| Antwort: Ein „längerer" Aufwärtstrend bei General Mills liegt nur dann vor, wenn man sich die Entwicklung seit Juni anschaut. In den drei vorhergehenden Jahren ging’s von 91$ auf 32$ nur bergab. Aktuell notiert die Aktie wieder bei 41$.
General Mills haben wir im Heibel-Ticker mehrfach besprochen, zuletzt im Oktober 2022 als Alternative zu Procter & Gamble im Rahmen einer Leserfrage. Damals lautete mein Fazit „das Bessere ist des Guten Tod" - P&G bot mit 7,7% erwartetem Gewinnwachstum ein deutlich besseres Profil als General Mills mit 4,4%. Diese Einschätzung ist heute noch aktueller: Während P&G weiterhin moderat wächst, ist General Mills operativ ins Schrumpfen gerutscht. Q3 des Geschäftsjahres 2026 zeigte organische Umsätze -3% und einen bereinigten Gewinn je Aktie -37% zum Vorjahr.
Was auf den ersten Blick verlockend wirkt, ist die Bewertung. Das EV/EBITDA von nur 11 ist eines der niedrigsten im S&P 500 im Konsumgüterbereich. Dividendenrendite bei 6,1%, deutlich über dem historischen Durchschnitt von 3-4%. 19 Jahre in Folge steigende Dividende, die durch den starken Free Cashflow gedeckt ist.
Warum ist die Aktie trotzdem so gefallen? Verbraucher wechseln zunehmend zu Handelsmarken der Supermärkte, weil Markenprodukte wie Cheerios oder Häagen-Dazs zu teuer geworden sind. Außerdem hinterlassen die GLP-1-Abnehmmedikamente (Wegovy, Zepbound) ihre Spuren bei den verarbeiteten Lebensmitteln und Süßwaren, gerade in den zentralen General-Mills-Kategorien. Zudem wurde mit einer teuren Übernahme (Blue-Buffalo für Tierfutter) die Schuldenquote deutlich erhöht.
Es ist in meinen Augen noch zu früh für eine Turnaround-Spekulation bei General Mills. Die Probleme sind strukturell, und Lösungen kann ich noch nicht sehen. Der vermeintliche Turnaround in der Aktie könnte sich als zwischenzeitliche Erholung im noch längerfristigen Abwärtstrend herausstellen.
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