| Antwort: Ich nehme an, Ihre Bemerkung „alter Kunde“ bezieht sich darauf, dass Sie seit bald 20 Jahren Heibel-Ticker Mitglied sind, oder? An Ihrem jugendlichen Alter kann's nicht liegen, da gibt's 'ne ganze Reihe Mitglieder, die stramm auf die 100 zugehen :-).
Sie haben recht: Der Energiehunger der KI-Rechenzentren ist noch größer als der Energiehunger der Bitcoin-Schürfer. Insbesondere in den USA werden derzeit massiv KI-Rechenzentren gebaut, in Deutschland ist davon noch nicht viel zu sehen. So sieht bislang die durchschnittliche Strompreisentwicklung je Haushalt aus:
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In Deutschland ist der Strompreis also 2-3mal teurer als in den USA. Wir haben mit Hilfe der Energiewende unseren Strompreis massiv verteuert. Dafür konnten wir zeigen, dass sich dadurch CO2 einsparen lässt. 1990 emittierte Deutschland noch 1.050 Mio. t CO2, 2024 waren es nur noch 650 Mio. t. CO2. Verkürzt gesagt könnte man meinen, wir haben einen doppelt so hohen Strompreis wie die USA, weil wir unseren CO2-Ausstoß um 400 Mio. t verringerten.
Übrigens, im gleichen Zeitraum stieg der CO2-Ausstoß von China von 2.400 Mio. t im Jahr 1990 auf inzwischen 12.700 Mio. t. im Jahr 2024 an.
In den USA erlebt die Atomenergie eine Renaissance. Alte Atomreaktoren (Three Mile Island) werden wieder in Betrieb genommen, um den Energiehunger möglichst kostengünstig und CO2-schonend zu stillen. Ich habe immer schon ein Problem damit gehabt, durch Verzicht die Welt zu ändern: Das entspricht nicht dem menschlichen Naturell. Vielmehr finde ich es beängstigend, diese neuen technologischen Entwicklungen (Künstliche Intelligenz, Atomenergie, Atomfusion, ...) Ländern zu überlassen, deren kulturelle Basis mit unserer Kultur schwer kompatibel ist.
Das CO2-Problem haben wir erfolgreich der Welt bewusst gemacht. Doch die Lösung dieses Problems wird mMn. nicht aus Deutschland kommen, sondern eher aus den Ländern, die technologisch führend sind. Und das sind derzeit die USA und China.
Hmm, da habe ich vielleicht ein bisschen zu weit ausgeholt auf Ihre Frage. Ja, die Kostensteigerungen werden an den Verbraucher weitergegeben. Doch die Effizienzgewinne bspw. durch die Nutzung der KI wird die Kostensteigerung meiner Einschätzung nach übersteigen, sofern wir die KI nutzen wollen und nicht frühzeitig aus Kostengründen darauf verzichten.
Speicher? Nachts? Dunkelflaute ...? Es fällt mir schwer, Deutschland als Industrienation zu sehen, wenn wir weiterhin auf Atomstrom für die Grundlast verzichten. Klar, wir können die Atomreaktoren von Frankreich bauen lassen und dann den Strom von dort importieren, aber das entspricht nicht unserem Verständnis von Eigenverantwortung. Wenn Sie also von „Gefahr“ sprechen, dann fürchte ich eher, dass wir unsere Wohlstand sukzessive verspielen, wenn wir bei neuen Technologien nicht an erster Front dabei sind. Die Kosten amortisieren sich meiner Einschätzung nach durch Effizienz- und Wohlstandsgewinne. Der CO2-Ausstoß sollte weiterhin im Fokus bleiben, jedoch gerne über die Zertifikate-Lösung, die in Europa bereits erfolgreich eingeführt wurde, und nicht über Verbote und Vorschriften.
Sie kommen aus der Schweiz, daher habe ich noch einen Blick auf die Schweiz geworfen: Dort liegt der durchschnittliche Strompreis bei 34 ct/kWh und verlief in den vergangenen Jahren in der Mitte zwischen dem deutschen und dem US-Preis, also zwischen 20 und 34 ct/kWh, mit ähnlichem Ausschlag wie in Deutschland.
Während Deutschland 2024 gegenüber 1990 pro Kopf 8 t CO2-Emission pro Jahr einsparte, waren es in der Schweiz 4,5 t CO2-Emission pro Kopf, die eingespart wurden. Die Entwicklungen verlaufen also gleichgerichtet, wobei die Schweiz nicht so extrem agiert wie Deutschland :-).
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