Heibel-Ticker Free Börsenbrief
- Einfach einen Tick besser -
21. Jahrgang - Ausgabe 43 (23.10.2026)
Im heutigen Börsenbrief lesen Sie:
1. Info-Kicker: Turbulente Woche legt Spannungsfelder offen
Liebe Börsenfreunde,
Was könnte die KI-Rallye zu Fall bringen? Eine Chip-Knappheit, zu hohe Preise bzw. Kapitalknappheit bei den Investitionen, oder aber der fehlende Zugang zu dringend benötigtem Strom für die KI-Rechenzentren? Ich habe heute in Kapitel 4 diese drei Themen ausführlich analysiert und gebe Ihnen an die Hand, wie sich die verschiedenen Engpässe auf die KI-Rallye auswirken.
Das Kapitel 2 behandelt kurz die wichtigsten Ereignisse der abgelaufenen Woche: Nvidias GTC in Berlin mit dem Treffen von Bundeskanzler Merz mit Nvidia-CEO Jensen Huang, den anschließenden KI-Ausverkauf sowie die sich zuspitzenden Problemen im Nahen Osten. Die Aktienmmärkte waren diese Woche turbulent, und das mit gutem Grund.
Die Reaktion der Anleger ist überraschend gedämpft. Die Stimmung ist eingetrübt, doch die Zuversicht steigt. In Kapitel 3 interpretiere ich das Ergebnis unserer wöchentlichen Sentiment-Umfrage und leite daraus mögliche Entwicklungen für DAX, Öl und Bitcoin für die kommenden Wochen ab.
Einige kurze Informationen zu unseren Heibel-Ticker Portfoliotiteln, für die sich ein eigenes Update diese Woche nicht lohnte, lesen Sie in Kapitel 5.
Das Kapitel 6 enthält eine Leserfrage zur Aussage von Broadcom CEO Was könnte die KI-Rallye zu Fall bringen? Eine Chip-Knappheit, zu hohe Preise bzw. Kapitalknappheit bei den Investitionen, oder aber der fehlende Zugang zu dringend benötigtem Strom für die KI-Rechenzentren? Ich habe heute in Kapitel 4 diese drei Themen ausführlich analysiert und gebe Ihnen an die Hand, wie sich die verschiedenen Engpässe auf die KI-Rallye auswirken.
Das Kapitel 2 behandelt kurz die wichtigsten Ereignisse der abgelaufenen Woche: Nvidias GTC in Berlin mit dem Treffen von Bundeskanzler Merz mit Nvidia-CEO Jensen Huang, den anschließenden KI-Ausverkauf sowie den sich zuspitzenden Problemen im Nahen Osten. Die Aktienmmärkte waren diese Woche turbulent, und das mit gutem Grund.
Die Reaktion der Anleger ist überraschend gedämpft. Die Stimmung ist eingetrübt, doch die Zuversicht steigt. Im Kapitel 3 interpretiere ich das Ergebnis unserer wöchentlichen Sentiment-Umfrage und leite daraus mögliche Entwicklungen für DAX, Öl und Bitcoin für die kommenden Wochen ab.
Einige kurze Informationen zu unseren Heibel-Ticker Portfoliotiteln, für die sich ein eigenes Update diese Woche nicht lohnte, lesen Sie in Kapitel 5.
das Kapitel 6 enthält eine Leserfragen zum Thema Was könnte die KI-Rallye zu Fall bringen? Eine Chip-Knappheit, zu hohe Preise bzw. Kapitalknappheit bei den Investitionen, oder aber der fehlende Zugang zu dringend benötigtem Strom für die KI-Rechenzentren? Ich habe heute in Kapitel 4 diese drei Themen ausführlich analysiert und gebe Ihnen an die Hand, wie sich die verschiedenen Engpässe auf die KI-Rallye auswirken.
Das Kapitel 2 behandelt kurz die wichtigsten Ereignisse der abgelaufenen Woche: Nvidias GTC in Berlin mit dem Treffen von Bundeskanzler Merz mit Nvidia-CEO Jensen Huang, den anschließenden KI-Ausverkauf sowie den sich zuspitzenden Problemen im Nahen Osten. Die Aktienmmärkte waren diese Woche turbulent, und das mit gutem Grund.
Die Reaktion der Anleger ist überraschend gedämpft. Die Stimmung ist eingetrübt, doch die Zuversicht steigt. Im Kapitel 3 interpretiere ich das Ergebnis unserer wöchentlichen Sentiment-Umfrage und leite daraus mögliche Entwicklungen für DAX, Öl und Bitcoin für die kommenden Wochen ab.
Einige kurze Informationen zu unseren Heibel-Ticker Portfoliotiteln, für die sich ein eigenes Update diese Woche nicht lohnte, lesen Sie in Kapitel 5.
Das Kapitel 6 enthält eine Leserfragen zur Aussage von Broadcom CEO Hock Tan in Singapur, wo er die Investoren in KI vor einer Spielhallen-Mentalität warnte. Ich erkläre, was er damit meint.
Wie immer gibt es einen Überblick über unser Heibel-Ticker Portfolio in Kapitel 7.
Nun wünsche ich eine anregende Lektüre,

take share, Ihr Börsenschreibel
Stephan Heibel
Chefredakteur und Herausgeber des Heibel-Ticker Börsenbriefs
2. So tickt die Börse: Spannungsgeladene Woche: KI-Sorgen versus Hoffnung, Kriegssorgen versus Hoffnung, …
Neben Dow Jones und Nasdaq gibt es auch noch den Philadelphia Halbleiterindex, der die 30 wichtigsten US-Halbleiterunternehmen zusammenfasst. Dieser Index war vergangene Woche erstmals seit 2008 in acht aufeinander folgenden Tagen gefallen. Der Engpass bei Chips, der zunächst die KI-GPUs von Nvidia betraf, später dann die HBM-Speicher von Micron, SK-Hynix und Samsung, wird in Frage gestellt.
Diese Woche Montag bis Mittwoch folgte eine Gegenreaktion. Am Mittwoch stellte die Nvidia-Entwicklerkonferenz, die dieses Mal in Berlin abgehalten wurde, den Höhepunkt dar, inklusive der Keynote-Rede von Jensen Huang. Nvidia habe bereits 10 Mrd. US-Dollar in Europa investiert, so Huang. Die Produktion der aktuellen Chip-Generation Vera Rubin laufe planmäßig auf Hochtouren.
Bundeskanzler Friedrich Merz traf sich mit Jensen Huang, um über die deutsche Industriestrategie für die KI zu sprechen. Es wurde ein Kooperationsabkommen vermeldet, Details wurden jedoch noch nicht veröffentlicht.
Mittwoch Abend änderten dann zwei Quartalsergebnisse den Blickwinkel auf die KI-Revolution. Meta bezifferte die Summe aller eingegangenen Investitionsverpflichtungen in den Ausbau der KI-Infrastruktur bis 2036 auf 852 Mrd. USD. Die Größe dieser Summe verschlug Anlegern die Sprache. Und der Schweizer Elektronikkonzern ABB hatte bereits am Dienstag einen Rekordbestand an Aufträgen vermeldet, der um 40% gegenüber dem Vorjahr angewachsen war.
Die Geschwindigkeit, mit der die Investitionen in den Ausbau der KI anwachsen, wird nicht mehr als gesund wahrgenommen. Vielmehr werten Anleger steigende Investitionsbudgets, wie bei Meta direkt und bei ABB im Auftragsbestand zu sehen, als Resultat eines Margendrucks im KI-Bereich. Immer größere Rechenzentren müssen gebaut werden, um den Betreibern bei sinkenden Tokenpreisen die notwendigen Renditen zu liefern.
So kippte das Bild am Donnerstag. Die Nasdaq brach um 2,6% ein, der Philadelphia Halbleiterindex sogar um 7,6%. Wurden zum Wochenbeginn Wachstumsmeldungen bei der KI-Infrastruktur noch dahingehend positiv aufgenommen, dass es wohl keine Engpässe gibt, weder bei Chips noch bei Strom, noch beim Kapital, so galt ab Donnerstag, dass dieses Wachstum wohl nur aus der Not heraus und schlimmstenfalls ohne die erforderlichen Gewinne in der Zukunft erfolgt.
Nicht nur die Chiphersteller wie Micron (-6%) wurden erfasst, sondern auch die Stromanbieter wie Siemens Energy (-9%). Softwareanbieter hingegen, also Nutzer der KI, konnten diese Woche zulegen. So kletterte SAP nach guten Q-Zahlen gestern gegen den Markttrend leicht nach oben.
Neben der KI-Welt dominieren Kriegsmeldungen die Nachrichten: Trump verbündete sich nun quasi mit Putin, um die globale Dieselknappheit anzugehen und fällt damit der Ukraine in den Rücken. Friedrich Merz negiert diese Vorgänge in einem auf Englisch abgehaltenen Interview mit Bloomberg, da er noch nicht öffentlich zugeben möchte, dass wir (Europa) die USA (Trump) als Freund endgültig verloren haben. Gleichzeitig wird im Nahen Osten US-Botschaftspersonal evakuiert und Gerüchte über die Planung weiterer Angriffe auf den Iran seitens Israels und der USA machen die Runde.
Die Zwischenwahlen am 3. November hat Donald Trump so gut wie verloren. Ich habe den Eindruck, dass er in den wenigen verbleibenden Tagen vor den Wahlen nun noch verschiedene Fakten schaffen möchte, bevor ihm eine demokratische Mehrheit Steine in den Weg rollt.
Die Huthi-Milizen hatten den Flughafen von Riad beschossen, der Flugverkehr war für 10 Tage eingestellt und kommt nun nur langsam erst wieder in Gang. Lufthansa will nicht vor dem 18. November wieder Riad anfliegen. Ab diesem Wochenende soll hingegen Dubai wieder angeflogen werden.
Die iranischen Revolutionsgarden meldeten am vergangenen Wochenende, dass ein Tanker in der Straße von Hormus auf eine Seemine gelaufen sei. Statt einer Bestätigung aus Washington kam von dort die Meldung, dass inzwischen wieder mehr Öl den Nahen Osten verlasse als noch vor dem Krieg gegen den Iran. Ich weiß nicht, wie das gehen soll, denn die saudische Ölpipeline zur Umgehung der Straße von Hormus wurde vor einer Woche ein zweites Mal Ziel von Raketenbeschuss und wurde erneut außer Betrieb gesetzt.
Der Ölpreis notiert inzwischen bei 115 USD/Fass Brent, von Entspannung ist also weder im Kriegsgeschehen noch auf Seiten des ölpreisinduzierten Inflationsdrucks etwas zu sehen. Trotzdem gehen die Renditen für Staatsanleihen sowohl in den USA als auch in Deutschland diese Woche leicht zurück.
Es war die Fluchtbewegung der Anleger, die aus der KI-Welt in vermeintlich sichere Häfen flüchtete, damit die Anleihekurse nach oben und die Renditen im Umkehrschluss nach unten drückten.
Das ist spannend, denn in der kommenden Woche tagen gleich drei der wichtigsten Notenbanken. Am Mittwoch wird die US-Notenbank ihre Zinsentscheidung bekannt geben, am Donnerstag die EZB und am Freitag die BoJ (Bank of Japan). Für alle drei Sitzungen erwarten Anleger derzeit keine Zinsanhebung.
Wochenperformance der wichtigsten Indizes
| INDIZES | 23.10., 21:51 Uhr | Woche Δ | Σ '26 Δ |
| DAX | 25.182 | -1,7% | 2,8% |
| S&P 500 | 7.629 | -0,2% | 11,4% |
| Nikkei | 62.693 | -4,0% | 24,5% |
| Shanghai A | 4.105 | -1,6% | -11,3% |
| US-Dollar/EUR | 1,12 | -0,4% | -4,7% |
| Euro/Yen | 175,63 | -1,1% | -4,3% |
| 10-Jahres-US-Anleihe | 5,00% | -0,08 | 0,83 |
| Umlaufrendite Dt | 3,31% | -0,09 | 0,53 |
| Feinunze Gold | $4.000 | -3,9% | -7,4% |
| Fass Brent Öl | $117,34 | 7,1% | 92,8% |
| Kupfer | $14.078 | -1,9% | 13,3% |
| Baltic Dry Shipping | $2.693 | 5,8% | 43,5% |
| Bitcoin | $81.232 | 0,2% | -7,5% |
3. Sentiment: Verunsichert, doch die Zuversicht hält
Zur Stunde (Freitagmittag 15 Uhr) notiert der DAX auf Wochensicht 2% im Minus, während der S&P 500 nahezu unverändert blieb. Diesmal hat sich der deutsche Markt nach unten abgekoppelt.Am Montag drückten der hohe Ölpreis und Proteste in Frankreich den DAX um 1,2%. Am Mittwoch sorgte die Rede des Nvidia-Chefs in Berlin für einen Kurssprung um 1,4%, doch die Begeisterung hielt nicht einmal Tag. Schon am Donnerstag entlud sich der Zweifel an den gewaltigen KI-Investitionen in einem breiten Ausverkauf der Chipwerte, der sogar den mit wenigen Chip-Titeln bestückten DAX um 1,1% mit nach unten zog. Brent Öl steigt diese Woche auf 115 USD/Fass. Schauen wir mal, was unsere Umfrageteilnehmer aus diesem Hin und Her machen.
Unser Anlegersentiment verharrt bei -13,4 (Vorwoche -11,8). Das ist etwas unter dem Üblichen, ein ungutes Gefühl, aber weit entfernt von Angst und Panik. Trotz fallender Kurse in Deutschland gab es also kaum Bewegung. Das überrascht nicht, da viele deutsche Anleger ohnehin inzwischen stark in den USA investiert sind.
Ganz anders die Selbstzufriedenheit: Sie sackt von 1,47 auf 1,30 ab, den niedrigsten Wert seit Ende März. Vier von fünf Werten liegen zwischen 1,41 und 1,91; darunter sprechen wir von maximaler Verunsicherung. Offensichtlich verstehen viele Anleger die Welt nicht mehr: Erst Jubel über die KI, einen Tag später Ausverkauf.
Eine vergleichbar starke Verunsicherung gab es in den vergangenen 20 Jahren 30 mal. In den darauf folgenden 6 Monaten stieg der DAX um durchschnittlich 8,3% an. Starke Verunsicherung unter Anlegern war in der Vergangenheit also eher ein Zeichen für einen baldigen Boden einer turbulenten Marktphase.
Die Zukunftserwartung klettert von +15,0 vor einer Woche auf +19,0. Damit stehen wir genau an der Schwelle zum oberen Zehntel, die Bullen dominieren deutlich. Fallende Kurse und steigende Zuversicht, das ist für sich genommen der übliche Umkehrreflex, die uns bekannte Trotzreaktion.
Die Investitionsabsicht rutscht von 56,9 auf 51,8, den niedrigsten Wert seit Mitte August. Käufer und Verkäufer halten sich damit fast die Waage.
Das Euwax-Sentiment der Privatanleger pendelte diese Woche der Börsenentwicklung folgend stark um den Nullpunkt.
An der CBOE springt das Put/Call-Verhältnis für Equities mit dem Ausverkauf am Donnerstag auf 0,69, nachdem es am Mittwoch mit 0,52 noch einen ausgeprägten Call-Überhang angezeigt hatte. Das ist wieder neutral, am oberen Rand.
Die Bulle/Bär-Differenz der US-Privatanleger fällt auf -9%punkte (Vorwoche -3%punkte). 37% Bullen stehen 46% Bären gegenüber, nur 17% sind unentschieden. Noch ist das neutral, doch das kleine Lager der Neutralen zeigt eine zunehmende Polarisierung. Zur Erinnerung: Diese Umfrage endet mittwochs und kennt den Ausverkauf vom Donnerstag noch nicht.
Der technische Angst und Gier Indikator des S&P 500 zeigt mit -23% inzwischen schon extreme Angst an.
Interpretation
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4. Ausblick: Engpass der KI-Rallye: Chips, Strom oder Kapital?
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5. Update beobachteter Werte
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6. Leserfragen
Broadcom CEO Hock Tan warnt vor Spielhallenmentalität
Guten Tag Herr Heibel,
danke für die Ausführungen. Der Ausbau der Rechenzentren wird sicherlich weitergehen. Entscheidend scheint viel mehr die schwieriger werdenden Renditeerwartungen bei KI Investitionen.
Diesbezügliche weist Broadcom CEO Tan auf ein ungezügeltes Investitionensverhalten hin, siehe Zitat:
Unternehmen würden Geld für KI-„Token” verbrennen,…. Dies seien keine Krypto-Token.
„Wenn Sie Kind sind, gehen Sie in die Spielhalle. Ihre Eltern geben Ihnen 10 USD in Token, Sie sind nach zehn Minuten fertig und haben nichts gelernt. Genau das passiert heute in Unternehmen”
Dies verbunden mit dem Hinweis auf mögliche Kapitalknappheiten bei steigenden oder höheren Zinsen, wird eventuell zu weniger Investitionen führen oder/und zu niedrigeren Aktienkursen in der KI Branche.
Interessant ist auch die positive Kursentwicklung des Softwareentwickler von SAP und Salesforce, die leider an mir vorbeigegangen ist, aber die möglicherweise auch ein Zeichen für die eigenwilligen Aktivitäten der KI Agenten sind.
Wie sehen Sie vor diesem Hintergrund die Entwicklung angesichts dieser Problematik?
Beste Grüße
Peter aus München
ANTWORT
Das Zitat von Hock Tan muss man im Zusammenhang lesen. Er sprach am 12. Oktober in Singapur und meinte damit vor allem Unternehmen, die KI ausprobieren, ohne schon zu wissen, wofür sie sich rechnet. Im selben Auftritt sagte er, die Nachfrage nach Recheninfrastruktur werde das Angebot bis 2029, vielleicht bis 2030 übersteigen. Und Broadcom selbst nimmt gerade 60 Mrd. USD Schulden auf, damit Anthropic und andere Kunden Broadcom-Chips kaufen können. Hock Tan warnte also vor Spielhallen-Mentalität und ruft auf, sich mehr Gedanken über die Ziele zu machen, die mit der KI erreicht werden sollen.
Sie haben den Blick auf die Zinsen gelegt, und das halte ich für richtig. Gefährlich wird diese KI-Investitionsphase, wenn das Geld zu teuer wird. Die Fed hat im September erhöht, eine weitere Erhöhung im laufenden Jahr ist wahrscheinlich.
Die Anleihen von CoreWeave mit Laufzeit 2032 notieren unter 78% des Nennwerts. Unter höheren Zinsen leiden zuerst die schuldenfinanzierten Glieder der Kette, also die Neoclouds, die Rechenzentrumsbetreiber auf Kredit und die zyklischen Speicherhersteller. Daher haben wir die Finger von CoreWeave gelassen, obwohl die Bewertung vor dem Hintergrund der exorbitanten Wachstumsraten attraktiv aussieht. Wenn CoreWeave diese Phase übersteht, ist die Aktie deutlich mehr wert als der heutige Kurs zeigt.
Die großen Hyperscaler bezahlen ihre Investitionen dagegen aus dem laufenden Cashflow. Ich erwarte also keinen Investitionsstopp, sondern eher eine Auslese: Investiert wird weiter, aber selektiver und mit schärferem Blick auf die Rendite.
Die Kursentwicklung bei Salesforce und SAP ist die Kehrseite derselben Medaille. Wenn sich die Frage stellt, wie aus verbrannten Tokens Produktivität wird, landet man bei den Softwareanbietern, denen die Unternehmensdaten und Geschäftsprozesse gehören. Ein KI-Agent ist nur so gut wie sein Zugriff auf Kundendaten, Aufträge und Lagerbestände, und genau diese Daten liegen bei Salesforce und SAP. Die Kooperation von Salesforce mit Anthropic Ende August hat das sichtbar gemacht: Salesforce ist Partner der KI-Anbieter, nicht ihr Opfer. Unsere Salesforce-Position hat allein in jener Woche 28% zugelegt. Hinzu kommt, dass Software nach dem Leerverkaufsdruck im Sommer schlicht zu billig geworden war. Das ist also keine Laune der KI-Agenten, sondern die Erkenntnis, dass der Nutzen der KI am Ende in der Anwendung entsteht und nicht in der Hardware.
7. Übersicht HT-Portfolio
Der Börsen-Ausblick mit Markt- und Aktienanalysen, konkreten Empfehlungen sowie detaillierten Kauf- und Verkaufsaktionen bleibt den zahlenden Mitgliedern des Heibel-Ticker PLUS vorbehalten. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir die hohe Qualität unserer Veröffentlichung solide finanzieren möchten.
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Quellen:
Kurse: Bloomberg. Alle Kurse sind Schlusskurse vom Donnerstag sofern nichts Gegenteiliges vermerkt ist. Sentimentdaten: eigene Umfrageergebnis über unseren Dienst animusX.de.
Bilanzdaten: Bloomberg, Comdirect, Yahoo! Finance sowie Geschäftsberichte der Unternehmen
Informationsquellen: dpa, Aktiencheck, Yahoo! Finance, TheStreet.com, IR-Abteilung der betreffenden Unternehmen
DEUTSCHE BIBLIOTHEK : ISSN 1862-5428
Erscheinungsweise: wöchentlich Freitag/Samstag
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Stephan Heibel
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