| Antwort: Vielen Dank für Ihren Hinweis: Der Vergleich war vielleicht nicht optimal, ich werde mir beim nächsten Mal etwas anderes ausdenken :-).
Bezüglich des US-Dollar Wechselkurses gibt es derzeit sehr viele gegenläufige Entwicklungen, so dass es mir schwer fällt, eine Richtungsentscheidung zu treffen. Das Zinsniveau in den USA ist noch deutlich höher als in Europa, spricht also für einen festen US-Dollar - aber in den USA werden für das laufende Jahr noch zwei Zinssenkungen erwartet, in Europa wird keine Zinsänderung erwartet. Die USA wird dadurch verhältnismäßig unattraktiver gegenüber dem Euro-Währungsgebiet. Die Euro-Stärke könnte also anhalten.
Sie beobachten richtig, dass die USA durch den Einsatz von KI künftig Produktivitätssprünge machen könnte (mMn dürfte). Aber echte Produktivitätssprünge und daraus resultierende Gewinnsteigerungen benötigen Zeit. Heute sehen wir zunächst große Investitionen. Es sind gerade mal die Chip-Hersteller, die heute schon kräftige Umsatz- und Gewinnsprünge verzeichnen. Selbst bei den Erbauern der KI-Rechenzentren wird es noch ein oder zwei Jahre dauern, bis daraus wirkliche Umsatz- und Gewinnsprünge abzuleiten sind. Und die Protagonisten der KI-Anwendungen, ServiceNow, Salesforce, SAP und Adobe bspw. werden eine Umbruchphase durchstehen müssen, bevor sich KI-Nutzen in der Bilanz zeigen.
Bis dann irgendwann Industrie, Pharma, Logistik, etc. davon profitieren, dauert es meiner Einschätzung nach noch ein paar Jahre.
Nun habe ich mir noch die Sentiment-Verfassung bezüglich des Wechselkurses angeschaut. Tatsächlich verzeichneten wir in den vergangenen Wochen ein Stimmungshoch über mehrere Wochen, wie wir es in den vergangenen 22 Jahren nur sehr selten sahen. Und tatsächlich folgte innerhalb eines Jahres danach regelmäßig ein deutlicher Rückgang des Wechselkurses … , doch eben teilweise erst nach einem Jahr. Zwischenzeitlich konnte der Wechselkurs noch deutlich steigen.
Wir haben also aktuell erste Anzeichen für eine Überhitzung hinsichtlich des US-Dollar Wechselkurses, doch noch kein Verkaufssignal. Für ein Verkaufssignal könnte der Wechselkurs noch einen weiteren Spike nach oben vollziehen und die Stimmung ein weiteres Mal auf Rekordhöhen hieven. Meist gab es beim Wechselkurs ein Doppeltop, bevor eine Trendumkehr zu verzeichnen war.
Hmm, wir sind derzeit stark in US-Aktien investiert - aber nicht wegen eines vermeintlich schwachen Wechselkurses, sondern wegen der besseren wirtschaftlichen Aussichten in den USA gegenüber Europa. Die Wechselkursentwicklung war für uns ein Gegenwind, doch wir konnten US-Aktien in unser Heibel-Ticker Portfolio holen, die überproportional zulegten und somit trotz gegenläufigem Wechselkurs eine ordentliche Performance ermöglichten. Sollte nun der Wechselkurs drehen, würde dies unseren US-Aktienwerten helfen, den US-Unternehmen jedoch nicht, da deren Exporte teurer würden.
Kurz gesagt: Aktuell spekuliere ich nicht auf eine bestimmte Wechselkursrichtung. Dazu müsste das Missverhältnis noch deutlicher werden. Mag sein, dass dies in ein paar Monaten anders aussieht - derzeit jedoch halte ich mich diesbezüglich zurück.
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