Heibel-Ticker Free Börsenbrief
- Einfach einen Tick besser -
21. Jahrgang - Ausgabe 32 (07.08.2026)
Im heutigen Börsenbrief lesen Sie:
| 1. | Info-Kicker: Quartalszahlen führen zu heftigen Kursausschlägen |
| 2. | So tickt die Börse: KI-Aktien nach Konsolidierung überwiegend günstig bewertet |
| - Wochenperformance der wichtigsten Indizes | |
| 3. | Sentiment: Niedrige Cashquote kann als bullisches Signal interpretiert werden |
| - Interpretation | |
| 4. | Ausblick: Aktienanalyse zu SpaceX und Alzchem |
| 5. | Update beobachteter Werte |
| Kerosinpreis belastet, Gegenmaßnahmen sollen 2027 wirken | |
| Wegovy gewinnt Marktanteile, doch Preiskampf belastet | |
| Auftragsberg wächst schneller, als er abgearbeitet werden kann | |
| Geduld ist gefragt | |
| vom Motorenhersteller zum KI-Infrastrukturanbieter und Verteidigungsunternehmen | |
| Starkes Quartal, aber bewusst vorsichtiger Ausblick | |
| 6. | Leserfragen |
| 7. | Übersicht HT-Portfolio |
| 8. | Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise |
| 9. | Mitgliedschaft verwalten |
1. Info-Kicker: Quartalszahlen führen zu heftigen Kursausschlägen
Liebe Börsenfreunde,
*** VIDEOCALL MIT JOACHIM GOLDBERG, SENTIMENT-PAPST DER DEUTSCHEN BÖRSE GEHT IN RUHESTAND ***
Für Mittwoch um 12 Uhr hat Joachim Goldberg zugesagt, mit mir einen Videocall für Sie zum Thema Sentiment zu veranstalten. Mit 30 Jahren Sentiment-Erfahrung ist er das Urgestein der Sentiment-Analyse in Deutschland. Ende Juni verabschiedete er sich in den Ruhestand. Für uns blickt er auf 30 Jahre Sentiment-Analysen zurück und plaudert über die erstaunlichsten Ereignisse seiner aktiven Zeit.
Das Video wird für alle Heibel-Ticker Leser offen sein. Ich schicke Ihnen den Link Anfang nächster Woche.
Mittwoch, 12.8. um 12 Uhr
Videocall mit Joachim Goldberg
30 Jahre Sentiment-Analyse
*** ENDE VIDEOCALL MIT JOACHIM GOLDBERG, SENTIMENT-PAPST DER DEUTSCHEN BÖRSE GEHT IN RUHESTAND ***
Wir befinden uns mitten in der Berichtssaison, die dieses Jahr trotz vermeintlichen Sommerlochs voller Turbulenzen ist. Insgesamt 6 Updates schrieb ich diese Woche, um möglichst alle für unser Portfolio wichtigen Entwicklungen ausreichend zu interpretieren. Meine Ausführungen dazu lesen Sie in Kapitel 5.
In Kapitel 2 beschäftige ich mich mit den großen Themen, die diese Börsentage dominieren: KI-Investitionszyklen und deren Auswirkung auf die Aktienbewertungen, Iran-Krieg, Zinspolitik der Fed und Stützkäufe des japanischen Yen zulasten des Euros. Sie sehen: Es wird nicht langweilig.
Das Sentiment der Anleger ist überwiegend neutral. Zwar gibt es ein paar auffällige Werte, die eher bullisch zu interpretieren sind, doch insgesamt bleibt die Stimmung unauffällig, wie Sie in Kapitel 3 lesen werden.
Im heutigen Ausblick habe ich aufgrund vieler Nachfragen detailliert zu SpaceX und zu Alzchem Stellung bezogen. SpaceX könnte ein Investment für Ihre Kinder und Enkel sein, wenn Sie mich fragen :-) Alzchem bedient zwei Branchen, die so gar nichts miteinander zu tun haben: Fitness und Verteidigung. Mehr dazu in Kapitel 4.
Die Updates behandeln im Einzelnen die Quartalszahlen von der Deutschen Lufthansa, Novo Nordisk, Siemens Energy, PVA Tepla, Deutz und der Allianz. Ich habe die Gelegenheit dazu genutzt, unsere grundsätzliche Investmentthese mit den aktuellen Zahlen abzugleichen.
In Kapitel 6 habe ich drei Leserfragen und meine Antworten für Sie abgedruckt: Strive bietet als Investmentvehikel für den Bitcoin eine täglich verrechnete Dividende. Ist das attraktiv als Altersvorsorge? Wie schätze ich die Gefahr der Wahlmanipulation in den USA bei den Midterms ein und warum kommt Home Depot nicht aus dem Quark. Meine Antworten darauf lesen Sie in Kapitel 6.
Wie immer gibt es einen tabellarischen Überblick über unser Heibel-Ticker Portfolio in Kapitel 7.
Nun wünsche ich eine anregende Lektüre,

take share, Ihr Börsenschreibel
Stephan Heibel
Chefredakteur und Herausgeber des Heibel-Ticker Börsenbriefs
2. So tickt die Börse: KI-Aktien nach Konsolidierung überwiegend günstig bewertet
Vor einer Woche wurde der Hedgefonds Situational Awareness von Leopold Aschenbrenner gerettet. Citadel übernahm sämtliche börsennotierten Positionen von Aschenbrenner. Die stark gehebelten Spekulationen wurden sukzessive aufgelöst. Was genau waren das für Spekulationen?
Nun, vereinfacht gesagt holte sich Aschenbrenner immer neue Liquidität durch den Leerverkauf von Software-Aktien und steckte das Geld in die gut laufenden Chip-Hersteller. So stieg der 24-jährige binnen weniger Monate zum Musterknaben der Wallstreet auf. Dabei wurde übersehen, dass er schnell eine Größe erreichte, mit der er insbesondere den Ausverkauf in der Softwarebranche maßgeblich anheizte.
Während die Hardware-Hersteller seit Juni kräftig einbrachen und unter dem Liquidationsdruck des Aschenbrenner-Hedgefonds ihre Kursverluste nochmals verstärkten, konnten die Softwareaktien seither kräftig zulegen. Ich gehe davon aus, dass Citadel diesen starken Hebel inzwischen reduzierte, um nicht in die gleichen Probleme zu laufen, denen Aschenbrenner unterlag.
Doch jetzt, wo der Aschenbrenner-Hedgefonds "enthebelt" wurde (deleveraging), kommen die professionellen Mahner zu Wort. Jamie Dimon, CEO von JP Morgan, sowie der Investmentstratege der Bank of America warnen vor hohen Aktienbewertungen, die durch gehebelte Spekulationen angeheizt seien. Jetzt, wo das Deleveraging hinter uns liegt.
Okay, mag sein, dass einige Anleger noch immer zu stark gehebelt unterwegs sind. Diesen wird nun ein schnelles Ende bereitet, indem die Broker (bspw. Bank of America oder JP Morgan) die Beleihungsgrenzen restriktiver umsetzen. Mag also sein, dass in den kommenden Tagen noch das eine oder andere Mal Druck auf die Kurse kommt, obwohl es keine fundamentalen Entwicklungen gibt. Doch das wäre dann in meinen Augen nur noch so etwas wie ein Nachbeben.
Weitaus wichtiger ist es, sich eine Meinung über die Software- und Hardwarehersteller zu bilden. Hatte Aschenbrenner Recht mit seiner Spekulation und wurde er nur Opfer einer zwischenzeitlichen Konsolidierung, die in der Intensität seine Finanzkraft überstieg? Oder war die Konsolidierung der Startschuss dafür, dass die Hardware für KI-Rechenzentren nun ausreicht und KI-Software nun ins Zentrum des Interesses von Anlegern gerät?
Schauen wir uns die Bewertungen an: Micron EV/EBITDA von 5 bei 490% Gewinnsprung. Sandisk EV/EBITDA von 7 bei Umsatzverdopplung in diesem und im nächsten Jahr. ServiceNow EV/EBITDA von 15 bei Gewinnverdopplung und Adobe EV/EBITDA von 7 bei 32% Gewinnwachstum. Hmm, ich würde sagen, der Fehler von Aschenbrenner war nicht die gehebelte Spekulation auf Hardware-Hersteller, sondern den Leerverkauf von Softwareaktien. Die sind nämlich inzwischen ebenfalls viel zu günstig bewertet.
Doch die KI-Rallye hängt natürlich auch an den Rahmenbedingungen, sprich dem Zinsniveau. Die Rendite für 30 Jahre laufende US-Staatsanleihe stieg diese Woche über 5,2%. Angetrieben werden die Zinsen am langen Ende (so nennt man die Rendite für lang laufende Anleihen) durch den Ölpreis, der zwar nicht mehr bei 100 USD/Fass notiert, aber eben auch nicht bei 60 USD/Fass, sondern irgendwo dazwischen, aktuell um die 80 USD/Fass. Der Iran und der Oman versuchen Berichten zufolge, die Straße von Hormus mit einem Zoll zu belegen. Israelische und US-amerikanische Schiffe dürften den Berichten zufolge gar nicht passieren und die Huthis beschießen eine weitere wichtige Handelsstraße. Es ist in meinen Augen eher ein Zeichen der Schwäche des Irans, dass der Ölpreis vor dem Hintergrund dieser Entwicklung nicht über 100 USD/Fass notiert.
Der neue Fed-Chef Kevin Warsh beließ den US-Leitzins vor einer Woche unverändert. Damit erreicht er auf Umwegen das, was seine Kritiker als seine vermeintliche Verfehlung auszumachen glaubten: Die Inflation müsse durch höhere Zinsen gebremst werden. Doch durch die unterlassene Zinsanhebung steigt der Inflationsdruck und die Zinsen am langen Ende steigen eben, was die Wirtschaft belastet und somit die Inflation wiederum bekämpft.
Dabei wird es ein wenig kompliziert, wenn man sich alle Entwicklungen anschaut: Eigentlich würden hohe langfristige Zinsen auch zu Lohnsteigerungen führen, die dann wiederum die Inflationsspirale bedienen. Doch genau das ist das Argument von Kevin Warsh: Die Löhne steigen nicht, da es in den USA eine rückläufige Zahl an Arbeitswilligen gibt.
Zwei Entwicklungen laufen gleichzeitig in gegensätzliche Richtungen. Zum einen gibt es seit der Trump-Regierung viel weniger Einwanderung. Somit sind gerade die günstigen Arbeitskräfte inzwischen rar und könnten Lohnsteigerungen fordern. Doch gleichzeitig führt die KI-Revolution zu immer größeren Freisetzungen von Arbeitskräften bei Unternehmen, so dass Arbeitnehmer Angst um ihren Job haben. Die heute veröffentlichten US-Arbeitsmarktdaten zeigen eine Arbeitslosenquote von 4,1%, erwartet wurde 4,2%, bei gleichzeitig stagnierenden Löhnen.
Noch vor einer Woche wurde Warsh für die ausgebliebene Zinserhöhung kritisiert, heute wird er dafür gelobt.
Ebenfalls diese Woche entschied sich Kevin Warsh für eine unkonventionelle Maßnahme, um den japanischen Yen zu stützen: Er verkaufte Euro und kaufte dafür Yen. Der US-Dollar blieb unangetastet. Die EZB sei im Vorfeld nicht über diese Aktion informiert worden. Hmm, ich bin gespannt, wie die Resonanz der EZB auf diese Aktion ausfällt.
Immerhin erreichte der DAX diese Woche ein neues Allzeithoch. Angeführt von unserem Softwareunternehmen SAP (+11%) und der Deutschen Telekom und Siemens Energy nach guten Q-Zahlen (+8% und +6% resp.) konnte der DAX diese Woche um 3% nach oben klettern. Auch der S&P 500 (+4%) kletterte auf ein neues Allzeithoch. Irgendwie scheinen die täglichen Nachrichten nicht zu den Rekordläufen an den Aktienmärkten zu passen.
Schauen wir mal, wie sich die wichtigsten Indizes im Wochenvergleich entwickelten.
Wochenperformance der wichtigsten Indizes
| INDIZES | 7.8., 19:08 Uhr | Woche Δ | Σ '26 Δ |
| DAX | 26.319 | 2,7% | 7,5% |
| S&P 500 | 7.745 | 3,6% | 13,1% |
| Nikkei | 65.607 | 1,9% | 30,3% |
| Shanghai A | 4.694 | 2,3% | 1,4% |
| US-Dollar/EUR | 1,16 | 0,3% | -1,6% |
| Euro/Yen | 182,04 | -0,9% | -0,8% |
| 10-Jahres-US-Anleihe | 4,65% | -0,08 | 0,49 |
| Umlaufrendite Dt | 3,11% | -0,01 | 0,33 |
| Feinunze Gold | $4.337 | 7,2% | 0,4% |
| Fass Brent Öl | $83,61 | -7,1% | 37,4% |
| Kupfer | $14.104 | 2,2% | 13,5% |
| Baltic Dry Shipping | $3.057 | 14,4% | 62,9% |
| Bitcoin | $64.763 | 3,1% | -26,2% |
3. Sentiment: Niedrige Cashquote kann als bullisches Signal interpretiert werden
Der DAX legt diese Woche um 3% zu, der S&P 500 sogar um 4%. Trotz gefühlt katastrophaler Nachrichtenlage knallen auf dem Börsenparkett die Champagnerkorken. In den USA steigt der Gewinn aller S&P 500 Unternehmen im Vergleich zum Vorjahresquartal um sensationelle 47%. Das ist der größte Gewinnsprung, der nicht durch eine vorangegangene Rezession erzeugt wurde. Entsprechend gut gelaunt zeigen sich die Anleger.Unser Anlegersentiment springt diese Woche auf einen Wert von 3,8. Ab Werten über 4 sprechen wir von Partylaune und Euphorie. Wir sind also nah dran. Noch vor zwei Wochen waren unsere Umfrageteilnehmer niedergeschlagen und schlecht gelaunt wegen der Kursverluste, die aufgrund des hohen Ölpreises durch so ziemlich alle Branchen gingen. Doch mit dem Ölpreisrückgang von 100 unter 80 USD/Fass scheinen die meisten Anleger mehr als zufrieden.
Und so steigt auch die Selbstzufriedenheit nach vier Wochen der Verunsicherung mit einem Wert von 1,5 erstmals wieder in den positiven Bereich.
Sogar die Zukunftserwartung bleibt mit einem Wert von 1,7 robust im optimistischen Bereich. Häufig genug sinkt der Optimismus mit steigenden Kursen, diesmal nicht. Anleger halten den Kursanstieg offensichtlich für richtig und erwarten eine Fortsetzung der Rallye.
Entsprechend bleibt auch die Investitionsbereitschaft mit einem Wert von 0,8 moderat positiv. Anleger haben die Konsolidierung ausgehalten und blicken nun zufrieden auf die steigenden Kurse ihrer bestehenden Positionen. Neue Investitionen sind da gar nicht so sehr erforderlich. Man legt lediglich bei ausgewählten Titeln nach, was sich in der Berichtssaison als gute Strategie erweist. Denn vereinzelt sehen wir bei Unternehmen, die ihre Q-Zahlen veröffentlichen, heftige Kursreaktionen, die nicht immer mit der langfristigen Entwicklung des Unternehmens übereinstimmen.
Das Euwax-Sentiment der Privatanleger verharrt diese Woche um die -25. Anleger waren schon vor der Rallye gegen fallende Kurse abgesichert und bleiben es vorerst auch noch. Hier könnte bald ein Short Squeeze folgen, sofern die Kurse nicht mehr zurückkommen. Ein Short Squeeze ist eine Situation, in der Anleger, die zu stark für fallende Kurse positioniert sind (Short) ihre Positionen durch Käufe eindecken müssen und damit die Rallye weiter anheizen.
Das Put/Call-Verhältnis im DAX steht bei 2,1 und damit im neutralen Bereich. Auch der entsprechende Wert für Equities an der CBOE notiert im neutralen Bereich. Beide Anlegergruppen haben im Wochenverlauf vorübergehend stark auf steigende Kurse gewettet, lösen diese Long-Spekulationen jedoch zum Wochenende hin wieder auf. Well done :-)
Die Bulle/Bär-Differenz der US-Privatanleger sinkt auf nur noch -1%punkt. 37% Bullen stehen 38% Bären gegenüber. Auch hier haben sich die Spannungen der vergangenen Wochen nun beruhigt.
Der technische Angst und Gier Indikator des S&P 500 notiert mit 64% im Bereich der moderaten Gier, was ein leichtes Warnsignal darstellt.
Interpretation
Die ausführliche Interpretation der aktuellen Anlegerstimmung – basierend auf den hochwertigen Sentimentdaten unserer animusX Umfrage – bleibt den zahlenden Mitgliedern des Heibel-Ticker PLUS vorbehalten. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir die hohe Qualität unserer Analysen solide finanzieren möchten. Mit den Einnahmen entwickeln wir die Sentimentanalyse kontinuierlich weiter – für noch fundiertere Einschätzungen, die helfen, Anlageentscheidungen zu optimieren und die Portfolio-Performance weiter zu verbessern.
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Unser Give & Take-Prinzip: Wenn Sie an der wöchentlichen und nur 2 Minuten dauernden animusX-Umfrage (Do-Sa) teilnehmen, erhalten Sie die Sentiment-Ergebnisse inklusive der Interpretation weiterhin kostenfrei. Die animusX Sentiment-Ergebnisse werden zusätzlich noch mit umfangreichen Charts an alle Teilnehmer verschickt, damit Sie auch eigene Schlussfolgerungen daraus ableiten können.
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4. Ausblick: Aktienanalyse zu SpaceX und Alzchem
Der Börsen-Ausblick mit Markt- und Aktienanalysen, konkreten Investmentideen, Empfehlungen sowie detaillierten Kauf- und Verkaufsaktionen bleibt den zahlenden Mitgliedern des Heibel-Ticker PLUS vorbehalten. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir die hohe Qualität unserer Veröffentlichung solide finanzieren möchten.
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5. Update beobachteter Werte
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6. Leserfragen
Strive-Dividende täglich ausbezahlt
Sehr geehrter Herr Heibel
An der Börse ist es ja aktuell für das Sommerloch ungewöhnlich turbulent. Falls doch einmal die Saure Gurkenzeit ausbricht hätte ich da eine Frage:
Ich komme als Babyboomer ja so langsam auf die Zielgerade meines Berufslebens und lege bei meinen Wertpapieren verstärkt Wert auf regelmäßige Ausschüttungen zur Aufstockung des spärlichen Einkommens. 😊
Es liegt anscheinend in der Natur des Menschen, daß er sich über Viele kleine Zuwendungen mehr freut als über eine Größere. Während deutsche Aktien meistens nur einmal Jährlich ihre Dividenden verteilen, machen das US-Firmen meistens quartalsweise und vereinzelt sogar monatlich!
Jetzt bin ich tatsächlich auf ein Papier gestoßen, das täglich eine Dividende bezahlt! Es handelt sich um die Strive Aktie WKN A41U43 ISIN US86629452017 (es gibt da wohl auch noch ein Schwesterprodukt, das ziemlich unter die Räder gekommen ist)
Was sich mir allerdings noch nicht so ganz erschließt ist das Geschäftsmodell dieser Firma. Irgendetwas mit Hedgefonds und Finanzen scheint da eine Rolle zu spielen
und Bitcoins stecken wohl auch mit drin. Vielleicht können sie mal einen Blick darauf werfen und mir ihre Meinung dazu mitteilen.
Bis dahin viele Grüße und weiterhin viel Erfolg im Börsenjahr 2026
Christoph aus Sommerhausen
ANTWORT
Ja, das Sommerloch lässt auf sich warten und von einer Saure Gurkenzeit, in der ich mal die Füße hochlegen kann, träume ich.
Tatsächlich handelt es sich bei Strive (WKN A41U43) nicht um eine gewöhnliche Dividendenaktie, sondern um eine Vorzugsaktie. Die tägliche Ausschüttung ist vor allem ein Marketinginstrument. Die Dividende beträgt aktuell 13% p.a., wird aber seit Juni 2026 nicht mehr monatlich, sondern an jedem Börsentag ausgezahlt. Die Gesamthöhe der Dividende ändert sich dadurch nicht.
Jeden Tag wird also von der US-Lagerstelle eine entsprechende Gutschrift an Ihren Broker überwiesen. Ihr Broker schreibt die Cent-Beträge jedoch nach eigenem Ermessen nicht täglich, sondern gebündelt gut. Mir liegen jedoch keine Erfahrungswerte vor, welche Broker wie bündeln.
Strive ist ursprünglich ein ETF-Anbieter und entwickelt sich derzeit zu einer sogenannten Bitcoin Treasury Company. Das Unternehmen sammelt über die Ausgabe der Vorzugsaktien Kapital ein und kauft dafür Bitcoin. Inzwischen hält das Unternehmen knapp 20.000 Bitcoin und möchte langfristig den Wert je Aktie durch einen wachsenden Bitcoin-Bestand sowie einen Preisanstieg im Bitcoin steigern. Die Vorzugsaktie dient dabei als Finanzierungsinstrument, Anleger erhalten eine hohe und möglichst stabile Dividende.
Für einen einkommensorientierten Anleger würde ich die Strive-Vorzugsaktie dennoch nur mit großer Vorsicht betrachten. Die hohe Dividendenrendite ist kein Geschenk, sondern die Gegenleistung für ein komplexes Geschäftsmodell, das letztlich auf der Entwicklung des Bitcoin-Preises basiert. Wer vor allem verlässliche Ausschüttungen für den Ruhestand sucht, fährt mit klassischen Dividendenwerten aus meiner Sicht ruhiger. Strive ist eher eine spekulative Beimischung als ein Baustein für die Altersvorsorge.
Gefahr durch manipulierte Midterms in den USA?
Hallo Stephan,
wollte für mich einen Fahrplan bis nächstes Frühjahr erstellen, aber mir stellt sich dabei eine Frage: Wie wirkt sich der Wahlausgang der amerikanischen Midterms auf die Börse aus?
Sicher wird Herr Trump alles menschen(un)mögliche tun, um diese zu gewinnen, auch, wenn evtl. ein Verfassungsbruch ansteht, oder die Wahlen zB für ungültig erklärt werden.
Der amerikanische Präsident wird sicher alles tun, um nicht zu verlieren, davon gehe ich aus.
Mal angenommen, er macht etwas, das das Vertrauen in die US Wirtschaft deutlich reduzieren könnte. Ich denke, die USA wird inzwischen bereits alles andere als demokratisch regiert. Was passiert also, wenn er gegen das Wahlergebnis vorgeht?? Soll ich vorher alle US Aktien verkaufen? Auch die Staatsanleihen? Befürchtest Du einen weiteren groben und dauerhaften Vertrauensverlust?
Oder wird alles nur halb so wild, und nur ein geringer Einfluss auf die Börsen wird geschehen?
Ich kann das nicht einschätzen, ich hoffe auf Dich!
Viele Grüße
Chris aus Kaufbeuren/Allgäu
ANTWORT
Ihre Frage ermöglicht es mir, meine Sichtweise auf den Punkt zu bringen, vielen Dank. Ich habe durchaus heftige Kritik an Trumps Vorgehensweise, auch wenn ich hier im Heibel-Ticker immer wieder auch andere Sichtweisen diskutiere. Er testet die amerikanische Demokratie, wie Sie richtig schreiben. Doch in der Schlussfolgerung biege ich anders ab.
Die amerikanische Demokratie ist nicht umsonst die älteste Demokratie der Welt. Sie hat sich bereits mehrfach widerstandsfähig gezeigt und ich persönlich gehe davon aus, hoffe es zumindest, dass sie sich auch dieses Mal durchsetzen wird. Zwischenzeitlich zerschlägt Donald Trump verkrustete Strukturen, die das Land in den vergangenen Jahren zunehmend handlungsunfähig machten. Einvernehmlich sind solche Strukturen nicht zu beseitigen, dazu brauchte man einen wilden Chaoten im Weißen Haus.
Doch die US-Demokratie unterscheidet sich von unserer Demokratie, dass die Menschen dort Lösungen stets zunächst in Eigenregie suchen, während hierzulande meiner Ansicht nach zu häufig nach staatlichen Hilfen gerufen wird. In den USA geht diese Eigenregie sogar so weit, dass man dort schwerlich jemals das Waffengesetz wird ändern können. Und wenn es ein Präsident gegen das eigene Volk übertreibt, wie beispielsweise durch die Immigrationsbehörde ICE mit den brutalen Abschiebungen geschehen, findet sich ganz schnell eine Mehrheit gegen solche Übergriffe.
Demokraten und Republikaner strapazieren das Wahlrecht nicht zum ersten Mal zu eigenen Gunsten. Und dennoch konnte Biden gegen Trump gewinnen, und dennoch konnte Trump anschließend gegen Harris gewinnen. Ich gehe davon aus, dass die Mehrheitsverhältnisse bei den Midterms die Befugnisse von Donald Trump deutlich einschränken werden, egal wie viel er trickst, denn inzwischen hat er bereits genug verkrustete Strukturen zerschlagen und zusätzlich, sehr zum Bedauern vieler ehemaliger Republikaner, neue Probleme erzeugt, insbesondere indem er das Pulverfass Iran auf falsche Weise entzündete.
Also: Wenngleich Trump seine Befugnisse immer wieder überstrapaziert und durch Gerichtsbeschlüsse zurückgepfiffen werden muss, so sind die USA von einer Autokratie in meinen Augen noch immer weit entfernt.
Home Depot und Fachchinesisch
Hallo Herr Heibel,
Ich versuche, mich gerade auf Ihrer Homepage einzuloggen, schaffe das aber nicht, weil mein Google-Browser die Verbindung als unsicher kennzeichnet und das Öffnen ablehnt.
Das ist aber nicht mein Hauptproblem. Wenn ich mich richtig entsinne, hatte ich seinerzeit die Aktien von Home Depot US4370761029 gekauft. Die stehen bei mir mit 25 % im Minus. Ich wollte eigentlich nur nachfragen, ob ich den rechtzeitigen Verkauf verpasst habe oder mit dem Halten noch richtig liege. Was raten Sie mir?
Ein zweites Problem habe ich auch noch. Ich versuche Ihren wöchentlichen Bericht zu verstehen, stolpere aber über ganz viele Fachwörter, Vorgänge und Begriffe, die ich nicht verstehe. Es fällt für mich, frei nach Brecht, der Vorhang zu und alle Fragen offen. Abhilfe könnte bringen:
Ich stelle mir aber vor, dass Sie ihren Wochenrückblick nach dem Verfassen an K I. mit der Bitte übergeben können, daraus eine oder gar mehrere Varianten zu stricken, die auch für Green Horns unterschiedlichen "Bildungsstandes" verständlich sind. Eine solche Variante sollte dann am Beginn Ihres Berichtes anklickbar sein. (Na klar mit dem Hinweis, dass Sie nur für die Originalvariante verantwortlich zeichnen, weil die vorliegende Version für Greenhorns KI-generiert wurde.)
Ich könnte mir vorstellen, dass Sie mit einem solchen Schritt Ihre Abonnentenzahlen nennenswert steigern können.
Immer wieder Ihr treuer Leser
Joachim aus Berlin
ANTWORT
Das wundert mich, eigentlich sollte meine Webseite keine Meldung wie von Ihnen beschrieben ausgeben, da wir einen zertifizierten https-Anbieter nutzen. Wenn das nochmal vorkommt: Können Sie mir einen Screenshot schicken?
Home Depot: Ich halte die Aktie nach wie vor als Spekulation auf rückläufige Zinsen. Der Iran-Konflikt mit dem gestiegenen Ölpreis hat das Zinsniveau nun länger hoch gehalten, als von mir erwartet. Stolpern wir von einer Krise in die nächste? Dann ist Home Depot die falsche Aktie. Oder kommt es irgendwann zumindest zu einer Beruhigung? Dann dürfte das Zinsniveau sinken und die Aktie von Home Depot kräftig ansteigen. Ich setze nach wie vor auf letzteres Szenario und halte die Aktie daher weiterhin.
Ich bilde mir ein, mit dem Heibel-Ticker den Spagat zwischen Fachwissen und Verständlichkeit recht gut zu schaffen. In Publikationen, die auf jegliches Vorwissen verzichten, kommt man leider nicht so stark in die Tiefe bei der Analyse von Unternehmen. Wenn ich für jede kurze Einschätzung sämtliche finanzspezifischen Hintergründe erläutern müsste, würde die Textlänge viele Leser vermutlich überfordern. Daher erkläre ich periodisch die wichtigsten Finanzbegriffe. Nicht jedes Mal, sondern hoffentlich häufig genug, um die treuen Leser mitzunehmen.
Falls Sie also über bestimmte Begriffe stolpern, bin ich über einen konkreten Hinweis dankbar und werde die entsprechenden Begriffe und Hintergründe bei nächster Gelegenheit wieder einmal erklären.
Der Umweg über die KI klingt naheliegend. Als Leser würde ich dies dann jedoch am liebsten selber machen, indem ich den entsprechenden Passus in die KI kopiere und mir erklären lasse. Das ist in dieser gezielten Form dann ebenfalls mMn effizienter als wenn ich alles ausschweifend durch die KI erklären lasse.
Vielleicht können Sie sich ja mit dieser kombinierten Herangehensweise anfreunden :-)
7. Übersicht HT-Portfolio
Der Börsen-Ausblick mit Markt- und Aktienanalysen, konkreten Empfehlungen sowie detaillierten Kauf- und Verkaufsaktionen bleibt den zahlenden Mitgliedern des Heibel-Ticker PLUS vorbehalten. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir die hohe Qualität unserer Veröffentlichung solide finanzieren möchten.
Gerne möchten wir Ihnen zeigen, wie wir Analystenresearch, volkswirtschaftliche Zusammenhänge und Börsenmechanismen gewinnbringend nutzen. Ab 12,50 Euro im Monat können Sie sich unverbindlich davon überzeugen. Zur Bestellseite mit weiteren Informationen gelangen Sie über folgenden Link:
https://www.heibel-ticker.de/member/new
8. Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise
Wer un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen nachmacht oder verfälscht oder nachgemachte oder verfälschte un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen in Umlauf setzt, wird mit Lust-, manchmal auch mit Erkenntnisgewinn belohnt; und wenn alles gut geht, fällt davon sogar etwas für Sie ab. (frei nach Robert Gernhardt)
Wir recherchieren sorgfältig und richten uns selber nach unseren Anlageideen. Für unsere eigenen Transaktionen befolgen wir Compliance Regeln, die auf unsere eigene Initiative von der BaFin abgesegnet wurden. Dennoch müssen wir jegliche Regressansprüche ausschließen, die aus der Verwendung der Inhalte des Heibel-Tickers entstehen könnten.
Die Inhalte des Heibel-Tickers spiegeln unsere Meinung wider. Sie stellen keine Beratung, schon gar keine Anlageempfehlungen dar.
Die Börse ist ein komplexes Gebilde mit eigenen Regeln. Anlageentscheidungen sollten nur von Anlegern mit entsprechenden Kenntnissen und Erfahrungen vorgenommen werden. Anleger, die kein tiefgreifendes Know-how über die Börse besitzen, sollten unbedingt vor einer Anlageentscheidung die eigene Hausbank oder einen Vermögensverwalter konsultieren.
Die Verwendung der Inhalte dieses Heibel-Tickers erfolgt auf eigene Gefahr. Die Geldanlage an der Börse beinhaltet das Risiko enormer Verluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals.
Quellen:
Kurse: Bloomberg. Alle Kurse sind Schlusskurse vom Donnerstag sofern nichts Gegenteiliges vermerkt ist. Sentimentdaten: eigene Umfrageergebnis über unseren Dienst animusX.de.
Bilanzdaten: Bloomberg, Comdirect, Yahoo! Finance sowie Geschäftsberichte der Unternehmen
Informationsquellen: dpa, Aktiencheck, Yahoo! Finance, TheStreet.com, IR-Abteilung der betreffenden Unternehmen
DEUTSCHE BIBLIOTHEK : ISSN 1862-5428
Erscheinungsweise: wöchentlich Freitag/Samstag
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Stephan Heibel
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