Leserfragen (Mai 2021)


 Frage vom 28.05.2021

#Turnaround bei Intel

Sehr geehrter Herr Heibel
Ihren Börsenbrief lese ich jede Woche, wenn ich auch meistens nicht Ihre Aktien im Depot habe. Ihre Übersicht über das Börsengeschehen aber ist sehr erfrischend und hebt sich wohltuend von anderen Informationsquellen ab.

Seit meiner Pensionierung vor 1 Jahr habe ich diverse Börsenbriefe z.T. testweise für 1 Jahr abonniert und
mache neu nach Anleitung allerdings mit nur ca 1/30 des Vermögens Optionen bei MEINTRADE.CH. Hier mehr Put Absicherungen durch ETF Europa/USA als empfohlen. Leider bieten diese Trader keinen verwertbaren Steuerauszug für Dividendenwerte.

Allgemein habe ich mich von viel Tech - Werten getrennt oder sie reduziert und habe ca 50% in Rohstoffwerten, v.a. Gold und Silber, mit entsprechenden Aktien und ETF , angelegt. Als Mediziner Dr. med. bin ich natürlich auch in Biotech und Pharmafirmen investiert.
Frage: Was halten Sie von Intel. Habe kleine Position gekauft und glaube an einen Turnaround innert 2-3 Jahren.

Mit freundlichen Grüssen

Hans Rudolf aus Aarau, Schweiz

 Antwort:

Vielen Dank für Ihr Schreiben. Intel hat einen hervorragenden Turnaround-Manager bekommen (Pat Gelsinger), dem ich es durchaus zutraue, den Tanker wieder auf Kurs zu bringen. Aber er hat Nvidia und AMD als Gegner im Ring, und die sind beide hervorragend aufgestellt. Es ist also weniger eine Frage von Intel, als vielmehr eine Frage des Gegners. Es ist spät, vielleicht zu spät, für Intel?

Wenn es gelingt, winken große Kursgewinne, wie bei jedem Turnaround. Doch das Risiko sehe ich ebenfalls als groß an. Lieber den Spatz in der Hand, Nvidia und AMD, als die Taube auf dem Dach, Intel, wäre meine Präferenz.


 Frage vom 28.05.2021

#Inflation könnte belasten, BioNTech günstig bewertet

Sehr geehrter Herr Heibel,

Zwei kurze Fragen:

Nach derzeitigem Stand ist davon auszugehen, dass die Teuerungsrate für den Monat Mai deutlich höher ausfallen wird als für den April. Dies müsste zu kurzfristigen Verwerfung am Markt führen - demnach sollte man diesen Moment abwarten um Aktien zu kaufen … ?

Biontech hat vor kurzem die Zahlen zum Q1 bekanntgegeben. Dies führt bzw. würde zu einem KGV von ca. 6 führen. Dies ist eine sehr günstige Bewertung und die abgeschlossenen Verträge mit der EU bedeuten für die Jahre 2022/23 gute Erträge und Geld für die Forschung. Demnach ist der jetzige Kurs 160€ günstig. Mache ich hier einen Gedankenfehler ?

Vielen Dank im Voraus
Frank aus Schleswig- Holstein

 Antwort:

Inflation: Nein, die (irrelevanten) Notenbanken haben bereits die Diskussion über Gespräche über mögliche Argumente über eine Reduzierung der Geldflutung in der fernen, sehr fernen Zukunft, in die Wege geleitet. Ich denke, Verwerfungen werden sich in Grenzen (14.800 - 15.500 im DAX) halten.

Nein, ich kann da keinen Gedankenfehler entdecken :-).


 Frage vom 28.05.2021

#Kursziel für CureVac

Hallo Herr Heibel,
nun bin ich „zum Schnuppern“ mal bei Ihnen gelandet. Börsenbrief gefällt erstmal soweit. Selbst bin ich (64 J.) an spekulativen Trades interessiert. Ein Werte- und Dividende-Depot habe ich schon und insgesamt ist unsere Vermögensplanung abgeschlossen. Es ist also das bekannte „Spielegeld“ als Spaßfaktor in der Corona-Zeit für zu Hause. Schmunzeln musste ich, dass Sie Curevac drin haben; die habe ich ebenfalls drin und spekuliere wie Sie auf die entsprechende Entwicklung. Da würde mich interessieren, auf welche Kurse Sie bei Curevac letztlich spekulieren? Diese Frage aber nur am Rande. Zu Ihrem Börsenbrief habe ich eine Frage zur Tabelle – die letzte Spalte mit C 19 als Text darüber, darunter „+“, „-„ und „0“. Da konnte ich mir keinen Reim drauf machen. Was bedeutet es?

Viele Grüße und ebenso schöne ruhige Pfingsttage

Helmut aus Braunschweig

 Antwort:

Ich könnte mir tatsächlich vorstellen, dass die mRNA-Technologie die Vorsorgemöglichkeiten in der Medizin revolutioniert. Damit haben wir möglicherweise einen künftigen Pharmakonzern vor uns. Anders lässt sich die heutige Bewertung (KUV = 300) nicht rechtfertigen.

Doch schon für das laufende Jahr könnte das KUVe auf 11 fallen, für 2022 sind wir dann schon bei einem Wert von 4. Wohin die Reise gehen kann? Keine Ahnung, derzeit ist erst einmal spannend, ob die Zulassung tatsächlich kommt (= Kurssprung), oder nicht (= Einbruch). Danach können wir dann vielleicht Zahlen würfeln und potentielle Entwicklungen bewerten.

Die Spalte C19 habe ich für Covid_19 eingefügt. Das Plus soll kennzeichnen, dass Corona eher positiv für das Geschäft des Unternehmens ist (Spotify), ein Minus zeigt die Corona-Verlierer (bspw. TUI) und die Null kennzeichnet die Unternehmen, die das kaum berührt.


 Frage vom 21.05.2021

#Splunk deutlich zurück gekommen

Hallo Herr Heibel,

Kurze Frage: Sie/wir hatten ja 2019 mal Splunk im Portfolio. Aktuell ist die Aktie stark vom ATH zurückgekommen.
Haben Sie sich kürzlich mal wieder mit Splunk beschäftigt und würden Sie zu einem Kauf raten?

Viele Grüße,
Alexander aus dem Saarland

 Antwort:

Das Bessere ist der Feind des Guten: Inzwischen gibt es AI-Unternehmen wie Sand am Meer und Splunk ist exorbitant hoch bewertet. Ich würde erst einmal die Zinsentwicklung abwarten (siehe heutiger Heibel-Ticker), bevor ich Aktien mit so hoher Bewertung ins Portfolio hole.


 Frage vom 21.05.2021

#Rio Tinto und ArcelorMittal profitieren von Rohstoffrallye

Sehr geehrter Herr Heibel,

Habe mir vor dem Hintergrund der aktuellen Rohstoffpreisentwicklungen und Ihres jüngsten Tickers einmal einige entsprechende Aktien angeschaut und bin bei Arcelor Mittal und Rio Tinto hängen geblieben.

Arcelor Mittal ist nicht nur in der westlichen Welt einer der größten Stahlkocher sondern hat sich auch rechtzeitig eine solide eigene Rohstoffbasis (Eisenerzminen) gesichert. Damit ist man unabhängiger als andere von steigenden Rohstoffpreisen und kann besser von steigenden Stahlpreisen profitieren. Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen hochgelegenen in China dürfte AM weitere Marktanteile gewinnen.

Rio Tinto ist nicht nur stark im Eisenerz und Kupfer vertreten. Die Abenteuer im Aluminium vor einigen Jahren sind verarbeitet, scheinen sich aber nach wie vor in einer moderaten Unternehmensbewertung ggü. Peers (BHP, Freeport, Glencore, Antofagasta M,...) widerzuspiegeln.

Bei beiden Firmen stimmt das KGV, die PEG ist wegen der niedrigen Gewinne/Verluste vom Vorjahr kaum aussagefähig, die erwartet Dividendenrendite bei RT sehr interessant. Bin beruflich seit Jahrzehnten im Rohstoffsektor unterwegs, habe selbst viele Minen befahren und interessiere mich natürlich besonders für diesen Sektor. Was halten Sie von beiden Aktien?

Vielen Dank im Voraus

Holger aus Leipzig

 Antwort:

Rio Tinto hängt meines Erachtens stark an der Preisentwicklung der Rohstoffe. Da die Rohstoffrallye nicht ewig anhalten wird, gehen Analysten schon wieder von schwereren Zweiten für 2022 aus. Das gefällt mir nicht.

Arcelor Mittal hingegen gefällt mir sehr gut: Das Unternehmen ist auch nach der Kursverdreifachung noch günstig bewertet: 46 Mrd. EUR Jahresumsatz werden mit 27 Mrd. EUR Marktkapitalisierung bewertet. Das KGV 2022e steht bei 9, aber auch für ArcelorMittal wird ein negativer Einfluss seitens der Rohstoffe im Jahr 2022 befürchtet.

Es ist die Frage, ob die Preissteigerungen „transitory“ sind, wie es die Notenbanken ausdrücken: vorübergehend. Am Markt ist man der Meinung, dass dies nicht stimmt, daher werden die Rohstoffaktien hoch gejubelt. Ich würde noch ein wenig abwarten, wie sich das weiter entwickelt, bevor ich mir eine Meinung bilde.


 Frage vom 14.05.2021

#Glück oder Können an der Börse

Sehr geehrter Herr Heibel,

danke für Ihre Antwort. Ich selbst komme aus der Automobilindustrie und arbeite seit vielen Jahren als Managementberater für Daimler, Lamborghini, Porsche etc. Deshalb fühle ich mich bei den klassischen Industrieaktien sehr wohl und bin geduldig. Ich habe in den letzten Jahren so gut wie nichts investiert, ausser in ein paar Oldtimer, deren Werte prächtig steigen. Deshalb hatte ich eine volle Kasse und konnte im letzten Frühjahr sehr günstig einkaufen. Bei fast allen Positionen gelangen mir Zuwächse von > 50%.

Vorgestern habe ich mich dann dazu entschieden, von allen Werten den Gewinn mitzunehmen und die Werte zu ihrem damaligen Einkaufspreis stehen zu lassen. Ich verspreche mir nun davon, dass ich bei fallenden Kursen günstiger nachkaufen kann und falls die Werte steigen, ich immer noch investiert bin. Von einem Teil des aktuellen Gewinns, werde ich mir wieder einen Old- oder Youngtimer kaufen - so habe ich neben der monetären auch eine geistig, emotionale Rendite ;)

Mit Ihrer jahrelangen Erfahrung und vermutlich unzähligen beantworteten Leserbriefen, möchte ich Sie höflich fragen, ob ich da einfach nur Glück gehabt habe, Sie eine Gefahr sehen oder ich mit dieser Haltung ‚weiterarbeiten' sollte.

Herzliche Grüße,
Hansjörg aus München

 Antwort:

Wer die Nerven hatte, im Coronacrash einzusteigen, der braucht dafür nicht das Glück verantwortlich zu machen: Mit Geduld und Disziplin lassen sich die besten Börsengewinne erzielen. Herzlichen Glückwunsch. Ich rede mir häufig den Mund fusselig, um Anleger davon zu überzeugen, ausreichend Bargeld zu halten, damit genau solche Gelegenheiten wie der Coronacrash genutzt werden können.

Und genauso klug ist es, Teilgewinne mitzunehmen, wenn eine Rallye augenscheinlich erst einmal neue Kraft tanken muss. Ich gehe davon aus, dass wir bis Mitte/ Ende 2022 noch deutlich höhere Kurse sehen werden. Aber natürlich kann ich mich irren. Wenn Sie ähnlich denken, tragen Sie genau diesem Umstand Rechnung, indem Sie einen Teil verkauft haben.

Besser noch: In Zeiten des Börsencrashs suchen viele Anleger nach börsenunabhängigen Anlagemöglichkeiten: Oldtimer zum Beispiel. Sie könnten also im nächsten Crash einen Oldtimer verkaufen und das Geld dann wieder an der Börse einsetzen … natürlich nur, wenn Sie sich von einem Oldtimer trennen wollen.

Oder, wenn Sie es anders formuliert wissen möchten: Man braucht natürlich auch ein wenig Glück an der Börse. Aber wichtiger noch: Man muss dem Glück auch eine Chance geben! Und genau das haben Sie sehr gut gemacht :-)


 Frage vom 14.05.2021

#Rohstoff-Superzyklus für unser Portfolio nutzen

Sehr geehrter Herr Heibel,

erstmal vielen Dank für die Einführung des neuen Angebots der Video-Chats. Das ist für mich ein echter Mehrwert.
(Und ich würde mich auch nicht wehren, wenn dieser Service mal mit einem kleinen zusätzlichen Obulus angeboten wird, wie der SMS-Dienst ...)

Danke auch für Ihre intensive Arbeit am Ticker. Sie haben hier ein einmaliges Angebot (auch vom Preis-Leistungs-Verhältnis aus) aufgebaut, das sich als Basis meiner persönlichen Anlageentscheidungen nicht missen möchte. Da ich seit wenigen Wochen Rentner bin, habe ich die Beschäftigung mit der Börse zu meinem "Teilzeit-Job" gemacht und "stemme" dadurch auch eine größere Aktienanzahl.

Hier noch eine Frage - ich stelle mich gern in der Warteschlange an - wenn auch ohne Mundschutz ;-)

Im aktuellen Ticker (7.5.) verweisen Sie an mehreren Stellen auf die (stark?) steigenden Rohstoffpreise.
Wäre es nicht angebracht, einen der großen Player, wie Alcoa, Rio Tinto, BHP Group oder Glencore in das Heibel-Depot aufzunehmen.
Der Aktionär schreibt beispielsweise am 28.4. von einem neuen Rohstoff-Superzyklus ...

Was halten Sie davon?

Beste Grüße aus Dresden
Wolfgang

 Antwort:

Vielen Dank für das Lob :-). Die Video-Chats machen auch mir großen Spaß. Wichtiger als ein kleiner Obolus ist die Verbreitung, denn nur mit entsprechender Reichweite bekommen wir interessante Gesprächspartner.

Ja, eine Rohstoffaktie gehört in unser Depot, da haben Sie Recht. Bislang habe ich mich auf den Goldmarkt beschränkt, für die Zukunft halte ich Industriemetalle sowie Lebensmittel für interessant. Allerdings sind Rohstoffpreise und deren Aktien aktuell schon stark angestiegen und ich denke, wir werden im Verlauf des Sommers noch bessere Einstiegschancen bekommen.


 Frage vom 13.05.2021

#Wasserstoffaktien ausgebombt

Hallo Herr Heibel.

Gibt’s einen richtigen Grund warum die Wasserstoffaktien so ausgebombt werden?

Ist das Thema Wasserstoff durch ohne dass ich es mitbekommen hab:)?

LG! Philipp aus Augsburg

 Antwort:

Alle Aktien, deren junge Unternehmen noch keine Gewinne erwirtschaften, werden derzeit ausverkauft - also auch viele von den hochgejubelten Wasserstoffaktien. Ich denke, das wird noch eine Weile so bleiben.


 Frage vom 13.05.2021

#CorEstate

Sehr geehrter Herr Heibel,

Sie haben schon lange nichts mehr in Richtung Immobilienaktien geschrieben. Ich meinte mich erinnern zu können, dass Sie vor ca. einem Jahr Corestate Capital Holding (A141J3) auf dem Radar hatten, Kaufempfehlung um die 20 EUR. Haben sich mittlerweile halbiert..., gibt es dafür fundamentale Gründe (z.B. Überschuldung) oder ist es größtenteils Corona geschuldet (Leerstände)? Ist es schon ein Schnäppchen oder sollte man hier noch abwarten?

FG
aus Regensburg
Matthias

 Antwort:

Nein, ich hatte CorEstate nur im Rahmen der Short-Attacke von Muddy Waters besprochen und anschließend in die Beobachtung mit einem Wunschkurs genommen, der jedoch nicht erreicht wurde. Grundsätzlich halte ich mich von Immobilienaktien fern, da ich in meinem Eigenheim wohne und damit ausreichend „Exposure“ zum Immobilienmarkt habe.


 Frage vom 06.05.2021

#Amazon ohne Aktiensplitt zu teuer

Hallo Herr Heibel,
ich verfolge den Heibel-Ticker regelmäßig, er gibt mir Halt und Orientierung, vielen Dank dafür.
Ich habe nur eine Frage, gibt es einen Grund dafür, daß Amazon die Aktie nicht splittet ?

Mit freundlichen Grüßen, Waltraud aus Frankfurt

 Antwort:

Ja: Warren Buffett.

Es galt als ungeschriebenes Gesetz, dass der Aktienkurs des eigenen Unternehmens möglichst unter 100 USD oder Euro liegen sollte. Stieg er darüber, wurde ein Aktiensplitt vollzogen. Das hatte zur Folge, dass man 50er-Pakete von Aktien mit vierstelligen Summen handeln konnte. Wenn der Kurs zu weit steigt, kann sich der normale Aktionär „nur noch“ weniger als 50 Aktien kaufen, und dann „fühlt“ man sich arm.

Warren Buffett hat nie einen Aktiensplit bei seiner Berkshire Hathaway gemacht. Daher steht die Aktie heute bei 355.000 USD. Kein Privatanleger kann sich inzwischen auch nur eine Aktie davon leisten, allerdings macht Warren Buffett durch den Kurs seinen Erfolg für jedermann sichtbar.

Kurz gesagt: Ich halte das für eine Modeerscheinung und finde es nicht gut.

Eine tiefere Bedeutung gibt es nicht. Sie haben nicht mehr Kuchen, wenn sie ihn in zwei oder vier Teile schneiden. Genauso ist es bei Aktien.


 Frage vom 05.05.2021

#ASML, Maschinenbauer der Chipindustrie, profitiert von Chipknappheit

Guten Morgen Herr Heibel,

Mich würde sehr ihre Meinung und Expertise zu ASML Holding als mittelfristige Spekulation von ca. 12-24 Monaten mit einer angenommenen Steigerung von 100 - 150 % interessieren. Können Sie diese Annahmen für möglich halten?
Vielen Dank für Ihre Rückmeldung.

Als neuer Leser freue ich mich bereits auf die zukünftige Teilhabe an ihre Arbeit und Gedanken.

Einen guten Sonntag und Gesundheit,
Thorben aus Oldenburg

 Antwort:

Der holländische Anbieter von Maschinen für die Halbleiterindustrie profitiert überproportional von der weltweiten Chipknappheit: In der Branche geht man davon aus, dass die Chipknappheit nicht vor 2023 gelöst werden kann. Wir befinden uns also in einer Marktphase, in der Chipfabriken aus dem Boden gestampft werden, was das Zeug hält.

Maschinenbauer darben über Jahre vor sich hin, um dann in einer solchen Marktphase das Geschäft ihres Lebens zu machen. Die Aktie springt in solchen Marktphasen häufig um mehrere hundert Prozent an.

ASML hat in den vergangenen 12 Monaten bereits einen Kurssprung von 150% hinter sich. 20 Mrd. EUR Jahresumsatz, die für das Jahr 2022 erwartet werden, werden mit einer Marktkapitalisierung von 220 Mrd. EUR bewertet, ein KUV von 11. Das ist abenteuerlich. Doch das Geschäft wirft derzeit dicke Gewinne ab, das KGV 22e steht bei 36 bei einem Gewinnwachstum von erwarteten 16%. Diese Kennziffer sieht nun nicht mehr so abenteuerlich aus. Aber Sie sollten wissen, dass der Kurs irgendwann genauso heftig einbrechen wird, wie er nun steigt.

Wie weit die Euphorie den Kurs noch treiben kann, vermag ich nicht zu beurteilen. Ich habe früher versucht, solche Trends zu spielen, bin jedoch regelmäßig auf die Nase gefallen. Wenn Sie also aufspringen wollen, dann auf eigene Gefahr und bitte nur mit einem fest eingegebenen Stop Loss, damit Sie am Ende der Rallye nicht den Absprung verpassen.