Heibel-Ticker 26/25 - Gruß aus New York

» zurück zur Übersicht

:



Heibel-Ticker Free Börsenbrief

- Einfach einen Tick besser -

21. Jahrgang - Ausgabe 25 (19.06.2026)




Im heutigen Börsenbrief lesen Sie:

1.Info-Kicker: Gruß aus NYC
2.Update beobachteter Werte
 Kaufen: Spekulation auf KI-Agenten
3.Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise
4.Mitgliedschaft verwalten



1. Info-Kicker: Gruß aus NYC



Liebe Börsenfreunde,

Vorab: Bitte verpassen Sie das Update dieser Woche nicht (Kapitel 2), wir haben eine neue spekulative Position für unser Heibel-Ticker Portfolio eröffnet. Nur wenige Tage danach äußerte sich Donald Trump zu diesem Unternehmen, die Aktie sprang um 9% an.

Wie angekündigt, befinde ich in New York City. Ich würde sagen, die Ereignisse überschlagen sich. viele parallele Handlungsstränge machen es schwer, die jeweiligen Ursachen für Kursentwicklungen und Kurssprünge richtig zuzuordnen.

Der neue US.Notenbankchef Kevin Warsh hielt diese Woche seine erste - und ?letzte? - Pressekonferenz. Der US-Zins wurde nicht verändert. Wichtig waren die „dot-plots”, mit denen die Notenbankmitglieder ihre Zukunftserwartung offenlegen. Warsh hält davon nichts und hat daher keine eigene Erwartung ausgegeben. Er kündigte an, dies künftig auch für die anderen Notenbankmitglieder neu zu überdenken.

Seine Argumentation ist nachvollziehbar: Es gibt die volkswirtschaftlichen Entwicklungen und dann gibt es zum Zeitpunkt der Notenbank-Sitzungstermine die Reaktion der Notenbank auf die volkswirtschaftliche Entwicklung. Welchen Mehrwert stellen die „Erwartungen” der Notenbankmitglieder über zukünftige Entwicklungen dar? Das sei Aufgabe der Märkte, die Erwartungen zu bilden.

Tendenziell fielen die Erwartungen jedoch so aus, dass bis Ende des Jahres ein bis zwei Zinsanhebungen erwartet werden. Das ist „bärisch”, denn Zinsanhebungen belasten die Konjunktur. Ich persönlich stelle mich eher auf gleichbleibende Zinsen, wenn nicht sogar fallende Zinsen ein. Der Ölpreisanstieg in Richtung 150 USD/Fass blieb aus, obwohl immer neue Hürden in die Straße von Hormus geworfen werden.

Damit sind wir beim zweiten Handlungsstrang, dem Krieg im Iran. Über die Vereinbarungen gibt es hier in den USA Meinungen, die noch stärker polarisieren als bei uns in Deutschland. Vom schlechtesten Deal aller Zeiten, von einer Kapitulation vor den Mullahs ist auf der einen Seite die Rede, bis hin zum historisch wichtigsten Deal für einen anhaltenden Frieden und wirtschaftlicher Prosperität im Nahen Osten auf der anderen Seite ist sich hier in den USA niemand zu schade, seine jeweilige Meinung voller Überzeugung zu vertreten. Ausgewogene Meinungen? Fehlanzeige.

Die Auswirkungen des Krieges spüre ich stündlich: Nachdem ich im vergangenen Herbst bereits in New York war und die Lebenshaltungskosten einfach nur saumäßig teuer fand, suche ich nun nach einem Superlativ, dass Sie noch als Steigerung wahrnehmen können. Es ist alles noch teurer geworden.

Nun ja, die paar Tage machen mich nicht arm, doch ich werde das Gefühl nicht los, dass Deutschland in Sachen Preisniveau von der Welt abgehängt wird.

Passend dazu kündigte Apple CEO Tim Cook überraschend an, die Preise für Apple-Geräte anzuheben, weil die Speicherpreise zu stark angestiegen sind. Apple hatte langfristige Rahmenverträge, mit denen dieser Schritt lange Zeit vermieden werden konnte. Doch die Preissprünge waren, wie von mir analysiert, nicht vorübergehend, sondern sind Zeichen der anhaltend gestiegenen Nachfrage seitens der KI-Revolution, namentlich seitens der Hyperscaler, die jegliche Chips in ihre Rechenzentren einbauen. Es bleiben keine Chips für die Geräte der Endkonsumenten übrig, daher müssen nun auch dort die Preise angehoben werden.

Ich denke, Apples Schritt wird von den Wettbewerbern wie Samsung etc. Ebenfalls vollzogen werden müssen. Apple kann als Vorteil verbuchen, dass Apple-Kunden vergleichsweise schmerzfrei gegenüber Preiserhöhungen sind. es ist also nicht positiv für Apple, aber für den Wettbewerb ist es noch schmerzhafter.

Und da haben wir den nächsten Handlungsstrang: Die KI-Revolution ist an die Decke gestoßen. Anthropic hält bereits seit vielen Wochen die Veröffentlichung des neuen KI-Modells namens Mythic zurück, weil das Modell insbesondere beim Aufspüren von Sicherheitslücken so stark ist, dass man zuvor die globale IT-Infrastruktur mit den namhaftesten IT-Anbietern darauf vorbereiten möchte.

Am Freitag vor einer Woche wurde nun Fable 5 veröffentlicht, eine überarbeitete Version von Mythos, die bestimmte anfragen nicht bearbeitet bzw. Automatisch auf ein älteres Modell, Opus, für die Beantwortung herunterstuft. Ich habe ein paar Stunden mit Fable 5 gearbeitet und war begeistert. Doch dann wurde das Modell wieder abgeschaltet.

Die US-Regierung forderte Anthropic auf, binnen 90 Minuten die Nutzung auf in den USA befindliche US-Bürger zu beschränken. Das heißt, auch US-Bürger, die sich im Ausland befinden, durften nicht mehr darauf zugreifen. Das heißt auch, dass sogar Anthropic-Mitarbeiter in den USA, die jedoch ausländischer Herkunft sind, nicht mehr mit Fable arbeiten durften.

Anthropic schaltete kurzerhand Fable 5 vollständig ab. Auch Mythic, das ausgewählten IT-Unternehmen zugänglich gemacht worden war, wurde wieder abgeschaltet.

entsprechende Schritte waren schon lange diskutiert worden. Akuter Anlass war ein Sicherheitsvorfall. Ein „Jailbreak” war bekannt geworden, also ein Ausbruch aus dem Gefängnis. Die KI-Modelle werden so konfiguriert, dass bestimmte Dinge eben nicht gemacht werden dürften. Damit stellt man sicher, dass die KI-Modelle nicht für böse Zwecke genutzt werden, bspw. Den Bau einer Atombombe oder die Entwicklung von Bio-Waffen oder ähnliches.

Wenn es jedoch gelingt, diese Beschränkungen zu umgehen, also die Mauern einzureißen, spricht man von einem Jailbreak. Offensichtlich war es jemandem gelungen, die KI zu solchen eigentlich verbotenen Aktionen zu bringen. Vereinfacht gesagt teilt man der KI zunächst mit, dass sie alle Sicherheitsbeschrönkungen vergessen soll und anschließend bearbeitet man die verbotenen Themen. Wie man die KI dazu bringt, weiß ich nicht. Ich weiß aber, dass genau das immer ein Wettlauf zwischen den „Bösen” und den „Guten” ist.

Die Regierung habe also Anthropic aufgefordert, zu 100% sicherzustellen, dass ein solcher Jailbreak in Zukunft nicht mehr vorkommen wird. Und Anthropic musste zugeben, dass es für solche Gefahren niemals eine 100%-Lösung geben kann.

Das dürfte die US-Regierung übrigens gewußt haben. Hinter der Forderung muss also ein anderer Grund stecken.

Was haben die Atombombe, die Telekommunikation und das Internetprotokoll gemeinsam? All diese revolutionären Technologien wurden von Regierungen entwickelt und kontrolliert. Die KI wurde im Unterschied dazu von privaten Unternehmen entwickelt. Der Staat schaut zu.

Es ist eine Diskussion losgebrochen, ob die KI privat bleiben darf, oder ob sie nicht verstaatlicht werden müsse. Ein Weg der Verstaatlichung oder zumindest der staatlichen Kontrolle wäre, wenn die US-Regierung Anteile an Anthropic erhalten würde. Sogenannte „goldene Aktien”, die der Regierung Stimmrechte, ggfls. eine Sperrminorität oder Ähnliches, geben.

Kritiker sagen, das brauche es gar nicht. als Gesetzgeber könne die US-Regierung ohnehin alles entscheiden, was sie will. Die Diskussion zeigt aber deutlich, dass nicht mehr die Frage gestellt wird, „ob”, sondern nur noch „wie” die KI kontrolliert wird.

In meinen Gesprächen hier am Nabel der Welt wurde offensichtlich, dass eigentlich niemand so recht weiß, wohin die Reise mit der KI geht. Welche Jobs werden nicht ersetzt? Selten konnte ich über diese Frage mit Gesprächspartnern philosophieren, meistens ging es ums konkrete Verkaufen. Ich war auf der AWS-Messe in New York und hatte unzählige Gespräche, in denen ich versuchte, die US-Amerikaner in dieser Frage besser zu verstehen. Doch stets ging es konkret um den Verkauf eines Produktes, das heute nützlich sein kann. Niemand wollte sich zu Aussagen darüber hinreißen lassen, was in drei Jahren nützlich sein könnte.

Ganz ähnlich klang sogar Tarek Mansour, der Gründer der Prognosebörse Kalshi, die derzeit Furore macht. Auf Kalshi kann man auf alles Wetten. Die Nutzer können Anbieter und Nachfrager von Wetten sein. Es kann auch auf die ausgefallensten Ereignisse gewettet werden, wenn sich ein Gegenpart findet.

Wer beispielsweise tesla-Aktien hat und sich gegen ein anstehendes Ereignis, bspw. Die Veröffentlichung der Quartalszahlen, absichern möchte, kauft sich bislang Put-Optionen auf die Aktie oder verkauft Call-Optionen.

Wenn man aber von der Zukunft von Tesla überzeugt ist, da das Unternehmen irgendwann mal autonome Fahrzeugflotten (Cybercab) anbieten wird und humanoide Roboter herstellt, stören Alltagsdaten wie bspw. Die Verkaufszahlen der Tesla-Fahrzeuge nur. Anleger könnten sich also speziell gegen schwache Absatzzahlen absichern wollen und können entsprechende Wetten auf Kalshi einrichten oder sogar schon finden.

Ja, wir reden über institutionelle Anleger, die sich mit mathematischen Modellen gezielt absichern wollen. Natürlich ist auch ein großer Teil der Akteure auf Kalshi den Zockern, den Tradern zuzuordnen. Investoren, wie wir es sind, haben da wenig zu suchen.

Aber wenn wir schonmal bei tesla sind: Ich hatte bereits meine Vermutung formuliert, dass SpaceX und Tesla im Verlauf der nächsten 12 Monate verschmolzen, Tesla von SpaceX übernommen wird. Nicht nur inhaltlich macht das Sinn, denn die Cybercab-Flotte von Tesla wird über das Mobilfunknetz Spacelink von SpaceX kommunizieren, auch die für das autonome Fahren erforderliche KI wird wohl auf der KI-Infrastruktur im Weltraum von SpaceX entwickelt und betrieben werden.

Aber der wichtigste Grund ist wohl folgender: Elon Musk hält die Mehrheit an SpaceX, aber nicht an Tesla. Da wurde ihm sein Giga-Vergütungspaket gerichtlich versagt, so dass ihm die Mehrheit an Tesla abhanden gekommen ist. Der erste Billionär der Menschheitsgeschichte möchte aber natürlich alles unter seiner Kontrolle haben. Nach einer Verschmelzung mit SpaceX hätte er Tesla wieder unter seiner Kontrolle.

So, nun haben wir 60 Tage, in denen die USA den Iran davon überzeugen müssen, auf Atomwaffen zu verzichten. Verzichtet haben sie in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich darauf, dennoch wurde kontinuierlich daran gearbeitet. Auch diesmal haben sie wieder öffentlich bestätigt, keine Atomwaffe zu entwickeln … doch offensichtlich glaubt man ihnen das nicht mehr.

Wird der Iran-Konflikt also in den nächsten 60 Tagen ad Acta gelegt? Nach den Erfahrungen mit den bisherigen Ankündigungen ist ein wenig Skepsis geraten. Doch Sie wissen ja: die Börsen steigen an der Wand der Sorgen. Solange der Ölpreis fällt, dürften die Aktienmärkte steigen.

Zwei Branchen bereiten mir dennoch Sorgen: Die Softwarebranche, deren Kurse fallen, als gebe es kein Morgen. Die Bewertungen sind bereits historisch günstig, aber erreichen immer neue historisch günstige Niveaus. Man spricht vom Datensee, mit dem man die Softwarebranche vom Hof jagen wird.

Heute beruht der Wettbewerbsvorteil der Softwareunternehmen darauf, aus komplexen Datenbanken gezielt Daten für bestimmte Zwecke herausziehen zu können. Nun setzen sie auf diese Infrastruktur KI-Modelle, die dann neue Erkenntnisse entwickeln sollen. Der Vorwurf der Skeptiker ist jedoch, dass diese aufgesetzten KI-Modelle zunächst die Struktur analysieren und darauf aufbauend dann analysieren.

Der revolutionär andere Ansatz der KI-Protagonisten ist der, alle Daten einfach nur ein einen „Datensee” zu kippen. Also einfach nur als Textdatei oder so. Die KI wird dann darüber gejagt und bildet sich eine eigene Struktur, die im Zweifel dann sogar besser ist als die Struktur der etablierten Softwareunternehmen wie Salesforce und SAP.

Hmm, nachvollziehbar. vielleicht ist das der Sargnagel für unsere Software-Position im Heibel-Ticker Portfolio.

Die zweite Branche ist der Einzelhandel, der unter den Preisanstiegen und dem gebeutelten Konsumenten leidet. Diese beiden Branchen machen die Rallye nicht mit.

Soweit ein kurzer Gruß aus New York.

Nun wünsche ich eine anregende Lektüre,

take share, Ihr Börsenschreibel

Stephan Heibel

Chefredakteur und Herausgeber des Heibel-Ticker Börsenbriefs




2. Update beobachteter Werte



Die Heibel-Ticker PLUS Updates inkl. aktuellen Einschätzungen, konkreten Empfehlungen zu Einstiegspunkten sowie -kursen und Verkaufsempfehlungen zur Gewinnrealisierung bleiben den zahlenden Mitgliedern des Heibel-Ticker PLUS vorbehalten. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir die hohe Qualität unserer Veröffentlichung solide finanzieren möchten.

Gerne möchten wir Ihnen zeigen, wie wir Analystenresearch, volkswirtschaftliche Zusammenhänge und Börsenmechanismen gewinnbringend nutzen. Ab 12,50 Euro im Monat können Sie sich unverbindlich davon überzeugen. Zur Bestellseite mit weiteren Informationen gelangen Sie über folgenden Link:

https://www.heibel-ticker.de/member/new



3. Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise



Wer un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen nachmacht oder verfälscht oder nachgemachte oder verfälschte un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen in Umlauf setzt, wird mit Lust-, manchmal auch mit Erkenntnisgewinn belohnt; und wenn alles gut geht, fällt davon sogar etwas für Sie ab. (frei nach Robert Gernhardt)

Wir recherchieren sorgfältig und richten uns selber nach unseren Anlageideen. Für unsere eigenen Transaktionen befolgen wir Compliance Regeln, die auf unsere eigene Initiative von der BaFin abgesegnet wurden. Dennoch müssen wir jegliche Regressansprüche ausschließen, die aus der Verwendung der Inhalte des Heibel-Tickers entstehen könnten.

Die Inhalte des Heibel-Tickers spiegeln unsere Meinung wider. Sie stellen keine Beratung, schon gar keine Anlageempfehlungen dar.

Die Börse ist ein komplexes Gebilde mit eigenen Regeln. Anlageentscheidungen sollten nur von Anlegern mit entsprechenden Kenntnissen und Erfahrungen vorgenommen werden. Anleger, die kein tiefgreifendes Know-how über die Börse besitzen, sollten unbedingt vor einer Anlageentscheidung die eigene Hausbank oder einen Vermögensverwalter konsultieren.

Die Verwendung der Inhalte dieses Heibel-Tickers erfolgt auf eigene Gefahr. Die Geldanlage an der Börse beinhaltet das Risiko enormer Verluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals.

Quellen:
Kurse: Bloomberg. Alle Kurse sind Schlusskurse vom Donnerstag sofern nichts Gegenteiliges vermerkt ist. Sentimentdaten: eigene Umfrageergebnis über unseren Dienst animusX.de.
Bilanzdaten: Bloomberg, Comdirect, Yahoo! Finance sowie Geschäftsberichte der Unternehmen
Informationsquellen: dpa, Aktiencheck, Yahoo! Finance, TheStreet.com, IR-Abteilung der betreffenden Unternehmen

DEUTSCHE BIBLIOTHEK : ISSN 1862-5428
Erscheinungsweise: wöchentlich Freitag/Samstag



4. Mitgliedschaft verwalten



Über den Heibel-Ticker
Stephan Heibel
Die Heibel-Ticker PLUS Mitgliedschaft

Erfahrungen & Referenzen
Heibel-Ticker Portfolio Performance
Compliance Regeln

Alle Heibel-Ticker PLUS Updates
Blog mit aktuellen Beiträgen

Fragen und Antworten
Kontakt

Datenschutzerklärung
Impressum

Wenn Sie sich von diesem Dienst abmelden möchten, dann folgen Sie bitte diesem Link: Jetzt Abmelden

Sie können sich über diese Seite gerne jederzeit wieder anmelden.

Sollte sich Ihre E-Mail Adresse geändert haben, so stornieren Sie bitte zunächst die alte Adresse und melden sich anschließend mit der neuen E-Mail Adresse wieder an.

Gerne können Sie den Heibel-Ticker Ihren Freunden empfehlen. Sie können den Heibel Ticker Free beliebig weiterleiten. Wenn Sie Inhalte davon auf anderen Internetseiten verwenden möchten, bitten wir um eine korrekte Quellenangabe sowie um eine kurze Information darüber.