| Antwort: Ein Bild sagt mehr als tausend Worte:
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Der Zins ganz links, also beim Übernachtgeld, wird von den Notenbanken gesetzt. Die Rendite am langen Ende, also rechts, bildet sich über den Markt. Nun möchte man möglichst eine Zinskurve haben, die links beispielsweise bei 2-4% steht und dann nach rechts ansteigt, aber sich langsam abflacht.
In Zeiten wie heute, wo der Zins am kurzen Ende extrem hoch ist, bedeutet ein vergleichsweise niedrigerer Zins am langen Ende (30 Jahre), dass Anleger den Notenbanken zutrauen, die Inflation in den Griff zu bekommen. Soweit so gut.
Wenn aber die die Laufzeiten von Monaten bis wenigen Jahren ein extrem niedriges Renditeniveau haben, wie in der orangenen Linie von vor 6 Monaten zu sehen, dann spiegelt dies die Angst der Anleger wider, dass auf dem Weg der Inflationsbekämpfung irgendwann extreme Zinssenkungen erforderlich werden könnten. Das wäre genau dann der Fall, wenn die Konjunktur in eine Rezession läuft. Der Leitzins wäre dann zu hoch oder zu lange hoch gewesen, was die Wirtschaft in eine Rezession stürzen und die Notenbank zu Gegenmaßnahmen zwingen würde.
Unter einem Anstieg am kurzen Ende meine ich daher nicht den Leitzins, der für Übernachtausleihungen gilt, sondern Laufzeiten von Monaten bis zu wenigen Jahren. Also der Bauch der orangenen Linie.
Wir wollen also, dass der Bauch ein wenig kleiner wird. Dabei wird bereits antizipiert, dass die Notenbank irgendwann den Leitzins senken wird und den Start der Kurve nach unten drückt.
Ich glaube, die Verwirrung stammt daher, dass man von den Zinsen am kurzen Ende spricht und damit Laufzeiten von Monaten bis wenigen Jahren meint, nicht jedoch den Leitzins, der als Übernachtzins sehr extrem kurz ist :-).
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