Heibel-Ticker Free Börsenbrief
- Einfach einen Tick besser -
21. Jahrgang - Ausgabe 39 (25.09.2026)
Im heutigen Börsenbrief lesen Sie:
| 1. | Info-Kicker: KI-Agenten unterstützen den Heibel-Ticker |
| 2. | So tickt die Börse: Festzins wird zur ernstzunehmenden Alternative von Dividendenaktien |
| - Wochenperformance der wichtigsten Indizes | |
| 3. | Sentiment: Anleger trotzen der hohen Verunsicherung mit Optimismus |
| - Interpretation | |
| 4. | Ausblick: Ziel des Heibel-Tickers: Eigenverantwortung der Mitglieder fördern |
| 5. | Update beobachteter Werte |
| Teilverkauf, Risiko verkleinern | |
| +50% in 2 Monaten: Teilverkauf, Positionsgröße auf 2,5% stutzen | |
| Verkauf, Spekulation beendet | |
| Kapitalmarkttag enttäuscht, bei Gegenbewegung über 36€ verkaufen | |
| 6. | Leserfragen |
| 7. | Übersicht HT-Portfolio |
| 8. | Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise |
| 9. | Mitgliedschaft verwalten |
1. Info-Kicker: KI-Agenten unterstützen den Heibel-Ticker
Liebe Börsenfreunde,
*** HEIBEL-TICKER WUNSCHANALYSE ***
Meine KI ist startklar, nächste Woche gibt es wieder eine Wunschanalyse.
Sie, liebe Heibel-Ticker Mitglieder, schlagen bis Montagabend Titel vor, die ich in die Auswahlliste übernehmen soll. Die 5 Titel, die am häufigsten vorgeschlagen wurden, schaffen es in die Abstimmung.
Am Dienstag schicke ich die Vorschlagsliste an alle Heibel-Ticker PLUS Mitglieder und Sie können bis Dienstagabend direkt in der E-Mail Ihren Wunschkandidaten anklicken. Die Aktie mit den meisten Stimmen wird dann von mir analysiert und im folgenden Heibel-Ticker vorgestellt.
Mein Ziel ist es, Ihren aktuellen Wunsch zeitnah zu erfüllen. Interaktiver geht es nicht, oder?
Über diesen Link können Sie ab sofort Ihre Vorschläge eingeben. Bitte jeder nur ein Kreuz.
*** ENDE HEIBEL-TICKER WUNSCHANALYSE ***
Die abgelaufene Börsenwoche ist zweigeteilt: zunächst sorgte der rückläufige Ölpreis für steigende Kurse, dann zog ein überraschend positiver Einkaufsmanagerindex die Renditen nach oben, was den Aktienmarkt wiederum belastete. Welche Branchen unterschiedlich darauf reagierten, lesen Sie in Kapitel 2.
Nach wie vor messen wir einen überraschend hohen Optimismus unter Anlegern, trotz der seit vier Wochen schwachen Aktienmarktperformance. In Kapitel 3 leite ich aus unserer Sentiment-Umfrage ab, was diese Stimmungslage für die kommenden Wochen zulassen könnte.
Die eigenverantwortliche Anlageentscheidung ist das oberste Ziel hier im Heibel-Ticker. In Kapitel 4 zeige ich auf, wie uns die KI hilft, den Markt besser im Blick zu behalten und somit informiertere Entscheidungen zu treffen. Kleiner Spoiler: Ich habe nun 4 Wochen Tag und Nacht daran gesessen, dies zu optimieren. Mich interessiert Ihre Meinung dazu.
In Kapitel 4 lesen sie auch, warum unsere Cashquote derzeit ziemlich hoch ist und was ich genau von den Micron-Zahlen am kommenden Mittwoch erwarte.
Heute gibt es wieder im Eingang zum Kapitel 5 einen kurzen Überblick über Ereignisse, die unsere Heibel-Ticker Portfoliotitel betreffen, aber kein eigenes Update wert waren. Umfangreiche Updates gab es diese Woche hingegen zu Palo Alto und Intel nach exorbitanten Kursrallyes, Novo Nordisk nach dem Kapitalmarkttag und zu Boeing.
Sechs Leserfragen habe ich in Kapitel 6 beantwortet. Darin beschäftige ich mich mit der Frage, ob Ethereum die bessere Alternative zum Bitcoin sein könnte, ob First Solar und Nextpower günstig bewertet sind, ob TAG Immobilien bei einem Ausverkauf wegen der Vergesellschaftung von Wohnimmobilien in Berlin profitieren würde - immerhin hat das Unternehmen dort kaum Immobilien, und ich schaue auf einen früher mal empfohlenen Optionsschein auf Nvidia. Außerdem diskutiere ich die Bedeutung von Charttechnik fürs Timing fundamentaler Entscheidungen und nehme den wiederholten Hinweis auf einen Fehler in unserer Übersichtstabelle auf: Namenskonventionen: Euro/US-Dollar und Umlaufrendite.
Wie immer gibt es einen tabellarischen Überblick über unser Heibel-Ticker Portfolio in Kapitel 7.
Nun wünsche ich eine anregende Lektüre,

take share, Ihr Börsenschreibel
Stephan Heibel
Chefredakteur und Herausgeber des Heibel-Ticker Börsenbriefs
2. So tickt die Börse: Festzins wird zur ernstzunehmenden Alternative von Dividendenaktien
Die Woche startete mit neuer Hoffnung. Der Ölpreis gab nach, insbesondere das US-Öl WTI sank im Verlauf der Woche zwischenzeitlich sogar wieder unter 90 USD/Fass WTI. Das internationale und für uns Europäer maßgebliche Öl sank kurzzeitig unter 100 USD/Fass Brent, doch im weiteren Wochenverlauf stieg es wieder auf 105 USD/Fass an. Der Ölpreisrückgang zum Wochenbeginn sorgte für kurzzeitig fallende Renditen an den Anleihemärkten und dadurch dann auch steigende Aktienkurse.
Was war passiert? Nun, wie von mir vor einer Woche berichtet, konnte ein Teil der Ost/West-Pipeline von Saudi-Arabien schnell wieder in Betrieb genommen werden, so dass sie mit einer Kapazität von 40% genutzt werden kann. Die vollständige Reparatur wird, wie angekündigt, rund 6 Wochen dauern. Doch 40% ist ja schonmal was. Zusätzlich wird per Satellit derzeit gezählt, wie viele Öltanker tatsächlich durch die Straße von Hormus fahren: täglich 10 statt der normalerweise 20. Die Schiffe fahren nachts, schalten ihre Ortungssysteme ab und werden von der US-Navy beschützt.
Außerdem wurden Gespräche zwischen den USA und dem Iran geführt. Eine iranische Delegation erhielt ein Visum für den Besuch der UN-Vollversammlung. Das ist nicht selbstverständlich für Delegierte eines Landes, das sich mit den USA im Krieg befindet. So stieg die Hoffnung auf eine Lösung für die Straße von Hormus, der Ölpreis sank.
Die Hoffnungen zerschlugen sich im weiteren Wochenverlauf, über etwaige Gespräche zwischen Donald Trump und dem iranischen Präsidenten wurde nichts bekannt. Stattdessen wiederholte Donald Trump seine Aussage, dass er die Straße von Hormus nicht ohne Gegenleistung seitens des Irans öffnen werde.
Dann schlugen Konjunkturindikatoren zu: Der Einkaufsmanagerindex in Europa fiel mit 53,1 unerwartet stark aus. Werte über 50 signalisieren Wachstum und damit steigenden inflationären Druck. Derzeit haben alle Angst vor weiteren Zinsanhebungen durch die Notenbanken, daher werden überraschend gute Konjunkturdaten an der Börse negativ aufgenommen. Sie erhöhen die Notwendigkeit weiterer Zinsanhebungen.
Auch in den USA fiel der dortige Einkaufsmanagerindex (Flash PMI) mit 58,4 überraschend stark aus. Es folgten zwei US-Notenbankvertreter, die von einer weiteren Zinsanhebung bis Jahresende sprachen. Diese Aussicht führte zu einem Ausverkauf am Anleihemarkt. Die Rendite der lang laufenden Anleihen stieg über 5%.
Im Detail: Die Rendite der 30 Jahre laufenden US-Staatsanleihe stieg erstmals seit 2004 wieder über 5,5%. Für 10 Jahre laufende Papiere steigt die Rendite heute auf 5,18%. Selbst die Rendite für 2 Jahre laufende Papiere klettert auf 4,9% und damit in die Region der 5%-Hürde.
Das heißt, die Zinskurve flacht ab. Unter der Zinskurve versteht man die unterschiedliche Rendite für kurz- und langlaufende Anleihen. Normalerweise ist die Rendite für kurz laufende Anleihen niedrig und steigt dann mit zunehmender Laufzeit an. Mit der Differenz zwischen kurz- und langlaufenden Zinsen betreiben Banken ihr Geschäft. Sie leihen Kredite langfristig aus, beispielsweise für Hypothekenkredite mit Laufzeiten von 10 bis 30 Jahren, und refinanzieren diesen Kredit mit kurzfristig verzinsten Kundenanlagen, wie beispielsweise Festgeldern mit einer Laufzeit von einem Jahr oder wenigen Monaten. Je steiler die Zinskurve, desto größer der Gewinn der Banken.
In Deutschland fand der Renditeanstieg nicht ganz so heftig statt, aber die Richtung war die gleiche: 30 Jahre laufende Bundesanleihen stiegen auf eine Rendite von 3,9%, 10 Jahre Laufzeit auf 3,6% und 2 Jahre Laufzeit auf 3,3%. Auch bei uns flacht sich die Zinskurve ab. Das hohe Zinsniveau ist eine zunehmend attraktive, risikolose Alternative zu Dividendenaktien.
Folglich gehörte die Deutsche Bank mit -4% zu den Verlierern im DAX. Die Commerzbank hingegen profitierte von den Übernahmegesprächen mit UniCredit und legte 4% zu.
Aber auch Versicherungen gehörten zu den Verlierern, die Allianz -4%. Zwar freuen sich Versicherungen über hohe Zinsen, denn sie können dann die Prämieneinnahmen, die sie für spätere Verbindlichkeiten aus den Lebensversicherungen benötigen, zu einem höheren Zins anlegen. Doch die Beträge, die bereits angelegt sind, werden mit dem zum Kaufzeitpunkt festgelegten Zins verzinst. Wenn der Marktzins, wie in diesen Tagen, steigt, dann werden diese alten Papiere vergleichsweise unattraktiver, sie verlieren an Wert. Entsprechend schlägt sich dies in einem rückläufigen Kurs bei der Aktie der Allianz nieder. Also: Kurzfristig Bewertungsanpassung, langfristig bessere Geschäftsbedingungen.
Die für mich größte Enttäuschung dieser Woche resultiert aus dem weitgehend ergebnislosen Treffen zwischen Donald Trump und Xi Jinping. Die beiden gingen ausgesprochen höflich miteinander um, doch Zählbares wurde nicht vereinbart. Das Zollabkommen, mit dem die verhängten Strafzölle für 6 Monate ausgesetzt waren, wurde "nur" um 2 Monate verlängert. Weder zum Thema KI-Sicherheit noch zu den Handelsbeschränkungen für KI-Chips gab es Neuigkeiten. Weder zur inzwischen bewiesenen Unterstützung Russlands noch zu den Huthis, durch China, gab es eine Meldung.
Unternehmensseitig machte diese Woche lediglich die Meldung von Mark Zuckerberg die Runde: Meta bietet eine eigene KI namens Muse an, mit der man seinen Alltag besser organisieren kann. Muse kann bei Shopify eigenständig einkaufen, ohne auf die Genehmigung durch den Nutzer warten zu müssen. Die Paypal-Zahlung folgt in wenigen Tagen. Mit über 2,5 Mio. Abrufen wird die Markteinführung nach nur wenigen Tagen bereits als Erfolg gefeiert. Muse ist ein Agent, der viel mehr CPU-Leistung benötigt als die bisherigen LLMs, mit denen Kunden interagieren, da er im Hintergrund kontinuierlich bei bestimmten Themen am Ball bleibt. Unsere Intel-Aktie sprang diese Woche um 20% an.
So, schauen wir mal, wie sich die wichtigsten Indizes im Wochenvergleich entwickelten:
Wochenperformance der wichtigsten Indizes
| INDIZES | 25.9., 18:32 Uhr | Woche Δ | Σ '26 Δ |
| DAX | 25.409 | 0,4% | 3,7% |
| S&P 500 | 7.745 | 1,6% | 13,1% |
| Nikkei | 66.364 | 2,1% | 31,8% |
| Shanghai A | 4.439 | -1,5% | -4,1% |
| US-Dollar/EUR | 1,14 | -0,6% | -3,0% |
| Euro/Yen | 179,09 | -0,4% | -2,5% |
| 10-Jahres-US-Anleihe | 5,18% | 0,17 | 1,01 |
| Umlaufrendite Dt | 3,55% | 0,06 | 0,77 |
| Feinunze Gold | $4.293 | -1,4% | -0,6% |
| Fass Brent Öl | $103,82 | -0,7% | 70,6% |
| Kupfer | $14.621 | 0,9% | 17,7% |
| Baltic Dry Shipping | $3.473 | 4,1% | 85,0% |
| Bitcoin | $83.962 | 4,0% | -4,4% |
3. Sentiment: Anleger trotzen der hohen Verunsicherung mit Optimismus
Nach drei Wochen mit negativen Vorzeichen bei der DAX-Wochenperformance sehen wir diese Woche den DAX mit einem halben Prozent im Plus. Das ist weniger eine Gegenbewegung als vielmehr eine kleine Pause im Ausverkauf. Der Preis notiert über 105 USD/Fass Brent und das Zinsniveau in Deutschland klettert kontinuierlich in Richtung 4%. Mit einer Rendite von 3,9% für 30 Jahre laufende Bundesanleihen verzeichnen wir das höchste Zinsniveau seit 2010.Während in den USA die boomende KI-Revolution für steigende Preise im IT-Sektor sorgt, drücken hierzulande vor allem hohe Energiekosten die Inflation gen Norden. Entsprechend dieser unterschiedlichen Entwicklung bleibt der DAX mit einem Jahresplus von 3,9% deutlich hinter dem S&P 500 mit 12,9% zurück. Tankrabatt und Extremismusangst dominieren hierzulande die Schlagzeilen. Schauen wir mal, wie sich das auf die Stimmung auswirkt.
Das Anlegersentiment verbleibt mit -2,2 auf dem Niveau der Vorwoche. Von wirklich schlechter Laune kann man nicht sprechen, aber es besteht ein ungutes Gefühl.
Dies zeigt sich auch in der Selbstgefälligkeit, die mit einem Wert von -3,4 eine zunehmende Verunsicherung unter Anlegern anzeigt. So betrachtet passt meine Einschätzung, dass der leichte Anstieg im DAX von +0,5% im Wochenvergleich nicht als Gegenbewegung zu verstehen ist, sondern höchstens als Schwankung im Rahmen einer Bodenbildung, wenn alles gut geht.
Doch die Zukunftserwartung ist mit einem Wert von +3,5 noch immer sehr bullisch. Seit Mitte Juli messen wir kontinuierlich einen starken Bullenüberhang, Optimisten dominieren das Marktgeschehen. Das ist gut, wenn es sich derzeit tatsächlich nur um eine kleine "technische" Korrektur handelt. Sollten allerdings neue Marktbedingungen eingepreist werden müssen, wie bspw. das höhere Zinsniveau, so müssten die Optimisten erst aufgeben, bevor diese Schwächephase ihr Ende findet.
Die Investitionsbereitschaft zeigt mit einem Wert von +2,4, dass von Aufgeben jedoch noch keine Rede sein kann, viele Anleger warten auf Kaufgelegenheiten.
Das Euwax-Sentiment der Privatanleger sprang im Wochenverlauf kurzzeitig auf einen optimistischen Wert von +40%, steht aber inzwischen wieder bei -24% und zeigt eine gewisse Nachfrage nach Absicherungsinstrumenten, mit denen sich Privatanleger gegen fallende Kurse absichern möchten.
Das Put/Call-Verhältnis für den DAX an der Eurex steht bei 1,36 und zeigt damit eine neutrale Haltung der institutionellen Anleger an. Ganz anders sieht es an der CBOE aus, wo das Put/Call-Verhältnis für Equities auf einen Wert von 0,52 einbricht, den niedrigsten Wert seit April diesen Jahres. US-Anleger decken sich offensichtlich mit Call-Spekulationen auf steigende Kurse ein.
Die Bulle/Bär-Differenz geht auf -15% zurück. 33% Bullen stehen 48% Bären gegenüber. Damit dominieren noch immer die Bären klar die Stimmung an den US-Aktienmärkten.
Der technische Angst und Gier Indikator des S&P 500 zeigt mit einem Wert von 38% moderate Angst an.
Interpretation
Die ausführliche Interpretation der aktuellen Anlegerstimmung – basierend auf den hochwertigen Sentimentdaten unserer animusX Umfrage – bleibt den zahlenden Mitgliedern des Heibel-Ticker PLUS vorbehalten. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir die hohe Qualität unserer Analysen solide finanzieren möchten. Mit den Einnahmen entwickeln wir die Sentimentanalyse kontinuierlich weiter – für noch fundiertere Einschätzungen, die helfen, Anlageentscheidungen zu optimieren und die Portfolio-Performance weiter zu verbessern.
So erhalten Sie die Sentiment-Ergebnisse weiterhin kostenlos
Unser Give & Take-Prinzip: Wenn Sie an der wöchentlichen und nur 2 Minuten dauernden animusX-Umfrage (Do-Sa) teilnehmen, erhalten Sie die Sentiment-Ergebnisse inklusive der Interpretation weiterhin kostenfrei. Die animusX Sentiment-Ergebnisse werden zusätzlich noch mit umfangreichen Charts an alle Teilnehmer verschickt, damit Sie auch eigene Schlussfolgerungen daraus ableiten können.
Zur Anmeldung gelangen Sie hier:
https://www.animusx.de. Dort können Sie auch ein Probeexemplar einsehen.
So erhalten Sie die Sentiment-Interpretation weiterhin in der Heibel-Ticker Ausgabe
Alternativ können Sie zum kostenpflichtigen Heibel-Ticker PLUS wechseln: Damit erhalten Sie nicht nur die prägnante Sentiment-Interpretation in der wöchentlichen Heibel-Ticker-PLUS-Ausgabe, sondern zusätzlich den wöchentlichen exklusiven Börsenausblick. Dazu mehr Details im Kapitel 4.
4. Ausblick: Ziel des Heibel-Tickers: Eigenverantwortung der Mitglieder fördern
Der Börsen-Ausblick mit Markt- und Aktienanalysen, konkreten Investmentideen, Empfehlungen sowie detaillierten Kauf- und Verkaufsaktionen bleibt den zahlenden Mitgliedern des Heibel-Ticker PLUS vorbehalten. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir die hohe Qualität unserer Veröffentlichung solide finanzieren möchten.
Gerne möchten wir Ihnen zeigen, wie wir Analystenresearch, volkswirtschaftliche Zusammenhänge und Börsenmechanismen gewinnbringend nutzen. Ab 12,50 Euro im Monat können Sie sich unverbindlich davon überzeugen. Zur Bestellseite mit weiteren Informationen gelangen Sie über folgenden Link: https://www.heibel-ticker.de/member/new
Zusätzlich zu den kostenfreien, meist vergangenheitsbezogenen Inhalten der Free-Version (Marktrückblick, Sentimentanalyse & Leserfragen) erhalten Sie als Heibel-Ticker PLUS Mitglied:
+ Umfangreiche Markt- und Aktienanalysen und daraus abgeleitete konkrete Investmentideen
+ Updates zu Portfoliotiteln in Wochenausgabe
+ tabellarischer Übersicht des Heibel-Ticker Portfolios
+ Video-Konferenzen mit Stephan Heibel und Gästen
+ Interner Mitglieder-Bereich mit Updates in Echtzeit
+ Zugang zu PLUS Ausgaben im Archiv
+ 8% Treuerabatt nach 1. Jahr für PLUS und EXPRESS
Optional erhalten Sie unterwöchig mit der Express-Option Empfehlungen direkt per SMS & E-Mail, sobald ich diese verfasst habe. (Express)
Den Reaktionen unserer Mitglieder entnehme ich, dass der Heibel-Ticker PLUS die Bedürfnisse von Privatanlegern gezielt und verständlich sowie fundiert und erfolgreich befriedigt. Als Privatanleger nutzen sie meine Einschätzungen und Investmentideen zur selbstständigen Portfolio-Optimierung. Schauen Sie sich dazu gerne Erfahrungen und Referenzen unserer Mitglieder an.
Ich trenne die Hintergründe der Aktienmärkte von dem täglichen Medienrummel so messerscharf wie kaum ein anderer. Meine Leser schätzen meine neutrale, vereinfachende und unterhaltsame Art. Davon können Sie sich in diesem Heibel Ticker Free überzeugen.
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5. Update beobachteter Werte
Die Heibel-Ticker PLUS Updates inkl. aktuellen Einschätzungen, konkreten Empfehlungen zu Einstiegspunkten sowie -kursen und Verkaufsempfehlungen zur Gewinnrealisierung bleiben den zahlenden Mitgliedern des Heibel-Ticker PLUS vorbehalten. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir die hohe Qualität unserer Veröffentlichung solide finanzieren möchten.
Gerne möchten wir Ihnen zeigen, wie wir Analystenresearch, volkswirtschaftliche Zusammenhänge und Börsenmechanismen gewinnbringend nutzen. Ab 12,50 Euro im Monat können Sie sich unverbindlich davon überzeugen. Zur Bestellseite mit weiteren Informationen gelangen Sie über folgenden Link:
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6. Leserfragen
TAG Immobilien bei Ausverkauf wegen Vergesellschaftung interessant
Sehr geehrter Herr Heibel
Ich weiss, da ich ja schon ein paar Jahre bei Ihnen Abonnentin bin, dass Sie sich wenig mit Wohnungskonzernen beschäftigen.
Da aber der morgige Sonntag in Berlin wohl zu einer Regierung mit einer «linken» Dominanz führen wird, werden die Wohnungsaktien – auch wenn sie wenig oder gar nicht in Berlin investiert sind –
wohl an der Börse unter Druck kommen.
Eine Aktie die immer ein wenig unter dem Radar von Börsenzeitungen und Kommentatoren läuft ist TAG-Immobilien 830350.
Ich bin hier seit einiger Zeit ein wenig investiert und habe dieses Investment auch in den relativ schlechten Jahren während Corona gehalten. Die weitere Entwicklung hat mich bestätigt und das ist ja soweit auch ganz nett.
Jetzt rechne ich durchaus damit, dass die Aktie an der Börse mit runtergerissen werden könnte, wenn Vonovia und andere, die in Berlin stark investiert sind an der Börse wohl Federn lassen werden, wenn eine neuen linke Regierung in Berlin den Volksentscheid zur Enteignung von grossen Wohnungsgesellschaften umsetzen könnte.
Ich überlege jetzt in diesem Fall mein Engagement in TAG aufzustocken.
Daher würde ich mich über eine vertiefte Analyse freuen. Es muss ja nicht gleich diese Woche sein – es darf auch noch 2 Wochen gehen.
Vielen Dank und ein schönes Wochenende
Jutta aus Basel
ANTWORT
Gute Idee und Ihre Argumentation ist in meinen Augen schlüssig. Die Wahl ist inzwischen gelaufen: Die Linke hat gewonnen, Elif Eralp bekräftigt den Vergesellschaftungskurs. Die Marktreaktion war bislang deutlich milder als Sie befürchteten. Vonovia gab am Montag nur 2,2% ab, während der DAX 1% zulegte. Das hat zwei Gründe. Erstens ist noch gar nicht klar, ob die Linke überhaupt regieren wird: Rechnerisch ist eine Koalition aus CDU, Grünen und SPD unter Ausschluss der Linken möglich, und SPD-Spitzenkandidat Krach hat sich klar gegen Enteignung positioniert. Zweitens hat Bundeskanzler Merz noch am Montag bekräftigt, Vergesellschaftungen auf Landesebene per Bundesgesetz verhindern zu wollen. Der Volksentscheid für ein bindendes Vergesellschaftungsgesetz wird zudem nicht vor 2027 erwartet, mit anschließender jahrelanger verfassungsrechtlicher Prüfung. An der Börse diskutiert man also ein Risiko, aber noch keinen Bilanzschaden.
TAG Immobilien ist lediglich mittelbar durch die Vorgänge in Berlin betroffen, da der Bestand zu über 90% in Ostdeutschland liegt (Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern) sowie in Polen (über Vantage Development und ROBYG). Ein Vergesellschaftungsgesetz würde sicherlich TAG in Sippenhaft nehmen, doch das wäre aus diesem Blickwinkel dann eher eine Kaufgelegenheit. Die eigentliche Belastung für TAG bleibt aber das steigende Zinsniveau.
Sollte tatsächlich eine Linken-geführte Regierung entstehen und der Sektor in den Ausverkauf gehen, ist TAG mit seiner Ostdeutschland-Fokussierung und der Polen-Wachstumsstory der sauberste Wert, um den Sektorstress auszunutzen.
Charttechnik für's Timing fundamentaler Entscheidungen
Guten Abend Herr Heibel,
als erstes will ich mich für Ihre Arbeit bedanken. Solch logische Analysen und praxisnahen Ableitungen des politischen und makroökonomischen Geschehen gepaart mit Ihrem ruhigen, unaufgeregten Vortrag finde ich sonst nirgends.
Dass Sie in der aktuellen Ausgabe Ihres Newsletters von 3 Abmeldungen berichten und die rhetorische Frage stellen, ob Sie über die aktuelle Stressphase ausreichend informiert hätten, zeigt mir, dass Sie das beschäftigt. Ich möchte Ihnen deshalb meine Gedanken dazu mitteilen:
In der fundamentalen Analyse der einzelnen Werte macht Ihnen keiner so schnell etwas vor. Die Charttechnik lassen Sie aber meist unbeachtet. Bei einer laufenden Investition halte ich das auch für richtig. Beim Kauf und Verkauf ist es meiner Erfahrung nach aber nicht verkehrt, wenn man vorher einen Blick auf den Chartverlauf und die wichtigsten Indikatoren wirft.
Als Beispiel möchte ich hier nur den aktuellen Kauf von Micron anführen: Am 8.9. waren im Tageschart beide Linien der Slow Stochastic (Standard-Einstellung 10/3/3) im überkauften Bereich und die K-Linie näherte sich bereits der D-Linie, die sich am 9.9. dann auch kreuzten - für Trader ein Verkaufssignal. Die Aktie gab dann auch in den folgenden 3 Handelstagen ca. 10% nach. Anschließend erholte sie sich wieder und steht jetzt fast auf dem gleichen Stand als vorher. Diejenigen allerdings, die beim Kauf eine Stop/Loss-Order aufgegeben oder wg. schwacher Nerven bei dem Rücksetzer verkauft haben, haben Verlust gemacht.
Wenn man in einem halben Jahr auf die Micron-Aktie schaut, wird diese Episode wahrscheinlich wie die berühmten Peanuts erscheinen. Aber viele Menschen reagieren auch bei kleinen Verlusten oft emotional und wenn man mit so etwas Banalem, wie die Chartbeobachtung ist, einen kleinen Verlust in einen kleinen Gewinn (ich bin z.B. Ihrer Empfehlung gefolgt, habe aber erst 2 Tage später gekauft und jetzt mit 5% im Plus) verwandeln kann, dann ist das sicher der einfachste Weg für Sie, die Abonnenten gewogen zu stimmen.
Bitte verstehen Sie mich nicht falsch: ich habe an Ihrer Arbeit in keinster Weise etwas auszusetzen, sondern will Ihnen damit nur eine wohlmeinende Anregung geben. Für mich ist Ihre Expertise auch ohne Ihre Chartbeurteilung von großem Wert. Letztere kann ich selbst erledigen, erstere nicht.
Freundliche Grüße, Wolfgang aus Mannheim
ANTWORT
Vielen Dank für diese wohlmeinende und sachlich gut begründete Anregung :-)
Sie haben in der Sache völlig recht: Die Charttechnik nutze ich bewusst sparsam, weil ich meine Stärke in der Fundamentalanalyse sehe und weil sich charttechnische Signale im Rückblick immer eleganter präsentieren als in Echtzeit. Ihr Micron-Beispiel ist aber gut gewählt, weil es beide Seiten der Medaille zeigt. Ja, der Slow Stochastic hat am 9. September das Verkaufssignal geliefert, und ja, wer zwei Tage nach unserem Kauf eingestiegen ist, steht heute besser da.
Aber derselbe Indikator hat Micron in den letzten zwölf Monaten immer wieder als „überkauft" markiert, während die Aktie sich verdoppelte. Wer bei jedem Signal aussteigt oder auf Rücksetzer wartet, verpasst in starken Trendmärkten regelmäßig den Zug. Oszillatoren wie der Stochastic sind in Seitwärtsphasen wertvoll, in Trendphasen aber notorisch unzuverlässig, weil sie bei anhaltendem Aufwärtsdruck dauerhaft im überkauften Bereich verharren.
Nun schlagen Sie vor, die Charttechnik erst nach der grundsätzlichen, fundamental begründeten Kauf- oder Verkaufsentscheidung zu konsultieren. Ja, das klingt sehr gut, hat sich aber als schwer bis gar nicht umsetzbar erwiesen. Wie gesagt: Gerade trendstarke Titel wie Micron zeigen immer wieder, dass charttechnische Signale auch „Fehlsignale“ sein können. Zu häufig wurden wir daher davon abgehalten, aussichtsreiche Aktien zu kaufen, die im Anschluss eine gute Performance erzielt hätten.
Und sollte sich das Signal als korrekt herausstellen, dann ist der Zeitraum für einen Einstieg in der Regel sehr kurz - wie auch dieses Mal. Heute steht die Aktie schon wieder deutlich über unserem Kaufkurs. Ich muss, wenn dann das charttechnische Verkaufssignal auf Kaufen dreht, mehrere Dinge beachten: Ich empfehle US-Titel vorzugsweise zwischen 15:30 und 17:30 Uhr, da nur in diesem kleinen Zeitfenster sowohl die US- als auch die deutsche Börse offen sind. Das reduziert den Spread, wir bekommen so also günstigere Kurse.
Aber natürlich versuche ich, den besten Zeitpunkt für unsere Handelsentscheidungen zu erwischen, und natürlich nutze ich auch die Charttechnik. Wenn ich jedoch permanent die Charttechnik im Blick behalte, dann mutiere ich zu einem Trader und hätte nicht mehr die Zeit für die Fundamentalanalysen. Aber die Charttechnik ist einer der Bereiche, die ich insbesondere unter Nutzung der KI künftig weiter ausbauen möchte.
Herzlichen Dank noch einmal für die konstruktive Kritik.
Namenskonventionen: Euro/US-Dollar und Umlaufrendite
Sehr geehrter Herr Heibel,
Ihre Art uns die Börse zu erklären ist einmalig; vielen Dank für Ihre Arbeit.
Erlauben Sie mir dennoch einen Hinweis auf die Tabelle Wochenperformance der wichtigsten Indices, den ich mir nicht verkneifen kann.
Ich selbst vergleiche immer die Zinsen der 10-jährigen Anleihen miteinander: USA, Deutschland, Japan.
In Ihrer Tabelle steht immer noch "Umlaufrendiete Dt", wobei ich mir nicht sicher bin, ob die in der Tabelle veröffentlichte Zahl inzwischen die 10-jährige Rendite der Bundesanleihen widerspiegelt; möglicherweise ist die Umlaufrendite Dt auch schon so nah an die 10-jährige herangerückt, daß es keinen Unterschied mehr macht...
Dennoch hätte ich gerne für mich geklärt, welche Zahl genau hier veröffentlicht ist. Vielen Dank !!!
Desweiteren möchte ich darauf hinweisen, dass Ihre Tabelle den EUR/USD als US-Dollar/EUR bezeichnet, aber zahlenmäßig das Verhältnis EUR/USD zeigt: 1,15 sowie die prozentuale Veränderung.
Wenn Sie es so schreiben, dann müssten Sie eigentlich als Zahl 0,8695 setzen, sowie prozentuale Veränderungen mit positivem Vorzeichen zeigen, da der Dollar ja stärker geworden ist.
Natürlich möchte ich nicht, daß Sie die Zahlen ändern, da wir diese so überall lesen können; vielmehr möchte ich anregen die Bezeichnung auf EUR/USD zu ändern; dann stimmen alle Zahlen und wir verstehen, dass der Euro schwächer geworden ist.
Ich bin übrigens der gleich Mensch, der bemängelt hatte, dass Sie zeitweise das Put/Call- Verhältnis als Prozentzahl veröffentlicht hatten, anstatt es als Verhältniszahl ohne Einheit zu publizieren.
Ich bitte um Nachsicht für meine penetrante Präzision; aber genau diese, sowie das Einhalten von Vorschriften und Grenzwerten hat es mir jahrzentelang ermöglicht meine Gäste sicher von A nach B zu bringen und mich selbst aus der Presse und Unfallstatistik herauszuhalten.
Mit besten Grüßen
Ihr Flugkapitän in Rente
Werner aus Dreieich
ANTWORT
Ihre penetrante Präzision ist stets willkommen :-)
Die in der Tabelle veröffentlichte Zahl ist tatsächlich die offizielle Umlaufrendite der Bundesbank, nicht die reine Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe. Die Umlaufrendite ist ein gewichteter Durchschnitt aller umlaufenden Bundeswertpapiere mit einer Restlaufzeit von mehr als drei Jahren - also Bundesanleihen und Bundesobligationen zusammen. Bei einer normalen Zinskurve liegt sie deshalb etwas unter der 10-jährigen Rendite, weil kürzere Laufzeiten mit eingerechnet sind. Aktuell ist die Zinskurve am langen Ende vergleichsweise flach, sodass beide Werte nur wenige Basispunkte auseinander liegen. Ich verwende die Umlaufrendite, weil sie das Zinsniveau, das für deutsche Anleger relevant ist, breiter abbildet als eine einzelne Laufzeit.
Wenn Sie den direkten internationalen Vergleich mit den 10-jährigen US-Treasuries und japanischen JGBs anstellen, dann ist die reine 10-jährige Bundrendite tatsächlich das sauberere Pendant.
Zum Wechselkurs: Korrekt, aber ... Die Zahl 1,15 ist der EUR/USD-Kurs in der international üblichen Konvention - ein Euro kostet 1,15 Dollar. Die Bezeichnung „US-Dollar/EUR" in der Tabelle ist in der Finanzsprache falsch, denn USD/EUR würde 0,87 bedeuten. Ich habe die Bezeichnung jedoch umgangssprachlich als „US-Dollar je Euro" gemeint, so wie man es lesen würde, wenn man die Finanzsprache nicht kennt. Da Sie aber nicht er erste sind, der mich darauf hinweist, ändere ich das ab sofort auf die Finanzsprache … es sei denn, die Änderung löst nun einen Sturm der Entrüstung unter den anderen Heibel-Ticker Mitgliedern aus ;-)
Die Sorgfalt, mit der Sie unsere Tabelle lesen, ehrt mich.
Call-Optionsschein auf Nvidia
Lieber Stephan,
Als treuer Kunde Deines Heibel-Tickers habe ich eine Frage zu NVIDIA und dem von Dir vor einiger Zeit empfohlenen Optionsschein (WKN GU9NCS). Im Gegensatz zu Deiner Empfehlung habe ich den Optionsschein bei Tiefstkursen immer nachgekauft.
Allerdings ist mir dabei aufgefallen, dass der Optionsschein im Mai 2026 bei 4,15€ als NVIDIA bei 200€ stand. Als NVIDIA jetzt wieder bei knapp 200€ war, stand der Optionsschein aber nur noch bei 3€.
1) Kannst Du mir erklären, woran das liegt?
2) Wann kommt es bei dem Optionsschein zu einem Totalausfall?
3) Wird der Optionsschein, wenn er 2028 ausläuft, automatisch zu 100% ausbezahlt?
Vielen Dank und Grüße,
Tede aus Stuttgart
ANTWORT
Hier nochmal unser damaliger Call-Optionsschein:
WKN GU9NCS,
Basispreis 300 USD,
Laufzeit bis 15. September 2028,
Kaufkurs 2,58 EUR im März. Im Portfolio haben wir ihn im Juni mit +37% verkauft.
Zu Deinen drei Fragen:
Zu 1.: Ein Optionsschein hat zwei Wertbestandteile: innerer Wert und Zeitwert. Der innere Wert, der aus der Differenz zwischen Aktienkurs und Basispreis errechnet wird. Der ist bei 200 USD Aktienkurs und 300 USD Basispreis rechnerisch negativ, da der Schein "aus dem Geld" ist. Die Aktie notiert höher als der Basispreis des Optionsscheins.
Der Optionspreis von 3-4 EUR ist also reiner Zeitwert, und der hängt von zwei Faktoren ab, die sich zwischen Mai und September beide gegen Dich entwickelt haben. Der erste ist die Restlaufzeit: Vier Monate weniger Zeit bis 2028 bedeuten vier Monate weniger Chance, dass Nvidia über 300 USD steigt, das drückt den Wert. Der zweite und viel wichtigere Faktor ist die erwartete Schwankungsbreite, die "implizite Volatilität" (Vola). Im Mai war die Vola bei Nvidia hoch: Iran-Krieg mit Hormus-Blockade, anstehende Q-Zahlen und zunehmende Zweifel an der Wettbewerbsposition von Nvidias KI-GPUs. Eine hohe Vola macht Optionsscheine teuer, weil die Wahrscheinlichkeit großer Kursbewegungen höher eingeschätzt wird und somit auch größere Kurssteigerungen eher möglich sind. Im September ist die Vola deutlich niedriger, der Markt hat sich beruhigt, und derselbe Schein bei derselben Aktie ist dadurch rund ein Viertel billiger. Das nennt man "Vol-Crush".
Zu 2.: Während der Laufzeit kann der Schein nicht wertlos werden, solange Restlaufzeit vorhanden ist. Er behält immer einen Zeitwert, auch wenn Nvidia auf 150 USD fällt. Ein Totalausfall entsteht nur am Laufzeitende am 15. September 2028, wenn Nvidia an diesem Tag unter 300 USD notiert. Dann ist der innere Wert null, der Zeitwert ist abgelaufen, und der Schein verfällt wertlos. Das ist keine ferne Möglichkeit: Nvidia muss von aktuell rund 190 USD auf über 300 USD steigen, also um mehr als 55%, damit Du überhaupt etwas zurückbekommst.
Der Zeitwertverlust ist ein relativer Verlust. Das heißt, das Verstreichen einer Woche führt bei einer Restlaufzeit von 2 oder 3 Jahren nur zu einem geringen Wertverlust des Scheins. Je kürzer die Restlaufzeit, desto stärker wirkt sich der Zeitwertverlust von einer Woche auf den Optionsscheinpreis aus. Als Faustregel habe ich für mich beschlossen, keine Optionsscheine mit einer Restlaufzeit von weniger als 6 Monaten zu berücksichtigen, da der Zeitwertverlust in der Schlussphase nur durch eine stark überproportionale Kursrallye aufgewogen werden kann.
Zu 3.: Ja, die Auszahlung zum Fälligkeitstermin erfolgt automatisch in Höhe des inneren Werts am Laufzeitende, da der Zeitwert dann ja gleich null ist. Optionsscheine in Deutschland werden als Barausgleich verrechnet. Das heißt, Du bekommst die Differenz zwischen Nvidia-Kurs und 300 USD, multipliziert mit dem Bezugsverhältnis, in Euro auf Dein Konto. Dein Nachkaufen zu Tiefstkursen ist also nur dann klug gewesen, wenn Du von einem deutlichen Anstieg über 300 USD bis 2028 überzeugt bist. Wenn Du beim Schein bleibst, dann sei Dir bewusst, dass die Zeit gegen Dich läuft. Ich bin überzeugt, dass Nvidia über 300 USD laufen wird ... aber bei dem Zeitrahmen bin ich mir nicht sicher. Daher sind Aktien eine gute "Unternehmensbeteiligung" für lange Zeithorizonte. Zwischenzeitliche negative Überraschungen können ausgesessen werden. Bei Optionsscheinen geht das nicht.
First Solar und Nextpower günstig bewertet
Hallo Herr Heibel,
Könnten Sie in naher Zukunft mal das Thema Nachhaltigkeit beleuchten?
Hintergrund dazu ist, die KI Revolution, die gleichzeitige Elektrifizierung der Welt und der Klimawandel.
Wir sprechen immer über Öl, Zinsen und KI, aber die globalen Zuwachsraten gerade bei PV Erzeugungsleistung
kommt da gar nicht vor oder mir einfach zu kurz.
Mit einer der größten Wachstumsraten ist der Strombedarf. Global.
Vielleicht kann man das auch an Hand eines konkreten Beispiels (bspw. First Solar) auf die Geopolitik (produziert
in den USA) runterbrechen. Nexttracker (oder jetzt Nextpower) hatten sie ja schon letztes Jahr.
Ich finde bei den ganzen chaotischen und oftmals negativen Nachrichten, könnten wir auch auf das schauen,
was gut läuft und Hoffnung gibt. In dem Fall der Hochlauf der Erneuerbaren Energien. Zumindest in der Erzeugung.
Viele Grüße,
Fritz aus Hamburg
ANTWORT
Die Zahlen von First Solar und Nextpower sind tatsächlich beeindruckend und geben Anlass zu Hoffnung.
Die Internationale Energie Agentur (IEA) hat in ihrem Global Energy Review 2026 festgehalten, dass 2025 weltweit 800 GW an erneuerbaren Kapazitäten neu installiert wurden, ein Plus von 16% und das 23. Rekordjahr in Folge. 605 GW davon waren Photovoltaik. Zum ersten Mal in der Geschichte hat eine erneuerbare Energiequelle den größten Anteil am globalen Energiezuwachs geliefert: Solar deckte mehr als ein Viertel des gesamten Zuwachses. Die kumulierte Solarkapazität liegt inzwischen bei 2.800 GW und ist damit die größte installierte Erzeugungstechnologie der Welt.
Die IEA spricht vom „Zeitalter der Elektrizität": Der Strombedarf wächst mit 3,6% in diesem Jahr und 3,8% im nächsten Jahr mehr als doppelt so schnell wie der Gesamtenergiebedarf, angetrieben von Industrie, Elektroautos, Klimatisierung und Rechenzentren. 2026 überholen die Erneuerbaren erstmals die Kohle bei der Stromerzeugung, bis 2030 soll Solar seinen Anteil am globalen Strommix auf 15% fast verdoppeln.
China allein hat 2025 rund 370 GW installiert, das entspricht der dreifachen installierten Photovoltaik-Kapazität Deutschlands. Der Grund ist der Preisverfall der Module auf unter 10 Cent je Watt, wodurch Solar in fast allen Weltregionen die günstigste Stromerzeugungsform ist.
Die am schnellsten wachsende Technologie überhaupt sind Batteriespeicher: +40% auf 108 GW allein 2025. Die Energiewende ist keine Hoffnung mehr, sondern ein industrieller Prozess.
Zu First Solar:
Die Q2-Zahlen vom Juli zeigen genau das geopolitische Spannungsfeld, das Sie ansprechen. Nettogewinn +24%, Gewinnmarge (Brutto) bei stolzen 57%. Der Grund ist die Bevorzugung der US-Produktion durch die Trump-Administration: Die FEOC-Regeln (Foreign Entity of Concern) verbieten chinesische Komponenten in geförderten US-Projekten, und First Solar als einziger nennenswerter US-Hersteller mit eigener Dünnschichttechnologie profitiert von "Section 45X“ Steuergutschriften und IEEPA-Tarifrückerstattungen.
Die Nachfrage nach jeder verfügbaren Stromerzeugung durch die Hyperscaler, die für ihre Rechenzentren Solarparks bauen, füllt das Auftragsbuch von First Solar. Das Unternehmen sitzt auf 1,7 Mrd. USD Nettocash und einem Auftragsbestand von 45 GW bis 2030.
Aber der Auftragsbestand schrumpft derzeit, weil Kunden auf die "Section-232"-Tarifentscheidung warten, bevor sie neue Verträge unterschreiben. Polysilizium und Solarkomponenten können mit Zöllen belegt werden. Ausgang und Höhe sind noch offen. Die Wirkung ist zweischneidig: Zölle auf importierte Module würden First Solars US-Produktion schützen und die Preise stützen, aber die Malaysia- und Vietnam-Werke des Unternehmens treffen, die ihre Module in die USA liefern. Solange nicht klar ist, wie hoch die Zölle ausfallen und ob es Ausnahmen für Vorprodukte gibt, verschieben Kunden ihre Kaufentscheidungen - deshalb schrumpft der Backlog trotz starker Nachfrage. Die Malaysia- und Vietnam-Werke sind derzeit nicht ausgelastet und verursachen daher derzeit Verluste.
Die Aktie hat trotz der starken Zahlen 27% seit Jahresbeginn verloren. Das ist der Preis der politischen Abhängigkeit: First Solar verdient hervorragend, solange die US-Handelspolitik so bleibt, aber jeder Tweet aus Washington kann die Rechnung ändern.
Ich bevorzuge Siemens Energy und GE Vernova, statt auf reine Solarwerte zu setzen. Der Engpass liegt nicht bei der Erzeugung, sondern beim Netz. Solar ist inzwischen so billig, dass die Module fast Commodity-Charakter haben - die Margen liegen bei chinesischen Herstellern nahe null. Wer verdient, sind die Hersteller von Transformatoren, Gasturbinen als Backup, Netzausrüstung und Speichern. Das ist der Grund, warum die Netzausrüster in den letzten zwei Jahren die Solarwerte deutlich outperformt haben. First Solar ist die Ausnahme, weil das Unternehmen durch Technologie und US-Produktion eine geschützte Nische besetzt. Und Sie wissen ja, ich investiere ungern in politische Aktien.
Ethereum oder Bitcoin
Guten Tag Herr Heibel, wie Sie schon mehrfach geschrieben haben, scheint der Bitcoin sich langsam zu dem von Ihnen prognostizierten Aufschwung
im Oktober bereit zu machen. Das Gleiche scheint aber auch bei Ethereum zu passieren, vielleicht so gar in verstärkten Maße (?). Bei Ethereum hat man
wohl auch zusätzlich eine geringe Verzinsung des Kapitals. Wäre Ethereum damit eine Alternative zu Bitcoin?
Vielen Dank und freundliche Grüße! Peter Aus Moers
ANTWORT
Ethereum ist eine Spekulation, Bitcoin eine alternative Vermögensaufbewahrung. Ethereum folgt einer Geschäftsidee: Die stärkere Nutzung der Blockchain für Geschäftsvorfälle, wobei daran gearbeitet wird, immer mehr Geschäftsvorfälle abzudecken. Das ist in meinen Augen eine gute Geschäftsidee, aber ich weiß nicht, wie sich das auf den Ethereum-Kurs auswirkt, wer daran genau verdient und ob nicht irgendwann eine neue Geschäftsidee Ethereum den Rang abläuft.
Beim Bitcoin ist der Drops gelutscht: Sein Wert ergibt sich aus der breiten Streuung, die in den ersten Jahren aufgebaut wurde. Das lässt sich nicht wiederholen, es ist einmalig und damit ist der Bitcoin vergleichbar mit Gold, das man auch nicht künstlich herstellen kann. Darin liegt der Wert, und der wird - je nach Wertschätzung durch unsere Gesellschaft stark schwanken… aber niemals ganz verschwinden.
Somit ist der Bitcoin für mich eine Alternative zum Euro, zum US-Dollar oder aber zum Gold. Ethereum ist eine Alternative zu Intel, Capital One Financial oder Salesforce. Für meinen Geschmack ist Ethereum noch immer zu jung, als dass ich damit spekulieren wollte.
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Quellen:
Kurse: Bloomberg. Alle Kurse sind Schlusskurse vom Donnerstag sofern nichts Gegenteiliges vermerkt ist. Sentimentdaten: eigene Umfrageergebnis über unseren Dienst animusX.de.
Bilanzdaten: Bloomberg, Comdirect, Yahoo! Finance sowie Geschäftsberichte der Unternehmen
Informationsquellen: dpa, Aktiencheck, Yahoo! Finance, TheStreet.com, IR-Abteilung der betreffenden Unternehmen
DEUTSCHE BIBLIOTHEK : ISSN 1862-5428
Erscheinungsweise: wöchentlich Freitag/Samstag
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