| Antwort: Vielen Dank für die Glückwünsche :-)
Engie ist ein französischer Strom- und Gasversorger mit einem Standbein in der Wasserversorgung sowie in der Abfallwirtschaft. Für das Jahr 2022 wurde eine Dividende von 1,40 EUR je Aktie ausgeschüttet, das entspricht tatsächlich einer Rendite von 10%. Schon für 2023 wird nur noch eine Dividende von 1,16 EUR erwartet, also noch immer stolze 8%. Doch damit wurde bereits eine Bedingung für langfristig solide Dividendenaktien gebrochen: Die Dividende darf nicht rückläufig sein. In den vergangenen 10 Jahren gab es sogar drei Dividendenrückgänge.
Ein zweites Makel in meinen Augen ist die hohe Staatsbeteiligung von 23,6% am Unternehmen. Ich mag es nicht, wenn die Politik zu stark mitredet. Das ist in Frankreich traditionell mehr der Fall als bei uns. Und wenn nun der Staat sogar größter Einzelaktionär ist, dann läuft das Unternehmen Gefahr, für politische Ziele mißbraucht zu werden. Dies zeigt sich beispielsweise in der hohen Ausschüttungsquote von durchschnittlich 94% in den Jahren 2011 bis 2016. Gleichzeitig ist die CAPEX, also der jährliche Investitionsbedarf, mit 10% ziemlich hoch.
Das Bewertungsniveau ist mit einem EV/EBITDA 23e von 4,7 günstig. Allerdings gehen im laufenden Jahr Umsatz und Gewinn aufgrund der gefallenen Energiepreise deutlich zurück.
Bei der unsteten Dividendenentwicklung der vergangenen Jahre kommen bei mir Zweifel auf, ob wir hier einen günstigen Dividendenbringer haben, oder aber ein Dividendenversprechen, das sich nur schwer einhalten lässt.
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