Heibel-Ticker Free Börsenbrief
- Einfach einen Tick besser -
21. Jahrgang - Ausgabe 16 (17.04.2026)
Im heutigen Börsenbrief lesen Sie:
| 1. | Info-Kicker: Friedensverhandlungen im Nahen Osten schreiten voran |
| 2. | So tickt die Börse: Lösung im Iran-Krieg greifbar, Aktienmärkte springen an |
| - Wochenperformance der wichtigsten Indizes | |
| 3. | Sentiment: Erstaunlich schneller Stimmungswechsel |
| - Interpretation | |
| 4. | Ausblick: Ritt durch unser Heibel-Ticker Portfolio |
| 5. | Update beobachteter Werte |
| Verkaufen, Gefühle dominieren | |
| 6. | Leserfragen |
| 7. | Kai - EU AI Act & verantwortlicher Umgang mit KI |
| - : KI in der Vermögensberatung | |
| 8. | Übersicht HT-Portfolio |
| 9. | Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise |
| 10. | Mitgliedschaft verwalten |
1. Info-Kicker: Friedensverhandlungen im Nahen Osten schreiten voran
Liebe Börsenfreunde,
*** HEIBEL-TICKER WUNSCHANALYSE ***
Sie, liebe Heibel-Ticker Mitglieder, schlagen bis Montag Abend Titel vor, die ich in die Auswahlliste übernehmen soll. Die 5 Titel, die am häufigsten vorgeschlagen wurden, schaffen es in die Abstimmung.
Am Dienstag schicke ich die Vorschlagsliste an alle Heibel-Ticker PLUS Mitglieder und Sie können bis Dienstag Abend bereits in der E-Mail Ihren Wunschkandidaten anklicken. Die Aktie mit den meisten Stimmen wird dann von mir analysiert und im folgenden Heibel-Ticker vorgestellt.
Mein Ziel ist es, Ihren aktuellen Wunsch zeitnah zu erfüllen. Interaktiver geht es nicht, oder?
Die Vorschlagsliste umfasst 1.403 Titel: Ich habe den EuroStoxx 600, den S&P 500 sowie den Nikkei 225 in die Auswahlliste aufgenommen. Ich denke, damit haben wir einen großen Teich, in dem wir Angeln können. Durch die Beschränkung auf diese großen Indizes vermeiden wir es auch, von irgendwelchen Pfennigaktien und Aktienpuschern manipuliert zu werden. Denn im Heibel-Ticker wollen wir letztlich nur Titel, die Sie kaufen und verkaufen können, ohne den Kurs damit nennenswert zu bewegen.
Alle Heibel-Ticker PLUS-Mitglieder dürfen Aktien vorschlagen und anschließend abstimmen. Die Analyse wird im Heibel-Ticker für alle Leser verfügbar sein.
Über diesen Link können Sie ab sofort Ihre Vorschläge eingeben. Bitte jeder nur ein Kreuz.
https://www.heibel-ticker.de/member/wunschanalyse
*** ENDE HEIBEL-TICKER WUNSCHANALYSE ***
Es sieht nach einem Friedensschluss im Iran aus. In Kapitel 2 zeige ich, welche Aktien davon am stärksten profitieren und welche bereits im Vorfeld profitiert haben. Ein niedriger Ölpreis nimmt Druck aus dem Inflationskessel, doch was ist davon bereits eingepreist? Immerhin erklommen einige US-Indizes diese Woche bereits neue Allzeithochs.
Unsere heutige Sentiment-Analyse ist mit Vorsicht zu genießen: Die meisten wussten zum Zeitpunkt ihrer Stimmabgabe noch nichts von den jüngsten Entwicklungen im Iran. Dennoch lassen sich aus der grundlegenden Stimmung einige Schlüsse ableiten, wie Sie in Kapitel 3 lesen werden.
Heute habe ich mal einen kleinen Rundumschlag über unser Heibel-Ticker Portfolio gemacht: Zu viele Positionen gibt es regelmäßig kleinere Entwicklungen und Meldungen, die ein separates Update jedoch nicht wert sind. Dennoch geben auch die kleineren Meldungen in ihrer Vielzahl einen wichtigen Einblick in die jeweiligen Unternehmensentwicklungen. Das Kapitel 4 handelt heute also von unseren Portfolio-Werten.
Diese Woche gab es nur ein Update: Wir haben eine erfolgreiche Optionsschein-Spekulation geschlossen. Die Details lesen Sie in Kapitel 5.
In den vergangenen Wochen haben sich einige Leserfragen angesammelt, die ich diese Woche beantwortete. Meine Antworten zu insgesamt 9 Leserfragen zu den folgenden Aktien können Sie in Kapitel 6 nachlesen: High-Flyer Marvell, Ciena und Lumentum, Kapitalerhöhung bei Mutares, zwischenzeitlicher Ausverkauf bei Chip-Maschinenherstellern KLA Tencor, Vertiv und Teradyne. Außerdem gehe ich auf Details im Optionsscheinhandel ein und schaue mir einen Dividendentitel näher an. Consors hat wohl derzeit Probleme mit der Dividendenabrechnung, so dass es zu Verzögerungen kommt.
Sie wissen, dass ich mich mit der KI auseinander setze. Diese Woche habe ich mir mal den EU AI-Act angeschaut und auf Sinn und Zweck untersucht. Ein paar Anmerkungen dazu habe ich in Kapitel 7 zusammengefasst.
Natürlich gibt es wie immer eine tabellarische Übersicht über unser Heibel-Ticker Portfolio in Kapitel 8.
Nun wünsche ich eine anregende Lektüre,

take share, Ihr Börsenschreibel
Stephan Heibel
Chefredakteur und Herausgeber des Heibel-Ticker Börsenbriefs
2. So tickt die Börse: Lösung im Iran-Krieg greifbar, Aktienmärkte springen an
"Zurück auf Los" nennt man das bei Monopoly: Da habe ich heute recherchiert, dass der Ölpreis bei einer Öffnung der Straße von Hormus in Richtung 80 USD/Fass Nordseeöl fallen würde, und einen Social-Kommentar später bricht der Ölpreis von 98 auf 88 USD/Fass ein. Das amerikanische WTI steht aktuell sogar bei 84 USD/Fass. Alle Sorgen über Ölknappheit, gestrichene Flüge und rationiertes Benzin sind verflogen.
Seit 27 Jahren schreibe ich einen wöchentlichen Börsenbrief und ich habe von Anfang an darauf geachtet, Ihnen nur das Nötigste zu schreiben, damit Sie sich in kurzer Zeit ein Bild über die Finanzmärkte machen und sich anschließend um andere Dinge kümmern können. Schweren Herzens habe ich daher die zwei Seiten, die ich bereits geschrieben habe, gelöscht.
Fangen wir also nochmals neu an.
Die Verhandlungen in Pakistan vom vergangenen Wochenende wurden zunächst als "gescheitert" dargestellt, Nachrichtenmagazine sprachen von einem Sieg des Irans. Als Donald Trump dann auch noch verkündete, er werde die Straße von Hormus sperren, war die Häme groß, dass sie doch bereits durch den Iran gesperrt worden sei. Am Montag öffneten die Aktienmärkte mit einem dicken Minus, Weltuntergangsszenarien machten die Runde.
Seither kletterten die Börsen kontinuierlich nach oben, ohne dass es handfeste Gründe dafür gab. Erst heute um 15 Uhr erfuhren wir, dass der Iran mit Hilfe der USA die Straße von Hormus von Minen befreien werde und die bedingungslose Durchfahrt ermögliche. Ich bin gespannt, ob sich die Nachrichtenmagazine für ihre publizierte Fehleinschätzung entschuldigen werden.
Für mich war die Fehleinschätzung bereits heute um 14:10 Uhr ausreichend von den Aktienmärkten korrigiert und so verkaufte ich unseren Call-Optionsschein auf den Dow Jones mit +15% ... nur eine Stunde später wären es +20% gewesen. Naja, es ist noch niemand an Gewinnmitnahmen verarmt.
Erst Hüh, dann Hott: Bis heute Vormittag gingen Anleger davon aus, dass die EZB den Leitzins schon bald erhöhen muss, um gegen den erneuten Inflationsdruck durch die hohen Energiekosten (Ölpreis) anzugehen. Für die USA hielt man die gewünschten Zinssenkungen, die durch den nächsten Fed-Chef Kevin Warsh umgesetzt werden sollen, für nicht durchführbar. Seit heute Nachmittag hingegen wird wieder diskutiert, ob es eine oder zwei Zinssenkungen in den USA geben wird und für die EZB diskutiert man die Notwendigkeit einer Zinsanhebung.
Es roch nach Weltuntergang, denn der Iran-Krieg führte zu zurückhaltendem Verhalten der Konsumenten sowie Unternehmen. Eine abwartende Haltung, allein aus Vorsicht vor der ungewissen Zukunft, bremst das Wirtschaftswachstum und Rufe nach Zinssenkungen wurden laut, um die Konjunktur anzukurbeln. Doch das geht nicht, wenn gleichzeitig der Inflationsdruck ansteigt. Notenbankchefs waren in diesem Dilemma gefangen.
Vor einer Woche hatte ich mich auf die Wunschanalyse von SAP gesetzt und Sie davon zu überzeugen versucht, dass Software nicht so ohne Weiteres von einer KI ersetzt werden kann, insbesondere weil Software in ein Unternehmensnetz eingebunden ist, das ebenfalls einen Wert darstellt. Während in KI-Foren diskutiert wurde, wann, nicht ob, SAP-Software irgendwann wertlos sein wird, stellte ich mich also auf die Gegenseite und bezeichnete die SAP-Aktie als zu günstig, den Ausverkauf für übertrieben. Nun, diese Woche steht die Aktie an der Spitze des DAX mit +13%.
Die gesamte Softwarebranche wurde diese Woche wiederentdeckt. Insbesondere die vollmundigen Ankündigungen von Anthropic waren in den vergangenen Wochen und Monaten die Ursache für den gnadenlosen Ausverkauf. Am Beispiel der IT-Sicherheit zeigte sich, dass Anthropics KI zwar sehr gut im Analysieren, mit der Umsetzung von Lösungen jedoch überfordert ist. Die IT-Sicherheitslücken müssen durch CrowdStrike (+13%) und Palo Alto (+8%) geschlossen werden, weil es eben doch mit dem "Coding" allein nicht getan ist.
Es war so etwas wie ein Aha-Effekt, der Anlegern zeigte, dass die Softwarebranche eben doch nicht über Nacht verschwinden wird. Werden alle Software-Unternehmen benötigt? Nein. Es wird sicherlich einige geben, die von der KI überrollt werden. Wie in meiner SAP-Wunschanalyse gezeigt, müssen wir darauf achten, ob reiner Code verkauft wird, oder ein Netzwerk, Ökosystem oder ähnliches dran hängt.
So waren die zuvor beliebten KI-Hardwareanbieter - mit Ausnahme von Nvidia - diese Woche weniger gefragt. Taiwan Semi veröffentlichte am Mittwoch herausragende Zahlen, doch nicht herausragend genug, um gegen diesen Trend anzukommen. Unternehmen, die eine effizientere Nutzung der knappen Ressourcen im KI-Universum entwickeln, waren gefragt. Nicht aber Micron, SanDisk und Samsung.
Doch auch das änderte sich heute Nachmittag: Mit der Aussicht auf einen günstigeren Ölpreis nimmt der Inflationsdruck ab und sinkende Zinsen sind wieder möglich. Wichtiger als günstige Energiekosten sind für die Anbieter von KI-Rechenzentren günstige Finanzierungskosten, also ein niedriges Zinsumfeld. Und genau das ist nun wieder möglich, so dass Oracle (+29%) in die Höhe schoss. Dell (+6%) finanziert deutlich weniger, sondern bezahlt aus dem eigenen Cashflow, profitiert daher nicht ganz so stark. Aber das Unternehmen, das aus dem Nichts heraus KI-Rechenzentrum anbietet, CoreWeave (+30%), hält Schritt mit Oracle.
Übrigens klettern heute auch die Aktien aus unserem Heibel-Ticker Dividendenportfolio kräftig nach oben. Hohe Zinsen sind Gift für Dividendenaktien, da Anleger eine vergleichbare Verzinsung ohne Risiko stets einer Dividende mit Kursrisiko vorziehen.
Diese Woche fielen mir Insiderkäufe bei Sixt ins Auge: 1 Mio. Euro steckten Insider diese Woche in Sixt-Aktien. Das ist eine Summe, die ich schon für beachtlich halte. Sixt wurde im Corona-Crash von 100 auf 30 Euro ausverkauft, stockte die Flotte frühzeitig auf und profitierte dann von der starken Nachfrage nach Fahrzeugen: Nicht zur Miete, sondern die Verkaufspreise sprangen an. Bis Ende 2021 kletterte die Aktie auf ein Hoch bei 170 EUR.
Die anschließend wieder sinkenden Gebrauchtwagenpreise und das nachhaltig geänderte Verhalten am Arbeitsmarkt (mehr Heimarbeit) belasteten dann das Geschäft, die Aktie sank bis Mitte 2024 dann unter 60 EUR. Das Unternehmen musste sich neu erfinden, der Gewinn halbierte sich während der Umsatz aber weiter wuchs. Seither läuft die Aktie seitwärts, das Umsatzwachstum ging auf nur noch 5-7% zurück, aber der Gewinn bleibt stabil.
Mit einem EV/EBITDA von nur 5 notiert die Aktie inzwischen auf einem extrem günstigen Bewertungsniveau. 4,8% Dividendenrendite sind attraktiv und eine anziehende Gewinndynamik verspricht überproportionales Gewinnwachstum. Wer ein bis zwei Jahre Geduld mitbringt, kann bei diesem Wert auf eine Kursverdopplung setzen. Denn das EV/EBITDA/EBITDA-Growth (also KGV / Gewinnwachstum oder auch PEG) liegt bei nur 0,6. Für solide Unternehmen halte ich Werte über 1 für möglich.
Schauen wir mal, wie sich die wichtigsten Indizes im Wochenvergleich entwickelten:
Wochenperformance der wichtigsten Indizes
| INDIZES | 17.4., 20:31 Uhr | Woche Δ | Σ '26 Δ |
| DAX | 24.702 | 3,8% | 0,9% |
| S&P 500 | 7.121 | 4,5% | 4,0% |
| Nikkei | 58.476 | 2,7% | 16,2% |
| Shanghai A | 4.729 | 2,0% | 2,1% |
| US-Dollar/EUR | 1,18 | 0,6% | 0,4% |
| Euro/Yen | 186,57 | -0,1% | 1,6% |
| 10-Jahres-US-Anleihe | 4,24% | -0,07 | 0,08 |
| Umlaufrendite Dt | 2,99% | -0,01 | 0,21 |
| Feinunze Gold | $4.863 | 2,4% | 12,6% |
| Fass Brent Öl | $90,79 | -3,8% | 49,2% |
| Kupfer | $13.271 | 4,6% | 6,8% |
| Baltic Dry Shipping | $2.523 | 16,8% | 34,4% |
| Bitcoin | $77.244 | 5,3% | -12,0% |
Ich werde ja von dem einen oder anderen immer wieder mal als Trump-Versteher, manchmal sogar als Trump-Befürworter bezeichnet. Nun laufe ich Gefahr, den Stempel aufgedrückt zu bekommen, ich hätte Krieg als Mittel zur Zielerreichung gut geheißen. Das ist nicht der Fall.Es ist nun einmal mein Job, die Situation so realistisch wie möglich einzuschätzen. Und gleichzeitig unterscheidet erfolgreiche von erfolglosen Anlegern, dass man in der Lage sein muss, gegen den Strom zu schwimmen. Ich bin also immer auf der Suche nach einer anderen Sichtweise als der, die gerade in den Medien dominiert.
Und dabei stoße ich leider sehr häufig auf fragwürdige Sichtweisen. Manchmal können wir diese zu unserem Vorteil nutzen, wie diese Woche diejenigen bspw. die auf SAP gesetzt haben. Dennoch verurteile ich den Iran-Krieg auf's schärfste. Wir Menschen haben über Jahrtausende gelernt, dass Kriege immer unschuldige Opfer mit sich bringen, und so war es auch dieses Mal.
Es fehlt allerdings eine Alternative. 47 Jahre tanzte uns der Iran auf der Nase herum. Jahrzehnte lebten Israelis als Fremdkörper in einer anderen Kultur. Trump-Befürworter sagen, irgendwann müsse man Drohungen auch mal wahr machen, sonst wirken sie nicht.
Ich möchte jedoch daran erinnern, dass wir die Sowjetunion durch Verhandlungen in die Knie zwangen. Die USA und Deutschland sorgten Hand in Hand dafür, dass die wirtschaftliche Notlage der Sowjetunion so groß wurde, dass das System kollabierte. Wirtschaftliche Verflechtungen, sogar Geldgeschenke an die DDR, aber stets unter strengen Bedingungen, erhöhten sukzessive die Abhängigkeit des Ostens vom Westen.
Mit dem Fall der Mauer wurden alle Russen nun als Freund deklariert, selbst in China sah man kleinste Zugeständnisse als Weg in die richtige Richtung an und übersah über Jahrzehnte großzügig den Patentklau, den Markenklau, die wettbewerbswidrige Förderung der chinesischen Industrie und vieles mehr.
Überraschenderweise kam die Politik zu der Schlussfolgerung, dass wirtschaftliche Sanktionen kein geeignetes Mittel seien, um andere Gesellschaftssysteme in die westliche Wertewelt zu holen. Schnell wurde das Beispiel der Sowjetunion als historischer Glücksfall bezeichnet, der sich nicht wiederholen ließe. Und so agierte man fortan frei von jeder Moral mit jedem gesellschaftlichen System der Erde.
Das geht sogar so weit, dass man inzwischen China dafür bewundert, wenn sie sich nicht in den Iran-Krieg einmischen. Mit halbherzig umgesetzten Sanktionen finanziert der Westen seit Jahren Gesellschaftssysteme, die nicht unseren Werten entsprechen.
Ich will es nicht zu lang machen: Wenn ich mir einen Weg wünschen dürfte, würde ich mir einen US-Präsidenten wünschen, der gemeinsam mit Europa eine florierende westliche Wirtschaft aufbaut, um sodann Sanktionen konsequenter durchsetzen zu können. Unsere Demokratie gepaart mit der Marktwirtschaft sind die besten Gesellschaftsmodelle, die wir derzeit kennen. Ohne unsere Unterstützung können uns weder China, noch Russland das Wasser reichen.
Doch die engere Zusammenarbeit zwischen Europa und den USA scheiterte zunächst an TTIP, für das kein gemeinsamer Nenner gefunden werden konnte - Grenzen der Demokratie? - und dann an einem US-Präsidenten Donald Trump, mit dem man nicht gemeinsame Sache machen kann, ohne auf's Kreuz gelegt zu werden (siehe Meloni).
Also ja: Ich sehe die deutsche Abhängigkeit von der ach so großen Nachfrage aus China als eines der Kernprobleme der heutigen Zeit.
3. Sentiment: Erstaunlich schneller Stimmungswechsel
Um 3,8% sprang der DAX in der abgelaufenen Woche an. Nach dem Fehlstart am Montag aufgrund der vermeintlich gescheiterten Verhandlungen in Pakistan erholten sich die Aktienmärkte sukzessive im Wochenverlauf, um dann am Freitag Nachmittag aufgrund der Erfolgsmeldungen von Donald Trump nochmals einen Freudensprung oben drauf zu setzen. Der S&P 500 konnte sogar um 4,7% zulegen.Entsprechend springt auch die Stimmung unter den Anlegern an. Unser Anlegersentiment notiert nun bei +3,3, nachdem noch vor zwei Wochen negative Extremwerte gemessen wurden. Da die meisten Umfrageteilnehmer jedoch schon am Freitag Vormittag abgestimmt haben, also bevor die obige Erfolgsmeldung kam, dürfte die Stimmung zum Wochenende tendenziell eher noch erfreulicher ausfallen.
Die Verunsicherung ist verflogen, hier messen wir einen neutralen Wert von 0,0.
Die Zukunftserwartung geht auf 0,9 zurück. Auch diesen Wert würde ich deutlich höher erwarten, wenn wir nur diejenigen Umfrageteilnehmer betrachten, die von obiger Meldung wussten.
Die Investitionsbereitschaft zeigt mit 4,1 den höchsten Wert seit zweieinhalb Jahren an.
Das Euwax-Sentiment der Privatanleger steht bei neutralen 0,0. In die Rallye dieser Woche hinein wurden vorgestern eingegangene bullische Wetten aufgelöst.
Das Put/Call-Verhältnis für den DAX an der Eurex zeigt mit einem Wert von 1,56 eine relativ neutrale Positionierung der institutionellen Anleger an. Sie waren vor zwei Wochen long gegangen und nehmen nun Gewinne mit.
In den USA zeigt das Put/Call-Verhältnis an der CBOE mit einem extrem niedrigen Wert von 0,48 die stärkste Call-Nachfrage seit einem Jahr an. Das war heute früh noch nicht so, sondern entwickelt sich gerade erst, während ich schreibe.
US-Fondsmanager haben ihre Investitionsquote von 69% in der Vorwoche inzwischen wieder auf einen normalen Wert von 79% hochgefahren.
Die Bulle/Bär-Differenz steht bei -11%punkten. Während sich das Lager der Bären mit 43% gegenüber der Vorwoche nicht veränderte, gaben einige Bullen auf und siedelten in das Lager der Neutralen über, so dass nur noch 32% Bullen übrig bleiben.
Der technische Angst und Gier Indikator springt diese Woche auf 69% und zeigt moderate Gier an. Der wesentlich stärker schwankende Short Range Oszillator des S&P 500 notierte bereits am vergangenen Wochenende bei 4,5 und zeigte eine überkaufte Situation an. Der Wert dieser Woche, der erst am Wochenende veröffentlicht wird, dürfte diese Situation noch deutlich verschärfen.
Interpretation
Die ausführliche Interpretation der aktuellen Anlegerstimmung – basierend auf den hochwertigen Sentimentdaten unserer animusX Umfrage – bleibt den zahlenden Mitgliedern des Heibel-Ticker PLUS vorbehalten. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir die hohe Qualität unserer Analysen solide finanzieren möchten. Mit den Einnahmen entwickeln wir die Sentimentanalyse kontinuierlich weiter – für noch fundiertere Einschätzungen, die helfen, Anlageentscheidungen zu optimieren und die Portfolio-Performance weiter zu verbessern.
So erhalten Sie die Sentiment-Ergebnisse weiterhin kostenlos
Unser Give & Take-Prinzip: Wenn Sie an der wöchentlichen und nur 2 Minuten dauernden animusX-Umfrage (Do-Sa) teilnehmen, erhalten Sie die Sentiment-Ergebnisse inklusive der Interpretation weiterhin kostenfrei. Die animusX Sentiment-Ergebnisse werden zusätzlich noch mit umfangreichen Charts an alle Teilnehmer verschickt, damit Sie auch eigene Schlussfolgerungen daraus ableiten können.
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4. Ausblick: Ritt durch unser Heibel-Ticker Portfolio
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6. Leserfragen
Grenzen der KI: Komplexität?
Hallo Herr Heibel,
Sie schreiben "KI kann Komplexität beherrschen"
Bitte erlauben Sie, dass ich dem aufgrund meiner praktischen Erfahrung mit Claude entschieden widerspreche :-|
Möglicherweise benutzen wir aber auch unterschiedliche Definitionen von "Komplexität" ;-). Ich verwende mal die einfachste: Lines of Code.
Claude hat bereits bei einer Codezeilenanzahl von 10000 erhebliche Probleme, eine 08-15-Software (in meinem Fall einen Webclient) herzustellen. Bis zu einem gewissen Grad funktioniert der Webclient, es waren aber viele fachliche Fehler vorhanden, die Claude auch nicht nach Hinweisen und Tipps meinerseits beheben konnte. Das musste ich selber machen. Abgesehen davon war die Qualität des erzeugten Codes schlecht! Und das spielt eine Rolle, da Menschen den Code lesen müssen (wegen der o.g. Fehler) und auch Claude selbst mit besser abstrahiertem und konsistentem Code weniger Probleme hat! 10000 Zeilen Code ist in meinen Augen NICHT komplex. Eine "gestandene" Unternehmenssoftware hat schnell einige Millionen Zeilen Code.
Deshalb: Ich stimme Ihnen zu wenn Sie schreiben "Diese veralteten Strukturen in die neue Softwarewelt zu holen, kann KI sicherlich vereinfachen".
Aber im nächsten Absatz wollen Sie die KI dann auch die Integration in verschiedene Module machen lassen und Sicherheitslücken schließen lassen.
Das halte ich aktuell für vollkommen ausgeschlossen (zumindest ohne menschliche Hilfe).
Das liegt nicht nur daran, dass die nötige Software bzw. das Wissen darüber vermutlich deutlich zu komplex wäre, sondern auch daran, dass die o.g. Software (SuccessFactors, Ariba, Concur und Fieldglass..) wahrscheinlich Closed Source ist, sie also nicht in das Training des LLM eingeflossen ist. Und das ist ein Show-Stopper, denn LLMs verstehen NICHTS, sie können nur Wahrscheinlichkeiten für das nächste Wort aufgrund des GELERNTEN berechnen. Die Modelle sind auch deshalb so groß, weil sie möglichst alles schon einmal gesehen (=gelernt) haben sollten. D.h. dass SAP seinen Code (inkl. o.g. Module) Anthropic zur Verfügung stellen muss, damit ein "Claude SAP" trainiert werden kann. Alternativ könnte SAP selbst ein Fine-Tuning von Claude durchführen, dazu müsste Anthropic SAP aber die Sourcen von Claude (das neuronale Netz selbst) zur Verfügung stellen. Was davon wird wohl passieren?
Im Übrigen: Das FINDEN von Sicherheitslücken (siehe Anthropic Mythos) und das BEHEBEN zwei unterschiedliche Paar Schuhe, insbesondere ist das Beheben deutlich aufwändiger. Abgesehen davon ist auch nicht klar, wieviele echte Sicherheitslücken oder nur wahrscheinliche Kandidaten gefunden wurden. Aber Sie schreiben ja selbst: Marketing-Schachzug von Anthropic... :-)
Viele Grüße
Oliver aus Dormagen
P.S.: Apropos "Anthropics Marketing für Börsengang": Der Code von "Claude Code" (nicht das Neuronale Netz, sondern die Benutzung desselben z.B. in einer IDE oder im Web) wurde versehentlich von Anthropic veröffentlicht...weniger geschickt.
ANTWORT
Wahnsinn, wie unterschiedlich die Sichtweisen sein können :-) Dennoch haben wir vermutlich ein gemeinsames Verständnis der KI.
Für mich ist die globale Konjunktur, eine Branchenanalyse sowie die Einordnung einzelner Unternehmen in das Gesamtbild extrem komplex. Grob gesagt, können wir da drei Schritte draus machen, aber auch das ist für mich noch immer sehr komplex, insbesondere deswegen, weil sich die Dinge täglich ändern. Ich muss also auf verschiedenen Ebenen Schritt halten mit den Entwicklungen und jede noch so kleine Änderung durch alle Ebenen hindurch deklinieren. Das überfordert mich zunehmend, oder, um es mit Goethe auszudrücken: Je mehr ich weiß, desto weniger weiß ich. Und genau bei diesem Problem kann mir die KI meiner Einschätzung nach sehr gut helfen.
Das ist eine ganz andere Sichtweise als Ihre, die sich statische Modelle betrachten. Wir sind uns aber einig, dass ab einem bestimmten Komplexitätsgrad mehrstufige Ansätze bei der KI erforderlich sind. Nicht umsonst werden daher derzeit unendlich viele „Unter-Agenten“ kreiert, die jeweils auf kleine Teilbereiche spezialisiert sind.
SAP: Stand heute und aus Sicht eines Klein-Anwenders haben Sie Recht: SAP ist zu komplex für die heute verfügbaren KI-Modelle. Doch wenn ich mir die Entwicklungssprünge der vergangenen Jahre, Monate, ja Wochen vor Augen führe, dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis immer komplexere Aufgaben gelöst werden können … und sei es durch die zeitgleiche Entwicklung von gestaffelten Agentensystemen, die sich gegenseitig beauftragen und beaufsichtigen. An der Börse wird bekanntlich „die Zukunft“ gehandelt. Ich stimme Ihnen zu, dass derzeit die Möglichkeiten der KI überschätzt werden, zumindest auf der Zeitachse. Entsprechend halte ich SAP auf dem aktuellen Kursniveau ja auch für günstig bewertet, wie im Ergebnis der Wunschanalyse ausgedrückt :-)
Ihre Ausführungen zu den LLMs in Verbindung mit closed source Software sind sehr interessant, vielen Dank. Damit haben Sie sehr schön veranschaulicht, warum wir hier in Europa eine eigene KI benötigen. Kann Mistral das leisten? In meinen Augen werden sie gerade abgehängt.
Marvell, Ciena und Lumentum als neue High-Flyer
Hallo Hr. Heibel,
Habe zuletzt in Ihrem Ticker zweimal den Namen Ciena Corp, gelesen, aber keinen weiteren Kommentar dazu.
Wie sehen sie aktuell die Perspektive dieser Firma?
Weiters würde mich Ihre aktuelle Meinung zu Marvell Technology, Inc. Interessieren.
Danke für Ihre Mühe.
Beste Grüße
Bert aus Linz, Österreich
ANTWORT
Ciena liefert optische Netzwerktechnik und Transportlösungen, also die Infrastruktur, die gebraucht wird, wenn Rechenzentren, Cloud-Anbieter und Telekomnetze immer größere Datenmengen bewegen müssen. Die jüngsten Zahlen waren stark: Im Q1 2026 stieg der Umsatz um 33% auf 1,43 Mrd. USD. Die optische Netzinfrastruktur von Ciena geht jedoch eher in die Kommunikation mit Endkunden oder zwischen Rechenzentren.
Marvell hingegen bietet optische Komponenten für die Beschleunigung der Rechenoperationen innerhalb eines Rechenzentrums, was gerade für die KI-Leistungen gefragt ist. In den Zukunftsvisionen lese ich sogar von optischen Komponenten auf den Chips selbst, weil heutige Kupfer-Verbindungen unter der hohen Rechenlast stark erhitzen und daher die Stromrechnung für die Kühlung hochtreiben. Der Umsatz von Marvell sprang zuletzt sogar um 42% an. Noch im Oktober vergangenen Jahres bezeichnete ich diese Idee von Marvell als Zukunftsmusik. Tatsächlich lief die Aktie von Marvell seit Oktober 25 bis Anfang März 26 seitwärts.
Aktuell findet ein Wettlauf um die „besten“ KI-Modelle statt, und dafür müssen die Rechenoperationen innerhalb der Rechenzentren optimiert werden. Marvell bietet außerdem auch noch kundenspezifische KI-Chips an, die nahtlos mit der Nvidia-Architektur zusammenarbeiten können. In diesem Punkt ist Marvell Wettbewerber von Broadcom.
Nvidia hat kürzlich 2 Mrd. USD in Marvell investiert, um die Integration der Marvell-Lösungen in die Nvidia-Welt zu fördern. Mit dem Investment von Nvidia wurde nun die Handbremse gelöst, die Aktie von Marvell hat in den vergangenen Wochen um 50% zugelegt. Trotzdem ist sie mit einem EV/EBITDA von 27 noch nicht zu teuer, im Gegenteil. Ich könnte mir gut vorstellen, dass Marvell zur nächsten Generation der High-Flyer gehören wird, weil das Unternehmen einen Engpass der KI-Revolution zu lösen verspricht: Die Hitzeentwicklung reduzieren.
Noch tiefer nach unten in der vertikalen Wertschöpfungskette der KI-Revolution würde ich Lumentum ansiedeln, ein weiteres Unternehmen mit optischen Komponenten, in das Nvidia ebenfalls vor wenigen Wochen Milliarden investierte. Ciena baut eher die Netzwerksysteme und Transportplattformen, Marvell liefert Chips und Verbindungslogik für Rechenzentren, und Lumentum liefert vor allem photonische Bauteile, Laser, Module und optische Subsysteme, die diese Datenverbindungen überhaupt erst möglich machen. Lumentum ist also stärker ein Optik- und Komponentenlieferant als ein klassischer Netzwerkausrüster oder Halbleiterdesigner.
Das Umsatzwachstum bei Lumentum beträgt derzeit 77%, der Gewinn explodiert geradezu nach oben. Die Rule of 40 wird von Lumentum belächelt, die Werte sind in diesem und im kommenden Jahr dreistellig. Doch die Aktie wurde bereits entdeckt, seit Jahresbeginn legte sie um 150% zu.
Ciena wäre in meinen Augen eine langfristige Position. Das Unternehmen ist gesund und wird sich über eine langsam anziehende Nachfrage beim Ausbau optischer Netzinfrastruktur freuen. Marvell sitzt mit kundenindividuellen KI-Chips mitten im KI-Engpass und erfreut sich über einen Hype, den das Unternehmen für die Entwicklung weiterer kritischer Komponenten nutzen möchte. Lumentum ist eher ein Schaufel-Lieferant für diese Entwicklung. Sowohl Marvell als auch - und noch mehr - Lumentum profitieren vom aktuellen KI-Hype. Es sind Aktien, die in den kommenden Wochen deutlich nach oben schnellen können, solange der Hype anhält. Doch irgendwann werden Zweifel aufkommen, wohin das alles führen wird etc. Dann werden gerade diese Aktien am stärksten ausverkauft.
Aufspringen also bitte nur mit engem Stopp Loss.
Kapitalerhöhung und Bilanzierungsverzögerung bei Mutares
Ich habe seit geraumer Zeit immer mal wieder einige Mutaresaktien (A2MB65) im Portfolio als Dividendenaktie. Nun haben sie Bezugsrechte auf die Aktien zu 24,50 angeboten
als Kapitalerhöhung. Mich würde interessieren, was halten sie generell von dieser Aktie halten bzw. von der Kapitalerhöhung. In letzter zeit gab es ja einige
Ungereimtheiten mit Quartalsberichten und Bilanzen. Für eine kurze Analyse wäre ich dankbar
Michael aus Erbach
ANTWORT
Die Kapitalerhöhung soll zu 80% für die Erschließung des US-Geschäfts genutzt werden, und zu 20% zur Stärkung der eigenen Bilanz. Immerhin wird die Anzahl der ausstehenden Aktien durch die Kapitalerhöhung um 20% erhöht, eine deutliche Verwässerung für Alt-Aktionäre, die nicht zeichnen.
Die Dividendenrendite von 8,5% sieht attraktiv aus, doch sie beruht zum Teil auf Veräußerungsgewinnen von Beteiligungen. Das ist ein sehr schwankungsintensives Geschäft, bzw. es kann ja mal für einen längeren Zeitraum vorkommen, dass keine Beteiligungen veräußert werden.
Sie merken es: Begeisterung kommt bei mir nicht auf. Ich habe so meine Vorbehalte bei Beteiligungsgesellschaften. Mutares kauft problembehaftete Unternehmen auf Kredit, weil das Management meint, es besser zu können. Das war in der Vergangenheit auch relativ erfolgreich. Doch für mich als Anleger ist das Geschäft zu undurchsichtig. Ich müsste mir ein Bild über die vielen Beteiligungen von Mutares machen, um eine Bewertung vornehmen zu können. Und dann müsste ich den Vorstand persönlich kennen, um mir über seine „überlegenen“ Fähigkeiten ein Bild zu machen.
Wie Sie sagen, verzögert sich die Veröffentlichung der aktuellen Unternehmenszahlen, und das ist - ungeachtet jeglicher sonstiger Umstände - stets ein Warnsignal, das von zusätzlichen Käufen abhalten sollte. Oder, wie es in meinen Grundlagen steht: Bilanzierungsunregelmäßigkeiten = Verkaufen. Sie können nicht abschätzen, ob da mehr dahinter steckt, oder ob sich die Ungereimtheiten in wenigen Wochen in Wohlgefallen auflösen. Als Anleger tappen Sie im Dunkeln.
K.O.-Schwelle bei Turbo-Zertifikaten
Hallo Herr Heibel,
heute habe ich ein Anliegen, welches weniger mit Ihrem Muster- Depot zu tun hat.
In volatilen Zeiten spekuliere ich gern mit Turbo- Zertifikaten auf den DAX. Das Problem: Wenn man es länger hält, halten muss, ist der interne Verlust sehr hoch. Ich habe beispielsweise am 20.3. ein Turbo mit KO Schwelle bei 21.594 Punkten gekauft. Teile davon habe ich noch und der KO ist mittlerweile bei 21.678 Punkten. Das ist in 21 Tagen heftig.
Können Sie mir eine Alternative empfehlen?
Viele Grüße
Roy aus Lützen
ANTWORT
Genau das ist der Haken bei Turbo-Zertifikaten: Die KO-Schwelle wandert wegen der Finanzierungskosten laufend nach oben. Für sehr kurzfristige Spekulationen ist das noch verkraftbar, für Haltedauern über mehrere Tage oder Wochen wird es schnell teuer.
Wenn Sie auf den DAX über mehrere Tage spekulieren wollen, würde ich eher zu einem Call oder Put mit einigen Monaten, besser 1-2 Jahren Restlaufzeit raten und nicht zu einem engen Turbo. Dann kaufen Sie sich Zeit ein, statt täglich gegen die Finanzierungskosten anzulaufen.
Ich erzähle seit 25 Jahren, dass ich im Rahmen eines Projektes bei der Börse Zürich (SWX) Zahlen einsehen konnte, die zeigten, dass 95% der Privatanleger beim Spekulieren mit solchen Finanzprodukten Geld verloren haben, nur 5% konnten ihre Trades mit Gewinn abschließen. Sie zocken also gegen den Wind.
Verzögerte Dividendengutschrift bei Consors
Guten Tag Herr Heibel,
als langjähriger Leser des Heibel-Tickers traue ich mir mal eine sehr spezielle Anfrage zu stellen. Ich freue mich immer jede Woche neu auf Ihre höchst informativen, interessanten und erhellenden Ausführungen, und das schon seit Ihrer Zeit in New York. Vielen Dank dafür.
Mittlerweile haben wir das Rentenalter erreicht und das Depot auf Dividendenaktien umgebaut. Vornehmlich US Unternehmen. Technologie ist aber noch zu etwa 20% vertreten. Unter anderem besitzen wir Anteile von Main Street Capital, WKN A0X8Y3. Ein zuverlässiger monatlicher Dividendenzahler. Bisher hat Consors die Dividenden mit 2 bis 3 Tagen Verzögerung weitergegeben. Im letzten Monat verzögerte sich die Zahlung um eine Woche. Die letzte Dividende wurde vom Unternehmen am 27.3. planmäßig bezahlt. Bis heute ist aber von Consors keine Zahlung eingegangen. Auf meine Anfrage nach den Gründen antwortete der Consors Kundenservice, daß es derzeit bei bestimmtem Gattungen zu Verzögerungen kommt. Das ist für mich keine zufrieden stellende Aussage.
Haben Sie eventuell die Zeit und Verbindungen, um in dieser Richtung etwas erhellendes zu erforschen?
Vielen Dank und machen Sie weiter so.
Mit freundlichen Grüßen
Klaus-Dieter aus Pinneberg
ANTWORT
Herzlichen Dank für das Lob :-)
Das ist sehr wahrscheinlich kein spezifisches Problem von Main Street Capital und auch kein Warnsignal für die Dividende selbst, sondern ein Abwicklungsproblem bei Consors, möglicherweise bei bestimmten ausländischen Gattungen oder Lagerstellen. Ärgerlich ist das trotzdem, denn gerade bei einem monatlichen Dividendenzahler fällt so etwas sofort auf.
Consors scheint meinen Informationen zufolge derzeit tatsächlich mit verzögerten Dividendengutschriften zu kämpfen. Ich habe noch von anderen Mitgliedern von Problemen bei der Verbuchung von Ertragsausschüttungen gehört. Bei Consors heißt es, das zuständige Team arbeite an einer Rückkehr zur taggleichen Bearbeitung und Gutschriften würden rückwirkend mit korrektem Valutadatum gebucht.
Consors selbst ist mir zwar nicht als Musterknabe der Branche bekannt, aber auch nicht als unzuverlässig. Ich würde davon ausgehen, dass dieses konkrete Problem gelöst werden kann. Ob Sie deswegen die Bank wechseln sollten, bleibt Ihren Nervenkostüm überlassen :-)
RÜCKMELDUNG
Hallo Herr Heibel,
herzlichen Dank, dass Sie sich die Zeit für die Frage genommen haben. Inzwischen ist die Dividende auch mit über 2 Wochen Verspätung angekommen.
Mit freundlichen Grüßen
Klaus-Dieter
Quartalsdividende von Medical Properties Trust
Guten abend Herr Heibel
Gerade in der aktuellen Krise erfreue ich mich sehr an Ihrem Optimismus, der in den beiden Plus Newslettern ausgestrahlt wird.
Wir erwägen Medical Properties Trust (MPT/MPW) als stabilen Dividendentitel in unser Depot aufzunehmen, wie ist Ihre Einschätzung dieses Titels?
Zur Beobachtang halten wir seit Jahren eine kleine Position des Titels.
mit freundlichen Grüßen
Hartmuth aus Meinersen
ANTWORT
Bei Medical Properties Trust (MPT) wäre ich derzeit vorsichtig. Die Aktie ist aus meiner Sicht kein stabiler Dividendentitel, sondern eher ein Sanierungsfall. MPT hat die Dividende zwar nach der Halbierung Ende 2024 zuletzt leicht wieder angehoben, auf zuletzt 0,09 USD je Quartal, aber das ist noch weit entfernt vom früheren Niveau. Allein daran sieht man schon, dass die Ausschüttung nicht aus einer Position der Stärke kommt
MPT besitzt Krankenhausimmobilien, war zuletzt aber stark von Problemen (Pleite) eines großen Betreibers abhängig. Inzwischen stabilisiert sich die Situation wieder, aber die alte Dividendenverlässlichkeit ist noch nicht wieder hergestellt. Ich habe den Eindruck, dass das Unternehmen aktuell noch immer eine höhere Dividende ausschüttet, als bilanziell gerechtfertigt. Mag sein, dass das Geschäft sich normalisiert, doch aktuell würde ich die Finger von diesem Unternehmen lassen. Noch fehlt die Verlässlichkeit, die für einen Dividendentitel erforderlich ist.
Trump versus Religion
Hallo Herr Heibel,
vorab österliche Grüße an Sie (+Familie).
Schreibe selten Kommentare aber diesmal muss es raus 8)
Meine Wahrnehmung:
Irankrieg lässt sich nicht militärisch lösen, sondern er (Trump) trifft auf ein Religiöses Dilemma.
Israel, Iran wollen sich gegenseitig vernichten. Hier treffen Juden, Islam (sunit, shiit) und Christen aufeinander. Jeder mit dem Anspruch wenn die Gegner am Boden liegen, kommt vom Himmel der Heilsbringer…
ERSCHÖPFUNGSSTRATEGIE
Trump lässt den Krieg zu einer beidseitigen Erschöpfung kommen.
Nicht bis zur nuklearen Vernichtung — das ist die rote Linie. Aber bis zu einem Punkt wo beide Lager militärisch am Boden sind, keine Reserven mehr haben, und — entscheidend — wo kein Gott erschienen ist um sie zu retten.
(religiöse Enttäuschung, Hardliner bekommen kein Gehör mehr, Bann gebrochen)
Ähnlich dem Szenario Japan WWII, Kaiser Tenno Japan gottgleich, Krieg heilig für Japaner, nach Nagasaki, hörten Japaner erstmals über Radio seine Stimme und er gab im Namen Japan auf. Der religiöse Bann war gebrochen, denn kein „Gott“ würde so etwas sagen. Japan wurde nach WWII und theologischer Entäuschung erfolgreich…
Israel wollte schon immer Iran "dem Erdboden gleich machen", hier lenkt Donald die Zügel, um (in Abstimmung mit Putin und Xi -kein Eingreifen seitens Ru,Ch) Angriffe so zu kontrollieren, dass nach Erreichen des militärischen Ziel Israel dazu gebracht wird, sich zu mäßigen (Waffenstillstand wenn Ziel erreicht) und es nicht zu weit kommen zu lassen (kein Atomwaffeneinsatz, Nichtbesetzung Westjordan, keine Zerstörung iranischer Ölinfrastruktur > Verhindern WWIII). Würde die US nicht steuernd wirken, wäre es eine Katastrophale für die Welt.
Erst dann kann es eine Chance geben, hier Frieden aufzubauen (siehe 90er als Friedensgepräche Oslo durch Hardliner unterlaufen wurden, Israelisch Präsident Attentat mit Tod) wenn der theologische Knoten geplatzt ist.
Gruß us Kölle
Jo(erg)
ANTWORT
Bitte entschuldigen Sie die späte Antwort, aber da Sie die Religion explizit ansprachen, passt Ihr Schreiben heute um so besser.
Wenn ich meine christliche Brille aufsetze, gibt es keine Zweifel: Krieg ist keine Lösung, selbst wenn man 47 Jahre erfolglos verhandelte. Ich könnte mich sogar darauf einlassen, uns eine Mitschuld an den gescheiterten Verhandlungen zu geben: Die harte, wirtschaftliche Verflechtung mit der DDR und der Sowjetunion, mit der wir schließlich die Wiedervereinigung erzwangen, ist leider nicht zu vergleichen mit dem laxen wirtschaftlichen Umgang mit China von heute. Und solange Sanktionen in einer globalen Welt lediglich für eine Verschiebung der Warenströme sorgen, ist die Klinge des Schwertes „Sanktionen“ leider stumpf. Ist die Welt zu komplex, um Sanktionen gegen den Iran global durchzusetzen? Nun, das müsste unser Anspruch sein, diese Komplexität zu lösen.
„Einfach mal draufhauen“, wie es Trump nun macht, könnte in den USA zu einem Umdenken führen, das wir in Zahlen dann spätestens bei den Zwischenwahlen im November vor Augen geführt bekommen. Doch Vorsicht: In den USA dominiert der Calvinismus, demzufolge Erfolg die Belohnung Gottes für den Fleißigen ist. Sollte Trump den Iran-Krieg aus US-Sicht erfolgreich beenden, dürfte das Umdenken, das wir aktuell erwarten, geringer ausfallen.
Gut möglich, dass uns genau dieses Thema durch den Sommer begleiten und die Finanzmärkte belasten wird.
Fälligkeit & Abrechnung von Optionsscheinen
Sehr geehrter Herr Heibel,
ich bin schon etliche Jahre lang zufriedener Kunde Ihres Tickers. Ohne mich wirklich mit Optionsscheinen auszukennen, habe ich die beiden Optionsscheine gekauft, den einen bereits wieder verkauft. Meine Fragen:
• Wenn wird meine Option wirksam?
• Wie kann ich meine Option einlösen?
• Gibt es Termine, die ich nicht verpassen darf?
Vielen Dank für Ihre Antwort
Hans aus Freistadt in Österreich
ANTWORT
Die Optionsscheine werden zur „Fälligkeit“ abgerechnet. Im Unterschied zu Optionen erfolgt keine Lieferung der zugrunde liegenden Aktien, sondern es erfolgt nur eine Abrechnung und Gutschrift des Wertes zum Abrechnungs-/ Fälligkeitszeitpunkt.
Grundsätzlich ist die Berechnung des Preises für Optionsscheine ziemlich kompliziert, unter anderem spielt die Restlaufzeit bis zur Fälligkeit eine Rolle. Je länger die Restlaufzeit, desto höher der „Aufpreis“. Desto höher ist also das spekulative Aufgeld, das Anleger über den nüchternen Wert hinaus zu zahlen bereit sind. Dieser Aufpreis schrumpft erfahrungsgemäß gerade in den letzten 3 Monaten schnell zusammen, so dass ich mich bemühe, Optionsscheine mit längeren Restlaufzeiten auszusuchen. Idealerweise verkaufe ich den Optionsschein bereits spätestens 6 Monate vor Fälligkeit.
KLA Tenor, Vertief und Teradyne nach Ausverkauf
Guten Tag, Herr Heibel,
den Ausverkauf der Anbieter von Speicherchips hatten Sie ja bereits beschrieben. Jetzt kommen auch Aktien wie Vertiv Holding, KLA-Tencor und Teradyne etc unter die Räder. Sehen Sie da einen logischen Zusammenhang im Sinne von weniger Energieaufwand, weniger Kühlung notwendig etc oder greift jetzt vermehrt Hysterie um sich?
Beste Grüße
Peter aus München
ANTWORT
ARM Holding kündigte kürzlich einen eigenen KI-Chip an, der wesentlich weniger Speicher benötigen soll. So wurden Speicherchips ausverkauft, was dann breite Bereiche der KI-Infrastruktur erfasste, dort zuerst die besonders zyklischen Bereiche. Dazu gehören KLA-Tencor und Teradyne, weil beide an Investitionen in Halbleiterproduktion und Testkapazitäten hängen. Zusätzlichen Druck erzeugen Zölle und Exportthemen für deren Technologien: Reuters berichtete bereits, dass neue US-Zölle die großen US-Anlagenbauer wie KLA-Tencor erheblich belasten könnten.
Vertiv ist für seine Wasserkühlung in KI-Rechenzentren bekannt. Hier geht es um die Sorge, dass neue Chipgenerationen effizienter werden und damit der Kühlbedarf pro Recheneinheit sinkt. Ich denke, wir sind weit davon entfernt, weniger Kühlung zu benötigen: Man hat das Problem der Hitze gerade erkannt und forscht noch nach Lösungen. Es wird dauern, bis diese flächendeckend und kostengünstig eingesetzt werden können.
Also ja, in meinen Augen ist das eher Hysterie, die aber nicht zu unterschätzen ist. Alle drei Unternehmen notieren auf einem EV/EBITDA knapp über 50, was bei den Wachstumsraten von 24-33% im Umsatz und überproportionalem Gewinnwachstum in Ordnung ist. Doch optisch sieht das Bewertungsniveau hoch aus und sollte es nochmals zu einer Konsolidierung von KI-Aktien kommen, haben diese drei Kandidaten eine hohe Fallhöhe. Langfristig, also auf Sicht von 12 - 18 Monaten, halte ich die Bewertung aktuell für gesund.
7. Kai - EU AI Act & verantwortlicher Umgang mit KI
: KI in der Vermögensberatung
Di, 14. April um 17:35 Uhr
Algorithmen diskriminieren nicht, würde man meinen. Doch bei der KI ist das nicht so. Künstliche Intelligenz wird mit verfügbaren Daten trainiert. Wenn dafür das internet gescannt wird, dann wird die KI mit allen im Netz vorhandenen Vorlieben und Abneigungen trainiert, und übernimmt diese.
Ein blindes Trainieren mit immer mehr Daten, die bspw. auch TikTok und Instagram berücksichtigen, dann werden auch alle über diesen Kanal getätigten Äußerungen als Basis für das KI-Modell berücksichtigt. Kein Mensch wird in der Lage sein, bestimmte Antworten, Vorlieben und Abneigungen des KI-Modells, Stärken und Schwächen auf ihre genaue Ursache zurückzuführen. Die Grenze zwischen Korrelation und Kausalität verschwimmt.
Doch gerade die Korrelation ermöglicht es der KI, vermeintlich "intelligent" zu wirken. Sie kann dadurch Antworten neu generieren. Sie kann "kreativ" sein, was mitunter zu Halluzinationen führt, oder eben einfach zu Falschaussagen. Oder, um beim obigen Beispiel zu bleiben, sie kann auf Basis der antrainierten Vorlieben nd Abneigungen Wertungen vornehmen, die überzeugend klingen, aber nicht mit unseren Grundwerten vereinbar sind.
Die EU hat mit dem AI-Act das weltweit erste KI-Regelwerk geschaffen. Die Hoffnung ist, mit Hilfe dieses AI-Acts einen strategischen Wettbewerbsvorteil zu erzielen, wenn es um globale Standards für vertrauenswürdige KI in sensiblen Bereichen geht. Hier ein paar Grundsätze:
- Unannehmbares Risiko: Anwendungen wie Social Scoring oder verhaltensbezogene Manipulation sind strikt verboten.
- Hochrisiko-Systeme: KI im Bereich kritischer Infrastruktur oder bei der Mitarbeiterführung wird streng reguliert und muss Transparenzpflichten sowie menschliche Aufsicht gewährleisten.
- Minimales Risiko: Die meisten Anwendungen, wie bspw. Spam-Filter, bleiben unreguliert.
Wenn ich nun meinen KI-Agenten Kai ausbilde, werde ich einen besonderen Fokus auf die Transparenz legen. Was ich oben unter Kausalität versus Korrelation veranschaulicht habe, wird im Heibel-Ticker sehr transparent Eingang finden. Mein persönlicher Anspruch ist es, Kai den Stand der Finanzwissenschaft deterministisch beizubringen. Er soll also für alles, wofür es wissenschaftlich belastbare Erkenntnisse und Methoden gibt, genau diese Methoden verwenden. Je mehr dieser Methoden ich ihm beibringen kann, desto "deterministischer" wird er für uns arbeiten, desto stärker ist die "Kausalität".
Eigene Interpretationen, die über Korrelationen abgeleitet werden, dürfen in unserem Modell erst ganz zum Schluss kommen und müssen klar gekennzeichnet sein.
Es handelt sich um "Post-Training", also um das Verfeinern eines bereits trainierten Modells. Dabei müssen wir stets "Benchmarks" definieren, also gewünschte Ergebnisse, die erreicht werden müssen, um die deterministische Methodenanwendung möglichst zu perfektionieren.
Soweit ein paar Grundlagen für den Umgang mit Kai :-) Konkret heißt das, dass wir erst einmal eine große Datenbank von Bilanzdaten aufbauen werden, um diese dann mit den gängigen Analysemethoden zu trainieren. das gibt es ja alles schon und hat nicht viel mit KI zu tun, daher werde ich mich auf vorhandene Strukturen stützen. Das spannende wird dann im Anschluss, diese Analysen mit Marktdaten, Konjunkturdaten und anderen Meldungen kombinieren.
8. Übersicht HT-Portfolio
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Quellen:
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Bilanzdaten: Bloomberg, Comdirect, Yahoo! Finance sowie Geschäftsberichte der Unternehmen
Informationsquellen: dpa, Aktiencheck, Yahoo! Finance, TheStreet.com, IR-Abteilung der betreffenden Unternehmen
DEUTSCHE BIBLIOTHEK : ISSN 1862-5428
Erscheinungsweise: wöchentlich Freitag/Samstag
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