Heibel-Ticker Free Börsenbrief
- Einfach einen Tick besser -
21. Jahrgang - Ausgabe 37 (11.09.2026)
Im heutigen Börsenbrief lesen Sie:
| 1. | Info-Kicker: Anleger flüchten vor der Eskalation im Nahen Osten |
| 2. | So tickt die Börse: Zinsen auf höchstem Niveau seit 20 Jahren |
| - Zinsanstieg belastet Finanzmärkte | |
| - Apple | |
| - Wochenperformance der wichtigsten Indizes | |
| 3. | Sentiment: Korrektur noch nicht beendet |
| - Interpretation | |
| 4. | Ausblick: Über Yen-Carry-Trade schwebt das Damoklesschwert |
| 5. | Update beobachteter Werte |
| Metrologie für HBM-Speicheranwendungen | |
| Kaufen, neue Spekulative Position | |
| 6. | Leserfragen |
| 7. | Übersicht HT-Portfolio |
| 8. | Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise |
| 9. | Mitgliedschaft verwalten |
1. Info-Kicker: Anleger flüchten vor der Eskalation im Nahen Osten
Liebe Börsenfreunde,
Neben der Straße von Hormus schalten sich nun noch die Huthis in den Krieg ein und erhöhen die Unsicherheit auf den wichtigsten globalen Schifffahrtsrouten. Der Ölpreis springt um 9% an und treibt die Inflationssorgen weiter in die Höhe. Die EZB reagiert mit einer Zinsanhebung, die Aktienmärkte reagieren mit einem kräftigen Kursrückgang. In Kapitel 2 zeige ich auf, wie das alles zusammenhängt. Dort gehe ich auch kurz auf die Neuvorstellung des iPhone Duo von Apple ein.
Mit unserer Sentiment-Analyse haben wir in den vergangenen zwei Wochen vor einer möglichen Korrektur gewarnt, und genauso kam es nun. In Kapitel 3 begründe ich, warum die aktuelle Stimmungslage für weiteres Ungemach steht.
Der heutige Ausblick analysiert die Carry-Trades der 90er und 2000er Jahre und zeigt auf, was sich in den vergangenen 15 Jahren geändert hat. Nächste Woche dürfte die Bank of Japan den Zins erhöhen. Ich analysiere in Kapitel 4, ob wir mit einem weiteren Ausverkauf durch das Auflösen der Carry-Trades rechnen müssen, wie es bereits im August 2024 der Fall war.
In der Einleitung zu Kapitel 5, den Updates, liste ich kurz die wichtigsten Neuigkeiten zu unseren Portfolio-Aktien, die kein eigenes Update wert waren. Im Anschluss gibt es ein Update zu PVA TePla sowie eine neue Kaufempfehlung.
Die Leserfragen in Kapitel 6 behandeln Themen, die gut ins aktuelle Marktgeschehen passen: Nach meiner ausführlichen Wunschanalyse zu Micron möchte ein Heibel-Ticker Mitglied wissen, ob nicht SK Hynix, Quanta Services oder Comfort Systems die besseren Aktienkandidaten sind.
Ein anderer Leser möchte mit Equinor, OMV, Vår Energi oder Harbour Energy auf die niedrigen Gasstände in den nationalen Gasspeichern spekulieren. Welche dieser Aktien reagiert wohl am stärksten auf steigende Gasnotierungen?
Auf der anderen Seite meint ein Leser, eine rückläufige Nachfrage nach Windturbinen zu erkennen und möchte wissen, ob Vestas oder Nordex gehortet werden sollte.
Schließlich ist es an der Zeit, Bitcoins zu kaufen und ein Leser fragt nach meinen Erfahrungen mit der Relai-App. Meine Antwort lesen Sie in Kapitel 6.
Wie immer gibt es eine tabellarische Übersicht über unser Heibel-Ticker Portfolio in Kapitel 7.
Nun wünsche ich eine anregende Lektüre,
take share, Ihr Börsenschreibel
Stephan Heibel
Chefredakteur und Herausgeber des Heibel-Ticker Börsenbriefs
2. So tickt die Börse: Zinsen auf höchstem Niveau seit 20 Jahren
Jeder von Ihnen wird eine Erinnerung daran haben, wo genau Sie heute vor 25 Jahren waren - zum Zeitpunkt, als die Idee des friedlichen Wettbewerbs der verschiedenen globalen Gesellschaftssysteme als Illusion in sich zusammenstürzte und nichts weiter als Ground Zero hinterließen.
In der Nacht des Mauerfalls am 9.11.1989 tanzte ich als Lehrling auf der Mauer, die das Brandenburger Tor umgab. Lehre, Studium und Berufsstart meines Lebens waren geprägt von Neugierde, Freiheit und Globalisierung. Ich bereiste alle 5 Kontinente unserer Erde und arbeitete in einer Reihe europäischer Länder sowie - kurz vor 9/11 - in den USA. All das endete abrupt 12 Jahre später, am 11.9.2001.
Alle Menschen, die mehr als 12 Jahre jünger sind als ich, kennen das nicht. Sie kennen Flugzeuge nur als potenziell tödliche Waffen, Weihnachtsmärkte sind durch aufwendige Sicherheitsmaßnahmen zu Luxusveranstaltungen geworden. Die Neugierde auf andere Religionen ist verdrängt von der Angst vor Extremismus und Machtausübung durch religiöse Führer - selbst in der eigenen Religion. Und Einschränkungen der persönlichen Freiheit werden heute bereitwillig in Kauf genommen, wenn das Sicherheitsbedürfnis dadurch befriedigt wird.
Der Konflikt zwischen autokratischer Führung auf der einen, und der freiheitlich organisierten westlichen Welt auf der anderen Seite ist unübersehbar, doch eine Lösung kennen wir nicht. Der eingangs erwähnte "Wettbewerb" der Gesellschaftssysteme wird inzwischen selbst in unseren Breiten als moralisch fragwürdig betrachtet, der Ruf nach einer starken Führung wird auch in Europa immer lauter ... in den USA wurde dieser Ruf bereits erhört und dieser hat das "Pulverfass" Nahost geöffnet.
Wir Menschen wünschen uns eine Führung, die solche komplexen Probleme löst. Und im besten Fall soll die Politik das alleine machen - ohne uns. Ich habe den Eindruck, dass wir uns in eine Zeit begeben, die mit der Biedermeierzeit vergleichbar ist: Die Bevölkerung macht es sich zu Hause hübsch gemütlich und verliert das Interesse an den eskalierenden Problemen um uns herum.
Es ist das Resultat der gefühlten Machtlosigkeit. Eigenverantwortung wird immer mehr hinter Regeln und Vorschriften zurückgedrängt. Da ist es naheliegend, sich zu beklagen statt etwas zu unternehmen, das im Zweifel verboten ist. Ich darf nicht einmal ohne Genehmigung Solarzellen auf mein Dach legen, mit denen ich ausschließlich mein Heimnetz speisen würde. Aber die Gasspeicher sind so leer wie nie zuvor, doch uns wird gesagt, das sei kein Problem.
Erkennen Sie den Bogen, den ich hier spanne? Jetzt ist es gedanklich nicht mehr weit zur Wahl in Sachsen-Anhalt, die in meinen Augen Resultat der gefühlten Machtlosigkeit ist. Wenn man den Menschen jahrzehntelang erzählt, das sei nicht ihre Aufgabe, das sei auch nicht ihre Schuld, das werde an anderer Stelle gelöst, dann führt das zwangsläufig zu einer gefühlten Machtlosigkeit, mit der man sich gegen die politische Kaste auflehnt.
Nein, weder die AfD noch die Nachfolgepartei der SED werden dieses Problem für uns lösen. Es gibt historische Vorbilder, denn was wir als Gesellschaft derzeit durchmachen, ist alles andere als einmalig. Bertold Brecht wird das folgende Zitat zugeschrieben: "Wenn Freiheit zur Phrase wird, wird politischer Ungehorsam zur Pflicht". Doch wie kann politischer Ungehorsam aussehen, wenn die politischen Ränder unzählbar groß sind? Oder sollte ich mich als glücklicher Familienvater lieber an die Biedermeierzeit halten und mein trautes Heim, Glück allein, schön kuschelig machen?
Soweit ein paar offene Gedanken zum 25. Jahrestag von 9/11.
Zinsanstieg belastet Finanzmärkte
In dieser Woche setzte sich die Eskalationsspirale im Nahen Osten wieder in Gang. War es bislang vorwiegend ein Krieg der USA gegen den Iran, so beschoss nun der Iran saudische Ölanlagen und nahm damit 400.000 Fässer täglicher Ölförderung vom Netz. Zudem werden die Huthis aktiver und schicken sich an, die zweite Meerenge zu kontrollieren, die essenziell wichtig für die Schifffahrt ist.
Der Ölpreis sprang im Wochenverlauf auf bis zu 107 USD/Fass Brent (Nordsee) Öl. Der Dieselpreis schießt weiter in die Höhe und hat sich in den vergangenen Monaten inzwischen verdoppelt. Der europäische Gaspreis notiert inzwischen bereits auf dem dreifachen Niveau im Vergleich zum Jahresbeginn. Auch der Baltic Dry Verschiffungsindex kletterte in den vergangenen Monaten an und steht auf dem höchsten Niveau seit der Nach-Coronazeit.Es dürfte Sie nicht überraschen, dass hohe Transportpreise auf die Güterpreise umgeschlagen werden müssen, und so hob die EZB am gestrigen Donnerstag den Leitzins um 0,25%punkte auf 2,5% an, um der anziehenden Inflation, aktuell bei 2,9%, Einhalt zu gebieten. Der Schritt war erwartet worden, doch für eine Überraschung sorgte das, was nicht gesagt wurde: EZB-Chefin Christine Lagarde sagte nicht, dass dies vorerst die letzte Zinsanhebung sei. Im Gegenteil, sie wechselte von der viel kritisierten "Vorfestlegung" zurück auf eine Haltung, in der sie die EZB in der Rolle des Beobachters sieht, der jeweils zu den Sitzungsterminen anhand der dann aktuellen Datenlage Entscheidungen treffen werde.
Das war ein Schlag ins Gesicht derer, die sich von der EZB "mehr Verantwortung" gewünscht hätten - egal, ob das sinnvoll ist, oder nicht. Damit sind wir wieder beim obigen Thema: Viel zu viele Menschen wünschen es sich, entmündigt zu werden. Sie haben Angst vor Eigenverantwortung, Angst vor möglichen Fehlern, die man dann machen kann. Man hat sich an eine EZB gewöhnt, die frühzeitig die Richtung angibt und wie eine Schafherde folgen alle Anleger dieser Richtung. Wenn sich das dann als falsch herausstellt, war die EZB schuld.
Nun bleibt eine weitere Zinsanhebung in der Oktobersitzung der EZB möglich. Ungefähr die Hälfte der Volkswirte erwartet sogar noch eine weitere Zinsanhebung dann im Dezember. Wir sind also binnen weniger Stunden von der Erwartung eines Stopps des Zinsanhebungszyklus auf mögliche zwei weitere Zinsanhebungen gekommen. Kein Wunder, dass der DAX gestern über 1% abgab.
Für die USA wird nächste Woche Mittwoch die Zinsentscheidung der US-Fed unter Kevin Warsh erwartet. Sein Kollege Christopher Waller kündigte an, seine Entscheidung von der heute verkündeten Inflation abhängig zu machen: Wenn der Verbraucherpreisindex (VPI) rückläufig sei, könne man auf einen Zinsschritt verzichten.
Der VPI landete heute mit 3,4% punktgenau auf der Erwartung, was auch dem Niveau des Vormonats entspricht. Damit ist die Inflation NICHT rückläufig, und Waller müsste einer Zinsanhebung zustimmen. Der Druck auf Kevin Warsh steigt. Wir wissen, dass Donald Trump keine Zinsanhebungen sehen möchte. Doch 3,4% Inflation sind weit entfernt von dem Ziel der 2%, und nachdem diese Woche die Hoffnung auf ein absehbares Ende des Irankriegs gesunken ist, dürften die steigenden Transportkosten noch eine Weile die Inflation treiben. Am Markt erwartet man inzwischen mit einer Wahrscheinlichkeit von 87% eine Zinsanhebung - trotz des moderaten VPI.
An den Anleihemärkten reagiert man schon entsprechend: Die Rendite der zwei Jahre laufenden US-Staatspapiere klettert diese Woche auf 4,6%, der höchste Stand seit zwei Jahren. Bei 10 Jahre laufenden US-Staatspapieren klettert die Rendite auf 4,94% und somit nah an die 5%-Hürde, die seit 20 Jahren nicht mehr übersprungen wurde. Und die lang laufende 30-jährige US-Staatsanleihe notiert mit 5,3% so hoch wie seit dem Platzen der Internet-Blase nicht mehr.
Dabei versucht Finanzminister Bessent nach Kräften, ein noch schnelleres Ansteigen der Renditen zu verhindern. Vor einer Woche kündigte er an, die periodischen (alle 2 Wochen) Rückkäufe von Staatsanleihen von 2 auf 4 Mrd. USD zu erhöhen. Gestern war der erste Termin und zu meiner Überraschung kaufte er Anleihen im Volumen von 6 Mrd. USD zurück. Diese zusätzliche Nachfrage nach Anleihen mindert den Druck auf die Renditen. Daher ist es um so Besorgnis erregender, dass das Zinsniveau trotzdem so kräftig angestiegen ist.
Hohe Zinsen wirken wie eine Sondersteuer auf Investitionen, neue Projekte werden teuer und damit nicht selten unprofitabel und folglich nicht realisiert. Das Wirtschaftswachstum wird gebremst, um die Inflation einzufangen.
Musterschüler Deutschland befindet sich ebenfalls auf dem Weg zu höheren Zinsen, wenngleich auf niedrigerem Niveau. Die Renditen unserer Papiere rentieren derzeit von 3,19% (2-Jahre laufender Bund), über 3,5% (10 Jahre) bis 3,9% (30 Jahre). Damit notieren die Zinsen inzwischen wieder auf dem höchsten Niveau seit der großen Finanzkrise 2008/2009.
So gab der DAX diese Woche 2% ab, der S&P 500 bislang "nur" 0,5%. Neben der Fed-Sitzung nächste Woche wird auch die Bank of Japan tagen. Was das für den Carry-Trade bedeutet, bespreche ich in Kapitel 4.
Apple
Es hat ein Ende: Die immer größer werdenden Smartphones, die in keine Hosentasche mehr passen, wurden diese Woche durch ein neues Format bereichert: das Apple Duo. Apple betritt damit den Markt der Klapphandys. Mit einem Einstiegspreis von 2.300€ dürfte das Gerät eher als Arbeitsgerät neben dem iPad positioniert werden, denn telefonieren kann man auch günstiger. Die neuen iPhone 18 Pro Modelle wurden im Preis um 100€ gegenüber den Vorgängermodellen angehoben, um den gestiegenen Speicherpreisen Rechnung zu tragen.
Die Apple Aktie konnte diese Woche gegen den allgemein negativen Trend zulegen (+5%).
Neben Apple hielt sich der Technologiesektor diese Woche erstaunlich gut. Auch die Energieversorgung blieb vom Ausverkauf verschont. Im DAX sieht man dies durch die grünen Wochenvorzeichen bei Infineon, RWE und E.On. Am anderen Ende stehen die Unternehmen, die unter den hohen Zinsen am stärksten leiden: Rohstoffunternehmen, Industrieunternehmen, der Einzelhandel und die Immobilienbranche. Also Heidelberg Materials (-8%), Rheinmetall (-4%), Zalando & Henkel (-6% & -5%) und Vonovia (-6%).
Schauen wir uns mal die Wochenentwicklung der wichtigsten Indizes an:
Wochenperformance der wichtigsten Indizes
| INDIZES | 11.9., 20:29 Uhr | Woche Δ | Σ '26 Δ |
| DAX | 25.569 | -1,8% | 4,4% |
| S&P 500 | 7.669 | -0,5% | 12,0% |
| Nikkei | 64.011 | -1,6% | 27,2% |
| Shanghai A | 4.510 | -0,8% | -2,6% |
| US-Dollar/EUR | 1,16 | -0,1% | -1,3% |
| Euro/Yen | 178,25 | -1,7% | -2,9% |
| 10-Jahres-US-Anleihe | 4,96% | 0,18 | 0,79 |
| Umlaufrendite Dt | 3,47% | 0,16 | 0,69 |
| Feinunze Gold | $4.352 | -1,5% | 0,8% |
| Fass Brent Öl | $104,60 | 9,2% | 71,9% |
| Kupfer | $14.234 | -0,7% | 14,6% |
| Baltic Dry Shipping | $3.521 | 0,9% | 87,6% |
| Bitcoin | $77.189 | -3,0% | -12,1% |
Der Ölpreis springt mit +9% ins Auge. Aber auch die anziehenden Renditen (+0,16%punkte) sind gewaltig, wenn man sie relativ zum Zinsniveau sieht (+5% bei der Umlaufrendite).
Gold bewegt sich selten in einer direkten Reaktion auf Zinsänderungen, sondern wird von der allgemeinen Marktskepsis zunächst mitgerissen, um sich dann später unbemerkt schneller zu erholen als der Rest. Also ja, ich halte eine ordentliche Goldbeimischung für jedes Portfolio für sinnvoll.
Und der Bitcoin hängt stark an den Zocker-Aktien, die bei steigenden Zinsen besonders ausverkauft werden. Somit betrachte ich die relative Stärke des Bitcoins in diesen Tagen als Zeichen dafür, dass er auf dem Sprung steht. Seit Monaten vertrete ich hier die Meinung, dass der Bitcoin im Oktober seine nächste Rallye starten könnte. Von dieser Erwartung weiche ich nicht ab.
In einer Leserfrage habe ich heute kurz zu Relai Stellung genommen: Das ist noch immer ein einfacher Weg, sich Bitcoins zuzulegen.
Schauen wir nun, wie sich die Stimmung unter den Anlegern entwickelte.
3. Sentiment: Korrektur noch nicht beendet
Klare Warnsignale leite ich sehr selten aus unserem Sentiment ab, doch genau das tat ich vor einer Woche. Der DAX brach diese Woche um 2% ein, die schlechte Stimmungslage steigerte sich im Wochenverlauf immer weiter. Ich hatte dies aus der "Wahrnehmungsverzerrung" unter den deutschen Anlegern abgeleitet. Schauen wir mal, ob diese Wahrnehmungsverzerrung inzwischen aufgelöst wurde.Unser Anlegersentiment ist nun auf -5,0 eingebrochen, wir messen Angst und Panik. Die negativen Vorboten, die vor einer Woche noch ignoriert wurden, schlugen sich nun voll in der Anlegerwahrnehmung nieder. Der Ölpreis sprang über 100 USD/Fass, die Renditen an den Anleihemärkten steigen weiter an und erfordern mehr Zinsschritte durch die jeweiligen Notenbanken als noch vor einer Woche gehofft.
Und da dies vor einer Woche von unseren Umfrageteilnehmern noch nicht für möglich gehalten wurde, ist die Verunsicherung mit einem Wert von -5,3 in dieser Woche umso größer.
Aber noch ist nicht alles verloren, zumindest die Zukunftserwartung bleibt mit einem Wert von +2,6 im optimistischen Bereich (Vorwoche +3,5). Damit messen wir nun in der dritten Woche in Folge mehr Optimismus als irgendwann sonst seit einem Jahr.
Doch investieren möchten die wenigsten, die Investitionsbereitschaft zeigt mit +0,6 eine vergleichsweise zurückhaltende Bereitschaft an.
Privatanleger kauften an der Euwax überwiegend Long-Spekulationen, wie wir dem Euwax-Sentiment entnehmen. Zum Wochenbeginn hielt man sich noch zurück, doch seit Mittwoch schlagen Anleger opportunistisch zu.
Das Put/Call-Verhältnis für den DAX an der Eurex, wo sich die institutionellen Anleger absichern, steht bei 1,6 und somit im neutralen Bereich. Zum Wochenbeginn waren vorübergehend Put-Absicherungen stark nachgefragt, seither schauen die Profis dem Treiben gut abgesichert zu.
In den USA zeigt das Put/Call-Verhältnis an der CBOE für Equities mit einem Wert von 0,69 ebenfalls eine neutrale Situation an, nachdem auch in den USA vorübergehend Put-Absicherungen gesucht waren - wenn auch aufgrund des US-Feiertags am Montag nicht so stark wie bei uns.
Die Bulle/Bär-Differenz der US-Privatanleger verbleibt bei 1% und zeigt somit eine vergleichsweise neutrale Verfassung in den USA an.
Der technische Angst und Gier Indikator steht mit 34% im Bereich der moderaten Angst.
Interpretation
Die ausführliche Interpretation der aktuellen Anlegerstimmung – basierend auf den hochwertigen Sentimentdaten unserer animusX Umfrage – bleibt den zahlenden Mitgliedern des Heibel-Ticker PLUS vorbehalten. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir die hohe Qualität unserer Analysen solide finanzieren möchten. Mit den Einnahmen entwickeln wir die Sentimentanalyse kontinuierlich weiter – für noch fundiertere Einschätzungen, die helfen, Anlageentscheidungen zu optimieren und die Portfolio-Performance weiter zu verbessern.
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4. Ausblick: Über Yen-Carry-Trade schwebt das Damoklesschwert
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6. Leserfragen
Micron versus SK Hynix, Quanta Services & Comfort Systems
Guten Morgen Herr Heibel,
Zunächst erst einmal vielen Dank für die prompten Antworten. Ich finde es spannend, ich beschäftige mich schon sehr lange mit Aktien und immer wieder falle ich noch meiner Angst zum Opfer zu spät zu kaufen oder zu verkaufen.
Sie hatten im letzten newsletter die Überlegung hinsichtlich Micron. Ich würde eher zu Sk Hynix tendieren ? Vielleicht wäre aber auch Quanta Systems oder auch Comfort Systems eine Idee.
Freundliche grüße
Dieter aus Hüven
ANTWORT
Ihre Angst, zu spät zu kommen, ist die häufigste unter Anlegern. Genau dafür habe ich die gestaffelte Vorgehensweise eingeführt: Lieber in kleinen Tranchen eine Position aufbauen, als sich vor einer Vollposition zu drücken oder umgekehrt hektisch am Höhepunkt einzusteigen.
@Micron vs. SK Hynix: Beide profitieren vom HBM-Speicher-Oligopol, das ich in der letzten Ausgabe im Rahmen der Wunschanalyse ausführlich beschrieben habe. SK Hynix ist der HBM-Marktführer und surft die Welle am direktesten, Micron ist die Nummer 2, deutlich billiger bewertet, dafür in den USA verwurzelt. SK Hynix ist an der Börse von Südkorea gelistet. Ich kenne mich in Südkorea nicht aus, sondern habe nur rudimentär oberflächliche Kenntnisse darüber, dass SKHynix gemeinsam mit Samsung die südkoreanische Wirtschaft maßgeblich bestimmt. Keine Ahnung, was das für Folgen für die Unternehmens- und Steuerpolitik hat. Ihre Neigung zu SK Hynix ist nachvollziehbar: Die HBM-Fokussierung ist bei SK Hynix am reinsten, plus das positive Signal des angekündigten milliardenschweren Aktienrückkaufs zeigt Kapitaldisziplin und Gewinnbeteiligung. Ich würde dennoch für ein deutsches Depot Micron vorziehen, da mir die US-Börse und die US-Politik vertrauter sind.
@Quanta Services hatte ich im Februar 2025 als Antwort auf eine Leserfrage bereits ausführlich analysiert und damals als „günstige Einstiegsgelegenheit" bezeichnet. EV/EBITDA war 17, Umsatzwachstum 10-15% p.a. bis 2028 projiziert, Auftragsbestand 34,5 Mrd. USD. Seitdem konnte sich die Aktie mehr als verdoppeln. Quanta ist der Netzinfrastruktur-Spieler - Stromleitungen, Verteilungsnetze, Ausbau der Übertragungskapazität, alles, was zwischen Kraftwerk und Rechenzentrum liegt. Der Wert ist strukturell einer der stärksten Profiteure der KI-Rechenzentrums-Welle, gerade weil die Netzengpässe der eigentliche Flaschenhals werden. Aktuell mit EV/EBITDA von 23 bei 55% Gewinnwachstum, nächstes Jahr nochmal 16%. Das ist auch nach der Kursverdopplung noch immer günstig.
@Comfort Systems ist die spektakulärere Story, aber auch die gefährlichere. Die Aktie ist auf drei Jahre um 1.240% gestiegen, allein 2026 bisher um 116%. Q1 2026 lieferte Umsatzwachstum von 56,8%, Gewinn +121%. Der Auftragsbestand verdoppelte sich von 6,89 Mrd. USD auf 14,06 Mrd. USD zum Ende Q2. Comfort Systems bringt die HVAC-Systeme (Heating, Ventilation, Airconditioning, Cooling - Heizung, Ventilation, Klimaanlage, Kühlung) direkt in die Rechenzentren und kümmert sich so um die ungewollt hohe Wärmeentwicklung der Nvidia-GPUs. Das EV/EBITDA steht bei 22 bei 45% Gewinnwachstum, nächstes Jahr 22%. Auch das ist in meinen Augen noch immer günstig.
Das Bessere ist des Guten Tod: Sie haben hier vier ausgezeichnete Aktien benannt. Im Heibel-Ticker habe ich uns die Auflage gegeben, nicht mehr als 20 Aktien zu haben - und da sind wir derzeit. Wenn wir neue Positionen aufnehmen wollen, müssen wir etwas anderes rauswerfen. Und einfach alles, was nett klingt, aufzunehmen führt in die Beliebigkeit. Also: Wir haben eine ziemlich gute Auswahl an KI-Aktien im Portfolio. Sie können sich Ihrem individuellen Geschmack folgend eine dieser Aktien aussuchen :-)
Bitcoin kaufen über Relai & Bitcoin.de
Hallo Herr Heibel,
vielen Dank für Ihr kontinuierliches Engagement im Rahmen des Heibel-Tickers. Ich freue mich jede Woche auf Ihre Einordnung der aktuellen Geschehnisse. Sie bereichert meine Börsenaktivitäten sehr.
Ich plane bei Gelegenheit ein paar BTC-Anteile zu kaufen. Sie hatte vor einiger Zeit Handelsplattformen vorgestellt bzw. empfohlen. Nur um sicherzugehen, dass ich die richtige erwische: Dieses war glaube ich eine Ihrer Empfehlungen, oder? https://relai.app/de/
Zum anderen würde mich Ihre Meinung zu dieser Börse interessieren: https://www.bitcoin.de/de
Diese Börse ist seit >10 Jahren am Markt. Eine vertrauenswürdige Quelle hat dort zu dieser Zeit schon gehandelt. Vorteil: Gebühren von nur 0,5% je Transaktion (je für Käufer und Verkäufer). Leider ist der Handel gerade ausgesetzt, wegen Anpassung der Plattform an eine Regulierung. Auf Grund der langen Historie erscheint mir die Plattform als vertrauenswürdig. Haben Sie eine Meinung zu diesem Anbieter?
Besten Dank und viele Grüße aus Karlsruhe,
Elmar
ANTWORT
Besten Dank für das Lob :-)
@Relai: Ja, richtig erinnert - Relai habe ich seit Januar 2024 mehrfach als „Brücke in die Bitcoin-Welt" empfohlen. Die App ist unkompliziert, Bitcoin-only fokussiert und ermöglicht die Eigenverwaltung, sofern gewünscht. Kaufgebühren liegen bei 1,5%, beim Verkauf um 1%. Relai bietet die Überweisung auf ein Konto in Luxemburg, auf das per SEPA-Echtzeitüberweisung eingezahlt werden kann. Für die einfache Anlage in Bitcoin bleibt Relai meine Empfehlung. Wenn Sie mir was Gutes tun wollen, nutzen Sie meinen Empfehlungslink: REL247362. Ich glaube, dann bekomme ich eine kleine Aufmerksamkeit :-)
@Bitcoin.de: Diese Plattform habe ich im Heibel-Ticker bisher nicht explizit besprochen, aber sie ist absolut seriös. Betrieben von der Bitcoin Deutschland AG (Tochter der börsennotierten Bitcoin Group SE), seit 2011 am Markt, BaFin-reguliert und mit der Solaris Bank als Treuhandpartner. Bitcoin.de ist ein Peer-to-Peer-Marktplatz, auf dem Käufer und Verkäufer über den Marktplatz direkt Bitcoins tauschen. Die Gebühr liegt bei 0,5% je Seite, effektiv also 1% bei einer kompletten Transaktion - günstiger als Relai. Vorteil: Deutsche Regulierung, deutsche Sprache und Support, deutsches Steuerreporting einfach. Nachteil: Eher „Börsenlogik" mit Orderbüchern statt einer schlanken Kauf-App, und die Bitcoins liegen zunächst auf der Plattform. Für die Eigenverwaltung müssen Sie aktiv auf Ihre eigene Wallet auszahlen lassen.
Die aktuelle Handelsaussetzung wegen MiCA-Anpassung ist eher ein Zeichen von Seriosität als ein Warnsignal. MiCA (Markets in Crypto-Assets Regulation) ist die neue EU-Krypto-Verordnung, die seit Ende 2024 schrittweise umgesetzt wird. Alle EU-Kryptoplattformen müssen sich anpassen.
Profitieren vom Gaspreisanstieg: Equinor, OMV, Vår Energi, Harbour Energy
Hallo Herr Heibel,
heute hat es in Hamburg den ganzen Tag über 'Bindfäden geregnet' und ich habe tatsächlich unsere Heizung wieder eingeschaltet ... dazu beschäftigt mich eine aktuelle Überlegung:
Die europäischen Gasspeicher sind für die Jahreszeit ungewöhnlich leer, weil sich das Einspeichern bei den seit Monaten hohen Gaspreisen kaum gerechnet hat – gleichzeitig beginnt nun die Heizsaison, sodass Europa möglicherweise ausgerechnet bei hohen Preisen nachkaufen muss. Könnte daraus ein interessanter Investment-Case für europäische Gasproduzenten entstehen, deren Förderkosten deutlich unter dem aktuellen TTF-Preis liegen, etwa Equinor, OMV, Vår Energi oder Harbour Energy? Mich würde insbesondere interessieren, bei welchem dieser Unternehmen ein weiterer Anstieg des europäischen Gaspreises noch nicht im Aktienkurs eingepreist ist und wo Sie aktuell den größten Hebel auf Free Cashflow und Aktienkurs sehen.
Was meinen Sie?
Viele Grüße
Stephan aus Hamburg
ANTWORT
Die europäischen Speicherstände liegen tatsächlich deutlich unter dem saisonalen Durchschnitt, der TTF-Gaspreis notiert bei rund 66 USD/MWh und damit mehr als doppelt so hoch wie zu Jahresbeginn. Sollte der Winter kalt ausfallen oder die Straße von Hormus weiter blockiert bleiben, kann die Gaspreisrallye noch deutlich zulegen. Damit stellt sich Ihre Frage, wo der größte Hebel liegt.
@Equinor: Im Juli 2025 zeigte ich auf, dass Equinor schrumpft und immer mehr investieren muss. Inzwischen hat Equinor die Strategie neu justiert: Wachstum bei internationalen Ölfeldern, prognostizierte 20 Mrd. USD Free Cashflow zwischen 2026 und 2030. Die Story ist besser als vor zwei Jahren, aber Equinor bleibt ein größerer, integrierter Konzern mit weltweiter Diversifikation. Der Hebel auf den europäischen Gaspreis ist bei einem Konzern dieser Größe strukturell gering.
@OMV: Der integrierte österreichische Konzern hat neben dem E&P-Geschäft ein bedeutendes Chemie- und Raffinerie-Segment. Bei steigendem Gaspreis verdient OMV mehr, aber das Chemie-Geschäft leidet gleichzeitig unter höheren Rohstoffkosten und schwacher Nachfrage aus der europäischen Industrie. Der Hebel auf den europäischen Gaspreis wird dadurch verwässert.
@Vår Energi: Die norwegische Eni-Tochter (Eni hält 63,5%) ist ein Pure-Player im norwegischen Kontinentalschelf mit hoher Sensitivität gegenüber dem europäischen Gaspreis. Das Unternehmen bedient den norwegischen Markt. Die Aktie hat den Gaspreisanstieg bereits mit einem Kursplus von 50% eingepreist, bietet aber weiter Hebel. Das EV/EBITDA steht bei nur 1,8, da der Gewinn in den vergangenen Monaten sprunghaft anstieg. Die Dividendenrendite von 9% macht ebenfalls Spaß. Allerdings handelt es sich um einen „Sondereffekt“. Bereits für 2027 werden wieder rückläufige Umsätze und Gewinne befürchtet, was die niedrige Bewertung erklärt.
@Harbour Energy: Die H1-2026-Zahlen waren spektakulär. Rekordproduktion, Free-Cashflow-Prognose für das Gesamtjahr verdreifacht, Umsatz +20%. Die Konzernstrategie fokussiert bewusst auf fünf Kernregionen mit niedrigen Förderkosten: Norwegen, UK, Argentinien, USA und Mexiko. Die Betriebskosten liegen bei nur 13,3 USD je Barrel Öläquivalent, was historisch niedrig ist. Durch Übernahmen im US-Golf und in Großbritannien ist Harbour deutlich größer und diversifizierter geworden. Die Aktionäre sollen 2026 durch Aktienrückkäufe 250 Mio. USD erhalten zuzüglich 8,9% Dividendenrendite.
Die aktuelle Unternehmensprognose basiert auf Annahmen, die den kompletten Gaspreisspurt der letzten Wochen noch nicht widerspiegeln. Sollte der Winter kalt werden und der Gaspreis nicht abschmelzen, wird Harbour die Guidance anheben müssen. Bei einem Free-Cashflow-Yield von aktuell rund 30% auf die Marktkapitalisierung und weiter steigenden Gaspreisen ist der Multiplikatoreffekt größer als bei Equinor oder OMV. Denn für jeden Euro Marktkapitalisierung wirft das Unternehmen aktuell 30 Cent an freiem Cashflow ab.
Harbour Energy ist stark gehebelt: Bei einer Marktkapitalisierung von 6 Mrd. USD bestehen 7,6 Mrd. USD Schulden. Da reicht ein bereits kleiner absoluter Gewinnsprung, um eine große relative Kurswirkung zu erzielen. Ein zusätzlicher Gewinn von 1 Mrd. USD bedeutet +17% auf die Marktkapitalisierung. Dieselbe Milliarde bedeutet bei Equinor nur 1,3%. Bei OMV frisst das Chemie-Geschäft einen Teil des Aufwärts-Hebels weg.
Spekulieren auf fallende Kurse bei Nordex und Vestas
Sehr geehrter Herr Heibel,
nach Gesprächen mit Kollegen aus der Windbranche sind unproportional hohe Preise von Windenergieanlagen, besonders in Deutschland für niedrige rentabilität der Projekte verantwortlich.
Dies zwingt die Projektierer teilweise keine Projekte mehr Umzusetzen, während die Hersteller gut an den noch bestehenden Aufträgen verdienen.
Manche erwarten nun einen Rückgang in den Anlagenpreisen, besonders im deutschen Markt.
Ist das womöglich eine Grundlage für eine shortposition in Vestas Wind Systems und oder Nordex SE?
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mit freundlichen Grüßen
Hartmuth aus Meinersen
ANTWORT
Nein, diese Schlussfolgerung würde ich aus Ihrer richtigen Beobachtung nicht ziehen. Das Bild in Ihrer Windbranche-Runde spiegelt die Perspektive der Projektentwickler wider, und aus deren Sicht ist es zutreffend: Die Margen im Projektgeschäft sind unter Druck. Aber die Ursache liegt nicht bei den Turbinenpreisen, sondern beim Angebot von Projekten. Die letzte deutsche Onshore-Auktion im Juli hat niedrige Preise (51 EUR/MWh bis 44 EUR/MWh) ergeben. Diese Preise sind Ergebnis eines starken Anstiegs des Projekt-Angebots. Deutschland hat 2025 rund 21 GW an Onshore-Wind-Projekten genehmigt, 2026 wird dieser Wert nochmals übertroffen. Nach Jahren der zögerlichen Genehmigung ist nun das Gegenteil eingetreten: Zu viele Projekte drängen in zu wenige Auktionsslots und drücken die Preise.
Für die vier verbliebenen Turbinenhersteller (Vestas, Nordex, GE Vernova, Siemens Energy) ist das die beste Marktphase seit Jahren. Die Marge von Nordex ist von 1% im Jahr 2023 auf 4,1% im Jahr 2024 gestiegen, das mittelfristige Ziel liegt bei 8%. Der Turnaround, den ich beim Hamburger Investorentag im April 2024 vom Nordex-CFO Ilya Hartmann geschildert bekam, ist gerade voll im Gang. Nordex-CEO Blanco hat kürzlich sogar die Ambition ausgesprochen, wieder auf einen US-Marktanteil von 15-18% zurückzukommen.
Sie sagen: Hohe Turbinenpreise → keine Projekte → Preisrückgang bei Turbinen. Tatsächlich läuft es aber genau andersherum: Erst kamen die Genehmigungen, dann stieg die Nachfrage nach Turbinen, dann konnten die vier Oligopolisten ihre Preise anheben und ihre Margen normalisieren. Wenn Projektierer heute klagen, dass Projekte nicht wirtschaftlich sind, dann liegt das an den niedrigen Auktions-Erlösen und den weiter hohen Zinsen für die Projektfinanzierung, nicht am Turbinenpreis.
Der Rückenwind für Vestas und Nordex ist real, das operative Momentum trägt weiter.
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Quellen:
Kurse: Bloomberg. Alle Kurse sind Schlusskurse vom Donnerstag sofern nichts Gegenteiliges vermerkt ist. Sentimentdaten: eigene Umfrageergebnis über unseren Dienst animusX.de.
Bilanzdaten: Bloomberg, Comdirect, Yahoo! Finance sowie Geschäftsberichte der Unternehmen
Informationsquellen: dpa, Aktiencheck, Yahoo! Finance, TheStreet.com, IR-Abteilung der betreffenden Unternehmen
DEUTSCHE BIBLIOTHEK : ISSN 1862-5428
Erscheinungsweise: wöchentlich Freitag/Samstag
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