Heibel-Ticker 26/26 - Zinserwartung, Ölpreisverfall und KI-Lieferkette im Fokus

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Heibel-Ticker Free Börsenbrief

- Einfach einen Tick besser -

21. Jahrgang - Ausgabe 26 (26.06.2026)




Im heutigen Börsenbrief lesen Sie:

1.Info-Kicker: Zinserwartung, Ölpreisverfall und KI-Lieferkette im Fokus
2.So tickt die Börse: KI-Lieferkette schlägt zurück
 - Starke Verschiebungen im Aktienuniversum
 - Wochenperformance der wichtigsten Indizes
3.Sentiment: Aktienmarkt: Anleger mit gegensätzlichen Gemütslagen. Starke Signale für Gold und Bitcoin
 - Interpretation
4.Ausblick: Kaufempfehlung zu früherer Wunschanalyse
5.Update beobachteter Werte
 Bewertungsanpassung gen Süden
 Schön, wenn eine Spekulation aufgeht.
 GPU -> Speicher -> CPU
6.Übersicht HT-Portfolio
7.Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise
8.Mitgliedschaft verwalten



1. Info-Kicker: Zinserwartung, Ölpreisverfall und KI-Lieferkette im Fokus



Liebe Börsenfreunde,

Ja, ich bin zurück aus meinem Urlaub und voller Tatendrang, wie Sie in der heutigen Ausgabe sicherlich spüren werden.

*** HEIBEL-TICKER WUNSCHANALYSE ***

Sie, liebe Heibel-Ticker Mitglieder, schlagen bis Montagabend Titel vor, die ich in die Auswahlliste übernehmen soll. Die 5 Titel, die am häufigsten vorgeschlagen wurden, schaffen es in die Abstimmung.

Am Dienstag schicke ich die Vorschlagsliste an alle Heibel-Ticker PLUS Mitglieder und Sie können bis Dienstagabend direkt in der E-Mail Ihren Wunschkandidaten anklicken. Die Aktie mit den meisten Stimmen wird dann von mir analysiert und im folgenden Heibel-Ticker vorgestellt.

Mein Ziel ist es, Ihren aktuellen Wunsch zeitnah zu erfüllen. Interaktiver geht es nicht, oder?

Über diesen Link können Sie ab sofort Ihre Vorschläge eingeben. Bitte jeder nur ein Kreuz.

*** ENDE HEIBEL-TICKER WUNSCHANALYSE ***

In Kapitel 2 beschreibe ich kurz meine persönlichen Eindrücke von der AWS-Messe in New York. Zudem gehe ich auf die wichtigsten Marktbewegungen ein, die während meines Urlaubs die Märkte in eine Achterbahnfahrt versetzten. Im Mittelpunkt stehen die geopolitische Entspannung rund um den Iran und die Straße von Hormus, der folgende Ölpreisverfall, die Stärke des US-Dollars gegenüber dem Euro sowie die unterschiedliche Lage von US- und europäischer Geldpolitik. Außerdem geht es um die auffällige Stärke des Schweizer Aktienmarkts, die Rolle defensiver Schwergewichte wie Roche, Novartis und Nestlé sowie um größere Verschiebungen innerhalb des Aktienuniversums. Die Quartalszahlen von Micron verdeutlichten nochmals die Knappheit bei HBM-Speicherchips. Ich schaue auf die Kursreaktionen bei Chip- und Chipmaschinenherstellern sowie die Belastungen für Hyperscaler. Schließlich thematisiere ich die Auswirkungen der Fed-Sitzung unter Kevin Warsh, die Sorge vor höheren Zinsen und die Frage, wie Energiepreise, KI-Investitionen und steigende Finanzierungskosten derzeit verschiedene Branchen gegeneinander verschieben.

In Kapitel 3 schaue ich auf die gegensätzlichen Gemütslagen der Anleger nach zwei Wochen starker Schwankungen. Unser Sentiment schlägt stark aus, sowohl in die eine als auch in die andere Richtung, während der DAX unter dem Strich kaum vom Fleck kam. Wir stellen uns die Frage, welche Rolle Absicherungsgeschäfte, hohe Investitionsquoten und technische Angstindikatoren derzeit für die zu erwartende Marktentwicklung spielen. Ich zeige, warum die Aktienmärkte momentan in beide Richtungen auf Widerstände treffen könnten. Schließlich richte ich den Blick auf Gold, Öl und Bitcoin: Die Sentimentdaten liefern dort auffällige Signale, die in der Vergangenheit selten waren und für die kommenden Monate spannende Vergleichswerte liefern.

In Kapitel 4 schaue ich auf die jüngste Fed-Sitzung unter Kevin Warsh und stelle die Frage, ob die Finanzmärkte die Signale der Notenbank richtig eingeordnet haben. Im Mittelpunkt stehen die unterschiedlichen Erwartungen der Notenbankmitglieder, der starke Anstieg der kurzfristigen US-Renditen sowie die Rolle des Ölpreises für die jüngsten Inflationssorgen. Zudem geht es um die hohe Schuldenlast der USA und die Frage, welchen Spielraum Warsh künftig für unveränderte oder niedrigere Zinsen haben könnte. Abschließend empfehle ich für unser Heibel-Ticker Portfolio eine Aktie aus einer unserer Wunschanalysen, wo sich nach der jüngsten Kurskorrektur eine neue Gelegenheit für den disruptiven Portfoliobereich ergibt.

Unsere drei Updates dieser Woche in Kapitel 5 behandeln unsere Spekulation auf den nächsten Engpass in der KI-Revolution: Nach KI-GPUs sind derzeit HBM-Speicher in aller Munde. Meiner Einschätzung nach zeichnet sich bereits der nächste Flaschenhals ab und wir sind frühzeitig dabei. Außerdem kommentiere ich die Kurskorrektur von Deutz und den Luftsprung von Lufthansa.

Natürlich gibt es wieder eine tabellarische Übersicht über die Entwicklung unseres Heibel-Ticker Portfolios in den vergangenen zwei Wochen.

Abschließend noch kurz zur wichtigsten Nebensache der Welt: Unsere Nationalmannschaft hat sich doch bislang ganz wacker geschlagen, wenn wir sie mit den letzten WMs vergleichen. Wann hatten wir zuletzt bereits vor dem dritten Gruppenspiel die Tabellenführung sicher? Kein Wunder also, dass die Mannschaft gestern eher auf ihre Knöchel und ihr Kartenkonto schaute, als auf das Ergebnis. 80.000 Zuschauer, die sich von den frechen FIFA-Ticketpreisen nicht abhalten ließen. Dabei ist das Stadion in New Jersey schwer erreichbar, für An- und Abreise fallen nochmals einige hundert US-Dollar an. Vielleicht ist es nur noch eine romantische Vorstellung, dass Fußball die breite Bevölkerung vereint.

Nun wünsche ich eine anregende Lektüre,

take share, Ihr Börsenschreibel

Stephan Heibel

Chefredakteur und Herausgeber des Heibel-Ticker Börsenbriefs




2. So tickt die Börse: KI-Lieferkette schlägt zurück



So, ich kann also Entwarnung geben: Mein Urlaub ist beendet und es gab keinen Börsencrash. Die langjährigen Heibel-Ticker Mitglieder wissen, dass Crashs in der Regel dann über uns hereinbrechen, wenn ich gerade im Urlaub bin :-)

Meine Eindrücke aus den USA habe ich vor einer Woche kurz für Sie formuliert. Nachhaltig hängengeblieben ist bei mir, dass die Amazon-Messe mit Schwerpunkt AWS-Cloud stark B2B orientiert war. In der Amazon-Cloud werden globale Prozesse abgebildet. Natürlich wimmelte es von KI-Angeboten, doch wirkliche Use-Cases, also erprobte Anwendungen, gab es wenige.

Außerdem ist bei mir hängen geblieben, dass die Polarisierung der Medien bezüglich pro/contra Trump viel extremer ist, als ich es mir vorgestellt hatte. Da sind wir hier in Deutschland trotz unserer bekanntlich linksorientierten Medien Waisenknaben. Ein und dieselben Fakten werden von der einen Seite (CNN) als kaltblütiges Ausnehmen der armen Bevölkerung, und von der anderen Seite (Fox) als Weltrettung dargestellt. Und keiner der TV-Kommentatoren errötet bei solch maßlos übertriebenen Ableitungen.

Unser Portfolio zeigt nach den zwei Wochen eine Veränderung von 0,0%. Doch innerhalb des Heibel-Ticker Portfolios gibt es mehrere Positionen, die zweistellig zulegten (Novo Nordisk, Lufthansa, Capital One) und zweistellig abgaben (Nike). Was ist passiert?

Eine ganze Menge. Beginnen wir mit der Geopolitik und der globalen Konjunkturentwicklung, bevor wir uns einzelnen Unternehmensentwicklungen zuwenden.

Geo In der Geopolitik läuft alles auf einen Frieden mit dem Iran hinaus, auf die Öffnung der Straße von Hormus und auf die Vereinbarung, dass der Iran wieder internationale Atom-Kontrolleure ins Land lässt. "Der dümmste Deal der US-Geschichte" wettern die linken US-Medien und führen an, dass dieser Zustand bereits von Obama vor 9 Jahren ausgehandelt war. "Ein historischer Sieg" prahlen die rechten Medien und führen an, dass der Iran nach vielen Jahrzehnten nun endlich nicht mehr in der Lage sei, die vielen "Proxys" (Huthis, Hisbollah, Hamas) im Nahen Osten für ihre terroristischen Aktivitäten auszustatten.

Wer wissen möchte, wie Finanzakteure die Lage beurteilen, der braucht sich nur den Ölpreis anschauen. Entgegen der Befürchtungen eines Ölpreises über 150 USD/Fass und eines lang anhaltenden erhöhten Ölpreises erreichte der Ölpreis sein Hoch bereits bei 120 USD/Fass und gab in den vergangenen zwei Wochen bereits 16% auf inzwischen nur noch 73 USD/Fass Brent Öl nach.

Übrigens stieg der US-Dollar gegenüber dem Euro in den vergangenen zwei Wochen um 1,7% an, bzw. der Euro fiel um 1,7% auf 1,14 USD/EUR. Der US-Dollar ist wieder stärker gefragt. Das liegt meiner Einschätzung nach an mehreren Entwicklungen. Zum einen zieht die KI-Revolution ordentlich Kapital in die USA. Die gigantischen KI-Investitionen versprechen gute Renditen, daher legen internationale Investoren wieder verstärkt Geld in den USA an.

Dadurch wird auch das Zinsniveau nach oben gedrückt. Und obwohl der neue Fed-Chef Kevin Warsh in der vergangenen Woche bei seiner ersten Sitzung den US-Leitzins unangetastet beließ, erwarten viele Anleger langfristig hohe Zinsen in den USA. Die US-Wirtschaft brummt aufgrund der KI-Revolution und die hohen Wachstumsraten ermöglichen es dem Fed-Chef, nötigenfalls das Zinsniveau anzuheben, um ein Überhitzen der Wirtschaft zu verhindern. Die hohen Inflationswerte werden daher in den USA gelassen hingenommen: Die Fed hat die Möglichkeit, gegenzusteuern.

In Europa sieht es ganz anders aus: Wachstum gibt es hier nicht mehr und dennoch erhöhte die EZB notgedrungen den Leitzins auf ihrer letzten Sitzung Anfang Juni, um die zu hohe Inflation einzudämmen. Sie wissen ja, höhere Zinsen dämpfen das Wachstum. Mangels Wachstum kann in Europa der Zins nicht noch weiter nach oben gedreht werden, die EZB hat an dieser Stellschraube ihr Pulver frühzeitig verschossen.

Aus dieser Perspektive muss die Situation in den USA gar nicht rosig sein, sie braucht nur ein wenig besser zu sein als hier. Daher fließt das internationale Kapital derzeit in den aussichtsreicheren US-Markt, der US-Dollar legt gegenüber dem Euro zu.

Vor diesem Hintergrund ist auch interessant, dass der Schweizer Aktienindex SMI, der die 20 größten Schweizer Unternehmen beinhaltet, in den vergangenen Wochen um 5% ansprang. Die drei größten Indexwerte Roche, Novartis und Nestlé gewannen zwischen 5% und 7% und zogen den Index so in die Höhe. Ich würde sagen, Europäer, die den Weg über den Teich scheuen, flüchteten in den sicheren Hafen Europas: Die Schweiz mit ihren defensiv aufgestellten Unternehmen.

Die Schweizer Notenbank SNB beließ vor einer Woche den Leitzins unverändert bei 0%. Die Stärke des Schweizer Franken dämmt die Inflation ein, sie liegt bei den Eidgenossen lediglich bei 0,6%.

Starke Verschiebungen im Aktienuniversum



Drei maßgebliche Entwicklungen fielen mir auf: Zinsentscheidung der Fed, Öffnung der Straße von Hormus und die Quartalszahlen von Micron.

KI Micron legte am Mittwochabend Q-Zahlen vor, die mit großer Spannung erwartet worden waren. Die Aktie hatte sich in den vergangenen Monaten vervielfacht und entsprechend hoch waren die Erwartungen. Der Gewinn sprang auf 25,11 USD je Aktie und somit um 25% höher als die hohen Markterwartungen. Damit wuchs der Gewinn gegenüber dem Vorjahr um 1.215% an! Die Gewinnmarge (brutto) liegt bei 81%, völlig untypisch hoch für Hardware-Hersteller.

Doch damit nicht genug: Auf absehbare Zeit werde die Gewinnmarge weiter ansteigen, so CEO Sanjay Mehrotra. Es werden neue Fertigungsanlagen gebaut, die vom ersten Spatenstich an bereits auf Jahre mit einer festen Auftragslage kalkulieren können. Der Engpass bei HBM-Speicherchips für KI-Rechenzentren scheint kein Ende zu finden. Die Aktie von Micron sprang gestern um 15% an.

Sie zog alle anderen Hardware-Anbieter mit nach oben: Intel +6%, Corning +17%, Applied Materials +8%, LAM Research +7%. Unsere PVA Tepla konnte den zu Beginn der Woche erlittenen Kursverlust von -11% vollständig ausgleichen. Viele der Chip- und Chipmaschinen-Anbieter waren zum Beginn der Woche ausverkauft worden, nachdem SK Hynix und Samsung den südkoreanischen Aktienmarkt in die Knie zwangen.

SK Hynix nennt inzwischen 61% des globalen Marktes für HBM-Speicher sein eigen, Samsung steht bei 17% und Micron bei den verbleibenden 21%. Die Preise für HBM-Speicher haben sich in den vergangenen 9 Monaten vervierfacht! Die Aktien von SK Hynix und Samsung sind maßgeblich für die Kursrallye im südkoreanischen Aktienindex Kospi. Immerhin machen die beiden über 50% der Marktkapitalisierung des Kospi aus und so zog deren Ausverkauf um jeweils 12% den Kospi um insgesamt 10% gen Süden. Grund für den Ausverkauf waren "heiß gelaufene Bewertungsniveaus", die von der südkoreanischen Aufsichtsbehörde moniert wurden. Zu viele ETFs sein zu schnell zugelassen worden und hätten zu viele gehebelte Optionen nach sich gezogen, die dem Kospi seit Jahresbeginn einen Anstieg um 95% bescherten.

Der Ausverkauf um 10% binnen eines Tages am Dienstag zog also ein Meer an roten Kursnotierungen in Deutschland und in den USA nach sich. Die Micron-Zahlen am Mittwoch führten zu entsprechenden Gegenbewegungen.

Diese Entwicklungen gelten umgekehrt für die Anbieter und Nutzer der KI-Infrastruktur, denn sie müssen die hohen Preise für die HBM-Speicher zahlen. Entsprechend gingen Amazon (-7%), Microsoft (-9%), Meta (-6%) und Alphabet (-7%) in die Knie. Auch Nebius (-11%) und CoreWeave (-16%) wurden gemeinsam mit den Hyperscalern in den Abgrund gerissen, denn sie zahlen die HBM-Speicher für ihre KI-Rechenzentren. Apple (-8%) ist in diesem Umfeld ebenfalls ausverkauft worden, weil die drei oben genannten Speicher-Hersteller alle verfügbaren Kapazitäten für die teuren und markenstarken HBM-Speicher verwenden. Die Speicher, die Apple in Macs und iPads einbaut, sind dadurch ebenfalls rar und werden teurer. Apple hob diese Woche die Preise für alle Macs und iPads um 17-25% an.

FOMC Der Ausverkauf bei den Hyperscalern wurde durch die Notenbanksitzung verstärkt. Der neue Fed-Chef Kevin Warsh verkürzte das FOMC-Statement von 341 auf nur noch 130 Wörter. Die langatmige Diskussion der aktuellen Konjunkturverfassung gibt es nun nicht mehr. Seiner Überzeugung nach müssen die Märkte sich selber eine Meinung über die Konjunkturverfassung bilden. Jede entsprechende Einschätzung des FOMC unterliegt den gleichen Ungewissheiten und kann sich später als falsch herausstellen, was sich negativ auf die Reputation der Fed auswirke. Daher lasse er das lieber weg. Er bildete entsprechende Kommissionen, um dieses Thema aufzuarbeiten.

Dennoch interpretierten die Finanzmarktteilnehmer die Aussagen dahingehend, dass bis Ende des Jahres noch ein bis zwei Zinsanhebungen anstünden. Ich sehe das anders, wie ich in Kapitel 4 darlegen werde. Doch Aktionäre stellen sich auf höhere Zinsen für längere Zeit ein und passen ihre Portfoliostruktur entsprechend an. So wurden die Hyperscaler, die einen hohen Kapitalbedarf zur Finanzierung ihrer KI-Rechenzentren haben, umso schwerer belastet.

Hormuz-Tanker Doch die Öffnung der Straße von Hormus macht gleichzeitig Hoffnung darauf, dass der Inflationsdruck vielleicht doch nicht so stark ausfallen wird, wie derzeit befürchtet. Niedrigere Energiepreise dürften der Öffnung der Straße von Hormus folgen. So gehören auch einige Aktien zu den Gewinnern dieser zwei Wochen, die eigentlich von niedrigeren Zinsen profitieren. Ich glaube, Anleger sind derzeit zweigespalten über die tatsächlichen Auswirkungen der aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten.

Schauen wir mal, wie sich diese Entwicklungen auf die wichtigsten Indizes im Zwei-Wochenvergleich auswirkten:

Wochenperformance der wichtigsten Indizes




INDIZES26.6., 16:30 UhrWoche ΔΣ '26 Δ
DAX24.676 0,4%0,8%
S&P 5007.358 -0,5%7,5%
Nikkei69.361 5,1%37,8%
Shanghai A 4.868 1,9%5,1%
US-Dollar/EUR1,14-1,4%-2,8%
Euro/Yen184,53-0,4%0,5%
10-Jahres-US-Anleihe4,38%-0,070,21
Umlaufrendite Dt2,85%-0,200,07
Feinunze Gold$4.084 -3,1%-5,4%
Fass Brent Öl$72,14 -17,5%18,6%
Kupfer$13.270 -1,6%6,8%
Baltic Dry Shipping$2.591 -5,1%38,0%
Bitcoin$60.014 -5,7%-31,6%








3. Sentiment: Aktienmarkt: Anleger mit gegensätzlichen Gemütslagen. Starke Signale für Gold und Bitcoin



Umfrage Die Stimmungsindikatoren sind Achterbahn gefahren in den beiden vergangenen Wochen. Dabei steht der DAX unverändert auf dem Niveau von vor zwei Wochen. Zwischenzeitlich ging's zunächst ein wenig nach oben, anschließend unter starken Schwankungen wieder nach unten. In Kapitel 2 habe ich gezeigt, dass die Einzelausschläge je nach Branchen noch deutlich heftiger ausfielen, während die Indizes nur eine moderate durchschnittliche Entwicklung widerspiegeln.

So war unser Anlegersentiment vor einer Woche von zuvor -1,2 auf +1,4 angesprungen, um nunmehr wieder auf -1,6 zurückzufallen. Das Sentiment ist schlecht, Katerstimmung macht sich breit.

Die starke Verunsicherung, die wir vor zwei Wochen noch gemessen hatten, war vor einer Woche verflogen, um diese Woche wieder zurückzukehren: Wir verzeichnen wieder einen Wert von -3,3, ab Werten unter 4 sprechen wir von extremen Sentimentwerten.

Umgekehrt zur Stimmung entwickelt sich die Zukunftserwartung: Von neutralen 0,1 vor zwei Wochen fiel die Zukunftserwartung vor einer Woche nach dem zwischenzeitlichen Kursanstieg im DAX auf -1,2. Weitere Kursgewinne wurden vor einer Woche offensichtlich nicht mehr für möglich gehalten. Und tatsächlich fiel der DAX diese Woche wieder leicht zurück und entsprechend dem nunmehr wieder tieferen Kursniveau im DAX ist die Zukunftserwartung nun wieder neutral mit einem Wert von 0,0.

Dennoch ist die Achterbahnfahrt nicht spurlos an unseren Umfrageteilnehmern vorbeigegangen: Vor zwei Wochen, als der DAX bereits auf dem heutigen Niveau notierte, war die Investitionsbereitschaft mit einem Wert von 1,5 noch moderat vorhanden. Nach dem Kursanstieg vor einer Woche sank die Investitionsbereitschaft auf nur noch 0,6. Und jetzt kommt die Überraschung: Obwohl der DAX nun wieder auf das Niveau von vor zwei Wochen zurückgefallen ist, sinkt die Investitionsbereitschaft weiter auf inzwischen nur noch 0,5. Was hat den Anlegern die Lust am Investieren verdorben? Das Kursniveau kann es nicht sein.

Das Euwax-Sentiment der Privatanleger fällt diese Woche auf -26%, was eine starke Absicherungstätigkeit anzeigt. Mit Ausnahme von Freitag vor einer Woche wurden täglich mehr Finanzprodukte gekauft, die von fallenden Kursen profitieren. Gegen weitere Kursverluste sind diese Anleger also ziemlich gut abgesichert.

Das Put/Call-Verhältnis für den DAX steht aktuell bei neutralen 0,72. Auch an der CBOE steht das Put/Call-Verhältnis mit einem Wert von 1,74 im neutralen Bereich. Institutionelle Anleger in Deutschland sowie in den USA sind derzeit also weder besonders stark long, noch short positioniert.

US-Fondsanleger schraubten ihre Investitionsquote auf 98% hoch. Vor zwei Wochen noch stand die Investitionsquote unter 80%. Schon in die steigenden Kurse der ersten Woche kauften Fondsmanager Aktien ein, in der nun abgelaufenen zweiten Woche erhöhten sie nochmals ihre Investitionsquote auf ein Niveau, das schon am oberen Ende der Bandbreite einzuordnen ist. Fondsmanager sind also hoch investiert und somit eine Gefahr für diesen Markt, da sie mangels Cash nicht mehr viel kaufen können, bei negativen Meldungen jedoch viel zu verkaufen haben.

Die Bulle/Bär-Differenz liegt bei 9%punkten. 45% Bullen stehen nur 36% Bären gegenüber. Damit sind die US-Privatanleger tendenziell eher bullisch ausgerichtet, deutsche Privatanleger sind eher auf fallende Kurse vorbereitet. Institutionelle Anleger hüben und drüben sind derzeit neutral positioniert.

Der technische Angst und Gier Indikator des S&P 500 zeigt mit einem Wert von 25% extreme Angst an und dient somit zusätzlich als Unterstützung für den US-Markt.

Interpretation



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Quellen:
Kurse: Bloomberg. Alle Kurse sind Schlusskurse vom Donnerstag sofern nichts Gegenteiliges vermerkt ist. Sentimentdaten: eigene Umfrageergebnis über unseren Dienst animusX.de.
Bilanzdaten: Bloomberg, Comdirect, Yahoo! Finance sowie Geschäftsberichte der Unternehmen
Informationsquellen: dpa, Aktiencheck, Yahoo! Finance, TheStreet.com, IR-Abteilung der betreffenden Unternehmen

DEUTSCHE BIBLIOTHEK : ISSN 1862-5428
Erscheinungsweise: wöchentlich Freitag/Samstag



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