 | Hallo Herr Heibel,
ihre Analyse und auch die frische Art und Weise der Erläuterung finde ich einfach immer wieder Klasse :-) Insbesondere ihre Einschätzung zur hemmungslosen und unbedachten Globalisierung sehe ich auch so. Was mir persönlich aber Angst macht, ist der Spiraleneffekt und die Gier mit der derzeit verbundenen Inflation und die Gefahr der Stagnation die nie so richtig in den Fokus rutscht. Ist das Gespenst wirklich nicht da!? Ich rede nicht vom Momentum, sondern wo soll das Wachstum bei einem Rückgang der Globalisierung bei abnehmender Kaufkraft langfristig herkommen? Welcher kleine Mann soll sich das noch leisten können?
Firmen freuen sich über satte Gewinne und machen beim Absatzrückgang teilweise enorme Gewinne, obwohl keine Knappheit herrscht oder diese teilweise künstlich erzeugt oder erwartet wird. Der Spritpreis abhängig aber nun preislich abgekoppelt vom Ölpreis zeigt dass man im Grunde als Verbraucher keine andere Wahl hat. Da brauch es keine Absprachen. Welcher Verbraucher kann das in der Masse betrachtet langfristig bezahlen? Ist Wachstum unendlich oder soll man sich überspitzt gesagt irgendwann jedes Jahr einen neuen Fernseher kaufen, wenn man im Gegenzug ständig von Nachhaltigkeit spricht. Ich denke es wird sich einiges aber nun auch schneller ändern. Die Enteignung der Sparer wird zügiger gehen und ob Aktien dies unter der Konstellation weiter in der Wertentwicklung auffangen können wird sich zeigen. Ich setze weiter auf Valuetitel und streue breit und hab wie immer bislang in jedem Crash mit Widerwillen eingekauft. Man wird zwar über die Jahre und Erfahrung entspannter aber die Bedenken steigen fundamental betrachtet zunehmend. Investition oder das Geld ausgeben scheint derzeit alternativ los!?
Gerne hätte ich gewusst wie Sie zum Stagnationgespenst stehen.
Ein schönes Wochenende und viele Grüße
Christian aus Einbek |  |
| | Antwort: Ich habe in der heutigen Ausgabe für alle Positionen im Heibel-Ticker Portfolio ein Merkmal „le“ für „local economy“ eingeführt. Ja, auch ich befürchte, dass wir im Rahmen einer Deglobalisierung, also teilweisen Rücknahme der Globalisierung der vergangenen 40 Jahre, Wachstumsprobleme, insbesondere aber auch Versorgungsprobleme bekommen werden. Nicht alle globalen Lieferketten werden zusammenbrechen, doch wenn einzelne Länder ihre eigenen Prioritäten überdenken, wird es immer wieder punktuell zu Problemen kommen.
Wachstum, wie wir es in den vergangenen Jahrzehnten erleben durften, wird sich in andere Bereiche verschieben. Wie oben angedeutet rechne ich insbesondere für Unternehmen, die ein stark lokales Geschäft haben, mit einer guten Entwicklung. Entsprechend werden wir solche Unternehmen in unserem Portfolio übergewichten. Außerdem wird es Unternehmen geben, die aufgrund der internationalen Verflechtungen bislang keine Chance im Wettbewerb hatten, die nun jedoch aus strategischen Gründen gefördert werden. Nach solchen Unternehmen halte ich Ausschau. Bspw. unser Maschinenbauer aus der Chip-Industrie fällt in diese Kategorie (siehe Spekulatives Portfolio).
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