Leserfragen (April 2021)


 Frage vom 30.04.2021

#Wacker Neuson profitiert von Infrastrukturprogrammen

Heute ist Freitag und Sie sind sicherlich schon fleißig am Schreiben der aktuellen Tickerausgabe.
Vielleicht finden Sie dennoch die Zeit meine Frage zu beantworten, ggf. mit aufzunehmen.
Inwieweit halten Sie Wacker Neuson für aussichtsreich vor den neuen amerikanischen Plänen ein nationales Infrastruktur (Infrastruktur, öffentliche Gebäude, Energieinfrastruktur...) aufzulegen?
Klingt umfassender als nur Corona-Hilfspaket.
Kommt da Wacker Neuson mit zu Zuge?
Ich freu mich auf Ihre Antwort.

Andreas, Grafschaft

 Antwort:

Ja, Wacker Nelson wird meiner Einschätzung nach stark von den Infrastrukturprogrammen profitieren, die derzeit weltweit aufgelegt werden - nicht nur in den USA. Mit einem KGV 2022e von 12 und einer Dividendenrendite von 3,4% ist das Wachstum von 10% p.a. in meinen Augen zu günstig bewertet - auch nach dem exorbitanten Kursanstieg der vergangenen Monate noch.


 Frage vom 30.04.2021

#Gold als Versicherung

Sehr geehrter Herr Heibel,
wie ist momentan ihre Einstellung zum Kauf von Goldbarren, denn die Südzucker
Anleihen kann ich nicht über meinen Broker erwerben und somit überlege ich nach
dem gefallenen Goldpreis dort für 11% des Gesamtdepots zu kaufen.
Ist Ihrer Meinung nach Gold günstig oder hoch bewertet?

LG Dennis aus Heinsberg

 Antwort:

Ich bin derzeit absoluter Gold-Fan. Der Bitcoin hat dem Gold das Wasser abgegraben, denn eigentlich hätte der Goldpreis vor dem Hintergrund der exorbitanten Geldmengenausweitung in den Himmel stürmen müssen. Das ist nicht geschehen. Sollte der Bitcoin nach 12 Jahren Existenz auf der Erde dem seit 5.000 Jahren als Tauschmittel bewährten Gold wirklich den Rang ablaufen, dann geschieht das nicht binnen weniger Jahre. Die aktuelle Benachteiligung des Goldes dürfte wellenförmig auch mal wieder ausgeglichen werden, und ich könnte mir gut vorstellen, das eine solche Welle gerade beginnt. Ja, ich halte es für einen guten Zeitpunkt, ein wenig Gold zu kaufen.


 Frage vom 30.04.2021

#Cameco liefert ESG-konformes Uran

Guten Abend Herr Heibel,
derzeit werden ja viele Themen offen an der Börse gespielt. Um ein Thema scheint man (in Deutschland) scheinbar einen großen Bogen zu machen.

Wie sehen Sie mittel bis langfristig den Uranmarkt? Die ESG Kriterien, wem es denn wichtig ist, und Uran sollen ja neuerdings nicht im Widerspruch zueinander zu stehen.
CCJ war ja schon mal ein Thema im HT, vielleicht etwas zu früh?

Liebe Grüße aus Thüringen, Stefan

 Antwort:

Ich persönlich bin ein großer Fan der Weiterentwicklung der Kernenergie. Ich verstehe nicht, warum wir dieses Feld anderen Industrienationen überlassen haben und gleichzeitig unsere Energieversorgung auf Kohle, Gas und übermäßig viele Windräder bauen. Kernenergie wäre mindestens die bessere Übergangsenergie zum Kohleausstieg gewesen, bis regenerative Energien in Deutschland ausreichend entwickelt sind. Doch der Zug ist nun abgefahren.

Im Rest der Welt sieht man das anders als in Deutschland. Dort ist Kernenergie ein wichtiger Bestandteil zum Erreichen der Ziele des Pariser Klimaabkommens. Kernkraftwerke werden weltweit gebaut, die Nachfrage nach Uran steigt und so steigt auch der Uranpreis. Cameco (CCJ) ist nach wie vor der weltweit führende Anbieter von Uran und hat mit Lieferverträgen von bis zu 10 Jahren Laufzeit ein sehr gut kalkulierbares Geschäftsmodell. Nach einem Kurssprung von über 100% die die Bewertung jedoch nicht mehr günstig.


 Frage vom 22.04.2021

#Bitcoin vs. Gold

Hallo Herr Heibel,

in Ihrem Ticker Nr. 11 kommen Sie zur Einschätzung, dass die langfristigen Zinsen vermutlich nicht steigen werden, weil die Notenbanken, bei uns die EZB, das verhindern wollen und es zu verhindern wissen – es geht um die „Beinlänge“.

In Ihrer Argumentation zum Goldpreis – in der Gegenreaktion steigend, dann eher fallend – gehen Sie aber von steigenden Zinsen am langen Zinsende aus. Ich will nicht fragen, was stimmt. Denn das weiß niemand. Sondern ich frage, welche Entwicklung halten Sie für die wahrscheinlichere. Die sollte dann auch die Wertentwicklung bei Gold bestimmen.

Eine 2. Frage hab ich noch: Gold vs. BitCoins. Ist das eine Modefrage? Sind das unterschiedliche Clientele mit unterschiedlichen Befindlichkeiten? Die Bitcoin Fans finden Gold trutschig? Aber die Bitcoin Menge ist gedeckelt, wenn ich das richtig verstanden habe, eine konkave Kurve. Gold zu schürfen wird zwar auch immer teurer, aber eine Oberfrenze ist erstmal nicht in Sicht. Wird sich der Bitcoin unter dieser Voraussetzung halten? Der Preis müsste ja exponentiell ansteigen. Eine Situation wie bei wertvollen Briefmarken, alten Meistern, alten Weinen / Champagnern … Dann sind wir aber in Liebhabermärkten.

Mit freundlichen Grüßen
Edgar aus Erbendorf

 Antwort:

Vielen Dank für Ihre guten Fragen. Die Entwicklung des Goldes in den vergangenen Monaten kann ich kaum erklären: Ich hätte eine viel bessere Performance des Goldes erwartet, aber vermutlich waren andere Anlageorte gerade attraktiver. Jetzt scheint Gold einen Boden gefunden zu haben, es geht aufwärts :-).

Ja, die begrenzte Menge, die derzeit Grund für den Erfolg des Bitcoins gegenüber allem Vermehrbaren ist, könnte irgendwann zum Problem werden. Das kennen wir aus den Zeiten der goldgedeckten Währungen auch schon in abgemilderter Form: Es fehlt die „Entwertung“ des Geldes, die Vermögende dazu bewegt, ihr Kapital zu investieren. Das wird spannend.


 Frage vom 22.04.2021

#Kauf von Goldbarren und -münzen

den Betrag habe ich soeben überwiesen - vielen Dank für Ihre umfangreichen und hilfreichen Recherchen und Bemühungen!!

Ich habe noch eine wahrscheinlich etwas blöde Frage: Wie und wo kann ich am besten/günstigsten GOLD kaufen!? Sie haben ja auch 'Goldbarren' im Portfolio und bis jetzt habe ich keinerlei Erfahrungen damit, auch mit der 'Aufbewahrung'.

Kauft man das GOLD wirklich? Sorry wegen meiner Unwissenheit!

Vielen Dank und schöne Grüße aus Berlin - Knut

 Antwort:

Bislang habe ich gute Erfahrung mit proaurum gemacht. Zuletzt war ich auch mit Heubach Edelmetalle zufrieden, die sind günstiger:

https://www.proaurum.de

https://www.heubach-edelmetalle.de

Beim Kauf von Münzen und Barren ist die Spanne zwischen An- und Verkauf relevant, um die Kosten abschätzen zu können. Je nach Betrag eignen sich meiner Meinung nach Münzen (Bspw. Krügerrand) von 1 Unze = 1.500 EUR, oder aber 100 gr. Barren zu ca. 4.900 EUR.

In Corona-Zeiten müssen Sie wohl die Transportkosten tragen. Ihnen wird dann das Paket nach Hause geliefert und nur an Sie persönlich gegen Unterschrift übergeben. Das Paket hat als Absender etwas völlig Unverfängliches, so dass Ihre Nachbarn nicht erkennen, was drin ist.

Je nach Ihren persönlichen Präferenzen können Sie das Gold dann im eigenen Tresor wegschließen, ein Bankschließfach mieten oder aber im Garten ein tiefes Loch graben.


 Frage vom 22.04.2021

#3 Aktien für Kinder auf 10-Jahressicht

Hallo Herr Heibel,

ich suche noch 3 Aktien für das Depot meiner Tochter (11).
Was würden Sie auf Sicht von 10 Jahren kaufen?

Mfg Daniel aus Bad Salzungen

 Antwort:

Wenn Sie mit Ihrer Tochter in den kommenden Jahren ab und zu mal über die Aktien sprechen wollen, würde ich Disney, Paypal und Nvidia nehmen.

Mag sein, dass Ihre Tochter aus der Märchenphase schon heraus wächst, aber Disneyland oder Eurodisney werden Sie auch in 10 Jahren noch begeistern.

Ich bin gespannt, wann meine Kinder (ähnliches Alter) mich bitten werden, ihnen ihr Taschengeld auf Paypal zu überweisen, weil das weniger kompliziert ist.

Okay, Nvidia ist nun nicht gerade eine Mädchenaktie, aber wenn sie irgendwann eine Ader für Graphiken entwickeln sollte, wird sie die Graphikkarten von Nvidia schätzen.

Alle drei Unternehmen sind in meinen Augen mega-innovativ, werden also auf lange Sicht immer neue Produkte hervorbringen, mit denen Standards neu gesetzt werden.


 Frage vom 22.04.2021

#Steuern auf Anlagen von vor 2009 / 2010

Sehr geehrter Herr Heibel!

Ich bin seit Jahren eifriger Abonnent Ihres Börsenbriefes und erfreue mich an Ihren profunden Analysen und zutreffenden Einschätzungen. Ich habe einige Werte Ihres Musterdepots auch aufgenommen.

Meine unübliche Situation besteht darin, dass ich fünf Aktien seit 2009 und 2010 in meinem Depot habe, die ich nur deshalb nicht verändern will, weil ich hier noch von der alten Regel des Österreichischen Steuersystems begünstigt bin in dem ich bei einem Verkauf den Gewinn, gegenüber von Neuanschaffungen nicht mit der nunmehr zu zahlenden KEST von 27,5% belastet werde.

Da diese fünf Aktien (Novo Nordisk, Andritz, Fuchs Petrolub, Nestle und Becton Dickinsoin) in meinem Depot 2/3 des Volumens ausmachen, hindert es mich doch daran Anpassungen vorzunehmen und so kommt es, dass ich im Pharmabereich überdimensional engagiert bin ( 40%). Da ich mit diesen Aktien seit damals immerhin 169 % Gewinn verbuchen kann, fällt es mir schwer, mich davon zu trennen.

Würden Sie eine der Aktien trotzdem verkleinern oder gar total verkaufen?

Für Ihre Beurteilung danke ich Ihnen im Voraus

Mit freundlichen Grüßen

Herbert aus Baden

 Antwort:

Für das Thema Steuern gilt: Seien Sie froh, wenn Sie Gewinne haben, auf die Sie Steuern zahlen müssen, und achten Sie darauf, dass die Buchgewinne nicht zu realen Verlusten werden, denn dann ist das Thema Steuern egal. Es mag schwer fallen, doch für Ihre Anlageentscheidungen hilft es, wenn Sie sich darüber freuen, Steuern zu zahlen. Denn das bedeutet, dass Sie gut angelegt haben.

Wir haben hier in Deutschland für Anlagen, die vor 2009 eingegangen wurden, noch Steuerfreiheit und ich weiß, wie schwer man sich von diesen alten Positionen trennt. Doch Klumpenrisiken im Portfolio sind gefährlicher als eventuelle Steuern auf Gewinne.


 Frage vom 16.04.2021

#Churchill IV Lucid

Hallo Herr Heibel,

Ja, das muss ich auch gerade erleben. Jetzt habe ich Churchill IV im Depot und mit ueber 20 % im minus.
Waere jetzt ein Nachkauf angeraten oder den Schlussstrich setzen und verkaufen? Oder der Mittelweg und aussitzen?

Beste Gruesse

Joerg aus Thailand

 Antwort:

Churchill IV Lucid hatte ich tatsächlich aus den Augen verloren, nachdem Flatex mir den Kauf vorübergehend nicht gestattete - ich berichtete. Inzwischen ist die Aktie deutlich zurückgekommen. Dafür gibt es zwei Gründe:

Zum einen wurde die Spekulation zur Gewissheit und es starteten Gewinnmitnahmen. Zum Zweiten wurde die Luft aus dem Markt der Elektromobilität gelassen.

zu 1.: Churchill IV ist ein Special Purpose Acquisition Vehicle, ein spezielles Vehikel für eine Übernahme. Das Papier wurde an der Börse zugelassen und zu 10 USD notiert, ohne einen eigenen Geschäftsbetrieb zu haben. Dann verkündete man, man wolle mit dem Geld, das man für Gründung des SPACs Churchill IV eingesammelt hatte, das private Unternehmen Lucid Motors kaufen.

Die Aktie von Churchill IV schoss nach oben. Zwischenzeitlich wurden 65 USD erreicht (Mitte Februar).

Ich habe mir Lucid Motors angeschaut: Das Unternehmen hat sich auf Luxusautos spezialisiert. Was bei Tesla, selbst beim Model S, von der Stange kommt, liefert Lucid mit edlen Materialien und High-End Komponenten, die selbst Tesla Konkurrenz machen. Wer also künftig mit seinem Auto angeben möchte, der kauft sich einen Lucid und nicht ein Model S.

Aber auch die Performance-Zahlen sind herausragend: Bei Reichweite und insbesondere Ladegeschwindigkeit gehört Lucid zu den Marktführern. Wenn das Auto schon in der Serienfertigung wäre, würde ich die 65 USD gut heißen.

Doch der Weg zur Serienfertigung ist steinig und so folgte der anfänglichen Euphorie in dieser Aktie die Ernüchterung. Nachdem Lucid äußerte, der Übernahme positiv gegenüber zu stehen, kamen erste Gewinnmitnahmen und seither kennt die Aktie nur noch eine Richtung: gen Süden.

Auf dem Niveau von 25 USD hielt ich die Bewertung für vertretbar. Doch nun sind SPACs unbeliebt geworden. Immer mehr SPACs kamen an die Börse, immer mehr Elektro-Ideen wurden finanziert und auch die Brennstoffzelle trat in Konkurrenz zur Elektromobilität (zumindest auf dem Börsenparkett).

So ist die Aktie inzwischen auf 20 USD verkauft worden.

Nun liegt es an Ihrer persönlichen Risikoneigung: Es war als Spekulation gedacht, und die müsste nun mit Verlust aufgelöst werden.

Grundsätzlich bin ich weiter von dem Konzept von Lucid überzeugt und kann mir gut vorstellen, dass sich die Aktie wieder erholt. Zeithorizont? Monate bis Jahre. Wer die Aktie also liegen lassen möchte, kann dies auch tun. Eine Aufnahme ins Heibel-Ticker Portfolio halte ich zu diesem Zeitpunkt für nicht angebracht, vielleicht nach dem Sommer :-).


 Frage vom 08.04.2021

#Anarchie oder Regulierungsbedarf

Hallo Herr Heibel,

Vielen Dank für die Ausführungen zu den Bitcoin-Plattformen.
Ich habe seit mehreren Jahren einen Account bei Bitcoin.de in Verbindung mit einem Konto bei der Fidorbank.

Die Coins lasse ich bei Bitcoin.de liegen, allerdings mit gemischten Gefühlen. Hauptsächlich wg. Dem Spruch "not your Keys not your Coins" oder so ähnlich. Aber das Gedöns mit Wallets und Keys will ich eben auch nicht. Ich traue mir da auch selber nicht, zumindest beim Erbfall sind die Coins weg. Da kann doch keiner damit umgehen.
Da müsste die Einlagensicherung oder was ähnliches greifen wenn die Plattform gehackt wird.

Da wäre Regulierungsbedarf.

Viele Grüße aus Stuttgart, Rainer

 Antwort:

Bitcoin.de werde ich demnächst ebenfalls noch näher anschauen.

Not your keys, not your coins: Tja, das ist ja eben der Vorteil, den die Bitcoin-Fans in der Währung sehen. Da kann kein anderer drauf zugreifen. Wenn Sie einen nennenswerten Betrag vererben, wird sich schon jemand auftreiben lassen, der mit den Keys umgehen kann.

Regulierung: Ja, das wird so kommen. Staaten werden versuchen, Zugriff auf das Bitcoin-Netzwerk zu erlangen. Wie genau und ob das dann zum Vorteil des Bitcoins ist, werden wir sehen. Aber Sie sprechen damit ein sensibles Thema an: Viele sehen im Bitcoin einen Weg, sich dem Staat zu entziehen. Das kann natürlich langfristig nicht toleriert werden. Doch wie begegnet man diesem Problem?

Ich denke, zu diesem Thema werde ich mir mal jemanden einladen, der da tiefer im Thema ist.


 Frage vom 08.04.2021

#Hardware Wallet oder BTCetc

Hallo Herr Heibel,

Ihre Ausfuehrungen zum Bitcoin waren sehr information und hilfreich. Ich habe dazu mal eine grundsaetzliche Frage und bitte um Ihre Meinung dazu.

Bitcoin:
Ich habe seit ca. 4 Jahren bei bitcoin.de (futurum Bank) ein Wallet. Mittlerweile wurden dort verschiedene andere Varianten abgetrennt wie BTG (bitcoin gold) BCH (bitcoin cash) und BSV (bitcoin SV). Wahrscheinlich ist es besser und uebersichtlicher, diese kleinen Werte zu verkaufen und nur den Bitcoin zu behalten? Oder ?

Meine Hauptfrage ist allerdings folgende:
Ich habe nicht vor, mit Bitcoins irgendetwas zu kaufen und zu bezahlen. Es dient nur der Geldanlage. Sollte es daher nicht sinnvoller sein, anstatt ein Wallet zu haben, lieber nur in den ETC zu investieren? Die Abwicklung ist doch wesentlich einfacher. Oder gibt es irgendwelche Argumente dagegen, die ich nicht sehe? Fuer mich ist es auch wichtig, im Falle dass mir was passiert, meine Nachkommen problemlos damit umgehen koennen.

Der Kauf ueber Consors war problemlos moeglich, jedoch nicht ueber CapTrader.

Danke und beste Gruesse, Joerg aus Thailand

 Antwort:

Ich habe mich frühzeitig auf den Bitcoin beschränkt. Derzeit gibt es schon tausende Kryptowährungen aber wenn ich das richtig verstehe, sind maximal eine Handvoll davon sinnvoll - bspw. Ethereum. Doch selbst gegenüber der Handvoll alternativer Kryptos hat Bitcoin weiterhin Vorteile: Die Obergrenze von 21 Mio. Stück, die nicht überschritten werden kann, sowie viele open source Möglichkeiten, sich unabhängig zu machen.

Also ja: Ich würde die anderen Kryptos verkaufen.

Bitcoin dient nur der Geldanlage. Als Zahlungsmittel ist Bitcoin ungeeignet, viel zu langsam. Der Vorteil des Bitcoins ist meiner Ansicht nach der, dass Sie tatsächlich im Falle eines Falles Herr über Ihr Wallet bleiben. Demnächst werde ich noch ein Hardware Wallet vorstellen, mit dem Sie dann noch einen weiteren Schritt in Richtung Unabhängigkeit von anderen Anbietern gehen können.

Bei dem BTCetc ist das nicht der Fall, da sind Sie abhängig von dem Anbieter des Papiers. Sie können sich Ihre Bitcoins ausliefern lassen, aber solange Sie dies nicht tun, unterliegt Ihr dort gehaltenes Bitcoin-Vermögen der Insolvenzgefahr des Emittenten ETC Securities.

Wenn Ihnen als Gold-Komponenten im Depot das Xetra-Gold ausreicht, dann reicht Ihnen auch der BTCetc. Wenn Sie jedoch gerne Gold im Schließfach aufbewahren, oder im heimischen Tresor, dann ist das Äquivalent dazu ein Hardware Wallet.


 Frage vom 08.04.2021

#Bitwala Ertragskonto

Hallo Herr Heibel,

hocninteressant, die heutige Ausgabe. Auch und besonders die politische Betrachtung und der Bitcoin.

DAs ist so der Übergang zu meiner Frage / Anmerkung: ich habe mir mal Bitwala angesehen und bin auf deren Webseite auf folgenden Link gestoßen: https://www.bitwala.com/img/risikohinweise-krypto-ertragskonto.pdf

Darin enthalten:
2. Insolvenz von Celsius Network Die Anleger tragen vollständig das Risiko der Insolvenz von Celsius Network. Alleiniger Schuldner der Ansprüche der Anleger auf die vereinbarten Erträge sowie die Rückzahlung der eingesetzten Menge von Kryptowährungen ist Celsius Network. Ob Celsius Network zukünftig die fälligen Ansprüche der Anleger wird bedienen können, hängt allein vom Erfolg ihrer Geschäftstätigkeit ab. Eine Zahlungsunfähigkeit (z.B. im Falle der Insolvenz) von Celsius Network bedeutet für den Anleger ein Totalverlust seiner Investition sowie ggf. der bereits verdienten noch nicht ausgezahlten Erträge

Ehrlich gesagt, verstehe ich den Unterschied zu den anderen von Ihnen angesehenen Brokern nicht. Vertrauenserweckend hört sich das für mich auch nicht an. Was übersehe ich?

Danke und viele Grüße

Thomas aus Nürnberg

 Antwort:

Prima, jetzt geht’s ans Eingemachte :-).

Den Risikohinweis von Bitwala habe ich mir auch durchgelesen, er bezieht sich jedoch ausschließlich auf das „Ertragskonto". Sie haben bei Bitwala die Möglichkeit, Ihre Bitcoins in Ihrem eigenen Wallet zu halten, oder aber Sie können die Bitcoins freigeben, an Celsius übertragen und von denen dafür Zinsen erhalten (derzeit ca. 4% p.a.). Celsius vergibt dann wiederum Kredite mit den Bitcoins, die es zur Verfügung hat. Diese Bitcoins liegen dann also nicht mehr in Ihrem Wallet.

Ich hatte überlegt, ob ich diese attraktive Möglichkeit der 4% Ihnen vorstellen soll, doch ich habe mich dagegen entschieden. Das Risiko ist mir hier zu groß: Die Bitcoins werden dann von Tradern genutzt, die gehebelt spekulieren. Ein Haus wie Celsius Network kann da schneller in Zahlungsschwierigkeiten geraten, als Sie reagieren können. Am Beispiel der WallStreetBets mit Gamestop haben wir gesehen, dass RobinHood über Nacht mehrere Milliarden USD beschaffen musste. Die starken Kursschwankungen des Bitcoins könnten auch Celsius Network schnell in Nöte bringen.

Daher nein, wir verleihen unsere Bitcoins nicht und verzichten lieber auf die 4%. Wenn Sie Ihre Bitcoins im Wallet von Bitwala halten, betrifft Sie der von Ihnen verlinkte Risikohinweis nicht.


 Frage vom 08.04.2021

#Besteuerung beim BTCetc

Hallo Herr Heibel,

danke für den Überblick über Bitcoin Investmentmöglichkeiten.
Bei den wikifolios denke ich, dass die Performance nicht so erreicht wird, weil es dort diese Performancegebühr gibt, die im Kurs direkt abgezogen wird. Außerdem sieht man im Reiter "Trades", dass häufiger aktiv ge- und verkauft wird.

Ansonsten hat mich der Steuerhinweis auf das ETC Issuance Zertifikat etwas ratlos zurückgelassen: Wenn die Steuerfreiheit nur bei Auszahlung in Bitcoin geschieht, dann zahle ich doch wieder Steuern sobald ich diese aus meiner Wallet wieder in Geld wandel? Oder gilt das nur für die Gewinne ab dann?

Welche Kryptowallet empfehlen Sie da und wie teile ich dem Emittent und der Bank mit, wohin die Auslieferung geschehen soll? Ich selbst bin bei Bitcoin.de, habe aber hohe laufende Kosten bei der Fidor Bank. Mit deren Hilfe funktioniert erst der schnelle Währungstransfer.

Danke schon einmal! Peter

 Antwort:

Die Steuerfreiheit wird dann gewährt, wenn die Auszahlung „möglich“ ist. Das heißt nicht, dass Sie sich die Bitcoins auszahlen / zusenden lassen müssen. Es geht bei der entsprechenden Zulassung weniger um Ihr Verhalten, als vielmehr um die Ausgestaltung des Finanzprodukts. Für Sie ist dann, wenn die Steuerfreiheit gewährt wird, nur wichtig, dass Sie Ihre Position länger als 12 Monate gehalten haben.

Wie gesagt: Aufgrund der ähnlichen Struktur zum Xetra Gold sollte der BTCetc meines Erachtens steuerfrei sein. Doch bislang gibt es keine entsprechende Entscheidung.

Bei Bitwala haben Sie ein eigenes Kryptowallet, eine Gebühr wird dort nicht erhoben. Als Nächstes werde ich noch ein Hardware Wallet vorstellen.


 Frage vom 08.04.2021

#Heibel-Ticker Börseneinfluss

Hallo Herr Heibel,

Sie hatten kürzlich das Thema Bitcoin aufgegriffen.

Um die Hebel-Wirkung Ihrer Empfehlungen zu verstehen, wäre es mal interessant Kenntnis über die Anzahl der Abonnenten zu erhalten. Vielleicht können Sie ja mal die Größenordnung benennen ;-)

Mit freundlichen Grüssen
Bernd aus Mainz

 Antwort:

Es gibt 20.000 Leser im kostenfreien Heibel-Ticker Standard und eine kleine vierstellige Zahl an zahlenden Kunden. Ich lege sehr viel Wert darauf, die Kurse nicht zu bewegen und habe diesbezüglich eigene Compliance-Regeln beim BaFin hinterlegt. Bspw. empfehle ich keine Aktien, die nicht mindestens 100 Mio. Euro Marktkapitalisierung auf die Waage bringen. Der Bitcoin dürfte knapp drüber liegen ;-).