Leserfragen (November 2026)


 Frage vom 04.11.2026

#Parkplatz für Ihr Cash

Sehr geehrter Herr Heibel,
da ich einen größeren Crash erwarte, habe ich den Cash-Bestand schon signifikant erhöht. Ich weiss jedoch nicht, wann der Fall eintritt, rechne aber in Monaten. Daher suche ich nach einer Möglichkeit Cash etwas zinsbringend aber flexibel anzulegen. Haben Sie einen Rat für mich?

Dem vielfältigen Lob Ihrer Kunden kann ich mich nur anschließen. Wobei mir besonders gut gefällt, wie Sie Ereignisse und Fakten aus Politik, Wirtschaft, Unternehmen, Personen aber auch Ethik in Bezug auf den Aktienmarkt zusammenbringen, obwohl sie manchmal (scheinbar) überhaupt nichts oder nur weit entfernt mit unserem Anliegen zu tun haben.

Gruß aus Zwickau ... Heinrich

 Antwort:

Ganz herzlichen Dank für das Lob :-)

Wenn ich nach einer attraktiv verzinsten Anleihe schaue, wird es nicht besser als eine bis 2037 laufende Anleihe von Mercedes Benz mit einer Rendite von 4,48% (ISIN DE000A2GSCX1). Kürzere Laufzeiten bringen weniger Rendite und wenn wir davon ausgehen, dass die KI-Revolution in den kommenden Jahren für Wachstum - und somit auch steigende Aktienkurse - sorgen wird, ist es nicht attraktiv, sich auf über 1 Jahr festzulegen.

Wenn ich Sie richtig verstehe, dann denken Sie ähnlich wie ich und möchten sich für einen eventuellen Crash, der vielleicht in den kommenden Monaten eintreten kann, handlungsfähig sein. Das Papier muss also jederzeit verkaufsbar sein, damit Sie das darin geparkte Geld im Falle eines Crashs dann schnell in attraktive Aktien umschichten können.

Für das Tagesgeld hatte ich im Heibel-Ticker mal den folgenden ETF empfohlen, und der ist bis heute in meinen Augen nach wie vor führend für solche Zwecke:

Amundi Smart Overnight Return ETF
WKN LYX0WM
ISIN LU1190417599
Kurs aktuell: 110,39€

0,1% Managementgebühren, der ETF wirft nach Gebühren 2,5% p.a. ab. Ich denke, das kann mit dem Tagesgeld Ihrer Bank sicherlich konkurrieren.


 Frage vom 04.11.2026

#Coinbase versus Bitcoin, US-Zwischenwahlen

Sehr geehrter Herr Heibel und wieder vielen Dank für ihre ganze Arbeit und ihren Einsatz, welchen ich als Abonnent sehr zu schätzen weiß.

In der Presse wird momentan viel von einer KI Blase berichtet und meines Erachtens wird diese auch sehr spekulative Werte betreffen, nur die

qualitativen Hyperscaler werden nach einer zukünftigen Korrektur weiter steigen ist meine Annahme.

1. Wäre es Sinnvoll erst nach den amerikanischen Zwischenwahlen erst zu investieren, um anschließend Einschätzen zu können, wie stark die Demokraten
die Tech Giganten regulieren könnten, was Space x und somit auch Tesla schaden könnte?

2. Wie lautet die WKN von dem Bitcoin ETF, welches sie zuletzt empfohlen haben, wo nicht jeden Jahr 2% Gebühren entstehen und eine Steuer

Befreiung nach über einem Jahr besitzt?

3. Bewegt sich die Aktie von Coinbase grob in die Richtung vom Bitcoin, da Coinbase, wenn ich es Richtig in Erinnerung habe selber Bitcoin

besitzt?!

Vielen Dank im Voraus für die Beantwortung meiner Fragen und ihrer Einschätzung zu meinen obigen Gedanken.

Mit freundlichen Grüßen

Dennis aus Heinsberg

 Antwort:

Herzlichen Dank für das Lob.

Zu 1.: Ich bin mir nicht sicher, wie stark eine KI-Korrektur die finanziell schwachen Unternehmen ausradieren könnte, sicherlich werden einige von ihnen dann von den gut finanzierten Hyperscalern übernommen. Aber tendenziell stimme ich Ihnen absolut zu und deswegen scheiden seit vielen Monaten bereits Aktien von Unternehmen, die mehr investieren als sie selber aus dem Cashflow finanzieren können, für unser Heibel-Ticker Portfolio aus.

Die Zwischenwahlen werden meiner Ansicht nach heißer gekocht als gegessen. Inzwischen ist es allen klar, dass die Demokraten nach den Zwischenwahlen mehr zu sagen haben werden und die Trump-Administration hat bereits einige Entscheidungen beschleunigt durchgepeitscht, so dass eine Verlangsamung des Reformtempos am Aktienmarkt bereits eingepreist ist.

Zu 2.: Sie meinen das hier: Das Papier ist vollständig mit physischen Bitcoins hinterlegt, Verwahrstelle Zodia. Die Kosten konnten auf 0,05% gesenkt werden, was sich über eine längere Zeit deutlich positiv bemerkbar macht.

Bitwise Core Bitcoin ETP Index-Zertifikat
WKN: A4AER6 ISIN: DE000A4AER62
Jährliche Kosten: 0,05%

Zu 3.: Coinbase konzentriert sich auf die Infrastruktur des Kryptomarktes und geht damit über einen Börsenplatz hinaus. Neben Handelsgebühren verdient Coinbase an der Verwahrung von Kryptos, dem Staking (Quasi Kreditgeschäft auf Basis der Einlagen der Kunden), Stablecoins und Dienstleistungen für institutionelle Investoren. Coinbase profitiert damit nicht nur von spekulativen Kryptotransaktionen, sondern zunehmend auch von der institutionellen Nutzung der Blockchain.

Die Richtung der Kursbewegung mag der des Bitcoins ähneln, aber wenn ich die beiden Charts übereinanderlege, dann verliert Coinbase in schwachen Phasen mehr als der Bitcoin und legt in guten Phasen weniger zu als der Bitcoin. Für mich ist das nicht attraktiv.


 Frage vom 04.11.2026

#Hohe Rendite bei französischen Staatsanleihen

Hallo Herr Heibel,

danke, dass Sie uns auch mit Ihren Projekt "KI" auf dem Laufenden halten. Das finde ich sehr interessant.

Ich hätte eine Frage zum Thema Anleihen. Würde es aus Ihrer Sicht Sinn machen, eine Anleihe zu den derzeit niedrigen Kursen zu kaufen oder denken Sie, dass diese noch weiter fallen werden. Ich überlege mir gerade, ob ich eine Anleihe mit den relativ sicheren Renditen, als Beimischung ins Portfolio holen soll. Konkret hatte ich an eine französische Anleihe in EUR gedacht. Diese halte ich, trotz der Unruhen in Frankreich, nach wie vor als sichere Anlage.

Was denken Sie darüber?

Viele Grüße und herzlichen Dank! Winfried aus Kirchheim / Teck

 Antwort:

Ich kann Ihren Gedankengang gut nachvollziehen: Staaten werden stets von ihrer Gesellschaft aufgefangen. Und Frankreich als eines der beiden Kernländer der EU wird niemals pleite gehen, würde man denken. Doch es wäre nicht das erste Mal in der Geschichte, wenn ein größeres Land einen Schuldenschnitt vornehmen müsste. Ein Schuldenschnitt heißt, die Anleihen werden nicht zu 100%, sondern nur zu 100-x% zurückgezahlt und das x ist dann der Verlust der Anleiheanleger.

Wie wahrscheinlich ist das? Nun, gerade weil wir das für völlig unwahrscheinlich halten, bin ich an dieser Ecke besonders vorsichtig. Irgendwie hat sich bei mir in den vergangenen Jahrzehnten eingespielt, dass ich die Mehrheitsmeinung stets infrage stelle.

Und es gibt doch attraktive Alternativen: 10 Jahre laufende Unternehmensanleihen von Mercedes Benz bringen aktuell 4,4% (Mercedes-Benz Group AG Medium Term Notes v.17(37) Euro-Anleihe; WKN: A2GSCX ISIN: DE000A2GSCX1).

Wenn ich mir anschaue, wie die Menschen in Berlin wählen, dann sinkt mein Vertrauen in die Vernunft der Gesellschaft … egal ob in Berlin oder in Frankreich. Unsere Generation hat so etwas noch nie erlebt und daher ist so etwas für uns „unvorstellbar“… bis es eben passiert.


 Frage vom 04.11.2026

#Hormel Foods als Dividendenaktie

Sehr geehrter Herr Heibel,

mit näher-rückendem Pensionsantritt stelle ich mein Depot mehr auf Dividenden-Aktien um und bin auf Hormel-Foods gestoßen. Beim aktuellen Kurs und der gegebenen Dividenden-Historie schien mir das attraktiv und seit Kauf vor 14 Tagen (knapp vor dem Ex-Tag) bin ich 8% im Plus.

So weit so schön. Stichwort „aktueller Kurs“: wie kann eine solche Dividenden-Perle einen 4 Jahren fallenden Aktienkurs aufweisen? Ist das die Gegenreaktion für den (für einen Dosenfleisch-Erzeuger unüblichen) Höhenflug in den 8 Jahren davor? Oder habe ich etwas übersehen?

Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie da mal ein Auge drauf werfen könnten…

LG aus Wien !
Harald

 Antwort:

Eine beeindruckende Dividendenhistorie schützt nicht vor fallenden Aktienkursen. Bei Hormel kommen aus meiner Sicht zwei Dinge zusammen: eine früher sehr anspruchsvolle Bewertung und eine inzwischen deutlich schwächere Ertragskraft.

Zunächst ist Hormel weit mehr als ein Dosenfleischhersteller. Neben SPAM gehören beispielsweise Skippy-Erdnussbutter, Planters-Nüsse, Applegate und Jennie-O zum Konzern. Hinzu kommt das Geschäft mit Gastronomie und Großverbrauchern. Dieses Markenportfolio erklärt, weshalb Anleger Hormel lange einen erheblichen Qualitätsaufschlag zugestanden haben.

Zwischen 2014 und 2022 stieg der Jahresgewinn von rund 603 Mio. auf 1 Mrd. USD. Die Aktie stieg überproportional bis auf ein KGV von 30 im Frühjahr 2022. Für einen Lebensmittelkonzern setzt das viel Vertrauen in weiteres Wachstum voraus, doch das blieb aus.

Höhere Lebensmittelkosten im Einkauf, Probleme in China und schließlich die Vogelgrippe setzten dem Unternehmen zu. Der Gewinn brach bis 2025 um ein Drittel ein. Dennoch hob das Unternehmen seine Dividende stets weiter an, inzwischen 60 Jahren in Folge auf nunmehr 5,5% Dividendenrendite.

Die Auszahlungsquote liegt inzwischen bei 74%, der finanzielle Spielraum wird eng. Aus dem jüngsten Quartalsbericht geht hervor, dass der unbereinigte Gewinn inzwischen nicht einmal mehr die Quartalsdividende deckt. Die wichtige Frage lautet also: Wird Hormel das Ruder herumreißen können? Oder ist die Dividendenrendite nur aufgrund des gefallenen Kurses so hoch und könnte bald fallen?

Der Cashflow des Unternehmens ist weiterhin ordentlich, eine Dividendenkürzung fürchte ich also erst einmal nicht. Dennoch sehe ich noch keine Anzeichen dafür, dass das Unternehmen das Ruder erfolgreich herumreißt. Es ist eine Aktie mit hoher Dividende und der Chance auf eine operative Erholung. Allerdings wäre mir diese Situation zu ungewiss, um die Aktie als verlässlichen Baustein meiner Pension ins Depot zu holen.


 Frage vom 04.11.2026

#IT-Sicherheit, Alphabet-Casflow & KI-Modelle aus China

Hallo Herr Heibel,

ich würde gerne 3 Anmerkungen zur wie immer interessanten Ausgabe machen:

1. Bitte nicht vergessen, dass es erheblichen Aufwand (Zeit und Geld) bedeutet, die Lücken zu schließen (zu patchen). In vielen Fällen ist dies sogar garnicht möglich, wenn das entsprechende Gerät keine Update-Möglichkeit vorsieht!

Defacto steigt die Vulnerabilität also stetig an!

Im Fall von php2shell können Sie das hier sehen: https://php2shell.censys.com/
Knapp 2/3 der Services sind immer noch angreifbar!

2. zu den auch von Ihnen als negativ genannten Aspekten des Google-Quartalsberichtes
a) negativer Cashflow. Die paar Milliarden ... :-) nein ... im Ernst: Nach meinen Informationen hat Google ca. 265 Milliarden USD Liqiuiditätsreserve (Stichtag: 30. Sept. 2026)
Cash and cash equivalents: 56,334 Mrd. USD
Marketable securities: 208,764 Mrd. USD

Können Sie das bestätigen und heißt das nicht, dass Google es sich leisten kann oder sogar sollte?

b) Rückgang Werbegeschäft bei Suchanfragen durch mehr KI-Nutzung.
Wieso kann Google nicht bei der Nutzung der KI Werbung schalten und die Einnahmen so wieder erhöhen?
Ok, bei Google Services gibt es von Q2->Q3 2026 ein GEWINN-Minus von 387 Mio USD, dafür bei Google Cloud ein GEWINN-Plus von 2307 Mio USD. Das Cloud-Geschäft wächst rasant und das Altgeschäft ist weitestgehend stabil (auch im Umsatz).

c) Nutzung von "freien" Modellen, die stetig aufholen.
Diese "freien" Modelle müssen ja auch auf irgendeiner Hardware laufen. Ich weiß nicht, welches die höheren Kosten sind: Training der Modelle oder die Infrastruktur für die Nutzung der Kunden.

Außerdem: Bei den aktuell lächerlich niedrigen Nutzungsentgelten macht es keinen Sinn, nicht das allerbeste Modell zu verwenden. Ich habe (wie Sie ;-)) seit neuestem ein Entwickler-Team, das für mich arbeitet. Sagen wir 1-2 Personen für €100 IM MONAT. Ich spare also sagen wir einfach mal €10.000 im Monat. Wenn ich ein nur 10% schlechteres Modell nutze, sind es nur noch €9000. Nur um die Idee klar zu machen.

Viele Grüße und noch einen hoffentlich erholsamen Rest-Sonntag.
Oliver aus Dormagen

P.S.: Ich freue mich auf den Video-Call :-)

 Antwort:

Zu 1.: Der Wunsch ist, dass man jetzt mit den unbegrenzten Ressourcen an IT-Entwickleragenten die Software endlich fehlerfrei und ohne Angriffsflächen schreibt. Natürlich ist genau das ein Wettlauf mit den bösen Buben, aber in der Tendenz wird es immer aufwendiger, neue Schwachstellen zu finden, während die bestehenden Softwarelösungen immer sicherer werden.

Software und Geräte, die das nicht sicherstellen können, werden dann halt vom Markt verschwinden.

Zu 2.a): Ja, Google ist reich, aber Anleger wollen nicht den Reichtum für goldene Wasserhähne ausgeben, sondern bestehen auf einen zeitnahen Rückfluss. Und genau diesen misst man mit dem Verhältnis zwischen Investition und Cashflow.

Zu 2.b): Siehe Intel: Wenn das Altgeschäft wegbricht, wechselt auch die Aktionärsgemeinschaft und zwischenzeitlich kommt es meiner schmerzhaften Erfahrung nach stets zu heftigen Ausverkäufen :-( Egal, wie schnell das Neugeschäft wächst.

Zu 2.c): Die KI-Modellentwicklung wird immer spezieller, wenngleich die Rechenanforderungen weiter steigen. Doch das Massengeschäft wird das Inferencing und genau dort ist es - in der Masse - schon wichtig, wie teuer die IT-Entwickleragenten sind, auch wenn wir beide derzeit erst einmal begeistert von den neuen Möglichkeiten zu vernachlässigbarem Preis sind.


 Frage vom 04.11.2026

#Bitcoins von TradeRepublic oder über Relai an BitBox02 senden

Sehr geehrter Herr Heibel,

ich habe über die von Ihnen dankenswerter Weise bereitgestellten Links eine Bitbox-Wallet bestellt und auch eingerichtet.

Sodann wird in dem von Ihnen empfohlenen Video erklärt, dass man von seinem "Bitcoin-Depot" (o.ä.) z.B. bei Coinbase Bitcoin an die Bitbox-Wallet überweisen könne. Ich bitte um kurze Rückmeldung, ob es auch möglich ist (mit Videioanleitung?!), kurz formuliert, Geld zu überweisen und dieses umgewandelt in Bitcoin auf der Bitbox-Coldwallet abzulegen oder ob nur bereits gehaltene Bitcoin auf die Wallet übertragen werden können.

Ich habe ein Depot bei Traderepublic. Da dies jedoch ein Broker ist, ist fraglich, ob ggf. auch dort gekaufte Bitcoin auf die Bitbox-Coldwallet übertragen werden können. Ich möchte möglichst vermeiden, sämtliche Daten an einen weiteren Dienstleister (Coinbase) zu verteilen, ebenso wie den Einrichtungsaufwand.

Mit freundlichen Grüßen
Dirk aus Soest

 Antwort:

Ich habe die App Relai zum Kauf von Bitcoin empfohlen. Hier eine Anleitung, wie Sie bei der App ihre BitBox02 Adresse als direktes Ziel für die Bitcoins hinterlegen können:
https://www.youtube.com/watch?v=tX6VnRxIr2A

@TradeRepublic: Seit Einführung des neuen Crypto Wallets im November 2025 können Sie direkt aus dem Depot von Trade Republic senden: In der Trade-Republic-App unter „Crypto Wallet“ → „Transfer“ → „Senden“ Bitcoin auswählen und die Empfangsadresse Ihrer Cold Wallet eingeben.
Trade Republic berechnet keine eigene Auszahlungsgebühr, es fallen aber die Netzwerkgebühren der Bitcoin-Blockchain an.

Ich gebe zu: Man muss sich die Sachen an verschiedenen Stellen zusammensuchen. Wenn das Interesse in der Heibel-Ticker Gemeinde an meinem speziellen Weg groß ist, werde ich dafür aber mal ein eigenes Video erstellen. Ich freue mich über Ihre Rückmeldung.