Leserfragen (September 2022)


 Frage vom 30.09.2022

#Porsche AG IPO

Hallo Hr. Heibel

IPO Porsche

Würden Sie als Privatanleger die Aktie kaufen und zu welchem Preis?
(Preisspanne € 76,50 - 82,50)

Vielen Dank im Voraus.

Mit freundlichen Grüßen

Gerhard aus Österreich

 Antwort:

Ein IPO hat seine eigenen Regeln. Das Zeichnen ist meiner Erfahrung zufolge nur für zwei Anlegertypen interessant. Zum einen für institutionelle Anleger, die so große Beträge anlegen wollen, dass der Kauf über die Börse den Kurs zu stark beeinflussen würde. Zum anderen für Spekulanten, die nach wenigen Tagen einen Zeichnungsgewinn versilbern wollen.

Für uns als Privatanleger, die ein Portfolio für die Zukunft aufbauen oder Spekulationen auf Sicht von wenigen Wochen eingehen, ist ein IPO zunächst zu undurchsichtig. Es gibt zu viele Interessengruppen, die hier um die besten Verhandlungsergebnisse buhlen. Der Privatanleger ist in diesem Reigen nicht vertreten.

Ich werde Ihnen ein paar der verschiedenen Interessen darlegen. Dazu ist es notwendig, die Verflechtungen zwischen Porsche, VW und der Börse zu verstehen.

Zunächst einmal müssen wir unterscheiden zwischen der Porsche Holding SE und der Porsche AG. Die Porsche AG ist heute eine 100%ige Tochter von VW und soll an die Börse gebracht werden. Die Porsche Holding SE Stammaktien gehören zu 100% den Familien Porsche & Piëch. Die stimmrechtslosen Vorzugsaktien der Porsche Holding SE werden heute schon an der Börse gehandelt, Kurs aktuell 67,7 EUR (Xetra 28.9.222 um 12:01 Uhr).

Die Porsche Holding SE besitzt wiederum 53,3% an VW (und 1,3% der Vorzugsaktien von VW). Die Familien Porsche & Piëch haben zwar Einfluss auf die Besetzung des Aufsichtsrats von VW, jedoch nur mittelbar auf die Nominierung der Vorstände, da das Land Niedersachen mit 20% Anteil an Porsche zwei zusätzliche Vorstände berufen kann. Eine absolute Mehrheit im Aufsichtsrat für Vorstandsberufungen kann Porsche daher trotz Mehrheitseigentümer nicht erzielen. Der Vorstand von VW wiederum ist weisungsbefugt für den Vorstand der Tochter Porsche AG.

Diese Struktur ist das Ergebnis der Übernahmeschlacht aus dem Jahr 2009, die seitens der Porsche-Familien verloren wurde. Den Familien fehlt bis heute die Möglichkeit der direkten Einflussnahme auf die Geschäftspolitik der Porsche AG.

Diese Möglichkeit soll durch den Börsengang der Porsche AG eingeräumt werden. Die Porsche Holding SE wird künftig 25,1% der Stammaktien der Porsche AG besitzen, VW nur noch 74,9%. Nun fragen Sie sich, welche Aktien für Sie als Privatanleger übrig bleiben, oder? Nun, es gibt auch bei der Porsche AG stimmrechtslose Vorzugsaktien. Auch diese verbleiben zu 75% bei VW, für den Börsenhandel sind 25% der Vorzugsaktien vorgesehen. Diese 25% der Vorzugsaktien der Porsche AG können Sie also zeichnen.

VW freut sich bei dieser Transaktion über die Einnahmen aus dem IPO. Die Familien Porsche & Piëch (Porsche Holding SE) freuen sich über die 25,1% der Stammaktien an der Porsche AG, die es Ihnen ermöglichen, künftig direkt Einfluss auf die Besetzung des Vorstands sowie dessen Vergütungssystem zu nehmen. Und Anleger freuen sich über die Möglichkeit, direkt am Autobauer Porsche AG beteiligt zu sein, wenn auch ohne Stimmrecht.

Wer Mitreden möchte, der braucht Stammaktien, die auch ein Stimmrecht mit sich führen. Von der Porsche Holding SE gibt es keine Stammaktien im Streubesitz, die Familien halten 100%. Auch von der Porsche AG wird es keine Stammaktien im Streubesitz geben. Von Volkswagen befinden sich lediglich 7,66% der Stammaktien im Streubesitz, der Rest liegt bei Porsche SE (53,3%), dem Land Niedersachsen (20), Qatar (17%) und diversen institutionellen Ankeraktionären.

Wenn Sie also die Vorzugsaktien der Porsche Holding SE kaufen, dann beteiligen Sie sich an Volkswagen (Wert der Beteiligung aktuell 30 Mrd. EUR) UND der Porsche AG (Wert voraussichtlich 18,75 Mrd. EUR). Wenn Sie hingegen die Porsche AG kaufen, beteiligen Sie sich zu 100% am Autobauer Porsche. Das macht den IPO so attraktiv für Anleger.

Nun werden 25% der Vorzugsaktien an die Börsen gebracht, das entspricht etwa 9,4 Mrd. Euro. Dieses Geld erhält Volkswagen. Der Emissionspreis wird bei 82,50 EUR erwartet. Diesen Preis wird auch die Porsche Holding SE für die Stammaktien der Porsche AG bezahlen. Die Familien Porsche & Piëch haben also als VW-Aktionär ein Interesse an einem hohen IPO-Preis, als Porsche-Aktionäre jedoch ein Interesse an einem niedrigen IPO-Preis. VW selbst, sowie das Land Niedersachsen und die anderen Ankeraktionäre haben natürlich ein Interesse an einem möglichst hohen IPO-Preis. Auch die Banken, die den Börsengang durchführen, verdienen ihre Provision in Abhängigkeit vom Emissionsvolumen, sind also an einem hohen IPO-Preis interessiert.

In meinen Augen überwiegt hier das Interesse an einem möglichst hohen IPO-Preis. Die romantische Idee, dass Banken bei einem Börsengang möchten, dass ihre Kunden langfristig glücklich mit den Aktien sein werden, habe ich ad acta gelegt. Wenn in diesen angespannten Börsenzeiten was zu holen ist, dann wird es geholt.

Direkt im Anschluss an den IPO wird der Kurs von den Porsche AG Vorzugsaktien bestimmt, die zu 25% in den Streubesitz gegeben wurden. Viele der neuen Eigentümer werden institutionelle Anleger sein, die in ihrem Portfolio ein bestimmtes Gewicht haben wollen. Im Rahmen der Zeichnung werden sie eine Anzahl erhalten, die vermutlich kleiner ist als die beabsichtigte Anzahl. Sie werden also nach dem IPO weitere Aktien über den freien Markt zukaufen.

Es gibt aber auch die Spekulationen, die möglichst kurz nach dem IPO ihre Zeichnungsgewinne versilbern wollen. Sie werden ihre Aktien verkaufen.

Die Erstnotiz hängt nicht von der Bewertung des Unternehmens ab, sondern davon, wie viele institutionelle Anleger ihre Positionen möglichst schnell auf die gewünschte Größe bringen wollen. Und die Kursbewegungen in den ersten Tagen hängt sodann davon ab, wie viele Spekulanten ihre Positionen schon wieder abstoßen. Die Banken, die den IPO durchführen, müssen also möglichst die Interessen der institutionellen Anleger und der Spekulanten ins Gleichgewicht bringen.

Jetzt wollen Sie von mir wissen, ob sich das Zeichnen des Porsche IPOs lohnt. Da ich selber bereits die rechtlich erforderlichen Unterlagen, Studien und Analysen für Börsengänge erstellt habe, würde ich sagen: Keine Ahnung. Porsche kommt aus einem großen Konzern, in dem man auch durch interne Verrechnungen sehr viel aufhübschen kann. Um mir ein Bild zu machen, ob die Porsche AG tatsächlich für die kommenden Jahre eine attraktive Aktie ist, würde ich mindestens 3-6 Monate abwarten und die Quartalszahlen verfolgen, die in den kommenden Monaten veröffentlicht werden.

Grundsätzlich wird Porsche in einer Liga mit Ferrari spielen. Die Marktkapitalisierung der VW-Tochter wird höher sein (75 Mrd. EUR) als die der Mutter (56 Mrd. EUR). In meinen Augen haben die Familien Porsche & Piëch über Jahrzehnte bewiesen, dass sie ein gutes Gespür für den Automobilmarkt haben. Familiengeführte Unternehmen laufen häufig besser als andere Unternehmen, siehe auch BMW/ Mercedes. Doch als Privatanleger brauchen wir uns nicht in die Interessenkonflikte der maßgeblichen Spieler einmischen, weil wir jederzeit über die Börse an beliebig viele Aktien herankommen. „Beliebig viele“ soll den Unterschied zwischen unserem Anlagekapital von zigtausend bis vielleicht ein paar Millionen Euro veranschaulichen, während institutionelle Anleger schnell mal Hunderte von Millionen Euro in so eine Position schieben müssen.

Ach so, eine weitere Frage an mich war, worin sich die Aktien der Porsche SE und der Porsche AG unterscheiden. Ich denke, es ist klar geworden, dass die Kurse dieser beiden unterschiedlichen Unternehmen wenig miteinander zu tun haben.


 Frage vom 30.09.2022

#Cliq Digital

Sehr geehrte Herr Heibel,

ich komme noch einmal auf Cliq Digital zurück. Die Aktie hält sich im aktuellen Umfeld sehr gut. Am Dienstag gab es Zahlen und ein Bericht des CEO Ben Bos. Vielleicht können Sie da einmal reinschauen und ein kurzes Statement dazu abgeben. Würde mich sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen, Friedrich aus Essen

 Antwort:

Was zu schön aussieht, um wahr zu sein, könnte zu schön sein, um wahr zu sein. Am 18. März habe ich bereits über Cliq Digital geschrieben (https://www.heibel-ticker.de/heibel_tickers/1964, Leserfragen). Nochmals in aller Kürze: Das Unternehmen rühmt sich, einen zunehmenden Anteil des Online-Werbemarktes zu erobern. Mir persönlich ist jedoch niemand bekannt, der die Dienste von Cliq Digital in Anspruch nimmt. Für mich ist das Geschäftsmodell von Cliq Digital zu intransparent, daher würde ich die Finger davon lassen.


 Frage vom 28.09.2022

#Enphase

Hallo Herr Heibel,

Enphase hat gestern wieder einmal hervorragende Zahlen rausgebracht und ich frage mich, warum Sie diese Aktie nicht im Depot haben?
Die rule-of-40 ist hier mehr als erfüllt: Bei 60% Umsatzwachstum und 100% Gewinnwachstum und einer Marge von 40%.
Gleichzeitig bietet das Feld Photovoltaik (Hersteller Mikro-Wechselrichter) fast grenzenlose Wachstumfantasie und der neue Bereich Batterien/Speicher schlägt auch immer mehr durch.
Klar das KGV ist im Bereich 40-60 hoch aber im Vergleich zum Wachstum schon wieder niedrig (PEG=1?) bzw wächst Enphase so schnell in diese hohe Bewertung, dass hier noch höher multiples erlaubt sind.
Ihre Einschätzung würde ich schätzen 😉

Mit freundlichen Grüßen

Stefan aus Potsdam

 Antwort:

Tatsächlich ist Endphase auf meiner kurzen Liste der qualifizierten US-Unternehmen für unser Wachstumsportfolio.

Ich finde das komisch: Wechselrichter sind keine Rocket Science (Raketentechnik), soll heißen: die kann eigentlich jeder bauen. Trotzdem gibt es immer wieder Unternehmen, die mit Wechselrichtern für die Solarindustrie zu Highflyern mutieren. Ein Kurs/Umsatz-Verhältnis von 23 ist mir einfach zu hoch. So groß kann in diesem Bereich ein technologischer Vorsprung nicht sein, um das zu rechtfertigen. Mag sein, dass die der Konkurrenz derzeit einen Schritt voraus sind und daher hohe Gewinne einfahren (operative Marge 15%), doch das würde ich eher auf eine temporäre Knappheit beziehen als auf einen säkularen Trend.


 Frage vom 28.09.2022

#Investieren in Anleihen

Hallo Herr Heibel,

ich überlege hinsichtlich Diversifizierung & Absicherung einen Teil US Treasury Bonds ins Portfolio zu legen.

Wie kann man am besten US Staatsanleihen kaufen über welches Instrument Ihrer Erfahrung nach?

Wie schätzen Sie den Zeitpunkt für ein solches Investment aktuell ein?

Vielen Dank!

Mit besten Grüßen,
Fabian aus Traunstein

 Antwort:

Anleihen eignen sich dazu, Geld für einen festgelegten Zeitraum, bei fester Zinszusage, anzulegen. Wenn Sie also Geld für ein oder zwei Jahren nicht an den Aktienmarkt oder anderswo geben wollen, können Sie eine Anleihe mit entsprechender Laufzeit kaufen.

Wenn die Zinsen steigen, verlieren Anleihen an Wert. Je länger die Laufzeit, desto größer der Wertverlust. Hier beispielsweise der Euro Bund Future, der sich auf 1 Jahre laufende deutsche Staatsanleihen bezieht:

Erst wenn der Zinsanstieg beendet ist, könnte sich der Einstieg in solche Papiere lohnen. Ich denke, so weit ist es noch nicht.

Sollte der Zeitpunkt kommen, werde ich mir bspw. den iShares 20+ Year Treasury Bond ETF (TLT) anschauen.


 Frage vom 28.09.2022

#Wasserknappheit: Xylem & Veolia

Hallo Herr Heibel,
macht es nicht Sinn mit zunehmender Wasserknappheit in Aktien
von Firmen die in Wassertechnik unterwegs sind zu investierten?
Was halten Sie von Xylem (USA WKN A1JMBU) oder Veolia (WKN 501451)?
Oder haben Sie evt. eine andere Aktie im Blick?

Gruß
Stephan aus Düsseldorf

 Antwort:

Ich bin für das Thema Wasserknappheit nicht so leicht zu begeistern. Bei mir zu Hause fällt davon ziemlich viel vom Himmel, ich überlege, mir eine Zisterne zu besorgen. Auch ich sehe, dass der Grundwasserspiegel in vielen Regionen selbst in Deutschland sinkt. Neue Technologien sind erforderlich. Allerdings würde ich diesen Bereich auch für die Zukunft eher als „Versorger“ betrachten, die ihre Infrastruktur kontinuierlich ausbauen.

Xylem hat eine Dividendenrendite von 1,5%, zu wenig für einen Versorger.

Die Dividende von Veolia wird sehr unregelmäßig ausgezahlt, daher finde ich auch diese Aktie nicht attraktiv.


 Frage vom 28.09.2022

#Gold ETF wechselte Eigentümer

Sehr geehrter Herr Heibel,

vor vielen Jahren hatten Sie Ihren Lesern mehrfach den Gold-Etf A0N62G (DE000A0N62G0) empfohlen. Ich benutze ihn seitdem gerne für kurz bis mittelfristige Geldanlagen.
Einsatzzweck ist das (spekulative) Halten im Zeitrahmen von wenigen Wochen bis 1-2 Jahre als Gold-Ersatz, mit entsprechender physikalischer Hinterlegung.

Vor einigen Tagen wurde dieser ETF überraschend in Isin JE00B1VS3770 umgetauscht, Beschreibung der Bank "Einstellung der Zertifizierung, Durchführungsanzeige".
-> also Vermutung: Das Fondsdomizil wurde nach Jersey verlegt.

Nähere Informationen zu diesem Vorgang finde ich leider nicht, haben Sie hier mehr Informationen ?
Betrifft eine Zertifizierungseinstellung auch andere Gold-Etfs ?
Macht es Sinn den ETF gegen einen anderen zu tauschen, und wenn ja: welchen würden Sie empfehlen ?

Vielen Dank im Voraus
Rainer aus Leipzig

 Antwort:

Ich habe nachgefragt: "ETF Securities wurde vor einigen Jahren an WisdomTree verkauft, deswegen sind die Gold ETC jetzt unter deren Namen.“ Sagte mir mein Ansprechpartner bei HANetf. HANetf wurde vom gleichen Gründer gegründet wie ETF Securities ;-). Da wurde also einiges verschoben.

Ja, das hinterlässt einen faden Beigeschmack, ohne dass Sie sich wirklich wegen der Struktur des Produktes Sorgen machen müssten. Dennoch bevorzuge ich seit jeher das Xetra Gold:

- Deut. Börse Commodities GmbH Xetra-Gold IHS 2007
(WKN A0S9GB, langfr.)
Abbildung der Goldpreisentwicklung
kein Gold schleppen, allerdings mit Emittentenrisiko!
Auslieferung gegen Abwicklungsgebühr von 140 Euro möglich.
-> Nach 12 Monaten Haltedauer fällt - genau wie bei physischem Gold - keine Abgeltungssteuer an (https://www.xetra-gold.com/xetragold/dispatch/de/binary/gdb_content_pool/imported_files/public_files/10_downloads/31_trading_member/80_Xetra_Gold/Abgeltungssteuer_Fact_Sheet2015_09_16_4.final.pdf)


 Frage vom 28.09.2022

#Deutsche Rohstoff AG

Hallo Herr Heibel,

Deutsche Rohstoff hat eine Marktkapitalisierung > 100 Mio.
Dann habe ich mir mal https://rohstoff.de/wp-content/uploads/2022/09/2022-09-05-Equity-Forum-Frankfurt_final.pdf angeschaut.

Die Anleihe mit 5,x%, die in 2020 auf 30% abgestürzt ist, versuche ich mal im Hinterkopf zu behalten. Aber Seite 12 und 13 finde ich interessant, wie auch die Folgeseiten: Fehlende Investitionen führen zu fehlenden Quellen. Da der Stromverbrauch steigen wird, aber die Energiequellen sinken werden, aufgrund mangelnder Investitionen, werden die Energiepreise steigen und zwar langfristig.

North Stream 2 wurde ja den Chinesen angeboten, da Baerbock das Gas nicht will. Öl wollen wir ab 2023 auch nicht mehr, suche gerade den neuen Ort meines Lebens.

Die Firma hat ihre Projekte in den USA, also relativ unabhängig von der EU.

Wie auch immer, finde dass die Präsentation auf die kommenden Probleme der Energiewende hinweist. Möglicherweise habe ich ihr Interesse geweckt, mal mit der IR-Abteilung zu sprechen, wie sie das ja mit den Kapitaltagen in Hamburg im Heibel-Ticker gemacht haben?

Mit freundlichen Grüßen, Reiner aus Blankenheim

 Antwort:

Das ist ja mein Reden, dass die Ölindustrie nicht mehr in weitere Exploration investiert, sondern die Gewinne lieber in Form von Dividenden ausschüttet. Daher sind wir ja auch in einen solchen Titel investiert, gegebenenfalls hole ich einen zweiten an Bord.

Warum nun aber gerade die Deutsche Rohstoff AG in der Ölbranche meine erste Wahl sein sollte, haben Sie nicht verraten :-). Das Unternehmen operiert in den USA und profitiert sicherlich von der aktuellen Energiekrise. Für unseren Heibel-Ticker ist das Unternehmen jedoch zu klein. Ich konnte bislang auch nicht wirklich verstehen, warum ein US-Ölproduzent aus Deutschland geführt werden muss.

Ein Unternehmen, das die aktuellen Probleme treffend darstellt, muss nicht unbedingt die beste Lösung für die Probleme haben. Mir fehlt da der Wettbewerbsvorteil oder Ähnliches.


 Frage vom 28.09.2022

#Timing bei globalen ETFs

Sehr geehrter Herr Heibel,

Danke für ihre Session via YouTube.

Eine Frage noch: Würden Sie als langfristig orientierter Anleger mit Fonds und ETFs, die weltweit anlegen aufgrund der zu erwartenden Durststrecke am Aktienmarkt (einen Tel) verkaufen? ...um später zurück zu kehren?

Ich freue mich sehr über einen Ratschlag.

Manuel aus Oerlenbach

 Antwort:

Nein, würde ich nicht. Der DAX ist dieses Jahr bereits um 24% eingebrochen, der Dow Jones um 20%. Mag sein, dass es noch tiefer geht, doch ETFs sind doch eher langfristige Anlagevehikel, die man in solchen Krisenzeiten aufstocken sollte. Nicht alles auf einen Schlag, aber sukzessive Nachkaufen, während die Indizes gen Süden segeln, wird sich auf Sicht von 2-3 Jahren mMn auszahlen.


 Frage vom 28.09.2022

#Physisches Gold

Hallo Herr Heibel,

meine Bank (Consorsbank) kündigt die Verwahrung von pysischem Gold.

Haben Sie ein Empfehlung, was jetzt sinnvoll ist?Strumpf oder Verkauf?

Dank und schöne Grüße aus Köln, Ulrich

 Antwort:

Meinen Informationen zufolge verwahrte Consors die Edelmetalle seiner Kunden bei proaurum. Sie könnten künftig Edelmetalle selber bei proaurum verwahren lassen, oder aber auch ein eigenes Schließfach dort einrichten (für Sie ist die nächste Filiale in Düsseldorf).

Alternativ können Sie auch in das Xetra Gold investieren, das ich seit 2006 kontinuierlich empfehle:

- Deut. Börse Commodities GmbH Xetra-Gold IHS 2007
(WKN A0S9GB, langfr.)
Abbildung der Goldpreisentwicklung
kein Gold schleppen, allerdings mit Emittentenrisiko!
Auslieferung gegen Abwicklungsgebühr von 140 Euro möglich.
-> Nach 12 Monaten Haltedauer fällt - genau wie bei physischem Gold - keine Abgeltungssteuer an (https://www.xetra-gold.com/xetragold/dispatch/de/binary/gdb_content_pool/imported_files/public_files/10_downloads/31_trading_member/80_Xetra_Gold/Abgeltungssteuer_Fact_Sheet2015_09_16_4.final.pdf)


 Frage vom 21.09.2022

#5-Wochenschnitt Sentiment

Sehr geehrter Herr Heibel.

ich beteilige mich an Ihren animusx-Umfragen und erhalte danach die Umfrageergebnisse. Zudem lese ich Ihren Heibel-Ticker "Standard".

Ich habe eine Frage zum 5W-Durchschnittssentiment, denn dieser wird in den o.g. Auswertungen unterschiedliche angegeben:

1) In der aktuellen animusx-Auswertung liegt das 5W-Durchschnittssentiment bei -47. Das Tief 2020 (Corona-Crash) lag bei ca. -65 bis -70. (nicht eindeutig aus der Grafik ablesbar). Auch bei anderen Markttiefpunkten wie z.B. Ende 2018 oder 2016 lag das 5W-Durchschnittssentiment gemäß Grafik deutlich TIEFER als aktuell.

2) Im aktuellen Heibel-Ticker "Standard" 22/28 sprechen Sie aber vom 5W-Durchschnittssentiment mit Extremwert -31 und vergleichen es mit dem Corona-Crash-Wert -32.

Im Heibel-Ticker-Standard 22/27 haben Sie hierzu eine Grafik des 5W-Durchschnittssentiments eingefügt. Die Skalierung ist anders bei animusx und auch die Extremwerte liegen völlig anders: gemäß der Grafik aus dem Heibel-Ticker-Standard 22/27 sind wir auf Corona-Crash-Niveau und das 5W-Durchschnittssentiment z.B. 2016 und Ende 2018 lag HÖHER als aktuell.

Welche Skalierung/Messwerte sind denn jetzt die relevanten? Gilt der Heibel-Ticker oder animusx?

Danke für eine Rückantwort.

Mit freundlichen Grüßen

Bernd aus Mülheim/Ruhr

 Antwort:

Die Umfrage wird parallel bei Handelsblatt-Lesern und animusX-Kunden durchgeführt. Im Heibel-Ticker veröffentliche ich die vorläufigen Ergebnisse der Handelsblatt-Umfrage sowie teilweise auch einzelne vorläufige Ergebnisse aus der animusX-Umfrage (bspw. Cashquote), weil die Handelsblatt-Umfrage nicht so umfangreich ist wie die animusX-Umfrage. Eine Zusammenführung der Daten wird leider seitens des Handelsblatts nicht unterstützt.

Ja, die Skalierung ist unterschiedlich. Ich habe vor, das anzugleichen :-).


 Frage vom 21.09.2022

#Allianz

Sehr geehrter Herr Heibel,

Ein kurzer Hinweis zur Allianz bzw. Versicherungsbranche im allgemeinen sei erlaubt.

Das statistische Bundesamt am am 30.08 bzw. 01.09. den Baupreisindex zur Gebäudeversicherung zum 01.01.2023 um 14,73% angehoben - normal sind hier Anhebungen von durchschnittlich 2%, zum 01.01.2022 waren es schon 5,5%. Diese gilt für alle Versicherungen gleich und kein Versicherungsnehmer kann sich hiergegen schützen oder gar kündigen !

Eine ähnliche Entwicklung wird in der kfz Versicherung erwartet. In der Kfz Versicherung nehmen die Versicherer die Betragsanhebung vor, es besteht ein vier- wöchentliches Kündigungsrecht, welches bei der Gebäudeversicherung - da Festlegung durch durch das statistische Bundesamt - nicht besteht. Begründung: die Gebäudeversicherung ist Systemrelevant - Realrechte der Banken

Die Beitragseinnahmen werden in diesem Bereich extrem steigen und die Mehrbelastungen durch höhere Handwerkerkosten mehr als ausgleichen. Die Gewinnsituation wird sich weiter verbessern und das KGV 2023e der Allianz ist daher sehr niedrig.

Vg
Frank aus Lübeck

 Antwort:

Besten Dank für die Infos :-).


 Frage vom 21.09.2022

#Berechnung des Bulle/Bär-Verhältnisses

Hallo, nur kurze Frage, ich seh da nicht klar:
Wenn Sie schreiben, das Bulle/Bär-Verhältnis sei -4,5%, können Sie das bitte mit 2 Zahlen verdeutlichen.
Ein Verhältnis wird doch immer mit Zahlen (ohne %) definiert, und wieso Minus.

Danke für Klärung und freundlichen Gruss, Nick aus der Schweiz

 Antwort:

Aktuell steht das Bulle/Bär-Verhältnis bei -19,9%.

26,1% der Umfrageteilnehmer sind bullisch gestimmt, 46% bärisch, der Rest (27,9%) neutral.
Die Rechnung ist verblüffend einfach: 26,1-46=-19,9.

RÜCKMELDUNG
Aha, Herr Heibel, da haben Sie natürlich eine eigene Definition eines "Verhältnisses":

In der Mathematik gibt ein Verhältnis an, wie oft eine Zahl eine andere enthält.

Das aktuelle Bulle/Bär-Verhältnis wär dann 26.1/46= 0.56
Bei Werten >1 wären also die Bullen in der Überzahl, bei Werten <1 die Bären...

Aber ich merk mir jetzt Ihre Definition und werde damit klarkommen.

Freundlich grüsst Nick aus der Schweiz

ERKKLÄRUNG
Ist nicht „meine“ Definition, sondern die des American Assimilation of Individual Investors (AAII):

https://ycharts.com/indicators/us_investor_sentiment_bull_bear_spread
Und
https://www.aaii.com/sentimentsurvey


 Frage vom 21.09.2022

#Accell Übernahme abgeschlossen

Sehr geehrter Herr Heibel,
ich bin schon viele Jahre bei Ihnen Kunde und war dabei sehr zufrieden.
Nun habe ich eine Frage zu Accell deren Aktien ich immer noch im Depot habe.
Das Angebot von SPRINT BIDCO BV an die Aktionäre habe ich versäumt anzunehmen.
Accell ist ja nun nicht mehr an der Euronext Amsterdam notiert.
Was kann ich nun tun ?
Für eine Antwort würde ich mich sehr freuen.
Mit freundlichen Grßen
Dieter aus Egeln

 Antwort:

Tja, nun wird es kompliziert. Auf der Unternehmensseite gibt es weitere Infos:
https://abouttheoffer.accell-group.com/en/public_offer.html

Die Aktien werden nun nicht mehr öffentlich gehandelt. Sie müssen das Unternehmen Accell kontaktieren und bitten, Ihnen einen Kontakt zu nennen, über den die Aktien noch gehandelt werden können. Das wird vielleicht nicht den gewünschten Aktienkurs bringen und ggfls. hohe Transaktionskosten mit sich ziehen. Alternativ können Sie einfach warten, ob die restlichen ausstehenden Aktien irgendwann in einem finalen Akt aufgekauft werden. Ihre Bank würde Sie in diesem Fall darüber informieren. Derzeit gibt es kein solches Angebot.


 Frage vom 21.09.2022

#Gold als Absicherung

Hallo Herr Heibel,

mehr Unsicherheit auf geo- und finanzpolitischer Ebene kann es doch eigentlich gar nicht geben!
Und dennoch wird der vermeintlich sichere Hafen des Goldes nach wie vor gemieden. Haben Sie dafür eine Erklärung ?

Vielen Dank.

Liebe Grüße

Dirk aus Köln

 Antwort:

Ja: Gold gilt als Absicherung gegen Währungsturbulenzen. Wenn die Notenbanken den Zins anheben, um die Inflation zu bekämpfen, kommt Vertrauen in die eigene Währung zurück und man braucht das Gold als Absicherung nicht.

Wenn die Notenbank mit der Inflationsbekämpfung nach Meinung der Anleger zu früh aufhört, dann würde man befürchten, dass die Inflation außer Kontrolle gerät und Gold müsste mMn anspringen.

Wir werden heute Abend sehen, wie der aktuelle Stand ist.


 Frage vom 21.09.2022

#Rock Tech Lithium

Guten Abend Herr Heibel,

Sie hatten kürzlich über Ihr Gespräch mit Herrn Harbecke von Rock Tech Lithium berichtet, viele Dank dafür.
Ich bin seit einigen Jahren in die Firma investiert (Einstiegskurs ca. 1,07 Euro !).
Mich würde interessieren, ob Sie Herrn Harbecke gefragt haben, inwiefern sich Materialknappheiten, gestiegene Baumaterialkosten und Energiekosten
auf die Rentabilität / ROI von Guben auswirken, ebenso ggf gestiegene Kreditkosten.

Ich habe diese Fragen per E-Mail 2x an Rock Tech Lithium gestellt, jedoch keine Antwort erhalten.
Sie haben sich ja sicherlich eine Visitenkarte von Herrn Harbecke eingesteckt: könnten Sie diese Fragen weiterleiten?

Danke und Gruß

Bernd Mülheim/Ruhr

 Antwort:

Ich habe Herrn Harbecke in meinem Gespräch tatsächlich genau diese Frage gestellt. Seine Antwort war, dass die Abnahmevereinbarungen, die heute für die Jahre 2024 ff. getroffen werden, natürlich Klauseln für die Preisanpassung haben, die sich an der Marktentwicklung (Inflation) orientieren. Weder die Finanzierung noch die Materialverfügbarkeit seien seiner Ansicht nach kritische Faktoren. Kritisch sei der Zulassungsprozess, der aktuell von 60 Ingenieuren vorangetrieben wird. Wenn das Werk gebaut werden sollte, wenn also die Zulassungen erteilt werden, dann sind weder Baukosten noch Materialverfügbarkeit ein Problem. Sollte sich der Zulassungsprozess jedoch endlos hinziehen und durch immer neue Auflagen erschwert werden, dann werden zusätzliche Finanzierungsrunden immer schwerer.


 Frage vom 21.09.2022

#Orientierung für Wachstum & Dividende

Sehr geehrter Herr Heibel,

mit großem Interesse habe ich Ihren neuesten Ticker Nr. 37 gelesen, gerade in diesen stürmischen Zeiten ist die
Orientierung so wichtig, die Sie uns Anlegern geben.

Zum Kapitel 05 "Orientierung" habe ich folgenede Fragen:
1) Können Sie mir bitte die Nummer des Tickers nennen, in dem Sie die Kriterien für Dividendenaktien
dargelegt haben. Sie würden mir damit eine Menge Zeit für die Durchsicht der archivierten Ticker ersparen, danke!
2) Eine Wachstumsgeschwindigkeit von >15% fordern Sie für die vergangenen Jahre. In der Graphik müsste
es m.E. daher eher 2019-2022 lauten statt 2022 - 2025.
3) In den nächsten Wochen wollen Sie 10 deutsche Aktien vorstellen, die lediglich eines Ihrer beiden Kriterien
erfüllen. Warum befassen Sie sich mit diesen Werten, wenn Sie doch in Ihrer Graphik fordern, dass beide
Kriterien erfüllt sein müssen, um für Ihr Wachstumsportfolio akzeptabel zu sein. Könnten Sie uns nicht stattdessen
ausländische Aktien vorstellen, die Ihre Kriterien in vollem Umfang erfüllen?

Mit freundlichen Grüßen Gerhard aus Kornwestheim

 Antwort:

Zu 1.: Ausgabe 09 vom 4.3.22.

Zu 2.: Ups, habe ich falsch formuliert, die Wachstumsrate möchte ich in der Zukunft sehen.

Zu 3.: „Ein“ Weg muss erfüllt sein. Bei dem Weg 1 müssen alle 3 der dortigen Kriterien erfüllt sein. Bei Weg 2 müssen beide der dortigen Kriterien erfüllt sein. Es sind konzeptionell unterschiedliche Unternehmen, die sich über Weg 1 ODER Weg 2 qualifizieren.


 Frage vom 21.09.2022

#Inflation ausschließlich durch Coronamaßnahmen?

Lieber Herr Heibel, bei allem Respekt, aber die Inflation hat nahezu ausschließlich mit den Coronamaßnahmen und den damit verbundenen Lieferschwieirgkeiten zu tun, und ist nicht von einem kleinen Krieg wie U-R, der bei weitem nicht Ausmaße erreicht hat und erreichen wird, wie der Syrien Krieg mit 1 Mio. Toten oder die drei Irak-Kriege. Der letzte, "dritte Golfkrieg" war übrigens ein Angriffskrieg der USA, da - hier besteht Einigkeit der Historiker - nachgewiesen ist, dass der Irak keine Massenvernichtungswaffen erzeugt hat und dieses Argument nur eine propagandistische Erfindung war! LG Werner aus Österreich

 Antwort:

Sie schreiben, als „wüssten“ Sie das mit Gewissheit. Ich bin jedoch davon überzeugt, dass die nachfrageorientierte Reaktion unserer Bundesregierung die Inflation, wo auch immer sie ihren Ursprung haben mag, weiter anheizt. Seit mindestens 2009 werden wirtschaftlich fragwürdige Entscheidungen durch immer mehr Liquidität aufgefangen. Jetzt zeigt sich, wie unsinnig die Politik der Vergangenheit für die Angebotsseite war. Daher ist die Inflation nicht nur eine Folge von Corona, sondern Corona hat den Schiefstand lediglich aufgedeckt. So sehe ich das zumindest :-).


 Frage vom 21.09.2022

#Shop Apotheke

Hallo Herr Hebel

Sorry, muss nochmals nerven bzgl SHOP APOTHEKE.

Ich find hier keine Kennzahlen lediglich die zahlen der letzten Jahre (das Ergebnis ist immer noch negativ). Bitte um ihre kurze strategisch Einschätzung!

Ich kann nur nur Charts mit meine Indikatoren, welche vllt eine preis von ca Euro 38 zulassen könnten. Heut sehen wir Euro 58 u ich bin nicht sicher.

Vllt ein kurzer Kommentar von Ihnen. Beste Grüße, Mike aus Zürich

 Antwort:

Auf absehbare Zeit werden keine Gewinne erwirtschaftet. Die Verschuldung wächst. Es ist nicht die Zeit für Wachstumsaktien ohne Gewinn.