Leserfragen (Juni 2022)


 Frage vom 30.06.2022

#John Deere & Aggraraktien

Moin, Herr Heibel!

Vielen Dank dafür, dass Sie meine Frage zu dem Aussuchen der Banken heute Live-Video mit behandelt haben. Meine im Chat gestellt Frage zum „Agrarsektor“ hätte ich wohl präziser formulieren müssen.

Mich Interessierte nicht der handeln mit Weizen, sondern die mit dem Sektor verbundenen Aktien wie Deere, Nutrien, Archer Daniels, Corteva, etc. Vielleicht haben Sie ja bei Gelegenheit mal die Zeit, sich damit zu befassen,

Herzliche Grüße Volker aus Vollersrode

 Antwort:

Landmaschinenanbieter John Deere wächst im Umsatz mit nur 3-4%. Die Dividendenrendite ist bei nur 1,5%. Damit qualifiziert sich Deere weder als Wachstums- noch als Dividendenunternehmen. Es wäre also höchstens eine Spekulation.

Als Spekulation gefällt mir Deere sehr gut. Ende Februar bis Mitte März sprang die Aktie von 350 auf 435 USD, +25%. Anleger waren fast euphorisch für das Unternehmen gestimmt, bis die Quartalszahlen von Deere zu einer Ernüchterung führten. Der Umsatz konnte nicht mit den Erwartungen der Analysten mithalten, lediglich der Gewinn sprang überproportional an. Lieferengpässe führten zwar zu hohen Verkaufspreisen, aber weniger Umsatz. Und auch im Ausblick gab sich Deere gewohnt konservativ und betonte die Risiken, die im Markt sind. Die Aktie wurde im Anschluss auf 300 USD ausverkauft, also sogar unter das Niveau von vor dem Kriegsausbruch.

Damit notiert die Aktie nun auf einem KGV von 13 bei einem erwarteten Gewinnwachstum von 15% p.a. Das ist absolut günstig.

Nutrien ist noch günstiger bewertet, liefert jedoch Düngemittel, die ich als austauschbares Gut bezeichnen würde. Damit ist Nutrien nicht so gut positioniert.

Archer Daniels ist mit einem KGV 23e von 14 bei erwartetem Gewinnwachstum von 7% fair, aber nicht zu günstig bewertet.

Corteva, entstanden aus DuPont, liefert Saatgut und ist mit einem KGV von 22 bei 15% Gewinnwachstum fair bis günstig bewertet.

Am besten gefällt mir Deere :-).


 Frage vom 30.06.2022

#Schweizer Franken

Sehr geehrter Herr Heibel,

ich konnte bisher keine eindeutige Meinung recherchieren, ob es eine gute oder nicht so gute Idee ist, in der Schweiz ein Frankenkonto zu eröffnen - ggf. auch Aktien in Franken zu kaufen -, um der Inflation in Deutschland zu entkommen oder zumindest der Dezimierung des eigenen Vermögens etwas entgegenzusetzen. Falls Ihre Zeit und Geduld es zulässt, würde mich Ihre Meinung als Volkswirt sehr interessieren.

Herzliche Grüße, Hansjörg aus München

 Antwort:

Ja, das ist historisch betrachtet eine gute Idee. Auch in den vergangenen Jahren konnte man beobachten, dass der Schweizer Franken kontinuierlich gegenüber dem Euro zulegt.

Doch die Schweizer selbst sind darüber nicht glücklich. Ein starker Franken mitten in Europa erschwert den Export der eigenen Produkte. Die Wirtschaft leidet also unter dem starken Franken und wir dürfen abwarten, ob die Schweizer Nationalbank etwas dagegen unternehmen wird.

Sie kennen meine Meinung über die EZB-Chefin Christine Lagarde. Die Notenbankpolitik hat großen Einfluss auf den Wechselkurs und ich kann mir schwerlich vorstellen, dass die Schweizer eine noch inkompetentere Notenbankpolitik fahren. Ich werde mich mal näher mit dem Schweizer Franken beschäftigen und gegebenenfalls eine entsprechende Empfehlung ausarbeiten.

Ob Sie jedoch Aktien aus einem Franken- oder Euro-Depot kaufen, ob Sie das Depot in Deutschland oder der Schweiz führen, ist letztlich egal. Es unterscheidet sich lediglich der Ort, an dem der Wert Ihrer Position in die für Sie wichtige Währung, den Euro, umgerechnet wird.


 Frage vom 30.06.2022

#Übernahme Deutsche Euroshop

Sehr geehrter Herr Heibel,

ich bin ein langjähriges Mitglied Ihres Börsenbriefes.
Ihre Schreiben lese ich mit Interesse, komme aber leider nicht immer dazu.

Nun habe ich eine Frage speziell an Sie: Ich besitze Deutsche EuroShop Aktien, einmal 181 Aktien gekauft vor dem Jahr 2008 zu einem Kaufpreis von ca. 25€ und 187 Aktien nach dem Jahr 2009 zu einem Kaufpreis von ca. 14€.

Bis jetzt habe ich die Aktie sehr geschätzt.
Nun liegt die Übernahmeofferte bei mir auf dem Tisch und ich bin ratlos. Wie soll ich diese Offerte einordnen und wie soll ich darauf reagieren. Diese Offerte gilt bis Anfang Juli.
Können Sie mir bitte raten, wie ich jetzt am besten vorgehe.

Ich könnte mir vorstellen, dass dieses Thema auch andere Mitglieder des Börsenbriefes interessiert.

Viele Grüße Erika aus Leverkusen

 Antwort:

Herzlichen Glückwunsch, Sie haben in einem chaotischen Marktumfeld eine Aktie, die aufgrund des Übernahmeangebots über Nacht um 45% angesprungen ist. Take the money and run ;-). Nehmen Sie das Geld und suchen Sie sich eine neue Aktie.

Für mich sieht es so aus, als werde die Übernahme erfolgreich durchgezogen. Wenn Sie das Angebot nicht annehmen, dann werden Sie zu einer kleinen Zahl von Aktionären gehören, für die man dann eine Lösung finden muss: Irgendwann werden Sie dann ausbezahlt. Das kann aber Monate, wenn nicht Jahre dauern und es ist nicht gesagt, dass der Auszahlungspreis dann höher liegt. In dieser Phase sind Sie dann jedoch handlungsunfähig, müssen also auf den Abschluss des Prozesses warten.

Also: Sie haben einen dicken Buchgewinn erzielt, realisieren Sie ihn und suchen Sie sich eine neue Aktie :-). Glückwunsch.


 Frage vom 30.06.2022

#Deutsche Pfandbriefbank

Guten Morgen,

Habe mir gerade die pbb Aktie angeschaut. Das wäre doch eine schöne Dividenden Aktie in diesen Zeiten, oder ?

Sieht für mich einigermaßen Safe aus

Mit besten Grüßen aus Köln, Alfons

 Antwort:

Die Deutsche Pfandbriefbank ist ein solider Immobilienfinanzierer mit stark schwankender Dividendenausschüttung. Als Dividendenkandidat sollte die Dividende aber konstant und stetig wachsend sein, das ist hier nicht der Fall. Das Spekulieren auf eine einmalig hohe Dividendenausschüttung, wie derzeit, ist dann aber genau das: Eine Spekulation. Da kann es schnell passieren, dass die Aktienkursentwicklung die hohe Dividende wieder zunichte macht. Aktuell dürfte die Aktie im Umfeld steigender Zinsen (und damit Finanzierungskosten für Immobilien) unter Druck bleiben.


 Frage vom 30.06.2022

#Umicore

Hallo Herr Heibel,

können Sie bitte in einen Ihrer folgenden Heibel Ticker Plus einmal das belgische Unternehmen Umicore unter die Lupe nehmen. Ich bin stark in diesem Unternehmen investiert und hätte gerne mal eine Einschätzung von Ihnen, wie Sie das Unternehmen bewerten und die Zukunftsaussichten einschätzen.

Vielen Dank im Voraus. Beste Grüße, Jens aus Iserlohn

 Antwort:

Umicore erfüllt weder meine Kriterien für ein Wachstums- noch für ein Dividendenunternehmen. Es ist zwar günstig bewertet, aber weder Umsatz noch Gewinn wachsen nennenswert. Die Dividendenrendite ist mit 4% zwar attraktiv, im Jahr 2015 gab es jedoch einen Rückgang in der ausgeschütteten Dividende, daher qualifiziert sie sich auch nicht als Dividendenaktie.

Meine Kriterien sind nur ein grober Einstieg, um die unzähligen Kandidaten vorzuselektieren. Es kann natürlich bei einzelnen Unternehmen besondere Umstände geben, die man sich dann genauer anschauen muss. Zu Umicore liegen mir allerdings kaum Informationen vor, so dass es mir zu aufwendig ist, mir eine Meinung zu bilden. Tut mir leid.


 Frage vom 30.06.2022

#Militärische Auseinandersetzung Nato vs. Russland

Hallo Herr Heibel,

bitte beantworten Sie mir nur eine Frage: Ist es sinnvoll sich von seinen Aktien zu trennen, wenn man eine militärische Auseinandersetzung der Nato mit der Russland befürchtet?

Ich hoffe zwar, dass diese Situation nie eintritt- aber.
Mit freundlichen Grüßen, ihr treuer Kunde
Willi aus Karlsruhe

P.S.: Übrigens, den Weinkeller habe ich bereits soweit gelichtet, dass nach einem Besuch desselben, niemand mit der Polizei in Schwierigkeiten geraten wird.

 Antwort:

Es gibt immer einen Bullenmarkt und ich setze alles dran, ihn für Sie zu finden.

In der großen Finanzkrise 2007 bis 2009 war es eine gute Idee, „alles“ zu verkaufen. Ansonsten kann ich mich in meiner Börsenlaufbahn (seit 1988) an keinen Moment erinnern, an dem „alles verkaufen“ vorteilhaft gewesen wäre. Normalerweise verpassen Sie dann die Rallye, die am Ende der Baisse steht.

Wenn wir tatsächlich eine militärische Auseinandersetzung zwischen Russland und der Nato haben, dann werden viele Aktien mMn tatsächlich noch deutlich weiter ausverkauft werden. Das Nato-Treffen dieser Woche weckt böse Erinnerungen an die Vorkriegszeit im vergangenen Jahrhundert, als alle Parteien aufrüsteten. Nur einmal gab es in den vergangenen Jahrzehnten ein Aufrüsten, dass durch die Entsorgung der Waffen endete. Das war 1985, als Ronald Reagan und Michael Gorbatschow einen Abrüstungsvertrag aushandelten. Alle anderen Aufrüstungsphasen endeten leider in Kriege, in denen die Waffen benutzt wurden.

Ich kann Ihre Befürchtung also durchaus nachvollziehen.

Zu meiner Überzeugung gehört, dass ich am Ball bleibe und unser Kapital entsprechend den geopolitischen und wirtschaftlichen Entwicklungen in unterschiedliche Anlagebereiche steuere. Ich würde, wenn sich tatsächlich eine militärische Auseinandersetzung abzeichnen sollte, unsere Goldpositionen stärker gewichten. Ich würde dann auch darüber nachdenken, Rüstungsaktien ins Depot zu holen. Davon habe ich mich viele Jahre fern gehalten, weil ich mich mit diesem Thema nicht beschäftigen wollte. Doch die Zeiten haben sich leider geändert. Es wird auch Technologie- und vielleicht auch Versorgeraktien geben, die eine militärische Auseinandersetzung gut durchstehen würden.

Doch so weit ist es zum Glück noch nicht und derzeit setze ich darauf, dass die Politik Wege für eine friedliche Lösung finden wird.

P.S.: Schade, dass Sie Ihren Weinkeller gelichtet haben: Ein gut gefüllter Weinkeller wäre ebenfalls eine gute Investition für den Fall der Fälle :-).


 Frage vom 30.06.2022

#DAX Call

Hallo Herr Heibel,

ich stehe bei dem Dax Call WKN: SH1MUW, ISIN: DE000SH1MUW5 im Verständnis noch ein wenig auf dem Schlauch 😉

Da ich das Instrument halte und auch ein wenig noch zugekauft habe (besseres averaging), wollte ich mich erkundigen, was passiert, wenn das Instrument zwar über dem Einkaufswert zu liegen käme, dh zB mit entsprechend (leichtem) Gewinn, aber der Dax dabei noch deutlich unter 15500 Punkten liegt.

Wäre dann der veräußerte Teil der Position quasi wertlos?

Vielen Dank! Beste Grüße, Fabian aus Traunstein

 Antwort:

Sie können Ihren Call jederzeit über die Börse zum Marktpreis verkaufen. Wenn der Call-Preis über ihren EK gestiegen ist, dann können Sie einen Gewinn realisieren.

Bitte beachten Sie, dass die Restlaufzeit bei Optionsscheinen einen großen Einfluss auf den Wert hat. Wenn die Restlaufzeit unter ein halbes Jahr sinkt, fällt der Kurs des Optionsscheins erfahrungsgemäß überproportional. Für eine Spekulation über diesen Sommer hinaus würde ich daher einen Call mit längerer Laufzeit aussuchen.


 Frage vom 08.06.2022

#Gazprom ADRs werden eingezogen

Hallo Herr Heibel,

wir hatten schon einmal kommuniziert, damals wegen Ihres Urlaubs auf Sardinien. Heute wende mich als zurzeitiger Nicht-Abbonent mit einer Frage an Sie, deren Beantwortung ev. auch für Ihre Leser von Interesse sein könnte.

Ich habe der guten Dividende wegen in Gazprom investiert. Nun hat mich meine Bank informiert, dass das ADR-Programm gekündigt werden soll. Ich verstehe das alles gar nicht und weiß auch nicht, was ich sinnvollerweise tun kann/soll. Vielleicht haben Sie nach Lektüre der Anlage einen Rat für mich. Das wäre sehr nett ...

Mit freundlichen Grüßen aus Berlin
Joachim aus Berlin

 Antwort:

Im Zuge der Sanktionen darf Gazprom keine ADRs mehr an westlichen Börsen handeln lassen. Die ADRs sind Anrechte auf die echten Aktien, die in Russland an der Moskauer Börse notiert werden. Sie können Ihre ADRs gegen echte russische Aktien tauschen, allerdings brauchen Sie dann eine Bank, die diese russischen Aktien für Sie verwahrt. Ihre Bank tut das nicht, das ist ebenfalls Teil der Sanktionen. Sie brauchen also eine russische Bank, müssten im Zweifel dafür nach Moskau fahren … ich würde die ADRs verkaufen.


 Frage vom 08.06.2022

#Inflationsbekämpfung durch Leitzins ineffektiv

Guten Morgen Herr Heibel,

danke für die interessante Analyse. Folgender Gedanke geht mir immer wieder im Kopf rum ...

Ein Großteil der Inflation kommt aus den Energiepreisen. Wir sind in den Industriestaaten immer noch von Öl und Gas abhängig. Überall steckt der Preis von fossiler Energie drin. Das Angebot wird politisch verknappt, seit Biden an der Macht ist. Die USA sind wieder zum Öl Importeur geworden und gleichen nicht mehr die Angebotsdifferenz auf dem Weltmarkt aus. Gleichzeitig werden Banken daran gehindert, neue Projekte zu finanzieren, Energieunternehmen wollen nicht mehr investieren, weil sie die Amortisation aufgrund politischer Ausstiegsziele nicht mehr abschätzen können. Die bestehenden Produktionskapazitäten reichen nicht aus, um den Bedarf zu decken. Die Russlandsanktionen verschärfen die Situation. All das hängt nicht am Zins! Ganz gleich was die FED und die EZB tut, es wird nichts ändern. Die Politik hat sich festgefahren und kann schlecht das Narrativ der "Energiewende" ändern. Ergebnis: Stagflation nicht für ein paar Monate sondern Jahre, Lohn/Preis Spirale, Reduktion des Wohlstands.

Ich bin zu jung, die 70er Jahre aus Sicht der Märkte erlebt zu haben, aber mir scheint diese Zeit die einzige zu sein, die vielleicht vergleichbar ist mit der aktuellen Situation. Klar, nach der Finanzkrise und den ganzen Stimuli gingen die Rohstoffpreise in 2011 auch durch die Decke, kamen aber schnell zurück, weil die Angebotsseite stark politisch unterstützt war und viel investiert wurde. Aber wo ich auch suche, ich finde die angebotsorientierte Politik nicht... Ohne dies wird es diesmal kein V geben wie in 2020... die Perspektive fehlt...

Ich würde mich sehr freuen, wenn ich falsch liege.

Ihnen ein schönes Wochenende.

Klaus aus Nürnberg

 Antwort:

Sie können es drehen und wenden, wie Sie wollen: Wenn also, wie Sie richtig erkannt haben, ein Teil der Inflation nicht durch die Geldflutung, sondern durch die Ölknappheit erzeugt wird, dann könnte ein höherer Ölpreis auch zur gegenteiligen Reaktion, wie von Ihnen beschrieben, führen: Verbraucher und Unternehmen empfinden den Ölpreis (und alle davon abhängigen Produkte) als zu teuer und halten sich mit zusätzlicher Produktion, zusätzlichem Konsum zurück. Die Inflation würde durch den hohen Ölpreisanstieg gebremst, ohne dass die Notenbanken den Zins anheben müssten.

Die wichtige Frage ist: Wird die Inflation auf den Arbeitsmarkt übergreifen? Wir werden das in der nächsten Lohnrunde sehen. Sowohl ein hoher Ölpreis als auch ein höherer Zins sind Signale an den Markt, dass die Inflation nicht ewig anhalten darf. Doch verursacht wird eine eventuelle Verstetigung der Inflation durch das Überspringen auf die Löhne und Gehälter.


 Frage vom 08.06.2022

#Brennstoffzelle

Hallo Hr Heibel,

ich vermisse folgendes in ihren Ausführungen:

1)Die deutsche Bundesregierung wird kurz-/mittel- und langfristig Unmengen an Geld und Anstrengungen in den Wechsel der Energieversorgung stecken, wobei bei Umstellung auf LNG immer Wasserstoff als Ziel mit geplant wird. D.h. dieser Bereich sollte verstärkt wachsen können. Ich finde jedoch keine Behandlung von Wasserstoffaktion bei Ihnen.

Viele haben z.B. mit Wachstumsaktien wie Paypal große Verluste eingefahren, die innerhalb dieses Jahres kompensiert werden müssten (solange Verlust dieses kompensiert wird, fällt vom Gewinn ja keine Steuer an, nächstes Jahr muss dann der Verlust unter Abführung von Steuern vom Gewinn kompensiert werden). Wie wären die Chancen einzuschätzen, mit Wasserstoffaktien noch dieses Jahr größere Gewinne machen zu können, und bei welchen Aktien könnte sich das Risiko auszahlen?

Vielleicht könnten sie dann Siemens Energy (die stark zurückgekommen sind), SFC Energy(die Gewinn machen), NelAsa, PlugPower, Hexagon Purus (diese und etc. z.B. alle aus den einschlägigen Empfehlungs-Mails, mit denen man bombardiert wird) in ihre seriösen Analysen einbeziehen..

Danke für eine Antwort zu diesen Themen,
Viele Grüße, Hugo aus dem Burgenland, Österreich

 Antwort:

Viele Wasserstoffaktien sind - ähnlich den Technologie-Highflyern - sehr hoch bewertet. Linde habe ich bspw. seit langem auf meiner Wunschliste. Ja, bei Gelegenheit werde ich in diesem Bereich die eine oder andere Aktie vorstellen.

Plug Power: Schreibt 2022 und 2023 Verluste, kommt daher vor dem Hintergrund der Inflation und drohenden Rezession nicht in Frage.

SFC Energy: Die PEG-Quote für 2022 liegt bei 2,4 und somit knapp über der Schwelle von 2, ab der ich Unternehmen als teuer betrachte. Die Rule of 40 wird mit dem Wert von 36 knapp nicht erreicht: Wachstum (+27%) und Gewinnmarge (+9%). Der Cashflow bliebt bis 2025 Analystenschätzungen zufolge negativ. Aber immerhin beschleunigt sich die Wachstumsrate derzeit. Die Brennstoffzellenlösungen werden von Militär, Industrie und Tourismuslösungen (Wohnmobile) eingesetzt. Interessant :-).

Nel ASA ist hoch bewertet und erwirtschaftet auf absehbare Zeit keine Gewinne. Immerhin ist die Rule of 40 mit einem Wert von 102 erfüllt: 82% Umsatzwachstum und 20% Gewinnmarge. Aber es handelt sich um einen Umsatzsprung, der sich nicht wiederholen wird. Unternehmen ohne solide Gewinnentwicklung sind derzeit zu riskant.

Siemens Energy wächst nicht, hat aber immerhin eine solide Bilanz. Das KGV 2023e wird bei nur noch 18 erwartet. Bei 6% Umsatzwachstum wird ein überproportionaler Gewinnanstieg von 22% p.a. erwartet. Siemens liefert eine Reihe von Technologien, die für die Wasserstoffgewinnung genutzt werden: Kompressoren zur Wasserstoffverdichtung, Gasturbinen und Elektrolyseure.

Hexagon Purus: Auf absehbare Zeit kein Gewinn in Sicht, daher schlecht für diese Marktphase.

—> Bleiben also SFC Energy und Siemens Energy. Doch derzeit ist der Ölpreis erst einmal so hochgelaufen, dass unsere Ölaktien ausreichend Energie-Exposure darstellen. Bei Gelegenheit werde ich wechseln und dann diese beiden Aktien näher anschauen.