Leserfragen (Februar 2023)


 Frage vom 23.02.2023

#Profitieren von steuerlichem Entlastungspaket

Hallo Herr Heibel!

Welche Firmen könnten davon profitieren?

Lindner skizziert Entlastungspaket - 'Superabschreibungen' nahen

BERLIN (dpa-AFX) - Bundesfinanzminister Christian Lindner hat Details der geplanten Entlastungen für die Wirtschaft skizziert. Er plane ein "steuerliches Wachstumspaket, das Abschreibungen, Investitionsprämien, steuerliche Forschungsförderung, Mitarbeiterkapitalbeteiligung und Vereinfachung bringt", sagte der FDP-Politiker in einem am Donnerstag veröffentlichen Interview des "Handelsblattes".

Lindner stellte auch in Aussicht, dass die von der Ampelkoalition geplanten sogenannten Superabschreibungen für Unternehmen bald kommen. In der Krise sei dafür nicht der richtige Zeitpunkt gewesen, da die Abschreibungen dann vor allem die Inflation angetrieben hätten. "Nun spricht vieles dafür, dass der richtige Zeitpunkt naht", sagte Lindner mit Blick auf die Superabschreibungen. So hätten sich die Lieferkettenprobleme entspannt. Einen konkreten Zeitpunkt nannte er nicht.

Die Ampel-Parteien hatten sich im Koalitionsvertrag vorgenommen, eine Investitionsprämie für Klimaschutz und digitale Wirtschaftsgüter zu schaffen, die es Steuerpflichtigen ermöglicht, einen Anteil der Anschaffungs- und Herstellungskosten von Wirtschaftsgütern zu diesen Zwecken vom steuerlichen Gewinn abzuziehen
Nikolai aus Essen

 Antwort:

Das ist noch so vage, davon kann letztlich jeder profitieren, der das nutzen möchte. Doch auch wenn das „Super“-Abschreibung heißt, wird damit kein Geld verdient, sondern nur die Steuerlast ein kleines bisschen … bzw. nicht einmal das, sondern Steuerersparnisse können früher eingelöst werden, und damit später dann nicht mehr. Das ist kein Effekt, der einer Aktie Beine macht.


 Frage vom 23.02.2023

#Grund für hohe Rendite bei Landesbank Baden-Württemberg

Guten Tag Herr Heibel,
Ich finde es gut, dass Sie jetzt auch neben ihren inspirierenden Analysen der Aktienmärkte Anleihen stärker in den Fokus nehmen.
Aufgrund der gestiegenen Zinsen beschäftige ich mich erstmals seit Ende letzten Jahres mit der Thematik und habe erste Investments getätigt.
Zur Suche benutze ich den Anleihen Finder der Börse Stuttgart. Dort sind mir € Anleihen der LB BW aufgefallen, die bei Laufzeiten von 6-12 Monaten Renditen von 4-5 % abwerfen. Die Höhe hat mich überrascht, finde allerdings keine Informationen im Netz, ob die LB BW in irgendeiner Weise Probleme hat, die dazu führen, dass so relativ hohe Renditen angeboten werden müssen Haben Sie eine Meinung dazu?
Mit freundlichen Grüßen
Detlef aus Wuppertal

 Antwort:

Nein, ich habe keine Einblicke in das Geschäft der Landesbank Baden-Württemberg. Da der Anleihemarkt um ein Vielfaches größer ist als der Aktienmarkt und vorwiegend von institutionellen Anlegern bestimmt wird, geht man davon aus, dass die dortige Preisfindung ziemlich gut funktioniert. Es ist also davon auszugehen, dass es Gründe dafür gibt, dass die Landesbank BW einen so hohen Zins zahlen muss, um sich zu refinanzieren.


 Frage vom 23.02.2023

#Renditeberechnung zu US-Staatsanleihen

Guten Abend Herr Heibel,

können sie Nachhilfe geben?

US-Staatsanleihen-Anleihe: 6,250% bis 15.08.2023
https://www.finanzen.net/anleihen/411572-us-staatsanleihen-anleihe

Wir haben Krise, also wird der $ stark bleiben, EU hat Verbrenner verboten, also wird der $ stark bleiben.
Die FED wird die Zinsen weiter erhöhen, weil Inflation und Konsum immer noch zu hoch für die FED sind.

Jetzt wird es wichtig: Ich bekomme auf 100% 6,25%!!
nächster Zinstermin
15.02.2023
Zinstermin Periode
Halbjährlich

Also bekomme ich am 15.08.2023 das Papier zu x% und 6,25% von 100, wenn die FED nun um 3*0,25% erhöht, sollte das Papier entsprechend auf ~7% erhöhen also einen Wert von 89,2857142857143% haben.
Ich verliere also ~1000€ und bekomme 625€, korrekt?

Nur leider zeigt der Chart, dass es von 107% auf fast 100% in diesem Zinserhöhungszyklus gesunken ist. Wieso, da die Zinsen auf ~4,5% erhöht wurden und das Papier mit 6,25% darüber liegt?

Nun weiß ich wieder, warum ich vom Anleihemarkt so wenig Ahnung habe 😔

Hoffe ich langweile sie nicht und könnte mir auch vorstellen, dass sie dieses Thema in den Heibel-Ticker mal aufnehmen, da es noch Zinserhöhungen geben wird und wahrscheinlich Ende des Jahres Zinssenkung ( Dann hätte ich die Rendite und die neuen Papiere geringere, dann müsste mein Papier aufwerten, oder?)

Na dann hoffe ich mal auf ihre Antwort,
Mit freundlichen Grüßen,

Reiner aus Blankenheimerdorf

 Antwort:

Puh, da fordern Sie mich aber heraus. I accept the challenge ;-).

Sie wollen eine US-Anleihe kaufen, die heute bei 100,83% notiert und zum 15.8. zu 100% zzgl. 6,25% Zins zurückbezahlt wird. Wenn Sie heute kaufen, müssen Sie zusätzlich zu den 100,83% auch noch die bis zum heutigen Tag angelaufenen Zinsen anteilig zahlen: 15.8.22 bis 24.2.23 = 189 von 360 Tagen = 3,23%.

Sie zahlen also 100,83 + 3,23 = 104,06%.
In 171 Tagen bekommen Sie dann 106,25% zurück, Gewinn also = 106,25-104,06 = 2,19.
Auf den Einsatz von 104,06 entspricht das eine Rendite von 2,1% für 171 Tage. Aufs Jahr gerechnet entspricht das einer jährlichen Rendite von 4,42%.

Mit unserer Bundesanleihe bekommen wir 2,9% Rendite aufs Jahr gerechnet, also 1,5%punkte weniger. Nun fangen Sie an, den Wechselkurs einzurechnen. Ich halte das für nicht zielführend, da man ja nur dann in Anleihen investiert, wenn man ein „sicheres“ Einkommen haben möchte. Andernfalls würde ich Wechselkursspekulationen eingehen. Aber sei’s drum, schauen wir uns das mal an:

In den vergangenen sechs Monaten hatte der Wechselkurs Ende September ein Tief bei 0,9595 und Anfang Februar ein Hoch bei 1,1012. In den sechs Monaten ist der Wechselkurs also um 15% geschwankt. Und da wollen Sie auf die künftigen 6 Monate eine „sichere“ Anleihe mit 1,5% Vorsprung vorziehen? Da vermischen Sie Dinge.

Aber sei’s drum, nehmen wir mal an, Sie wollen auf einen weiter ansteigenden US-Dollar spekulieren, weil, wie Sie sagen, die Fed die Zinsen weiter erhöhen wird. Der Wechselkurs wird nicht allein durch die Fed bestimmt, sondern auch durch die EZB. Und aktuell sieht es danach aus, als werde die EZB eine höhere Geschwindigkeit bei den Zinserhöhungen an den Tag legen, nachdem sie mit einem halben Jahr Verspätung in das Rennen eingestiegen ist. Und stärkere Zinserhöhungen der EZB sprechen für einen festen Euro.

Zumindest möchte ich damit zeigen, dass ein weiterer Kursanstieg des US-Dollars nicht so einfach durch die Fed hervorgerufen werden kann.

Soweit meine Ausführungen. Ich habe die Berechnung nicht auf den Tag genau und somit nicht auf die letzte Nachkommastelle genau durchgeführt, es geht hier um die Dimension. Auch sehe ich gerade, dass die Zinsen halbjährlich und nicht jährlich ausgezahlt werden, ich bin fälschlicherweise von jährlicher Zahlungsweise ausgegangen ... das ändert aber nichts am Ergebnis.

Wer einen kleinen Zinsvorteil in den USA nutzen möchte, muss damit rechnen, dass Wechselkursschwankungen den Zinsvorteil niedlich erscheinen lassen.

RÜCKFRAGE

Guten Abend Herr Heibel,

Danke, da ich bisher noch nie in Anleihen investiert war, scheine ich mich wohl komplett falsch auszudrücken. Die Stückzinsen habe ich natürlich überhaupt nicht berücksichtigt, aber die Leute bei den Börsennachrichten auch nicht. Bin nicht alleine, leider ☹ früher war das anders.

Deshalb erlaube ich mir es noch mal zu versuchen.

Meine Beispiele dienten dazu den bisherigen Verlauf darzustellen, um auf den zukünftigen Verlauf (den ich mir vorstelle, ob er kommt, sei dahingestellt) hinzuweisen, der aufgrund der Schuldensituation wieder sinkende Zinsen mit sich bringen wird. Top zu treffen ist unmöglich und es muss auch keine Staatsanleihe sein.

Wenn ich nun folgende Annahmen in den Raum stelle: USA 6% Spitzenzinssatz mit einer Inflation, die keine 10% in der Zukunft mehr trifft, aufgrund des Basiseffektes.

Kauf zu diesem Zeitpunkt würden die 6% sicher + Kurserhöhung unsicher garantieren. Ich gehe noch von 2023/24 schwierigen Zeiten aus, also Leerverkauf, lief letztes Jahr nicht schlecht (Beimischungen).

Dann stellt sich mir die Frage, die der Wirtschaftsingenieur gerne an den Volkswirt weiter reichen möchte: Inflation und sinkende Zinsen und sinkender Dollar = steigender Goldpreis und kein Fiat-Geld!! Gegenüber: Anleihen zu ~6% gekauft.

In beide Positionen investieren oder Gold vorziehen?

Mit freundlichen Grüßen,

Reiner aus Blankenheimerdorf
PS: Könnte mir vorstellen, dass nach dem Abverkauf 2022 der Anleihen im Jahr 2023 der umgekehrte Fall eintreten wird. Bloß kaum Anleihewissen.

RÜCKANTWORT

Wenn ich Sie richtig verstehe möchten Sie wissen, ob Sie im Falle einer Rezession im weiteren Jahresverlauf eher in Gold, oder in Anleihen investieren sollen.

Fiat-Geld (=Staatsanleihe kaufen bei Zinsspitze): Das würde davon abhängen, wie hoch die Inflation dann ist. Solange die Inflation höher als der Leitzins ist, wäre dieser Weg nachteilig und entsprechend würde ich auch keinen Kursgewinn (führt zu weiter sinkenden Renditen) bei den Staatsanleihen erwarten.

Sollte die Inflation jedoch zu diesem Zeitpunkt dann schon niedriger sein als der Leitzins, dann hat die Notenbank übersteuert und eine Rezession ist nicht nur wahrscheinlich, sondern mMn ziemlich sicher. In diesem Fall wird das Geld tatsächlich in die Anleihen strömen, um den Zins auf das Inflationsniveau zu drücken.

Aktienmärkte werden in der Regel bis zum Eintritt einer Rezession ausverkauft. Wenn wir also Ende des Jahres eine Rezession haben, dann sollten wir in den kommenden Monaten schon den Ausverkauf sehen. Vielleicht im Sommer …? Ich denke jedoch, dass wir den Großteil des Ausverkaufs im vergangenen Jahr bereits vorweg genommen haben, daher dürfte ein weiterer Ausverkauf moderat bleiben.

Goldpreis und US-Dollar sind tatsächlich negativ korreliert: Wenn der US-Dollar schwächest, steigt der Goldpreis. Im obigen Szenario, wenn die Wirtschaft abgewürgt wird, dürfte der US-Dollar fallen und der Goldpreis steigen … theoretisch :-)

Ich hoffe, ich habe dieses mal Ihre Frage besser beantwortet. Aber bitte bedenken Sie, das dies nur Szenarien sind. Volkswirte wie ich sind gut im Erklären dessen, was passiert ist. Auch Szenarien können wir erstellen. Doch die Realität kann dann noch immer ganz anders aussehen.


 Frage vom 23.02.2023

#Spekulation im Bitcoin

Lieber Herr Heibel
Entschuldigen Sie mich bitte, ich bin etwas nervös wegen des steilen Aufstieg des Bitcoins , fast 30% seit dem letzten tiefen Fall. Sie sagten es gehe wahrscheinlich nochmals tief hinunter......sind sie immer noch gleicher Meinung? (wurde eben gerne nochmals etwas versuchen ....)

Vielen Dank , Rita aus Monistrol de Montserrat, Spanien

 Antwort:

Ich habe mir die Werte unter 10.000 USD oder sogar bei 6.000 USD als Extrempunkte vorgemerkt, um mich darauf einzustellen, beim Einbruch auf dieses Niveau nicht zu verkaufen. Wenn das nun nicht mehr kommt, um so besser. Doch ausschließen kann ich das nicht.

Die Bitcoin-Buden gehen derzeit reihenweise in die Grätsche, das allein spricht schon für einen Boden im Bitcoin-Kurs. Alles Schlechte ist nun bekannt. Doch fragen Sie mich bitte nicht, ob der Bitcoin in den kommenden Wochen noch weitere 10% oder 20% ansteigen kann. Für mich ist der Bitcoin eine alternative Währung, die nur dann wirklich werthaltig wird, wenn sie in der breiten Gesellschaft akzeptiert wird. Daher verfolge ich Projekte, die zur weiteren Verbreitung des Bitcoins beitragen, um abzuschätzen, ob das nur Geldmacherei ist, oder aber eine sinnvolle Anwendung.

Viele Geldmacherei-Projekte gehen in diesen Tagen kaputt. Einige weniger sinnvolle Projekte (Lightning) laufen gut.

Oder anders gesagt: Ich bleibe bei meiner Einstellung, dass Spekulieren im Bitcoin derzeit sehr schwer ist - zu schwer. Aber eine kleine Position im Bitcoin mit fünf oder mehr Jahren Zeithorizont halte ich für eine gute Diversifikation.


 Frage vom 23.02.2023

#Wirkung von Inflation auf FlatexDeGiro

Guten Tag Herr Heibel,

ich habe eine Frage zu Flatex. Sie gehen davon aus, dass die Zinsen schneller und höher steigen werden, als die Börsen dieses derzeit eingepreist haben. Ich folge Ihrer Argumentation. Flatex ist ja ein Tech-Wert, in früheren Börsenphasen gingen steigende Zinsen zumeist zulasten von Tech-Werten. Zeitgleich ist Flatex ja aber auch eine Bank...Bedeutet das, dass Flatex irgendwie auch von steigenden Zinsen profitiert? Flatex lebt ja wohl nicht vom verleihen von Geld, könnte sein eigenes Wachstum aber so sicherlich günstiger finanzieren. Ist der Anstieg von Flatex bei weiteren Zinserhöhungen gefährdet? Bis dato hatte ich den Eindruck, dass Flatex gerade bei neuen Zinserhöhungen nachgefragt wird. Ich habe Flatex mit 15% gewichtet und bin damit bis jetzt ziemlich gut gefahren...Jetzt frage ich mich, ob ich den Anteil nun etwas zurückfahren sollte. Ich bin zufriedener Kunde von Flatex und bin somit auch dichter dran. Manchmal frage ich die Flatex-Kundenbetreuer wie es so läuft, die können sich vor Arbeit nicht retten.

Dann ist da noch etwas, was mich interessiert. Immobilien, Bitcoin, cash und Gold haben derzeit als "Anlageklassen" auch ihre Risiken. An Aktien kommt man also auch jetzt nicht vorbei. Früher gab es Minuszinsen für cash, daher musste man in Aktien ausweichen. Jetzt gibt es Inflation für cash, also muss man doch ebenfalls in Aktien ausweichen. Selbst 3% Guthabenszinsen suf Festgeld würden die derzeitige Inflation nicht im Ansatz ausgleichen. Wenn sich also Tech-Werte am Markt für künftiges Wachstum verschulden müssen, dann entschuldet man sich nun halt trotzdem über die Inflation. Das Wachstum von Tech-Werten würde derzeit also auch durch die Inflation "subventioniert", wenn man mal Zinskosten von 3,8% ansetzt. Hat sich also eigentlich tatsächlich vieles zum negativen entwickelt, für Tech-Werte? Der Bewertungsabschlag vieler Tech-Werte (z.B. hello fresh, flatex etc.) ist ja weiterhin enorm.

Vielen Dank für Ihre Antwort im voraus.

Mit freundlichen Grüßen
Micha aus Mühl Rosin

 Antwort:

Gute Überlegungen :-). Vielen Dank.

Ja, FlatexDeGiro profitiert von steigenden Zinsen durch höhere Zinseinnahmen. Wenn man sich die Analystenschätzungen im Detail anschaut, dann gehen die von einer Zinsmarge von 1% aus und kommen auf Zinseinnahmen von 50 Mio. Euro. Ich habe mal nachkalkuliert, wie das Ganze aussieht, wenn die Marge durch den stark angestiegenen Zins um 1% höher ausfällt: Es wären weitere 50 Mio. Euro. Der Gewinn (EBITDA) wird aktuell mit 153 Mio. Euro erwartet. Die zusätzlichen Zinseinnahmen dürften für gute Laune sorgen.

FlatexDeGiro hat netto keine Schulden, sondern finanziert sich aus Eigenmitteln. Daher kommen keine hohen Kreditzinsen auf das Unternehmen zu.

Negative Effekte von steigenden Zinsen sind bei den Geschäftsbanken stets die Kredite, die in die Insolvenz schlittern. Doch Flatex vergibt weder nennenswert Unternehmenskredite noch Konsumentenkredite.

Somit hat die Inflation bei FlatexDeGiro meiner Ansicht nach überwiegend positive Auswirkungen auf das Geschäft. Lediglich die Bewertungsmodelle werden bei steigenden Zinsen bei Wachstumsunternehmen zukünftige Gewinne stärker abdiskontieren, was den Aktienkurs von FlatexDeGiro belastet.

8% Umsatzwachstum wird für 2023 erwartet, und 8% Gewinnwachstum (EBITDA). Die Gewinnmarge liegt bei 35-40% und das EV/EBITDA steht bei 6. Das ist für ein volldigitales Geschäftsmodell in meinen Augen sehr günstig.


 Frage vom 23.02.2023

#Wasserstoffaktien für den Heibel-Ticker

Sehr geehrter Hr. Heibel

Wasserstoffaktien sind sehr gefragt, wären diese nicht eine Ergänzung für das Portfolio?

Vielen Dank für Ihre Nachricht im Voraus.

Mit freundlichen Grüßen

Gerhard aus Lustenau, Österreich

 Antwort:

Wir haben Linde im Visier, das Unternehmen ist weltweit führend in der Wasserstoffproduktion und arbeitet intensiv am „grünen“ Wasserstoff. Doch derzeit ist mir die Aktie noch zu teuer. Bei anderen Wasserstoffaktien sieht das Chance/ Risiko-Verhältnis ziemlich verzerrt aus: Zu viel Hype um eine Branche verzerrt die Bewertungen.


 Frage vom 23.02.2023

#Meyer Burger mit Rückenwind

Hallo Herr Heibel,

mich würde Ihre Meinung zu Meyer Burger interessieren. europäische Produktion an Solarmodulen ist doch politisch gewollt. Allerdings ist die GuV der letzten Jahre bei der Firma so ziemlich schrecklich (immer Verluste). Kommen die noch aus dem Keller ?

Grüße aus Dresden,
Thomas

 Antwort:

Zu Meyer Burger habe ich seit Jahren eine Meinung: Zu volatil für mich. Es handelt sich um einen Maschinenbauer (Photovoltaik), der mangels Abnehmer durch Kapitalerhöhungen nun selber zum Stromproduzenten mutiert ist. Die Rahmenbedingungen könnten besser nicht sein. Doch das Management hat in den vergangenen Jahren so häufig das Geschäftsmodell geändert, dass ich mich mit dem Unternehmen nicht mehr beschäftige.


 Frage vom 23.02.2023

#Windowdressing zum Jahresende für HT-Portfolio nutzen

Hallo Herr Heibel,

danke für den Videocall gestern, da haben Sie ein tolles neues Format erschaffen, eine super Ergänzung zum Newsletter. Sie sind einfach ein toller Kommunikator, egal auf welchem Kanal.

Sie sind gestern auf meine Frage zum Windowdressing eingegangen, und ich stimme Ihren Ausführungen zu: im Heibel Ticker machen wir kein Intraday Trading oder spekulieren auf fallende Kurse via Optionsscheinen.

Meine Gedanken gingen eher in folgende Richtung: Sie hatten korrekt vorhergesagt, dass kurz vor Jahresende diejenigen Titel nochmal ausverkauft werden, die im Jahresverlauf schlecht gelaufen sind, also insb. spekulative Technologie Titel.
Und dass diese dann im Januar umso stärker ansteigen würden. Diese Titel hätten wir also Ende Dezember kaufen können und im Laufe des Januars wieder abstoßen.

Klar, ist auch Trading, aber eher im Horizont von mehreren Wochen, das machen Sie ja sonst auch manchmal. Als Kleinanleger haben wir ja den Vorteil, deutlich flexibler zu sein als die großen Fonds.

Viele Grüße aus Detmold
Michael

 Antwort:

Ja, so betrachtet haben Sie natürlich recht und tatsächlich haben wir das ja sogar getan: Disney stand bei mir schon im Dezember zum Verkauf, doch ich habe die Aufholjagd im Januar (+24%) abwarten wollen, bevor ich die Position verkaufe.

FlatexDeGiro haben wir am 30. Dezember zu 6,40 EUR nachgekauft und liegen mit diesem Teil der Position aktuell 24% im Plus. Auch Paypal haben wir zum Jahresende (22.12.) nochmals nachgekauft, bislang stehen +7% zu Buche.

Das ist doch schonmal was, oder? :-).


 Frage vom 10.02.2023

#25% Dividendenrendite bei Hapag Lloyd

Guten Tag Herr Heibel,

eine kurze Frage zu Hapag Lloyd mit der Bitte um kurze Antwort.

Ich verstehe die Bewertung angesichts der hohen Dividendenrendite von ca. 25 % bei Hapag Lloyd nicht.

Können Sie mir helfen?
Viele Grüße aus Berlin von Maria

 Antwort:

Viele Unternehmen haben eine festgelegte Dividendenpolitik. Hapag Lloyd strebt an, stets rund die Hälfte des Jahresgewinns als Dividende an die Aktionäre auszuschütten. Im vergangenen Jahr war der Gewinn von Hapag Lloyd aufgrund der Lieferkettenproblematik angesprungen. Die durchschnittliche Frachtrate für einen Container stand vor einem Jahr über 10.000 USD, vor Corona pendelte der Preis stets unter 2.000 USD.

Zwar ist im Verlauf des Jahres 2022 die Frachtrate wieder in Richtung 2.000 USD gefallen, doch auch in dieser Branche werden Rahmenvereinbarungen mit langen Laufzeiten eingegangen, so dass Hapag Lloyd noch lange von den hohen Raten des Jahresbeginns profitierte. So ergab das Jahr 2022 einen einmalig extrem hohen Gewinn, der nun an die Aktionäre, übrigens zu 13% die Stadt Hamburg, ausgeschüttet wird.


 Frage vom 10.02.2023

#Walgreens Boots Alliance: Günstige Dividendenaktie mit Kursfantasie?

Hallo Herr Heibel,

zu erst einmal ein großes Lob: Es ist zum einen eine Wohltat, ihre stets differenzierte Ansicht und Darstellung des Börsen- und Wirtschaftsgeschehen zu lesen. Für mich stellt das ein absoluter Mehrwert dar. Zudem ist Ihr Vorgehen für das Depot sehr transparent und einleuchtend erklärt, auch wenn ich nicht immer der gleichen Meinung bin (was ja auch völlig normal ist). Auch Ihre Selbstrefexion und Selbstkritik sowie die Offenlegung von Fehlern ist vorbildlich. Bitte weiter so!

Nun zu meiner Frage. Ich bin derzeit nach der Suche, einige Titel in meinem Depot unter den vier folgenden Aspekten unterzubringen:
1) Defensive Branche, welche nach Möglichkeit ziemlich konjunkterunabhängig ist.
2) Nach Möglichkeit Blue Chips aus den USA oder Kanada.
3) Zuverlässige Dividende mit möglichst einer ordentlichen Dividendenrendite, welche nachhaltig ist.
4) Günstiges KGV, würde nahe an ihre Überschrift "Marktirrtum" passen. Also auch Werte, bei dem ein Turnaround absolut realistisch erscheint.

Hier bin ich nun auf Walgreens Boots gestoßen. Pharma und Gesundheit passt zu Punkt 1. Ein DJ-Wert mit 30 Mrd Kapitalisierung passt zu Punkt 2. Eine Dividendenrendite von über 5% passt zu Punkt 3. Und ein KGV unter 8 passt zu Punkt 4. Ich könnte mir vorstellen, dass hier ein Boden erreicht wurde, der Milliardenverlust durch den Vergleich wohl komplett eingepreist ist und hier ein erhebliches Potential im Kurs herrscht. Übersehe ich hier etwas? Wie ist Ihre Meinung zu diesem Titel?

Vorab vielen Dank und Ihnen noch nachträglich ein schönes, erfolgreiches und gesundes neues Jahr!

Thorsten aus Offingen

 Antwort:

Herzlichen Dank für Ihr Lob. Habe mir gerade mal sicherheitshalber über den Kopf gestrichen, aber eine Krone ist da nicht drauf ;-).

Walgreens Boots Alliance, entstanden im Jahr 2015 aus der Fusion von Walgreens mit Boots Alliance, ist tatsächlich in der Liste der qualifizierten Dividendenaktien enthalten. Die Aktie erfüllt alle Kriterien, die ich für Dividendenaktien aufgestellt habe. Und ja, Sie haben absolut recht, die Apothekenkette ist konjunkturunabhängig. Aber ist sie auch günstig?

Das KGV berechnet sich aus dem Aktienkurs. Dieser führt, multipliziert mit der Anzahl aller ausstehenden Aktien, zur Marktkapitalisierung. Darin sind die Schulden nicht enthalten. Leider schiebt das Unternehmen bei einer Marktkapitalisierung von 30 Mrd. USD weitere 36 Mrd. USD an Schulden vor sich her. Und dann hat das Unternehmen noch eine ordentliche Summe an Pensionsrückstellungen, die berücksichtigt werden sollten. Während also das KGV der vergangenen zwölf Monate bei nur 6 steht, ergibt sich ein Enterprise Value / EBITDA von 11.

Tatsächlich ist der Schuldenberg im Jahr 2022 fünfmal so hoch wie der Gewinn (EBITDA). Das Unternehmen müsste also fünf Jahre den Gewinn vollständig zum Tilgen der Schulden verwenden, um schuldenfrei zu werden.

Die Zinsen können derzeit jedoch locker gezahlt werden. Der Gewinn (EBIT) ist 12mal so hoch wie zum Bedienen der Zinsen erforderlich. Das Unternehmen profitiert hier von den niedrigen Zinsen der Vergangenheit. Doch anders als in Deutschland werden in anderen Ländern Zinsen nicht auf so lange Zeiträume festgeschrieben. Es ist damit zu rechnen, dass die Zinslast in den kommenden Jahren ansteigt.

So wird bei einem für das laufende Jahr erwartetem Umsatzwachstum von gerade einmal 2% ein Gewinnrückgang nach Zinsen von 2% befürchtet.

Also: Die optisch günstigen Bewertungskennziffern ergeben sich aus der hohen Schuldenlast. Ich habe mir die Laufzeiten der Kredite in der Bilanz mal angeschaut: Die sind gut gestreut, da werden jährlich ein paar Milliarden fällig. Das heißt, mit einem plötzlichen Sprung bei den Zinsverbindlichkeiten ist nicht zu rechnen, allerdings schon mit einem kontinuierlichen Anstieg.

Hmm, nun wollen Sie meine Meinung dazu hören? Na, ein Marktirrtum liegt hier eher nicht vor, denn der hohe Schuldenstand ist Grund genug für die Vorsicht der Anleger. Das Apothekengeschäft trägt nur dünne Margen, weder positive noch negative Überraschungen sind hier zu erwarten. Ich finde, es gibt attraktivere Aktien.


 Frage vom 10.02.2023

#US-Staatsanleihe und Commerzbank

Hallo Stephan,

ich habe mal wieder ein paar Fragen zur aktuellen Situation.

Einmal denke ich darüber nach, in US Staatsanleihen zu investieren, möchte dies aber erst tun, wenn der US Zinsanhebungszyklus beendet ist. Wie schätzt du es sein, wird die Fed in dem Jahr noch weiter aktiv sein, und wenn ja, wann denkst du, ist ein guter Einstiegszeitpunkt? Und vielleicht noch einen kurzen Ausblick, wie sich das Währungspärchen EURO/USD verhalten wird bis dahin und nach dem USD Anhebungsende. Wird der Euro weiter steigen?

Dann würde ich auch gerne noch in deutsche Aktien investieren. Da Linde ja aus dem DAX ausscheidet, stehen als Nachfolger Rheinmetall oder Commerzbank bereit. Derzeit schaut es ja nach der Bank aus. Und ich finde, Rheinmetall ist schon sehr stark gestiegen. Würdest du zu einem Commerzbank Kauf raten??

Und kannst du mir noch einen Vorgang näher erklären? Wenn Linde an den US Markt geht, und evtl Commerzbank in den DAX folgt, was geschieht da zB bei ETFs? Müssen dann alle DAX ETFs ihre Linde Bestände verkaufen und dann Commerzbank Aktien entsprechend einkaufen? So stell ich mir das in meiner Naivität vor .... Und was geschieht mit dem DAX Kurs? Das Loch, welches das Schwergewicht Linde reißt, kann vom Nachfolger ja nie gestopft werden, warum wird dann aber beim DAX Stand trotzdem keine wirkliche Delle erkennbar sein? Gehe mal davon aus, dass das so sein wird, sonst wäre das ja ein gefundenes Fressen für alle Short Seller. Und würde das nicht bedeuten, dass Commerzbank die nächsten Wochen ein gewisses Kaufinteresse erzeugt, weil es ja dann im DAX auch viel mehr im Rampenlicht steht?

Freue mich auf deine Antwort
Viele Grüße
Christoph aus Germaringen

 Antwort:

Das sind ja gleich drei komplexe Fragen.

Derzeit wird erwartet, dass die Fed am 22.3. den US-Leitzins um 0,25% auf 4,75-5% und am 3.5. um weitere 0,25% auf 5-5,25% anheben wird. Bis zum Sommer könnte es dann sogar noch eine weitere Zinsanhebung um 0,25% auf 5,25-5,5% geben, das ist jedoch nur die Erwartung einer Minderheit. Zum Ende des Jahres könnte es nach Mehrheitsmeinung bereits eine erste Zinssenkung geben.

Ich kann die Notenbankentscheidungen nicht prognostizieren. Allerdings habe ich eine Meinung dazu, wie sich die Inflation entwickeln wird. Und die ist meiner Ansicht nach stärker im System, als uns dies recht ist. Mag sein, dass die Inflation „nur“ durch Angebotseffekte so stark zum Tragen kam, und dass mit der Normalisierung der Lieferkettenprobleme günstigere Rohstoffpreise zu einem Rückgang der Inflation sorgen werden. Doch es gibt Zweitrundeneffekte, wenn Lohnforderungen zu höheren Löhnen führen, die Angestellte sodann in die Lage versetzt, höhere Preise zu zahlen. Es kommt zu einem Gewöhnungseffekt, dass die Preise halt jedes Jahr ein kleines bisschen steigen.

Jay Powell ist Volkswirt und denkt wie ich. Die Gesellschaft jedoch betrachtet hohe Zinsen als kontraproduktiv und als Gefahr für die Konjunktur. Daher wird der Druck groß sein, das Zinsniveau nicht zu hoch zu schrauben. Das könnte dazu führen, dass eben die oben angesprochenen Zweitrundeneffekte zum Tragen kommen, allerdings würde das ein halbes bis zu einem Jahr dauern.

Wenn wir also in den kommenden Monaten das Ende der Zinsanhebungen sehen, könnte das nur ein „vorübergehendes“ Ende sein. Ich habe daher für den Heibel-Ticker eine entsprechende Anleihe herausgesucht, mit der wir in dieser Marktphase vom hohen Zinsniveau profitieren.

Ob sie nun in den USA oder in Deutschland in eine Anleihe investieren sollten, hängt natürlich nicht nur am Zins, sondern auch am Wechselkurs. Doch da habe ich derzeit keine Meinung zu, da die übertriebene US-Dollarstärke in den vergangenen Monaten zum großen Teil ausgeglichen wurde. In welche Richtung der Wechselkurs nun weiterlaufen könnte, weiß ich nicht. Grundsätzlich spricht jedoch einiges für den Euro, da die Zinsanhebungen in Europa noch länger laufen sollten als in den USA.

Wenn im DAX eine Änderung vorgenommen wird, dann werden die Gewichtungen so angepasst, dass der DAX-Stand nicht modifiziert wird.

Die Aktie der Commerzbank ist in den vergangenen Monaten von 6 auf 10 Euro gestürmt, +66%. Das für 2023 erwartete KGV steht bei nur 7. Höhere Zinseinnahmen werden die Ertragskraft stärken, daher ist die Aktie ja schon angelaufen. Fonds und ETFs antizipieren häufig DAX-Veränderungen bereits im Vorfeld, daher könnte der Kursanstieg auch schon ein Zeichen für die erwartete DAX-Aufnahme sein. Doch ich würde nicht allein wegen einer solchen technischen Geschichte auf eine bestimmte Aktie setzen. Wichtiger ist es, dass das Unternehmen gesund und günstig bewertet ist.

Die Commerzbank gehört noch immer zu den Großbanken in Deutschland und hat viele Jahres der Restrukturierungen hinter sich. In der Zwischenzeit hat sich im FinTech-Bereich eine ernstzunehmende Konkurrenz gebildet, so dass die Commerzbank in vielen Geschäftsbereichen mit einem harten Wettbewerb konfrontiert ist. Mag sein, dass die Aktie noch eine Weile weiter läuft. Für unser Heibel-Ticker Portfolio habe ich jedoch eine US-Bank ausgewählt, die weniger Altlasten mit sich trägt als die Commerzbank, um von dem positiven Zinseffekt für das Bankgeschäft zu profitieren.


 Frage vom 06.02.2023

#SAP mit CRM aus der Cloud mehr als Finanzbuchhaltung und Beschaffung

Hallo Herr Heibel,
den folgenden Kommentar hat mein Schwiegersohn (Inhaber eines SAP-Service Partners) verfasst. Wie sehen sie das?

…also SAP auf „Finanzbuchhaltung“ und „Beschaffungslogistik“ zu beschränken ist schon abenteuerlich. Aber die Aussage, dass die Ausgliederung von Qualtrics quasi das Ende von „CRM“ bei SAP bedeutet, ist kompletter Blödsinn. Qualtrics hat mit dem Kern-CRM bei SAP überhaupt nichts zu tun. SAP bietet sowohl ein integriertes CRM-Modul im S/4 als auch eine Cloud-Lösung. Mit Letzterer sind sie auf dem Weg, Salesforce ernsthaft Konkurrenz zu machen. Wir haben auch schon einige Kunden von Salesforce zu SAP holen können. Also so richtig Ahnung hat der Kollege nach meiner Einschätzung nicht.

Heinrich aus Kumhausen

 Antwort:

Vielen Dank für die Weiterleitung des Kommentars Ihres Schwiegersohns.

Immerhin habe ich meine Diplomarbeit über SAP geschrieben und war 5 Jahre lang als SAP-Berater unterwegs (Materialwirtschaft). Davor war ich 2 Jahre in den USA und habe hautnah erleben müssen, wie US-Unternehmen Oracle vorziehen (damals gab es Salesforce noch nicht), weil SAP für deren hemdsärmelige Vorgehensweise im Vertrieb zu starr war.

In der Finanzwelt schauen wir nun aber auf Zahlen und nicht auf Möglichkeiten. Und da passen die Zahlen, die ich sehe, nicht zur Bewertung der Aktie. SAP wird auf Jahrzehnte ein solider Dividendentitel sein. Wachstum wird SAP aber schwer finden. Das CRM-Modul mag für eingefleischte SAP-Kunden super sein, doch Salesforce wird man damit mMn keine Kunden abjagen. Und so bleibt das Umsatzwachstum bei SAP in den kommenden Jahren bei 7,5% bis 8,5%, während Salesforce mit 17-18% mehr als doppelt so schnell wächst.

Doppeltes Wachstum zeigt sich in doppelt so hohem Bewertungsniveau: Enterprise Value / EBITDA liegt bei SAP bei nur 12, bei Salesforce hingegen bei 22.

Für mich ergibt sich ein ziemlich klares Bild: Salesforce könnte sich als Wachstumsunternehmen qualifizieren, SAP als Dividendenunternehmen. Doch SAP bietet nur eine Dividende von 1,8%. Das ist mir zu mager und deswegen habe ich kritisiert, dass SAP entweder wachsen sollte, oder aber die Kosten besser in den Griff bekommen muss, um eine attraktivere Dividende anzubieten.

Ich möchte aus fachlicher Sicht Ihrem Schwiegersohn nicht widersprechen. Doch durch die Finanzbrille sehen Dinge manchmal anders aus. Wenn Ihr Schwiegersohn überzeugt ist, dass mit dem SAP-CRM Modul neue Marktanteile hinzugewonnen werden können, bin ich neugierig, wie genau das gelingt. Vielleicht hat Ihr Schwiegersohn ja Zeit und Lust zu einem kurzen Gespräch mit mir :-).