Leserfragen (Januar 2024)


 Frage vom 25.01.2024

#DWS attraktiv vor Sonderdividende?

Moin Herr Heibel,

als langjähriger Heibel-Tickerleser interssiert mich Ihre Meinung zur DWS Group (DWS100).
Ich sehe hier mehrere Faktoren, die für das Unternehmen sprechen:
Die Greenwashing Vorwürfe bei ESG Produkten sind vom Tisch. Danach hat die Aktie nur langsam aufgedreht.
Das Unternehmen hat wieder steigende Mittelzuflüsse in seine Produkte.
Die Ankündigung einer eventuellen Sonderdividende aus Rückstellungen von 1 Mrd € (bei ~ 200 Mio Aktien -> ca. 5€ + normale Dividende = ?) wird vom Markt nocht nicht eingepreist. Hauptversammlung ist am 06.06.2024. Wenn hierzu die nächsten Stimmen aus dem Vorstand zu hören sind, sehe ich hier Potential.

Ich würde mich über eine Antwort freuen.
Vielen Dank.

Bin gespannt auf das neue Design!

Gruß
Andreas aus dem Ahrtal

 Antwort:

Seit Oktober ist die Aktie von DWS von 26 auf 36 EUR angesprungen, +38%. Analysten haben ihre Gewinnerwartung in dieser Zeit nicht nennenswert verändert. Die Bewertung ist von einem EV/EBITDA von 4,8 auf 6,8 angestiegen, durchschnittlich wurde die DWS in den vergangenen Jahren mit einem EV/EBITDA von 5,1 bewertet. Soll heißen: Die Bewertung ist nun auch nicht mehr günstig.

Was jetzt passieren könnte, wären Gewinnüberraschungen oder Kurszielanhebungen durch Analysten, aber beides würde nur noch als Bestätigung der bereits gelaufenen Rallye betrachtet werden.

Die Möglichkeit der Sonderdividende? Nun, die Aktie ist um 10 EUR gestiegen und könnte 5 EUR Sonderdividende bringen? Was passiert, wenn die Sonderdividende bezahlt ist? Die Aktie ist dann 5 EUR weniger wert und die verbleibenden 5EUR Kursgewinn könnten dann wieder abgegeben werden.

Ich würde sagen, die Rallye haben Sie verpasst. Trösten sie sich, andere Mütter haben auch hübsche Töchter.


 Frage vom 25.01.2024

#Allianz und Südzucker

Hallo Herr Heibel,

ich wünsche Ihnen Frohe Weihnachten und einen Guten Rutsch ins Neue Jahr!

Ich freue mich schon auf das neue Heibel Ticker Design in 2024.

Für das kommende Jahr, habe ich folgende beiden Aktien ins Auge gefasst, warte aber noch auf ein günstigeres Einstiegsniveau:

- Allianz: habe ich noch nicht im Portfolio und mich würde im Rahmen eines Jahresrückblickes interessieren, ob Sie das Einstiegsniveau aktuell immer noch um die 200 € sehen.

- Südzucker Aktie:ich finde die Aktie aktuell günstig bewertet, sofern der geschätzte Ertrag pro Aktie in 2023 erreicht wird. Nun hat Südzucker diese Woche verkündet, Cropenergies komplett zu übernehmen (70% gehörten schon vorher zu Südzucker). Mich würde interessieren, ob sie die Südzucker Aktie attraktiv finden und mittlerweile der Anleihe vorziehen würden, oder die Anleihe im Portfolio auch für 2024 attraktiv bleibt, obschon diese deutlich zugelegt hat.

Vielen Dank!

Beste Grüße,
Fabian aus Traunstein

 Antwort:

Die Allianz ist nach wie vor günstig bewertet, denn der Gewinn steigt derzeit schneller als die Aktie.

Südzucker würde ich nicht ins Depot holen, höchstens als Spekulation. Der globale Zuckermarkt ist sehr wettbewerbsorientiert und Zucker aus Südamerika oder auch anderen Regionen der Welt ist nicht unbedingt wetterabhängig, sondern hängt auch am Ölpreis (als Substitut) oder auch an den Transportkosten und -wegen. Die Bedingungen ändern sich ständig und ich bin nicht in der Lage, deren Effekt auf den Aktienkurs zeitlich korrekt zuzuordnen. Wenn Sie also die Südzucker-Aktie kaufen wollen, dann bitte höchstens als Spekulation. Unsere variabel verzinste Anleihe würde ich derzeit nicht kaufen, denn der Euribor, die Grundlage des Zinses, dürfte in den kommenden Monaten rückläufig sein und das wird sich dann auch negativ auf den Preis auswirken.


 Frage vom 23.01.2024

#Neueinsteiger ins Heibel-Ticker Portfolio

Hallo Herr Heibel,

ich war bisher nur stiller Zuschauer Ihres Heibel-Ticker und wollte jetzt in die Umsetzung gehen.

Dazu habe ich noch einige Fragen:

1. Habe ich es richtig verstanden, dass die Aktien mit einem A in Spalte ! zum aktuellen Zeitpunkt noch gekauft werden können? Der Rest des Depots würde sich, dann über weitere Signale aufbauen, richtig?
2. Lässt sich das Depot mit einem 20.000 Euro Konto aufbauen, weil die Position von Givaudan nimmt eine sehr Größe ein oder haben Sie eine andere Kapitalgrößenempfehlung?
3. Wo kann ich Goldbarren einkaufen und welche Broker würden Sie empfehlen. Nicht alle Anleihen lassen sich über Flatex kaufen.

Ich freue mich auf Ihre Rückmeldung.

Viele Grüße
David aus Bonn

 Antwort:

Zu 1.: Ja :-). Derzeit würde ich mir jedoch mit der Umsetzung Zeit lassen, da ich für die kommenden Wochen eine Seitwärtsbewegung an den Aktienmärkten erwarte (befürchte?). Vielleicht gibt es mal den einen oder anderen Titel, den wir ins Depot holen. Doch ich würde mit viel Geduld auf schwache Tage warten.

Zu 2.: Ich habe beispielhaft eine Depotgrößte von 100.000 € angenommen, das lässt sich jedoch auch noch mit 50.000€ umsetzen. Bei 20.000 Euro wird’s eng, ich würde das Portfolio, das ich mit 20 Titeln versehen habe, auf vllt. 8-10 beschränken, mir nur die absoluten Lieblinge aus jedem Bereich aussuchen.

Zu 3.: Goldbarren können Sie bei proaurum.de kaufen, die haben auch in vielen Städten Filialen (bspw. Düsseldorf). Ich denke, es ist derzeit ein guter Zeitpunkt, um Goldbarren oder -münzen zu kaufen :-).
Broker: Ich habe gute Erfahrungen mit Comdirect gemacht und bin derzeit auch bei Flatex zufrieden. Wir sind keine Trader, daher sind meine Ansprüche überschaubar. Welche Anleihe lässt sich denn bei Flatex nicht kaufen?


 Frage vom 23.01.2024

#Bitcoin: Stromverbrauch & Supercomputer

Hallo Heibel, der Bitcoin scheint das große Thema zu sein.

1. Unten fragt ein Leser nach dem Stromverbrauch.
Ich hatte das Mining so verstanden, dass die Komplexität der Rechenaufgabe so gesteuert wird, dass alle 10 min ein Bitcoin gemined wird. Damit reguliert sich m.E. der Stromverbrauch automatisch. Man wird nur minen, wenn der Erlös aus den Bitcoins größer ist als die Stromkosten. In 10 min wird also im Schnitt nur so viel Strom verbraucht, wie Gegenwert in Bitcoin entsteht.
Durch das Halfing wird die Belohnung reduziert und damit auch der Stromverbrauch.
Habe ich das etwas falsch verstanden?

2. Unten geht es auch um die Übernahme des Netzwerks durch Supercomputer. Mit Mining wird das wohl nicht möglich sein, wenn Punkt 1. oben einigermaßen passt. Mein Verständnis ist, dass man das Netzwerk nur übernehmen kann, wenn man Bitcoins kauft und das ist mittlerweile mit erheblichem finanziellem Aufwand verbunden.
Habe ich das etwas falsch verstanden?

Wäre schön, wenn Sie die beiden Themen nochmal aufgreifen würden.

Mit freundlichem Gruß
Michael aus Dettingen

 Antwort:

Prima, vielen Dank für Ihre beiden Anmerkungen, Sie haben das richtig verstanden.

Zu 1.: Es gibt einen Zusammenhang zwischen dem Bitcoin-Preis und dem Strompreis, der über das Mining und den Preis der Mining-Computer hergestellt wird.

Zu 2.: Die Angst vor einer Übernahme des Bitcoin-Netzes durch Supercomputer wird auf vielfältige Weise formuliert. Durch das Mining, das haben Sie entkräftet. Aber auch einfach durch den Aufbau von mehr Knotenpunkten (Full Notes), die definieren, welche Transaktionen akzeptiert werden.

Das Aufkaufen der Bitcoins würde nichts bringen, denn man gewinnt damit keinen Einfluss auf das Netzwerk. Unternehmer, die über 75% an Ihrer Firma besitzen, bestimmen den Aktienkurs weitgehend selber - doch sie werden kaum jemanden finden, der ihre Aktien zu einem vernünftigen Preis abnimmt. Beim Bitcoin wäre es ähnlich: Wenn nur wenige den Bitcoin besitzen, dann verliert er an Bedeutung - und somit an Wert. Gerade die breite Streuung macht den Wert des Bitcoins aus.


 Frage vom 19.01.2024

#Bitcoin-ETC versus Hard Wallet

Hallo Herr Heibel,
ich kann mir gut vorstellen dass eine Menge Ihrer Leser am Bitcoin sehr interessiert sind, aber kein Vertrauen in das Hardware Wallet haben nachdem in der Vergangenheit hier schon einiges vorgefallen ist und auch ein Bitcoin über 40.000 USD kostet. Auch ich bin sehr interessiert aber nicht um jeden Preis. Mich würde daher auch sehr interessieren was eine echt gute Alternative zum Hardware Wallet ist oder können Sie da etwas vorschlagen. Vorstellen könnte ich mir auch den von Ihnen vorgestellten
Bitcoin-BTC (WKN WKN: A27Z30 ISIN: DE000A27Z304

So meine Frage nun ist dieser Bitcoin BTC eine Alternative oder nicht.

Schöne Grüße vom Bodensee, Dietrich

 Antwort:

Es handelt sich um die gleiche Überlegung wie beim Goldbarren: Natürlich können Sie auch Xetra Gold kaufen, einen ETC, der die Goldpreisentwicklung 1:1 abbildet und mit echten Goldbarren hinterlegt ist. Die Bevorzugung von Goldbarren im Bankschließfach oder tief vergraben im Garten gegenüber dem Finanzprodukt zum Gold beruht auf einer sehr starken Risikoaversion, die ich gerne im Portfoliobereich „Absicherung“ ausleben möchte, während ich mit den anderen Portfoliobereichen auch mal spekuliere und sogar Optionsscheine handle.

So ist auch der Bitcoin als Absicherung nur auf dem eigenen Wallet absolut sicher. Wer einfach nur an der Preisentwicklung partizipieren möchte, kann sich gerne den Bitcoin-ETC ins Depot holen. Sie können sich Ihre Bitcoins sogar jederzeit ausliefern lassen, also auf Ihr Wallet senden lassen, wenn Sie das zu einem späteren Zeitpunkt wünschen.

Ich reite aus zwei Gründen auf dem Wallet herum: Zum einen möchte ich mir im Falle eines Falles nichts vorwerfen lassen :-). Und zum anderen bin ich fasziniert vom Bitcoin-Netzwerk und möchte es so gut wie möglich verstehen. Dazu muss man einfach etwas tiefer eintauchen als nur einen ETC zu kaufen.


 Frage vom 19.01.2024

#Bitcoin-ETC & Palo Alto Mitarbeiterbeteiligung

Hallo Herr Heibel,

ich danke Ihnen für die gute Aufklärung.

Ich bin von dem Bitcoin nicht überzeugt, es tummeln sich noch viel zuviele Raubritter auf dem Parkett.
Dann bin ich 73 jahre alt, da kann ich die fernere Zukunft nicht mehr begleiten und meine Erben können mit
der Börse nichts anfangen, geschweige denn mit Bitcoin.
Trotzdem reizt es mich, wobei ich das mit dem wallet nicht gemacht habe, weil es mir einmal zu kompliziert war,
zum anderen habe ich schon auch gehört dass dann plötzlich alles weg war und dann ist die Währung ja so volatil,
dann lieber Gold, obwohl mich das auch nicht überzeugt.

Ich war in dem deutschen ETC drin habe mit Gewinn verkauft als der bitcion begann zu fallen,
Ich würde ganz gerne wieder einsteigen, habe jetzt aber in den Leserbriefen bei Ihnen gelesen, dass man den nur bei bestimmten Banken noch kaufen kann. Ich sehe jetzt gerade dass es bei Zero, (da habe ich ein Konto) geht, ist das zu empfehlen? Ich glaube sogar dass man da ein wallet einrichten kann.

Ich würde allerdings erst kaufen, wenn Sie wieder einsteigen.

Sie sind der einzige Börsenbrief den ich jetzt über 3 Jahre, (glaube ich) habe und danke Ihnen für Ihre Offenheit und Selbstkritik und für Ihre guten Erklärungen.....nur mit Calls und Puts, das können Sie nicht (grins) da sind Sie machmal sogar ein Kontraindikator. Und echt schade, dass wir so früh aus Ely Lilly raus sind.

Noch eine Frage, Sie haben doch eigentlich in Palo Alto nicht investeren wollen, wegen der umfangreichen Mitarbeiterbeteiligung und meinten, das Unternehmen würde defakto kein Gewinn machen. Wie kam es zu der Änderung Ihrer Meinung?

Viele Grüße Christiane aus Hagenau

 Antwort:

Vielen Dank für das Lob :-).

Ja, ich halte den Bitcoin ETC nach wie vor für geeignet, in den Bitcoin zu investieren. Kostet halt 2% Gebühren pro Jahr, das ist aber in meinen Augen überschaubar.

Ich habe nachgefragt, warum die Begehren nicht niedriger angesetzt werden können. Die Antwort lautet, dass die neuen US-Pendants mit einem wesentlich größeren Volumen rechnen und dadurch günstiger sein können als der Bitcoin ETC auf dem deutschen Markt. Aber man habe das erfreuliche Wachstum im Volumen im Auge und werde zu gegebener Zeit die Gebühren senken. Na, hoffen wir, dass das auch umgesetzt wird.

Gestern ist der Bitcoin um weitere 5% abgerutscht. Ich denke, da war im Vorfeld der US-ETP-Zulassung so viel Euphorie im Preis, dass es noch eine Weile dauern wird, bis die wieder abgebaut ist. Ich würde also noch ein wenig mit dem Kauf warten, im Heibel-Ticker PLUS werde ich Sie zu gegebener Zeit natürlich informieren, wenn ich den Zeitpunkt für gekommen halte.

@Palo Alto: Wenn ich meine Leser nicht hätte ;-). Vielen Dank für die Erinnerung. Das war auch der Hauptgrund, warum ich mich mit der Aufnahme von Palo Alto in unser Portfolio so schwer getan habe. Aber die Entwicklung in der Branche und insbesondere bei Palo Alto ist so stürmisch, dass die Mitarbeiteroptionen perspektivisch schneller überschaubar werden als es aussieht, wenn man sich die aktuellen Zahlen anschaut.


 Frage vom 19.01.2024

#Gefahren des Bitcoin-Netzwerks: Auswirkung auf Klima, Hackeranfälligkeit

Lieber Herr Heibel,

die Themen Krypto-Währungen und Blockchain beobachte ich interessiert, jedoch halten mich die beiden folgenden Gedanken bislang davon ab, Ihnen zuzustimmen und den Bitcoin als mittel- und langfristige Anlagemöglichkeit zu betrachten:

1. Stromverbrauch
Ohne Ihnen jetzt konkrete Quellenangaben nennen zu können, habe ich in der öffentlichen Presse schon häufiger gelesen, dass aufgrund des Proof-of-Work Konzepts der gesamte Stromverbrauch des Bitcoin-Nerzwerks gigantisch groß ist (mittlerweile bereits in der Größenordnung des Stromverbrauchs eines ganzen Landes wie Großbritannien) und auch noch weiter ansteigt.
So wie ich es verstanden habe, entsteht der Stromverbrauch beim Mining, welches ja die Validierung, Prüfung und Codierung von Transaktionen darstellt und mit der Zuweisung neuer Bitcoins entlohnt wird
Leider habe ich nirgendwo Informationen dazu gefunden, wie dieser (jetzt schon extrem hohe) Stromverbrauch weiter absteigt, beispielsweise ob der Anstieg linear oder sogar exponentiell geschieht.
Liegt hierin nicht das Risiko, dass bei weiter ansteigendem Stromverbrauch irgendwann die Stromkosten des Mining höher sind als die Vergütung durch neue Bitcoins, und dann ist das Mining nicht mehr wirtschaftlich und wird eingestellt? Dies hätte zur Folge, dass keine Transaktionen mehr auf der Blockchain durchgeführt werden können und würde wohl das Ende des Bitcoins bedeuten.
(Ausweg: Wechsel zum Proof-of-Stake Konzept?)

2. Kriminelle Übernahme der Netzwerk-Mehrheit durch Quantencomputer?
Bei einer Übernahme der Netzwerk-Mehrheit liesse sich die Blockchain nach Belieben manipulieren und somit Bitcoin-Bestände plündern. Besteht möglicherweise die Gefahr, dass Quantencomputer in den Händen von Kriminellen mit ihrer Rechenleistung die klassischen „Grafikkarten-Mining-Farmen“ überstimmen können bei der Validierung von Transaktionen?

Aufgrund dieser beiden Befürchtungen kann ich den Bitcoin nicht als „digitales Gold“ ansehen, denn Gold ist unvergänglich und rostet nicht.

Mit freundlichen Grüßen
Christian aus Erftstadt

 Antwort:

Zu 1.: In einem Land, in dem die Antwort auf die mögliche Klimakatastrophe „Sparen“ lautet, wundert es nicht, dass auch der Bitcoin durch diese Brille betrachtet wird.

Dabei ist das Bitcoin-Mining örtlich unabhängiger als viele andere Energienutzungen. Sie können Mining-Rechner in die Wüste neben Solaranlagen stellen, oder in die entlegensten Ölfödergebiete, wo das parallel frei werdende Gas einfach abgefackelt wird, statt es zu verstromen oder zu transportieren. Das Bitcoin-Mining ist nur auf zwei Dinge angewiesen: Strom und Internet. Beides ist weltweit überall verfügbar. Der Strom muss billig sein, weil, wie Sie richtig sagen, sehr viel davon beim Mining benötigt wird. Doch es hat sich gezeigt, dass die Miner ihre Rechner dort aufstellen, wo der Strom am günstigsten ist. Und am günstigsten ist er dort, wo zu viel davon vorhanden ist oder er gar nicht benötigt wird.

Wir schalten in Deutschland regelmäßig die Windräder ab, wenn zu viel Sonne und Wind vorhanden sind. Warum lässt man die nicht laufen und schürft mit der überschüssigen Energie Bitcoins? Das würde nicht nur die Langeweile vertreiben, sondern würde die Windanlagen umgehend wirtschaftlicher machen. So betrachtet würde das Bitcoin Mining die Energiewende hin zu regenerativen Energien sogar fördern!

Der Umstand, dass Sie keine Quellen und Zahlen finden, könnte darin begründet sein, dass es keine verlässlichen Zahlen gibt, die dieses Lieblingsthema deutscher Medien beweisen.

Zu 2.: Quantencomputer könnten das Netzwerk übernehmen? Nein, auch das ist eine Panikmache, die von uninformierten Journalisten verbreitet wird (und sich gut verkaufen lässt).

Das Schürfen nach neuen Bitcoins bzw. Blocken ist eine Sisyphusaufgabe. Einfache Rechenaufgaben müssen immer wieder mit veränderten Variablen durchgeführt werden, um irgendwann hoffentlich einen Treffer zu landen. Quantencomputer hingegen sind für das Lösen komplexer Aufgaben ausgelegt, sie können mit unendlich vielen Variablen hantieren, was für das Bitcoin-Mining gar nicht erforderlich ist. Und selbst wenn böse Menschen Quantencomputer auf das Bitcoin-Netzwerk ansetzen sollten, könnten die ehrlichen Bitcoiner gleichfalls Quantencomputer fürs Mining verwenden, denn auch das Mining ist heute schon in der Hand großer Konzerne, die sich so etwas leisten könnten.


 Frage vom 19.01.2024

#Investition in Goldbarren

Lieber Herr Heibel,

ich beschäftige mich mit dem Gedanken mir ein paar 100gr Goldbarren anzuschaffen.
Ich habe seit kurzem etwas Geld übrig und möchte einen Teil langfristig und sicherheitsorientiert investieren.

Ist jetzt der richtige Einstiegszeitpunkt ? vor der Zinssenkungsphase.
oder sollte ich lieber noch etwas warten ? weil der Kurs aktuell schon sehr hoch ist.

Viele Grüße
Heiko aus Niederaula

 Antwort:

Ich glaube, dass es derzeit ein guter Zeitpunkt ist, Gold zu kaufen, wenn Sie die kommenden Jahre (nicht Wochen) im Blick haben. Mag sein, dass die ersten Monate des neuen Jahres noch etwas turbulent bleiben. Doch ich rechne damit, dass der Goldpreis im späteren Jahresverlauf kräftig zulegen wird.


 Frage vom 19.01.2024

#Bitcoin Rückmeldungen

Sehr geehrter Herr Heibel,

mit Interesse habe ich Ihre aktuelle Auswertung auch in Bezug auf den Bitcoin gelesen. Die Aufbewahrung in einem Wallet war mir aus den bekannten Gründen zu umständlich und in Bezug auf mein Alter und die geringen Kenntnisse meiner Familie nicht angezeigt.

Seit einiger Zeit habe ich des öfteren im ETF "Wisdom Tree Physical Bitcoin A3GKGK" investiert. Kauf und Verkauf über die Börse problemlos möglich. Die Gesamt-TER beträgt 0,95 % p.a. Ich bin ebenfalls der Meinung, daß man auf Dauer die Verschuldungsproblematik der meisten Staaten nicht außer Acht lassen sollte.

Beste Grüße

Helmut aus Schweinfurt

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Sehr geehrter Herr Heibel,

ich möchte Ihnen nur ein kleines Feedback zur Wiederaufnahme von Bitcoin geben: Absolut richtig gemacht und mich freut es rießig, dass Sie diesen Schritt wieder gewagt haben.
Ich möchte Ihnen und generell jeden der älteren Generationen (bitte nicht böse verstehen), die in einer Zeit ohne dieser ganzen heutzutage verfügbaren Technologien aufgewachsen sind, meinen Respekt aussprechen, dass Sie sich auch sehr in die technischen Tiefen des Bitcoins eingearbeitet haben! Chapeau! Ich habe noch nie einen klassischen Börsenbrief gelesen, in dem der Verfasser von Full Nodes spricht ;)
Ich als Bitcoin-Jüngling und Mensch, der in die Tiefen der Kryptowelt eintaucht und von einer gehypten Blockchain zur nächsten springt, sehe in den Kryptowährungen und generell in Bitcoin ein System, das gekommen ist, um zu bleiben. Wir als jüngere Generation tun uns natürlich leichter, für solch alternativen Investitionen offen zu sein. Ich respektiere aber auch jeden, für den dies nichts ist und der lieber die Finger davon lässt. Aber wir junge Menschen kennen nunmal nur -bis jetzt- Niedrigzinsphasen, in denen mit Geld rumgeschleudert wird, als gäbe es keinen Morgen mehr. Und wenn man eines in den unzähligen Kryptocommunities erkennen kann, dann dass ein überwältigender Teil dieser Menschen junge Leute quer über die Welt verteilt sind die meistens an einem Ziel arbeiten, gemeinsam diesem System der endlosen Gelddruckerei ein Schnippchen zu schlagen und nach alternativen Wegen zum Wohlstand suchen.

Übrigens, sollten Sie das Buch "Die orange Pille von Iljoma Mangold" noch nicht kennen, empfehle ich es Ihnen wärmstens und generell jedem, der das Bitcoin-Universum nicht nur als Spekulation sehen will.

Ich danke Ihnen und lese weiterhin gespannt Ihren Börsenbrief.

Schöne Grüße aus Innsbruck!
Manuel

 Antwort:

Besten Dank :-).


 Frage vom 19.01.2024

#Bayer günstig bewertet

Lieber Herr Heibel,
zu allererst möchte ich Ihnen und ihrer lieben Familie ein gesundes, glückliches und erfolgreiches Jahr 2024 wünschen!

Mein Frage betrifft BAYER.

Wäre da jetzt ein guter Zeitpunkt einzusteigen?
Glaube der Börsenwert spiegelt nicht mehr den realen Firmenwert mit Monsanto wieder.

Wie sehen Sie das?

Mit besten Grüßen

Fritz aus Bozen, Italien

 Antwort:

Bayer ist inzwischen sehr günstig bewertet: Das EV/EBITDA steht bei 6,5, im Durchschnitt der vergangenen 10 Jahre stand es bei 8,8. Aber Bayer hat seine globale Führungsrolle verloren: Die Energiekosten in Deutschland sind abenteuerlich, die Auflagen/ Vorschriften ebenfalls und Besserung ist derzeit nicht in Sicht. Bayer ist ein globaler Konzern, der sicherlich wieder bessere Zeiten erleben kann, wenn die Politik ein wenig unternehmerfreundlicher wird. Das sehe ich derzeit nicht.


 Frage vom 19.01.2024

#Rentnerdepot

Sehr geehrter Herr Heibel,

ich suche für den "Ruhestand" einen Einstieg in risikoarme Anlagen

- analog dem jetzigen Festgeld
- oder nicht nachrangigen sicheren AAA-Anleihen
- bzw. ETFs mit geringer Volatilität

mit sicheren Erträgen, die ich bei Bedarf auch verkaufen kann, wenn größere Ausgaben anstehen, die von der Rente nicht abgedeckt werden.

Können Sie das im Heibel-Ticker-Plus berücksichtigen und in einem speziellen Rentner-Depot empfehlen?

Freundliche Grüße
Sören aus Radebeul

 Antwort:

Das würde ich gerne, wenn ich dies mit gutem Gewissen tun könnte. Doch Festgeld kann ich nicht empfehlen, da die Inflation meist höher ist als der Zins, was zu einer Entwertung Ihres Kapitals führt. Selbiges gilt für Qualitätsanleihen. Wenn Sie KEIN Risiko in Kauf nehmen möchten, kostet das Geld und Sie können dann gerne jede Bundesanleihe oder auch Festgeld nutzen. Sie haben dann den Vorteil, nur „ein bisschen“ Kaufkraft zu verlieren, dafür brauchen Sie sich nicht mehr drum zu kümmern.

ETFs unterliegen Marktschwankungen genauso wie Aktien. Die meisten ETFs schwanken stärker als ein gut diversifiziertes Portfolio. Wenn Sie also Ruhe suchen, ist ein ETF auf den DAX, den S&P 500 oder auch den MSCI nur dann sinnvoll, wenn Sie Schwankungen aussitzen können.

Tut mir leid, etwas Besseres kann ich Ihnen nicht empfehlen. Immerhin strukturiere ich das Heibel-Ticker Portfolio so, dass mit möglichst wenig Aufwand möglichst viel Ertrag bei möglichst geringer Schwankung erzielt wird.


 Frage vom 12.01.2024

#Bitcoin Spekulation oder Absicherung

Hallo Herr Heibel,
sie wollten die Meinung Ihrer Leser zum Bitcoin hören, hier ist meine Meinung!

Ich persönlich fand es schade, dass sie den Bitcoin aus dem Heibel-Ticker herausgenommen hatten. Aber anscheinend sehen die meisten Leser das anders.
Oder die Bitcoin-Befürworter waren zu leise, weshalb ich mich jetzt dann doch zu Wort melde.

Ich verstehe Ihre Argumentation im Bereich „Absicherung“, finde den Bitcoin dafür jedoch zu volatil. Daher ist er für mich persönlich eindeutig eine Spekulation.

Ich hatte auch das von Ihnen empfohlene Zertifikat „BTCetc - ETC Group Physical Bitcoin - USD ACC“, ISIN: DE000A27Z304 nicht verkauft und bin nun (nach schwerem Leiden) wieder im Plus.
Ich persönlich halte einen Bitcoin-Kurs über 60.000 USD in 2024 für durchaus realistisch, wobei die Disziplin wahrscheinlich einen Teilverkauf des Zertifikates erfordert, wenn der Bitcoin auf 46.000 oder 48.000 USD steigt.

Zudem ist der Eur zurzeit sehr stark und das wird sich wohl im Laufe des Jahres wieder egalisieren, was dem Zertifikat dann einen zusätzlichen Push geben könnte…

Wünsche Ihnen einen guten Start ins neue Jahr

Thomas aus Saarlouis

 Antwort:

Vielen Dank für Ihre Rückmeldung. Ich werde den Bitcoin in die regelmäßige Beobachtung aufnehmen und schauen, wann & wo wir im Portfolio einen Platz für ihn finden.


 Frage vom 12.01.2024

#Lob für Bitcoin-Umgang

Guten Tag Herr Heibel,

ein frohes und gesundes Neues Jahr 2024!

Vielen Dank für die hervorragende Ausgabe des letzten Briefes und die vielen Arbeitsstunden, die dort hineingeflossen sind. Der Heibel-Ticker ist für meine Anlageentscheidungen ein sehr wertvolles Instrument geworden und ich werde bestimmt auch über 2024 hinaus treuer Kunde bleiben.

An mehreren Stellen sind Sie auf den Bitcoin eingegangen und haben Ihre Leser zu einer Meinung aufgefordert. Dem möchte ich gern nachkommen: Der Bitcoin gehört für mich, zu maximal 5%, in jedes langfristig ausgerichtete Portfolio.

Im Heibel-Ticker war der Bitcoin bis zu seinem "Rauswurf" der Kategorie "Absicherung" zugeordnet. Ich halte einen kleinen Anteil (aktuell ca. 2%) im "spekulativen" Bereich meines Portfolios, da mir die Bewertung für eine Sicherheitskategorie deutlich zu volatil ist. Man kann sicher beide Ansätze ausgiebig diskutieren, aber verzichten möchte ich auf diese Anlageklasse nicht.

Insbesondere auf den verantwortungsvollen und sicheren Umgang mit Bitcoin haben Sie einen großen Fokus gelegt und dadurch Weitblick im besten Sinne Ihrer Kunden bewiesen. Die Insolvenz der Berlines Kryptobörse hat zu keinen Verlusten bei Ihren Kunden geführt - Respekt! Dies ist genau der Ansatz, den ich mir für ein Krypto-Investment wünsche.

Ich sehe diese Art Investment sehr nüchtern. Die größten Banken und Investmenthäuser bieten bereits Zertifikate auf den Bitcoin, der Markt wächst enorm (wenn auch nicht für ewig) und Staaten versuchen sich seit Jahren (vergeblich) an einer ähnlich erfolgreichen Kopie. Damit ist die Akzeptanz im breiten Markt angekommen und macht den Bitcoin zu einer neuen Anlageklasse. Alle anderen Kryptowährungen würde ich aktuell ignorieren - auch dies entspricht Ihrem Ansatz.

Sie schreiben im aktuellen Brief, dass Sie den Bitcoin weiter aufstocken. Dieser Strategie würde ich gern mit Ihrer Anleitung und Einschätzungen folgen und so hoffe ich, dass es der Bitcoin sehr bald zurück in den Heibel-Ticker schafft.

Beste Grüße aus Bochum,
Christoph

 Antwort:

Das Lob nehme ich dankend entgegen :-).


 Frage vom 12.01.2024

#Bitcoin ETF / ETC für Ausländer

Hallo Herr Heibel,

Zunächst Ihnen und Ihren Lieben noch alles Gute , Erfolg und Gesundheit für das neue Jahr.
Und vielen Dank auch für Ihre gute Arbeit und Recherchen, die sehr hilfreich bei meinen eigenen Entscheidungen sind.

Was den Bitcoin betrifft, bin ich der Meinung, dass er schon ins Portfolio gehört. Bei der Zuordnung kann man ins Grübeln kommen. Es ist sowas wie eine spekulative, alternative Absicherung.😊 Passt also überall oder nirgends rein. Da sollten wir flexibel sein.

Was allerdings den Handel mit Bitcoins selbst betrifft, habe zumindest ich ein Problem.

Meine Bitcoins in meiner Wallet habe ich verkauft und habe alternativ den BTC etc. Index Zertifikat, WKN: A27Z30 gekauft. Mir ging es darum, dass meine Familie im Falle meiner Verhinderung, (Tod etc.) es einfach hat, zu verkaufen.

Jetzt ist es so, dass mein Broker, Cap Trader, mir keinen Handel mit Bitcoins etc. erlaubt, wegen meines Aufenthaltes in Thailand. Auch die Consorsbank, bei der ich das Zertifikat in größerem Umfang gekauft hatte, hat den Handel mittlerweile grundsätzlich mit Kryptowährungen eingestellt. Ich habe die Anteile noch im Bestand und kann sie jederzeit verkaufen. Nur ein erneuter Kauf ist nicht möglich.

Was also tun, sprach Zeus? Da wir ja Flatex im Depot haben und Sie da bestimmt Erfahrungen haben, kaeme ein Depot dort fuer mich in Frage? Haben Sie vielleicht einen anderen Vorschlag?

Vielen Dank und nochmals alles Gute fuer die Zukunft.

Herzliche Gruesse

Joerg aus Thailand

 Antwort:

Vielen Dank für Ihre Rückmeldung. Ich werde den Bitcoin in die regelmäßige Beobachtung aufnehmen und schauen, wann & wo wir im Portfolio einen Platz für ihn finden.

Bei FlatexDeGiro lässt sich der Bitcoin ETC problemlos kaufen, ich weiß allerdings nicht, wie es mit Ihrem Wohnsitz Thailand aussieht. Doch das Papier kostet im Jahr 2% Gebühren, der nun von Blackrock zugelassene ETF nimmt nur 0,25%. Diese Differenz in den Gebühren macht über eine längere Laufzeit viel aus.

Doch das Beispiel zeigt, wie schwer es heute noch ist, Bitcoin zu kaufen. Der Blackrock ETF ist in Deutschland nicht zugelassen und wird es auch nicht werden. Einen goldenen Weg für Sie habe ich noch nicht gefunden, in meinen Augen ist ein Cold Wallet (Bitbox02) noch immer unschlagbar.


 Frage vom 12.01.2024

#CBDC & KASPA als Alternative zum Bitcoin

Hallo Herr Heibel.

Schade, das noch so viel nicht die disruptive Zukunft wir z.B. durch digitales Geld, Wertspeicher erkennen. Das zeigt, das doch weiter noch viel Potenzial nach oben ist.
Wenn CDBC kommen und die Menschen nicht beliebig von der Politik programmiert werden wollen werden werden sie das Thema zwangsweise angehen müssen.

Ich bin aktuell kaum in Aktien und bei dem überschüssigen Geld fast voll in Krypto und entsprechend sehr sehr gut gefahren und habe schon wieder erste Gewinne umgesetzt.
Man weiß nicht ganz genau, was kommt.

Mein Tipp. Neben 99% Scam bei Crypto sollten sie sich KAS / KASPA anschauen.
Es hat sehr viel gutes von BTC, aber setzt auf einer 8 Jahre entwickelten Technik auf um das Blockchain Trilemma möglichst gut zu lösen.

Liebe Grüße, Armin aus Dreieich

 Antwort:

Vielen Dank für Ihre Rückmeldung. Ich werde den Bitcoin in die regelmäßige Beobachtung aufnehmen und schauen, wann & wo wir im Portfolio einen Platz für ihn finden.

CBDC (Central Bank Digital Currency), also eine Kryptowährung, die von der Notenbank ausgegeben wird, ist ein heißes Thema. Ich sehe darin den verzweifelten Versuch der Politik, sich gegen das dezentrale und nicht zu beeinflussende Bitcoin-System zu wehren.

Ziel des Bitcoins ist es jedoch, sich von dem Einfluss der Politik zu lösen. Wir sehen täglich, dass die vermeintliche Unabhängigkeit der Zentralbanken weder in den USA noch in Europa gegeben ist. Jay Powell richtet seine Zinspolitik nach den anstehenden US-Präsidentschaftswahlen. Christine Lagarde hat lange Zeit - zu lange - den Zins niedrig gehalten, um den überschuldeten Ländern Europas die Zinslast erträglich zu machen.

Der Leitzins ist der Preis, der für einen Kredit in einer bestimmten Währung bezahlt werden muss. Dieser Preis wird zentralistisch gesetzt. Das ist ein Merkmal einer Planwirtschaft, wie wir es in der DDR haben scheitern sehen. Wenn also Zentralbanken CBDC kreieren und behaupten, nun auch in der Kryptowelt angekommen zu sein, dann ist dies der Versuch, von der Dezentralität, dem Hauptmerkmal des Bitcoins, abzulenken.

KASPA klingt tatsächlich vielversprechend, technologisch betrachtet. Der Nachteil der trägen Blockchain im Bitcoin-Netzwerk soll durch asynchron und parallel laufende Prozesse, die anschließend von einer Mehrheit legitimiert werden, behoben werden. Die Idee verstehe ich. In der Praxis dürfte das nur funktionieren, wenn es Millionen Full Notes gibt, die den Legitimationsprozess kontinuierlich und schnell durchführen. Beim Bitcoin haben wir derzeit 40.000 Full Codes.

Nicht immer setzt sich die beste Technologie durch, das berühmte Beispiel ist VHS versus Beta2000. In der Regel setzt sich die Technologie mit dem besten Marketing, also der besten Verbreitung durch. Das ist nun einmal der Bitcoin und ich kann mir nicht vorstellen, dass der so schnell eingeholt werden kann.


 Frage vom 12.01.2024

#Bitcoin mit begrenzter Lebensdauer

Hallo Herr Heibel,

im Jahresrückblick hatte Sie nach den Meinungen zum Bitcoin und zum Bereich Spekulationen gefragt. Hier ist meine:

Bitcoin:

Nach meiner Meinung ist der Bitcoin nur als Spekulation geeignet, auf keinen Fall als Absicherung. Der Bitcoin wird oft mit Gold verglichen aufgrund der begrenzten Gesamtzahl der Bitcoins, aber das halte ich für falsch.

Gold ist ein Edelmetall mit speziellen Eigenschaften, es gibt keinen "Ersatz" bzw. Stoffe mit ähnlichen Eigenschaften in nennenswerter Menge auf der Erde und vermutlich auch nicht auf anderen Planeten.

Cryptowährungen dagegen können jederzeit un din unbegrenzter Menge neu erschaffen werden mit ähnlichen oder auch besseren Eigenschaften im Vergleich zum Bitcoin. Ich denke, es wird irgendwann der Tag kommen, an dem eine neue Cryptowährung auf den Markt kommt, die im Vergleich zum Bitcoin viel "besser" ist, so dass dann plötzlich niemand mehr den Bitcoin haben möchte. Wer dann nicht schnell genug seine Bitcoins verkauft wird zwangsläufig einen großen Verlust erleiden.

Bisher konnte mir noch niemand eine plausible begründung liefern, warum dieses Szenario nicht kommen wird. Beim Gold kann etwas vergleichbares niemals passieren, weil man nicht einfach ein neues Edelmetall erfinden bzw. erschaffen kann.

Spekulation:

Spekulieren und investieren sind ziemlich gegensätzliche Strategien und ich denke, man sollte sich entscheiden was man machen möchte. Vermutlich sind der Großteil der Abonenten ihres Börsenbriefs eher keine Spekulanten und die Performance im Bereich Spekulation war nicht nur im vergangenen Jahr eher mäßig.

Mir würde es besser gefallen, wenn sie sich in Ihrem Börsenbrief bzw. Musterdepot auf längerfristige Investment fokussieren, das Thema Spekulation könnte von mir aus komplett wegfallen. Alles gleichzeitig zu machen funktionert meistens nicht so gut.

Ansonsten gefällt mir der Börsenbrief nach wie vor sehr gut und ich freue mich über Neuerungen bzw. Verbesserungen im neuen Jahr.

Viele Grüße,

Johannes aus Schwäbisch Gmünd

 Antwort:

Vielen Dank für Ihre Rückmeldung.

Zu Ihrem Einwand: Nein, eine alternative Kryptowährung kann nicht so ohne weiteres erschaffen werden. In meinen Augen handelt es sich um eine einmalige Aktion, die nur deswegen so gut funktioniert hat, weil die Akzeptanz zögerlich, aber in einer sehr großen Breite vonstatten ging. Zögerlich, weil der Kurs des Bitcoins dadurch nicht als Einbahnstraße nach oben schoss, sondern zwischenzeitlich immer wieder durch große Verluste Bitcoin-Jünger zum Verkauf getrieben hat. In großer Breite, weil weltweit inzwischen über 40.000 Betreiber einer Full-Node die gesamte Bitcoin-Historie speichern und somit sicherstellen, dass eine Manipulation unmöglich ist.

Ich kann mir nicht vorstellen, wie man diesen Vorgang durch einen „besseren“ Bitcoin wiederholen möchte.

Spekulation versus Investment: Tja, wenn man, wie Sie, dem Bitcoin eine begrenzte Lebenszeit zuspricht, dann kann man ihn natürlich nicht als Investment betrachten. Ich gehe inzwischen davon aus, dass der Bitcoin über einen Zeitraum von Jahrzehnten immer wichtiger wird. Als Spekulation halte auch ich ihn nicht für geeignet, allerdings als alternative Absicherung, eine Alternative zum Gold, zu Zinspapieren und zu Währungen.

Ich werde die Gründe für meine Sichtweise in den kommenden Wochen vorstellen.


 Frage vom 12.01.2024

#Bitcoin ETC Issuance

Sehr geehrter Herr Heibel,

In Sachen Bitcoin würde ich mich sehr über eine Wiederaufnahme in den Heibel Ticker freuen.
Auch ich habe meine Position behalten und sogar ein wenig ausgebaut.

Zum reinen Traden habe ich auch sehr gerne den von Ihnen empfohlenen ETC Issuance genutzt (WKN A27Z30). Leider wird dieser nicht mehr von meinem Trailer Konto bei Consors unterstützt.
Vielleicht haben Sie hier noch eine Alternative?

Vorab herzlichen Dank und beste Grüße
Ingo aus Ravensburg

 Antwort:

Vielen Dank für Ihre Rückmeldung. Ich werde den Bitcoin in die regelmäßige Beobachtung aufnehmen und schauen, wann & wo wir im Portfolio einen Platz für ihn finden.

Der ETC Bitcoin kosten jährlich 2% Gebühren, der neue Bitcoin ETF von Blackrock (IBIT) kostet nur 0,25% p.a, ist aber in Deutschland nicht verfügbar. Ich kümmere mich derzeit um einen Alternative zu Nuri (Bitwala), vermutlich werde ich eine Kombi aus Relai & der Bitbox02 vorstellen.