| Antwort: Der Erfolg oder Misserfolg von Apple hängt nicht alleine am - zugegebenermaßen größten - Zulieferer Foxconn. Apple hat seine Lieferantenstruktur in den vergangenen Jahren sehr stark diversifiziert. Die einstig sehr große Abhängigkeit vom chinesischen Foxconn ist ein wenig kleiner geworden. Wenn nun also aufgrund der Null-Covid Politik große Teile der Foxconn-Fertigung still liegen, dann werden andere Lieferanten Zusatzschichten fahren, um den Produktionsausfall auszugleichen.
Tim Cook, CEO von Apple, ist dafür bekannt, gerade das operative Geschäft gegen alle Eventualitäten abzusichern. Es würde mich nicht wundern, wenn Apple trotz der Schließung großer Teile Foxconns sogar seine Produktionsziele erreicht oder gar übertrifft.
Viel wichtiger für Apple ist der Absatzmarkt China. Und der schwächelt, weil Präsident Xi sich anschickt, im Stile Mao Zedongs China wieder stärker in Richtung Kommunismus umzubauen. Die Wachstumsraten sind eingebrochen, China ist nicht mehr der Wachstumsmotor der Welt. Zum einen die Null-Covid-Strategie und zum anderen die Kommunismus-Bestrebung haben dem Wachstum zugesetzt.
Kommunismus-Bestrebung: Präsident Xi wurde vor wenigen Tagen für eine dritte Amtszeit zum Parteivorsitzenden gewählt und wird daher auch eine weitere Amtszeit als Präsident absolvieren. Bislang durfte man nur zwei Amtszeiten absolvieren, diese Begrenzung hat Präsident Xi beseitigt. Wir dürfen uns daher darauf einstellen, dass Präsident Xi auf Lebenszeit Chinas Präsident bleiben wird. Seine Politik hat sich von seinen Vorgängern abgewendet, symbolisch ließ er auf dem Parteitag seinen Amtsvorgänger Hu Jintao abführen.
Null-Covid: Die Null-Covid Politik lässt sich nicht ewig fortführen. Auch Präsident Xi merkt, dass westliche Unternehmen ihr Netzwerk internationaler ausrichten, also aus China abwandern, um sich gegen das Risiko eines Lockdowns abzusichern. China gehen dadurch Geschäft verloren, das darf nicht ewig so weitergehen.
Ein Kauf der westlichen mRNA-Impfstoffe lässt der Stolz Chinas nicht zu. In diesen Tagen mehren sich die Gerüchte, dass China einen eigenen mRNA-Impfstoff habe, der vor der Zulassung steht. Was der Westen innerhalb eines Jahres entwickelt hat, könnte China innerhalb von zwei Jahren kopiert haben, würde ich boshaft behaupten. Wie dem auch sei, sollte China einen mRNA-Impfstoff vorstellen und damit die Null-Covid Strategie beenden, so würde das die Abwanderung der ausländischen Unternehmen verlangsamen und dürfte einen neuen Wachstumsimpuls erwarten lassen. Das wäre positiv für Apple, für die globale Konjunktur und damit auch für den DAX. Diese Möglichkeit sollten wir im Hinterkopf behalten.
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