| Antwort: Für drei alte TUI-Aktien können Sie zum Bezugspreis von 5,55€ acht neue Papiere beziehen. Der Aktienkurs von TUI hat diese Verwässerung durch eine Kurskorrektur von 16 auf 7 Euro widergespiegelt. Mit den Einnahmen in Höhe von 1,8 Mrd. EUR möchte TUI teilweise seine ausstehenden Schulden reduzieren. Per Ende 2022 hatte TUI Nettoschulden in Höhe von 3,4 Mrd. EUR, für Ende 2023 rechnet der Konzern nach dieser Kapitalerhöhung mit einer Reduktion auf 2,4 Mrd. EUR, was einem Verschuldungsgrad (Schulden/Eigenkapital) von 3 entspricht und auf Vorkrisenniveau liegen würde.
Die Finanzspritzen, die im Rahmen der Corona-Pandemie erfolgten, werden damit weiter zurückgezahlt. Vor dem Hintergrund, dass der Jahresumsatz im Jahr 2022 wieder über 16 Mrd. EUR gesprungen war, nachdem 2020 nur 7 Mrd. EUR und 2021 sogar nur 4 Mrd. EUR umgesetzt wurden, zeigt, dass die Verschuldung gar nicht mehr so hoch ist.
Doch TUI musste sich während der Pandemie auch von einigen lukrativen Geschäftsteilen trennen. Das Resultat ist eine nunmehr geringere Profitabilität. Trotz der Umsatzerholung im Jahr 2022 konnte noch kein Gewinn ausgewiesen werden, es wurden 209 Mio. EUR Verlust vermeldet.
Sie möchten nun wissen, ob Sie das Bezugsrecht in Anspruch nehmen und 5,55 je neuer Aktie zuzahlen sollen. Dadurch erhöht sich Ihr Investment in TUI erheblich, ich würde daher die Gewichtung der Position im Gesamtportfolio ebenfalls in Betracht ziehen.
Das Bezugsrecht ist in den vergangenen Tagen von 7 EUR auf 3 EUR eingebrochen. Augenscheinlich wollen viele Aktionäre die Kapitalerhöhung nicht mitgehen.
Insbesondere die Tatsache, dass nach dieser Kapitalerhöhung ein Verschuldungsgrad auf Vorkrisenniveau erreicht sein wird, macht mich optimistisch. Sollte dies die letzte Kapitalerhöhung sein, die in Folge der Corona-Pandemie erforderlich wurde, so kann TUI künftig wieder ins eigene Geschäft investieren und dadurch die Profitabilität steigern. Zudem sinkt die Zinslast nach Rückzahlung eines weiteren Teils der Schulden.
So erwarten Analysten für die kommenden Jahre einen überproportionalen Gewinnanstieg. Die derzeit hauchdünne EBIT-Marge von 2,4% soll auf 5,7% anwachsen. Sollte das gelingen, dürfte auch die Aktie wieder zulegen. Es wäre nicht das erste Mal, dass eine Aktie nach der letzten Kapitalerhöhung in Folge einer Krise deutlich zulegt. Sie werden jedoch Geduld benötigen.
Für Ihre Entscheidung haben Sie noch bis zum 12.4. Zeit, so lange läuft der Bezugsrechtshandel. |