| Antwort: Churchill IV Lucid hatte ich tatsächlich aus den Augen verloren, nachdem Flatex mir den Kauf vorübergehend nicht gestattete - ich berichtete. Inzwischen ist die Aktie deutlich zurückgekommen. Dafür gibt es zwei Gründe:
Zum einen wurde die Spekulation zur Gewissheit und es starteten Gewinnmitnahmen. Zum Zweiten wurde die Luft aus dem Markt der Elektromobilität gelassen.
zu 1.: Churchill IV ist ein Special Purpose Acquisition Vehicle, ein spezielles Vehikel für eine Übernahme. Das Papier wurde an der Börse zugelassen und zu 10 USD notiert, ohne einen eigenen Geschäftsbetrieb zu haben. Dann verkündete man, man wolle mit dem Geld, das man für Gründung des SPACs Churchill IV eingesammelt hatte, das private Unternehmen Lucid Motors kaufen.
Die Aktie von Churchill IV schoss nach oben. Zwischenzeitlich wurden 65 USD erreicht (Mitte Februar).
Ich habe mir Lucid Motors angeschaut: Das Unternehmen hat sich auf Luxusautos spezialisiert. Was bei Tesla, selbst beim Model S, von der Stange kommt, liefert Lucid mit edlen Materialien und High-End Komponenten, die selbst Tesla Konkurrenz machen. Wer also künftig mit seinem Auto angeben möchte, der kauft sich einen Lucid und nicht ein Model S.
Aber auch die Performance-Zahlen sind herausragend: Bei Reichweite und insbesondere Ladegeschwindigkeit gehört Lucid zu den Marktführern. Wenn das Auto schon in der Serienfertigung wäre, würde ich die 65 USD gut heißen.
Doch der Weg zur Serienfertigung ist steinig und so folgte der anfänglichen Euphorie in dieser Aktie die Ernüchterung. Nachdem Lucid äußerte, der Übernahme positiv gegenüber zu stehen, kamen erste Gewinnmitnahmen und seither kennt die Aktie nur noch eine Richtung: gen Süden.
Auf dem Niveau von 25 USD hielt ich die Bewertung für vertretbar. Doch nun sind SPACs unbeliebt geworden. Immer mehr SPACs kamen an die Börse, immer mehr Elektro-Ideen wurden finanziert und auch die Brennstoffzelle trat in Konkurrenz zur Elektromobilität (zumindest auf dem Börsenparkett).
So ist die Aktie inzwischen auf 20 USD verkauft worden.
Nun liegt es an Ihrer persönlichen Risikoneigung: Es war als Spekulation gedacht, und die müsste nun mit Verlust aufgelöst werden.
Grundsätzlich bin ich weiter von dem Konzept von Lucid überzeugt und kann mir gut vorstellen, dass sich die Aktie wieder erholt. Zeithorizont? Monate bis Jahre. Wer die Aktie also liegen lassen möchte, kann dies auch tun. Eine Aufnahme ins Heibel-Ticker Portfolio halte ich zu diesem Zeitpunkt für nicht angebracht, vielleicht nach dem Sommer :-). |