| Antwort: Es gibt immer einen Bullenmarkt und ich setze alles dran, ihn für Sie zu finden.
In der großen Finanzkrise 2007 bis 2009 war es eine gute Idee, „alles“ zu verkaufen. Ansonsten kann ich mich in meiner Börsenlaufbahn (seit 1988) an keinen Moment erinnern, an dem „alles verkaufen“ vorteilhaft gewesen wäre. Normalerweise verpassen Sie dann die Rallye, die am Ende der Baisse steht.
Wenn wir tatsächlich eine militärische Auseinandersetzung zwischen Russland und der Nato haben, dann werden viele Aktien mMn tatsächlich noch deutlich weiter ausverkauft werden. Das Nato-Treffen dieser Woche weckt böse Erinnerungen an die Vorkriegszeit im vergangenen Jahrhundert, als alle Parteien aufrüsteten. Nur einmal gab es in den vergangenen Jahrzehnten ein Aufrüsten, dass durch die Entsorgung der Waffen endete. Das war 1985, als Ronald Reagan und Michael Gorbatschow einen Abrüstungsvertrag aushandelten. Alle anderen Aufrüstungsphasen endeten leider in Kriege, in denen die Waffen benutzt wurden.
Ich kann Ihre Befürchtung also durchaus nachvollziehen.
Zu meiner Überzeugung gehört, dass ich am Ball bleibe und unser Kapital entsprechend den geopolitischen und wirtschaftlichen Entwicklungen in unterschiedliche Anlagebereiche steuere. Ich würde, wenn sich tatsächlich eine militärische Auseinandersetzung abzeichnen sollte, unsere Goldpositionen stärker gewichten. Ich würde dann auch darüber nachdenken, Rüstungsaktien ins Depot zu holen. Davon habe ich mich viele Jahre fern gehalten, weil ich mich mit diesem Thema nicht beschäftigen wollte. Doch die Zeiten haben sich leider geändert. Es wird auch Technologie- und vielleicht auch Versorgeraktien geben, die eine militärische Auseinandersetzung gut durchstehen würden.
Doch so weit ist es zum Glück noch nicht und derzeit setze ich darauf, dass die Politik Wege für eine friedliche Lösung finden wird.
P.S.: Schade, dass Sie Ihren Weinkeller gelichtet haben: Ein gut gefüllter Weinkeller wäre ebenfalls eine gute Investition für den Fall der Fälle :-). |