| Antwort: Adobe-CEO Shantanu Narayen hatte sich noch wenige Tage zuvor zuversichtlich über die Übernahme von Figma für 20 Mrd. USD geäußert, doch am Donnerstag der vergangenen Woche kam dann überraschend die Meldung, dass man das Übernahmevorhaben in beiderseitigem Interesse ad acta legen werde. Die Wettbewerbsbehörden in den USA und in der EU hatten Vorbehalte angemeldet.
Schade, ich hätte Figma unter dem Dach von Adobe gut gefunden. Wir selbst konzipieren derzeit unsere neue Webseite mit Hilfe von Figma. Dort können Designvorschläge in ihrer Funktion bereits dargestellt und diskutiert werden. Es wäre eine sinnvolle Ergänzung für das Angebot von Adobe gewesen.
Gleichzeitig war der Ausblick, den Adobe ausgäbe, konservativ. Anleger hatten sich ein beschleunigtes Wachstum durch den Einsatz von KI erhofft. Ich will das noch nicht ausschließen, doch prognostizieren wollte dies das Unternehmen nicht. Somit bleibt die Möglichkeit einer positiven Überraschung im nächsten Jahr.
Die Bewertung von Adobe ist in diesem Jahr stark angesprungen. Damit wird die erwartete Wachstumsbeschleunigung in der Aktie bereits zu einem guten Teil vorweg genommen. Wer drin ist, kann mMn drin bleiben. Doch für eine Spekulation auf die KI fallen mir derzeit günstigere Kandidaten ein.
Die FTC untersucht die Kündigungspraxis von Adobe: Wenn man nicht innerhalb von 2 Wochen nach Aboabschluss kündigt, fallen hohe Kündigungsgebühren an. Selbst Joe Biden hat zu dem Thema Stellung bezogen: „Zu häufig machen es US-Unternehmen Abonnenten zu schwer, einen Dienst zu kündigen. Das sei eine Verschwendung von Zeit und Geld für Dinge, die die Kunden nicht möchten oder nicht brauchen.“
Richtig so, kann ich da nur sagen. Beim Heibel-Ticker habe ich in den 20 Jahren, die ich Abonnements anbiete, keinen einzigen Kunden zu einer Zahlung eines Abos gezwungen, das er nicht wollte … auch dann, wenn Fristen verstrichen waren. Das Resultat: Kein Ärger :-).
Adobe warnt vor hohen Kosten, die aus dem Verfahren resultieren können. Das mag sein, es wären dann aber Einmalkosten, denn Adobe verdient nicht an Kündigungsgebühren. Somit dürfte selbst eine für Adobe negative Entscheidung der FTC die Aktie kaum belasten. Einmalkosten wirken sich langfristig nicht auf den Aktienkurs aus.
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