Daher erlauben Sie mir bitte den einen oder anderen Exkurs zur Veranschaulichung: Diese Prozesse beinhalten unzählige Details, an die nur die Wenigsten denken. So zum Beispiel die Berücksichtigung der Gefahrgutvorschriften für den Transport von Chemikalien per LKW von Griechenland nach Deutschland, mit den jeweils völlig unterschiedlichen Vorschriften in sämtlichen Transitländern auf dem Weg. Ob die Chemikalien in besonderen Behältern transportiert werden müssen, ob besondere Löschmittel mitgeführt werden müssen und inklusive aller erforderlichen Genehmigungspapiere. Natürlich ändern sich diese Anforderungen für jedes Land und für jede Chemikalie kontinuierlich und die Informationen der nationalen Behörden werden nicht automatisch in die digitale Welt eingespeist, sondern mitunter per Briefpost kommuniziert.

Wettbewerb betrifft Netzwerk, nicht Coding

Salesforce hat die Marketing- und Vertriebsaktivitäten von Unternehmen graphisch aufbereitet und in hübsche Präsentationsunterlagen gebracht. Da kann SAP nicht mithalten, daher konnte sich Salesforce im Markt etablieren und bietet inzwischen auch eine zunehmend vertikale Integration, ausgehend vom Vertrieb, an. Workday hingegen hat die Personalbuchhaltung revolutioniert und bietet besondere Instrumente für die Karriereplanung an. ServiceNow wiederum erleichtert den IT-Abteilungen die Verwaltung der Nutzerlizenzen für Software. Und so gibt es unzählige weitere Angebote, die punktuell besser sind als die jeweils in SAP verfügbare Funktionalität.

Einzig Oracle wirbt damit, wirklich alle Abläufe abzubilden. Dafür stellt Oracle traditionell die eigene Hardware zur Verfügung: Rechenzentren und Datenbanken. Die betriebswirtschaftlichen Abläufe, die von SAP unter Berücksichtigung betriebswirtschaftlicher Abhängigkeiten abgebildet wurden, dürfen bei Oracle hemdsärmelig aufgesetzt werden. Das heißt, eine funktionierende Oracle-Installation bei dem einen Unternehmen ist nicht vergleichbar mit einer bei einem anderen Unternehmen.

Bei SAP hingegen ist die Vergleichbarkeit gegeben. Daher bleibt SAP die Software der Wahl bei Unternehmen, die im internationalen M&A-Karussell (Mergers & Acquisitions, Fusionen & Übernahmen) aktiv sind. Dieser Vorteil kostet den SAP-Kunden zwar Geld, darf in seiner strategischen Bedeutung aber nicht unterschätzt werden.

Genau aus dieser Betrachtung können wir vielleicht eine erste Einschätzung zur KI geben, die derzeit wie ein Tsunami durch die Softwarebranche rollt: Die Vernetzung von SAP in der globalen Wirtschaft lässt sich durch KI-Software nicht so leicht replizieren.

Sicher können Lösungen wie Workday und ServiceNow vielleicht in der Zukunft seitens SAP durch die Nutzung von KI ebenfalls angeboten werden. Doch wenn wir uns dann Workday und ServiceNow anschauen, werden wir, genau wie bei SAP, ein eigenes Ökosystem vorfinden, das ebenfalls nicht allein vom Softwarecode abhängig ist, sondern von der Interaktion der miteinander oft über Unternehmensgrenzen hinaus vernetzten Akteure.

Messbarkeit des Erfolges

Natürlich interessiert uns Anleger die Gewinnentwicklung im Unternehmen. Das EBITDA wächst in den kommenden drei Jahren jährlich mit 15-18%. Der Umsatz wächst nur mit 9-12% p.a., offensichtlich findet eine Ausweitung der Gewinnmarge statt.

Tatsächlich wächst das Cloud-Geschäft überproportional gegenüber den Lizenzeinnahmen. Lizenzeinnahmen sind bei SAP ein Relikt aus der frühen Vorzeit. Vor 10 Jahren machten diese Einnahmen noch 75% der Konzerneinnahmen aus, heute sind es noch 30%.

Cloud-Einnahmen entwickelten sich in diesem Zeitraum von 6% Anteil auf inzwischen 57%. Während Lizenzeinnahmen einmalig sind und im Anschluss Zusatzleistungen gesondert abgerechnet werden, sind Cloud-Abrechnungsmodelle als Abo aufgesetzt, das periodisch (bspw. monatlich) bezahlt wird und alle Updates und die meisten Erweiterungen bereits enthält.

Wird nun eine neue KI-Funktionalität entwickelt, so wird SAP diese Funktion sofort freischalten, der Lizenzinhaber kann sie kostenfrei so lange nutzen, bis er in neue Lizenz-Verhandlungen eintritt. Der Abo-Kunde wird bei der nächsten, regelmäßig erfolgenden Preiserhöhungsrunde entsprechend belastet.

Das Cloud-Modell ist also lukrativer und gibt den Kunden schneller Zugriff auf neue Funktionen. Eigentlich für SAP sowie den Kunden vorteilhaft, solange der Kunde die neuen Funktionen auch gewinnbringend einsetzt. Die Realität ist aber eher so, dass viele Funktionen, die man im Abo-Modell zahlt, gar nicht entsprechend genutzt werden.

Wenn wir also eine Messbarkeit des Erfolges von SAP haben möchten, dann eignet sich in meinen Augen die Entwicklung des Cloud-Umsatzes besonders gut dafür, weil gerade hier angezeigt wird, ob neue Funktionen von Kunden geschätzt werden, oder aber als überflüssige Belastung betrachtet werden.

Das Cloud-Geschäft wächst Analystenschätzungen zufolge in den kommenden drei Jahren um jährlich 20-23%. So haben wir hier schon die Erklärung für das eingangs aufgezeigte, nachhaltig überproportionale Gewinnwachstum. Die Gewinnmarge im Cloud-Geschäft ist größer als im Lizenz-Geschäft. Je größer der Anteil des Cloud-Geschäfts, desto größer die Gewinnmarge des Konzerns.

KI-Entwicklungen von SAP

Nun habe ich eine ganze Menge über SAP gelesen und möchte Sie aber nicht mit den kleinteiligen Informationen belasten. Nehmen Sie einfach mal hin, dass mit der S/4HANA Cloud, mit SuccessFactors, Ariba, Concur, Business Technology Plattform, der Business Data Cloud und Joule KI-Funktionen in die SAP-Landschaft integriert werden, die sowohl vertikal als auch horizontal ihresgleichen suchen.

Wir befinden uns hier also schon im zweiten Level der KI. Während wir oben darüber sprachen, ob KI die von SAP entwickelte Software nachbauen kann, schauen wir nun, ob KI das Reporting verbessern kann. Das ist mit Sicherheit der Fall und SAP dürfte hier einen Wettlauf gegen unzählige spezialisierte KI-Entwickler haben, die das Reporting einzelner Bereiche für Kunden optimieren.

Während man ein großes LLM wie Claude-Code vielleicht noch dazu bringen kann, ein eigenes ERP zu entwickeln, so sind die Anforderungen für das Reporting doch spezieller. Ich denke, in diesem Punkt wird SAP Konkurrenz bekommen, genau wie SAP vor vielen Jahren Konkurrenz bei den oben genannten Modulen (Vertrieb, Personal, IT, …) bekam. Das wird dazu führen, dass SAP nicht alleiniger Softwaregigant der Erde wird, sondern in einem permanenten Wettbewerb mit einzelnen Spezialanbietern steht… so wie es schon seit Jahrzehnten der Fall ist.

KI kann Komplexität beherrschen

Im Sommer 1995 durchschritt Ihr Autor erstmals das Eingangstor des Chemiekonzerns Hoechst. Angekommen bei meinem ersten Chef, ich hatte gerade mein Studium abgeschlossen, fragte ich nach meinem Arbeitszimmer, PC und Telefon. „Ach, sie sind heute schon da. Na, dann setzen Sie sich mal in Zimmer 204, da ist noch ein Schreibtisch frei.” war die Antwort.

Die Tür zu Zimmer 204 war geschlossen. Auf mein Klopfen folgte ein freundliches „herein”. Ich lernte Herrn Hoffmann kennen, ein Informatiker mit vollständig zugewachsenem Gesicht (= üppiger Vollbart), der Anfang der 1970er als Studienarbeit speziell für Hoechst das System ASIS entwickelt hatte. Das Zimmer beherbergte zwei Schreibtische und kein Fenster. Herr Hoffmann räumte ein wenig des zweiten Schreibtischs für mich frei.

Was er mache, wollte ich wissen. Er pflege die europäische Sicherheitsdatenbank, in der alle Informationen für den Transport von Gefahrgut durch Europa hinterlegt seien. Links von ihm stand ein Korb mit dem Titel „Eingang” und rechts „Ausgang”.

In den zwei Wochen, die ich bei ihm saß, hatte er meiner Beobachtung zufolge keinen Kontakt zur Außenwelt. Ein Jahr später, als die A-Systeme (A = Anwendungen, bei uns dann aber Alt-Systeme genannt) durch SAP R/3 abgelöst wurden, stolperten wir wieder über die europäischen Sicherheitsvorkehrungen, von denen niemand im 80-köpfigen Projektteam wusste, wie die LKW-Fahrer stets die richtigen Unterlagen zur Verfügung gestellt bekamen. Ich erinnerte mich an Herrn Hoffmann und es wurde ein großes Teilprojekt aufgesetzt, um diese kritische Funktion in die SAP-Welt zu migrieren.

Da kann SAP die Implementierung der SAP-Software noch so stark vereinfachen, die überraschend hohen Kosten werden in der Regel dadurch erzeugt, dass alte Strukturen aufgebrochen werden müssen. Software, die seit Jahrzehnten problemlos läuft, zeichnet sich durch veraltete Programmiersprachen und häufig gefährliche Sicherheitslücken aus.

Diese veralteten Strukturen in die neue Softwarewelt zu holen, kann KI sicherlich vereinfachen. Claude-Code könnte ich heute bitten, ASIS doch bitte von Cobol in die SAP-Welt zu holen und die KI würde mir nach 30 Sekunden antworten: „Ich habe mir soeben den Cobol-Code vollständig durchgelesen und mir die Logik erschlossen. Möchtest Du nur den ABAP-Code, dafür brauche ich 2 Minuten, oder soll ich das ganze gleich in die Module von SuccessFactors, Ariba, Concur und Fieldglass integrieren, das dauert dann leider 10 Minuten. Wenn Du möchtest, kann ich auch gleich eine Reihe von bekannten Sicherheitslücken schließen…”

Ich kann mir in diesem Punkt gut vorstellen, dass SAP-Berater mit Hilfe von KI effizienter arbeiten werden. Auch Kunden selbst werden viel effizienter durch solche Migrationsprojekte geführt, die in der Vergangenheit häufig genug das Budget gesprengt, und einige Unternehmen in die Insolvenz getrieben haben. Doch überflüssig wird SAP dadurch nicht.

Abrechnung per Token

Nun erfolgte in den vergangenen 10 Jahren der Wechsel vom Lizenz- zum Cloud-Abo-Modell, bei dem jeder Nutzer der SAP-Cloud eine monatliche Abo-Gebühr zahlen muss. Was, so die Befürchtung, wenn nun ein KI-Nutzer seitens des Kunden in die SAP-Cloud geschickt wird, und 24/7 arbeitet: Ohne Pause, ohne Schlaf, ohne Urlaub, ohne Krankheit. Und dazu noch viel effizienter. So betrachtet könnte eine KI doch etwa 10 Mitarbeiter „ersetzen”. SAP könnte also 9 von 10 Abonnenten in der Cloud verlieren, so die Befürchtungen.

Das betrifft sicherlich nur einen kleinen, mit zunehmender KI-Kapazität größer werdenden Teil der Aufgaben. Doch die Lösung dafür gibt es bereits: SAP berechnet bei KI-Zugängen nicht mehr einen Abonnenten ab, sondern die Anzahl der Token, die von der KI genutzt werden. Hier wird es kaum Flatrates geben, das haben wir in diesen Tagen gleich zweimal gesehen: Zum einen zog OpenAI sein Videomodul Sora vom Markt, da jeder Nutzer pro Tag mit 1.000 USD subventioniert wurde. Zum anderen beendete Anthropic die Flatrate für die KI-Schnittstelle zu Claude-Code, die ebenfalls höchst defizitär war.

Token sind eine Maßeinheit der Nutzungsintensität und daher in meinen Augen eine angemessene Abrechnungseinheit. Angst, SAP könne künftig keine einheitlichen Lizenz- oder Abo-Gebühren mehr einnehmen, übersehen in meinen Augen die inzwischen bereits neue Abrechnungseinheit: Token.

Erfolgskritische Faktoren für SAP

SAP befindet sich in einer beneidenswerten Lage: Weltweit vernetzt und tief in die globale Wirtschaft integriert blickt das Unternehmen auf einen stabilen Cashflow. Die KI-Revolution kann SAP daher für seine Kunden anführen, oder aber von ihr überrollt werden. Letztlich ist es also eine Managementfrage, ob SAP erfolgreich werden wird, oder nicht. Am Markt wird es nicht liegen, denn die Nachfrage ist da.

SAP hat einen Vorteil gegenüber den Anbietern großer LLMs oder horizontaler Speziallösungen: SAP sitzt bereits direkt an den operativen Daten und Prozessen der Kunden und kann KI tiefer in reale Geschäftsabläufe integrieren als Anbieter, die nur horizontale Produktivitätstools liefern.

Die KI wird bei SAP Mittel zum Zweck, dessen Erfolg sich an der Cloud-Akzeptanz messen lassen wird. Vereinfachungen bei der Migration, Verbesserungen beim Reporting und schnellere Weiterentwicklungen sind Kundenwünsche, die erfüllt werden können und müssen, um sie zufrieden in der SAP-Cloud zu halten. Gelingt dies, dann lässt sich dort auch weiterhin eine ordentliche Gewinnmarge realisieren.

Das größte Risiko ist aus meiner Sicht keine Nachfrageschwäche, sondern Umsetzungsrisiko. Es besteht weiterhin Wettbewerbsdruck in wichtigen Teilbereichen, etwa von Oracle im ERP- und Datenumfeld, von Workday im HR-Bereich oder von Salesforce und ServiceNow in angrenzenden Softwaredomänen wie Vertrieb oder IT.

Aktienausblick

Schauen wir abschließend nochmal auf die Aktie und deren Bewertung. Das EV/EBITDA von aktuell nur 13 ist für das Gewinnwachstum von 15-18% viel zu niedrig. Entsprechend notiert SAP mit einer EV/EBITDA/EBITDA-Growth (= modernere PEG-Ratio) mit 0,7 unter dem als fair bezeichneten Wert von 1. Die Rule of 40 wird erfüllt: Umsatzwachstum zuzüglich Gewinnmarge (EBITDA) liegen bei 41-46. Und im laufenden Jahr beschleunigt sich sogar das Umsatzwachstum (ARG = accelerated revenue growth).

Die Aktie wurde also auf ein Bewertungsniveau hinuntergeprügelt, das nur damit gerechtfertigt werden kann, wenn das Unternehmen seine Stellung im globalen ERP-Netzwerk verlieren sollte. Tatsächlich besteht die Gefahr, wenn SAP nicht schnell genug die KI-Möglichkeiten nutzt und seinen Kunden nutzbar macht. SAP ist inzwischen ein großes Tankschiff, dessen Kurs nicht ohne weiteres verändert werden kann.

Doch KI ist kein Selbstzweck und kaum ein anderes Unternehmen im ERP-Umfeld ist so gut positioniert, um die komplexen Strukturen mit Hilfe von KI für die Menschen besser nutzbar zu machen. Und sollte es SAP gelingen, sich in der KI-Welt von morgen weiterhin als Rückgrat der globalen Wirtschaft zu etablieren, dürfte der Risikoabschlag (PEG von 0,7 statt 1) nicht nur ausgeglichen werden, sondern sogar auf ein Niveau zwischen 1 und 2 gehoben werden, was ich für etablierte Unternehmen ansetze.

Wie sehe ich die Chancen für SAP? Nun, ehrlich gesagt, ich kann nicht beurteilen, ob CEO Christian Klein die richtigen Weichenstellungen vornehmen wird. Ich habe aber den Eindruck, dass die Aktienbewertung inzwischen so niedrig ist, dass eine falsche Weichenstellung eingepreist wäre. Damit ist SAP keine sichere Wette auf die Zukunft, Anleger werden weiterhin die KI-Strategie und die Entwicklung des Cloud-Umsatzes im Auge behalten müssen. Doch das Chance-Risiko-Verhältnis würde ich derzeit zugunsten der Chance auslegen: Die Chance auf einen großen Kursgewinn ist größer als das Risiko eines weiteren großen Kursverlustes.



7. Kai - Erste Erfahrungen mit Finanz-KI




: Installation und erste Schritte



Fr, 10. April um 22:18 Uhr
Ich hatte Ihnen versprochen, Sie über meine ersten Schritte in die Welt der Finanz-KI auf dem Laufenden zu halten. Diesem Versprechen möchte ich heute nachkommen. Ich berichte von der Einrichtung, den ersten Gehversuchen bis hin zum Erstellen regelmäßiger Morgen-Berichte und der Konfiguration einer Aktienanalyse.

Installation

Puh, das war tatsächlich komplizierter, da ich zunächst einmal vorhandene Hardware nutzen wollte, statt ahnungslos in Hardware zu investieren. Mein MacBook Pro aus dem Jahr 2012, das ich damals glücklicherweise maximal ausgestattet habe, kann sich, so mein bisheriges Ergebnis, in Sachen Performance durchaus mit heutigen Mac Minis vergleichen.

Der Weg dorthin war allerdings steinig: Das alte MacBook kann nicht mehr mit den heute aktuellen MacOS-Versionen betrieben werden. Die aktuellste der alten, passenden Versionen wiederum ermöglicht nicht die Installation von Homebrew, einer Zusatzsoftware, die für OpenClaw erforderlich ist.

Ich installierte daher Ubuntu auf dem Mac, auch davon eine alte Version. Es folgten einige Probleme: Die WLAN-Karte wurde nicht erkannt, einige in moderneren Ubuntu-Versionen zugefügte Zusatzmodule musste ich zunächst händisch installieren. Schließlich konnte die OpenClaw Installation laufen und nach einigen Problembeseitigungen lief dann endlich mein eigener KI-Bot.

Anfänglich versuchte ich, über Perplexity die Probleme zu lösen. Das war ziemlich nervenaufreibend, da Perplexity häufig den Kern des Problems nicht verstand oder im Verlauf aus den Augen verlor. Erst als ich mit Claude Code arbeitete, wurden die Ergebnisse deutlich besser.

Zu den ersten Tätigkeiten gehörte das Einhauchen einer Seele durch die Datei Soul.md, in der man dem KI-Bot sagen kann, wer er ist und was er kann. Ich nannte ihn, wie angekündigt, Kai: Künstliche (artificial) intelligence ;-)

Erste Gehversuche

Als erstes ermöglichte ich Kai, mein Perplexity-Abo zu nutzen, da ich bislang überwiegend mit meinem ChatGPT-Abo arbeite und Kai nicht gleich in meine persönlichen Daten einladen wollte. Doch auch hier zeigte sich erneut, dass Perplexity qualitativ wirklich nicht brauchbar ist. Mein Wunsch nach einem Wochenbericht über die jüngsten Börsenentwicklungen wurde mit großen Fehlern bestückt. So schwadronierte Kai beispielsweise über die Ölpreisentwicklung auf Basis des Ölpreises von vor einem Jahr.

Ich stieg auf die Claude-API um (API = Schnittstelle für KI-Bots) und erlebte sensationell gute Ergebnisse, bis ... bis Anthropic die kostenfreie API am Ostersamstag dicht machte. Folglich nutze ich "Openrouter", ein Dienst, der - vermutlich ähnlich Perplexity - für verschiedene Aufgaben verschiedene KIs nutzt. In diesem Augenblick kassierte dann Openrouter das, was ich zuvor hätte an Claude-API zahlen müssen, dafür, dass er zwar Claude umging, dafür aber schlechtere Ergebnisse lieferte.

So habe ich nun eine Kaskade eingebaut: Openrouter ist abgeschaltet, Perplexity ist für einfache Aufgaben vorgesehen und für komplexere Aufgaben schenkt Kai nun auf ChatGPT Codex, die API von ChatGPT. Erst danach wird dann Claude Code aufgerufen.

Diese Reihenfolge lieferte heute für die SAP-Analyse viel Text und wenig brauchbare Erkenntnisse. Ich habe es also erst einmal dabei belassen, damit ich die heutige Ausgabe fertig kriege.

Morgenbericht

Anfang der Woche habe ich eine ausführliche Vorgabe für einen Heibel-Ticker spezifischen Morgenbericht erstellt. Anfänglich wiederholte sich Kai häufig und verlor sich in Zahlenreihen und Aufzählungen, doch nach entsprechenden Hinweisen änderte Kai seine Arbeitsweise und inzwischen liefert er einen gut lesbaren Morgenbericht ... der sich allerdings von Morgen zu Morgen kaum ändert. Aktuell versuche ich ihm beizubringen, dass er Ereignisse, die er bereits einmal berichtete, in den Folgetagen nicht erneut berichten braucht, wenn sich nichts Wesentliches daran geändert hat. Das klappt noch nicht so gut bislang.

Aktienanalyse

Meine Idee ist es, die Wunschanalyse von Kai nach einem standardisierten Verfahren vorbereiten zu lassen. Dabei ist mir wichtig, dass Kai alle relevanten Informationen zusammenträgt und einordnet. Ich kann dann aus den Informationen die Wunschanalyse schreiben, denn wenn Kai schreiben würde, dann würden Sie beim Lesen einschlafen. So zumindest meine bisherigen Erkenntnisse, denn die KI formuliert so rund, dass es für einen Menschen kaum lesbar ist.

Inhaltlich nutze ich Kai zunächst, um die allgemeine Nachrichtenlage zu einem Unternehmen aufzubereiten. Die Bewertung der Aktie kann ich derzeit ziemlich schnell über meine Bloomberg-Daten durchführen, vielleicht stelle ich diese künftig Kai zur Verfügung. Wichtiger ist es mir jedoch, Kai die verschiedenen erfolgskritischen Faktoren bei Aktien verschiedener Branchen beizubringen.

Zwischenfazit

Bislang fühle ich mich bestätigt in meiner Entscheidung, mein altes MacBook zu nutzen, denn die Rechenleistung wird noch nicht ansatzweise ausgereizt. Das liegt daran, dass Kai die KI-Modelle im Netz aufruft und noch kein eigenes KI-Modell lokal betreibt. Eine lokale KI hätte den Vorteil, zu verarbeitende Daten nicht weggeben zu müssen. So bspw. unsere proprietären animusX-Daten, wenn es um die Analyse geht. Mal schauen, nach aktuellem Wissensstand könnte ich mich als nächstes am KI-Modell Mistral 8B versuchen. Das würde, so ChatGPT, auf meinem MacBook ausreichend Platz finden und performant laufen.

8B steht für 8 Billionen: Das KI-Modell wurde mit 8 Billionen Parametern trainiert. Sie wissen ja, je mehr Datenpunkte, desto besser wird die KI. Die KI-Modelle von Anthropic und OpenAI wurden meines Wissens mit hunderten Billionen von Parametern trainiert. Es geht hier also noch immer eher um das Verständnis, wie die KI funktioniert. Wenn ich wirklich die besten Antworten auf unsere Heibel-Ticker Fragen haben möchte, muss ich auf die besten KI-Modelle zugreifen - und die werden nicht lokal laufen.

Was aber funktionieren wird, sind spezielle Modelle für überschaubare Aufgaben. Daher werde ich also meinen Morgen-Bericht weiter optimieren, die Aktienanalyse nach konkreten Vorstellungen weiter ausarbeiten und die animusX-Daten weiterhin im Hinterkopf behalten für den Zeitpunkt, an dem ich mich fit genug für ein eigenes, lokales KI-Modell fühle.

Haben Sie Gedanken dazu? Ich lese alles, was Sie mir dazu schreiben ... auch wenn eine Antwort manchmal auf sich warten lässt.



8. Übersicht HT-Portfolio



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9. Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise



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Die Verwendung der Inhalte dieses Heibel-Tickers erfolgt auf eigene Gefahr. Die Geldanlage an der Börse beinhaltet das Risiko enormer Verluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals.

Quellen:
Kurse: Bloomberg. Alle Kurse sind Schlusskurse vom Donnerstag sofern nichts Gegenteiliges vermerkt ist. Sentimentdaten: eigene Umfrageergebnis über unseren Dienst animusX.de.
Bilanzdaten: Bloomberg, Comdirect, Yahoo! Finance sowie Geschäftsberichte der Unternehmen
Informationsquellen: dpa, Aktiencheck, Yahoo! Finance, TheStreet.com, IR-Abteilung der betreffenden Unternehmen

DEUTSCHE BIBLIOTHEK : ISSN 1862-5428
Erscheinungsweise: wöchentlich Freitag/Samstag



10. Mitgliedschaft verwalten



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