Leserfragen (Oktober 2024)


 Frage vom 25.10.2024

#HBM Healthcare Alternative zu BB Biotech

Guten Tag lieber Herr Heibel,

als Schweizer verfolge ich die BB Biotech natürlich ebenfalls, bin aber in den letzten Jahren mit der HBM Healthcare deutlich besser gefahren, da zudem die Nennwertrückzahlung noch einkommenssteuerfrei war, jetzt ist aber der Nennwert aufgebraucht.
Interessanterweise hat diese Beteiligungsgesellschaft einen deutlichen Abschlag gegenüber dem NAV, obwohl die nichtkotierten Beteiligungen bei Börsengängen in der Regel deutlich höher notieren als sie im NAV bewertet wurden. Vergleichen Sie doch
Mal die beiden Beteiligungsgesellschaften. Ich bin gespannt auf Ihre Meinung.

Beste Grüsse
Erwin aus Thalwill

 Antwort:

Herzlichen Dank für die Infos. Es tut mir sehr leid, aber ich kann HBM nicht wirklich beurteilen. Der unschlagbare Vorteil von BB Biotech ist, dass sich das Unternehmen auf börsennotierte Beteiligungen beschränkt hat. Der Wert der Beteiligungen kann jederzeit überprüft werden. Bei Unternehmen in privater Hand ist das nur sehr schwer möglich, daher werden diese Beteiligungen immer mit einem Abschlag gehandelt, was auch den Abschlag beim NAV (Net Asset Value) begründet (aktuell -25%).


 Frage vom 25.10.2024

#Richtigstellung: Gamesa ist 100%ige Windtochter von Siemens Energy

"...nur von Windkraft und Solar kann ich bei Siemens Energy wenig finden", schrieb ich vergangene Woche. Dabei übersah ich, dass Gamesa natürlich eine 100%ige Tochter von Siemens Energy ist. Ein Mitglied wies mich mit unten stehender E-Mail auf meinen Fehler hin. In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres erwirtschaftete Gamesa einen Verlust von 1,3 Mrd. EUR.

 Antwort:

Hallo Herr Heibel,

Siemens Energy ist unmittelbar und mittelbar ein sehr starker Player in der Windbranche. Ich selber arbeite bei TenneT und bin einkaufsseitig mit meinen Teamkollegen für die sich in Betrieb befindlichen Offshore-Konverterplattformen zuständig. Hier hat Siemens bzw. Siemens-Energy 6 der derzeit 10 HVDC-Plattformen errichtet. 3 weitere kommen von Hitachi Energy (früher ABB) und eine von GE (die Stahlkonstruktionen und Nebensysteme kommen selbstverständlich von Werften und Zulieferern). Über Siemens Gamesa ist Siemens Energy einer der größten Windturbinenhersteller weltweit. Allerdings ist auch dieses Geschäft „unter Feuer“ von den Chinesen, die in den letzten Monaten Verträge für die Ausrüstung von Offshore-Windparks mit Ihren Turbinen abschließen konnten. Die Leistung der chinesischen Turbinen ist höher als die aller anderen Anbieter. Sie haben hier also einen Vorsprung und man benötigt weniger Turbinen um die gleiche Leistung in einem Windpark zu erhalten. Bisher war der Transport ein Hindernis, aber wenn ich es richtig in Erinnerung habe, dann gibt es hierfür nun auch Spezialschiffe, die den Transport übernehmen.

Nachtrag: "Hinsichtlich der chinesischen Turbinenhersteller gibt es seit kurzem neue Wettbewerbsregeln. Ich kenne die Details nicht, aber es soll Chancengleichheit hergestellt werden."

Die Entwicklung des Aktienkurses ist für mich überraschend, obwohl TenneT und Amprion natürlich riesige Verträge für den Bau der neuen 2GW-Plattformen vergeben haben und hier für die Zukunft noch einiges zu erwarten ist (https://www.tennet.eu/de/unsere-projekte/offshore-projekte-deutschland). SE hat eigentlich ein Problem in diesem Bereich alles zu bedienen und muss Aufträge ablehnen.

Weiterhin ist Siemens Energy natürlich auch in der gesamten Stromtransportsparte ein starker Player.

Ich wünsche ein angenehmes Wochenende.

VG
Carsten aus Hannover


 Frage vom 25.10.2024

#Vermögenssicherung: Gold, Bitcoin, Immobilie, Schweizer Franken

Guten Tag Herr Heibel,

zuerst einmal ein Danke für Ihre Arbeit – immer wieder spannende Hintergrund-Infos und toller Kunden-Support. Salesforce (Agentforce) finde ich sehr spannend, hier suche ich auch einen guten Einstiegszeitpunkt. Bzgl. China denke ich ist die Talsohle durchschritten und es sollten weitere Stimulationsmaßnahmen folgen. Aber klar, es ist natürlich eine Wette auf die Staatspolitik und daher kein empfehlenswertes Investment für Ihr Leser-Depot.

Mich interessiert heute aber Ihre Meinung zur Vermögenssicherung. Ich bin mir sicher, dass dieses Thema viele Leser interessieren dürfte, denke aber, dass Sie das nicht unbedingt in Ihrem Ticker aufgreifen wollen.

Die zunehmenden wirtschaftlichen und klimapolitischen Herausforderungen in der EU und in D (Stichwort Transferunion) in Verbindung mit den Bestrebungen, ein Vermögensregister einzuführen, lassen die Wahrscheinlichkeit eines Staatseingriffs auf das Privatvermögen steigen, z.B. über ein (Klima-) Lastenausgleichsgesetz. Zudem verunsichert die Banken Bail-in Regelung mit maximalem Schutz von 20.000€ für das Wertpapierdepot.

Wie kann man sich hier - als unbeschränkt steuerpflichtig in D – am Besten aufstellen? Es geht mir um eine einfache Vermögenssicherung nicht um Steuerersparnis. Ein Asset Protection Trust, eine illiquide Auslandsimmobilie, Gold vergraben oder BTC auf einer Hardware-Wallet verstecken kommt für mich nicht in Frage. Mir würde ein Bankkonto und ein Broker in einem seriösen Land außerhalb der EU ohne Pfändungsabkommen (aber natürlich meldepflichtig gegenüber unseren Steuerbehörden) genügen.

Ein Offshore-Konto in Singapur oder Dubai ist mir „zu weit weg“ und zudem schwierig bei der Eröffnung. Meine Gedanken gehen gerade in Richtung Liechtenstein. Hier bietet die Liechtensteinische Landesbank AG über Ihre Marke „[willbe-invest](https://willbe-invest.com/de/willbe/tagesgeldkonto/willbe-tagesgeld)“ aktuell auf dem Tagesgeldkonto 3,3% für EUR bzw. 4,25% auf USD.

Bzgl. Broker/ Wertpapierdepot (aktuell bin ich bei comdirect und scalable) bin ich noch unschlüssig. Vielleicht [IB mit Sitz USA](https://www.interactivebrokers.com/), nicht Irland oder doch den Schweizer Neo-Broker [Yuh](yuh.com/de/)?

Über eine Rückmeldung würde ich mich sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen
Chris aus Köln

 Antwort:

Vielen Dank für Ihr Lob :-).

Salesforce werde ich in der heutigen Ausgabe näher besprechen. Bezüglich der Konjunkturhilfen in China bin ich skeptisch: Die gigantischen Summen, die bereits ausgegeben wurden, haben kaum einen Effekt gezeigt. Die Stimuli scheinen sehr inneffizient zu sein.

Broker: Ja, nachdem sich Flatex in eine Richtung entwickelt, die mir nicht gefällt, überlege auch ich, Interactive Broker einmal eine Chance zu geben.

Vermögenssicherung: Ich halte weiterhin eine gesunde Streuung für sinnvoll, denn wenn Sie sich gegen das „Unvorhersehbare“ absichern möchten, dann sollten Sie nicht versuchen, das „Unvorhersehbare“ vorherzusehen und eine dafür passende Absicherung suchen. Es bleibt also dabei, ein wenig Gold im Schließfach, ein wenig Bitcoin auf der Hardware Wallet, je nach Budget vielleicht eine Ferienimmobilie am Mittelmeer und vielleicht ein Konto in Schweizer Franken bilden eine breite Absicherung gegen das Unvorhersehbare. Ob Sie Ihr Frankenkonto in der Schweiz oder in Liechtenstein haben, ist Geschmacksache. Ich würde jedoch nicht die blumigen Angebote von Werbeanzeigen in Anspruch nehmen, sondern wenn, dann eine solide, örtliche Bank auswählen.

Bei diesem Thema sollten Sie sich bewusst machen: Reich werden sie damit nicht, aber auch nicht arm :-).


 Frage vom 18.10.2024

#US-Präsidentschaftswahlen: Bedeutung für die Aktienmärkte

Guten Tag Herr Heibel,

Was meinen Sie dazu? - Wenn man demnächst etwas verkaufen möchte, sollte man das vor oder nach den US Wahlen machen?

Viele Grüße vom Harz,

Hanns-André aus Seesen

 Antwort:

Ich denke, Kamala Harris und Donald Trump sind beide um Welten besser für die US-Wirtschaft als Joe Biden. Immer wieder las ich in den vergangenen Jahren Berichte über Unkenntnis wirtschaftlicher Zusammenhänge bei Joe Biden, und ideologisch begründete Entscheidungen. Donald Trump hat gute Wirtschaftskenntnisse, immerhin bemaß er seine Erfolge an der Dow Jones Entwicklung. Kamala Harris ist bestens vernetzt in der Unternehmerwelt des Silicon Valley. Sowohl Ihr Mann, als auch enge Freunde bekleiden dort wichtige Positionen. Ich gehe also davon aus, dass sie bei der Umsetzung ihrer Ideologien die wirtschaftlichen Folgen nicht völlig außer Acht lassen wird.

Die Vorfreude auf den Wechsel im Weißen Haus sehen wir bereits anhand der Rallye an den Aktienmärkten. Wie weit diese Rallye anschließend noch fortgesetzt wird, weiß ich natürlich nicht. Ich fürchte, einfache Lösungen, wie vor acht Jahren, gibt es auf Basis des aktuellen US-Haushalts nicht mehr. Auf den Wahlsieger könnten schwere Entscheidungen zukommen.


 Frage vom 18.10.2024

#BB Biotech über 3 Jahre extrem ausverkauft

Hallo Herr Heibel,

ich hoffe es geht Ihnen – und damit meine ich dieses Mal nicht vorrangig Ihr/unser Aktiendepot – gut!
Gibt es eigentlich bald mal wieder einen Call ?

Kurze Frage: Wir hatten früher ja mal BB Biotech im Portfolio und ich weiß, daß Sie diese Aktie/Beteiligungsgesellschaft interessant finden.
Darf ich Sie fragen, wie sie aktuell zu dem Papier stehen? Es ist ja stark gefallen, aber Pharma sollte grundsätzlich ja eine konjunktur-unabhängige Branche sein.

Viele Grüße
Alexander aus Elversberg

 Antwort:

Boah, ist die abgestraft worden. Am 15. November ist Vorstandschef Dr. Daniel Koller in Hamburg zum Investment-Mittagessen. Es ist ein Freitag, daher wollte ich den Termin nicht wahrnehmen. Hmm, nun bin ich aber neugierig geworden, wie Dr. Koller den Ausverkauf erklärt. Ich werde also hingehen und kann Ihnen somit bereits ankündigen, dass die Ausgabe vom 15. November aufgrund dieses Termins kürzer ausfallen wird.

Ich weiß, dass unter unseren Mitgliedern einige intime Kenner von BB Biotech dabei sind. Gibt es spezielle Fragen, die ich an Herrn Koller richten soll?


 Frage vom 08.10.2024

#US-Dollarkonto & Freedom24 Broker

Sehr geehrter Herr Heibel

Ich bin in Ihren Leserkreis zurückgekehrt, nachdem Sie angekündigt haben, die Chancen von USA-Aktien mehr in den Blick zu nehmen.! Prima!

Ich habe fast ausschliesslich US-Aktien!

Dazu gleich eine Frage: Die Consorsbank bietet ein US-Dollarkonto an.
Wäre es möglich und auch vorausschauend, von solch einem Dollar-Konto aus zu handeln und die Gewinne dort abzulegen? Die Rendite vom Festgeld Konto beträgt immerhin 4 % und in der Hoffnung auf steigende Dollarkurse könnte man doppelt profitieren?!

Haben Sie eine Vision, wie die Entwicklung des Dollarkurses sein wird? Mir scheint, Amerika is „back“ ….

Und noch eine Frage: Habe gerade den Broker „Freedom24" gefunden, der auch ein US-Dollar-Konto anbietet und mit noch höheren Renditen aus Festgeldkonto winkt. Haben aber wohl nur 20.000 € Einlagensicherung (angeblich estnisches Recht, aber zypriotischer Broker)

Ist das alles seriös oder „Windy“?? Haben Sie da Kenntnisse?

Ganz herzlichen Dank für eine Antwort.

Julia aus St. Gallen

 Antwort:

Welcome back :-).

Ich denke, USD und Euro werden sich in den kommenden Monaten nicht viel nehmen, aber tendenziell erwarte ich auch eher einen vergleichsweise stärkeren US-Dollar.

Ein Währungskonto ist aus dieser Sicht also eine attraktive Idee. Ich weiß allerdings nicht, welche Kosten bei Consors für den Kauf von US-Aktien direkt an den US-Börsen anfallen. Das würde ich zuvor prüfen. Ich habe nur eine alte Information gefunden, der zufolge 25 USD Odergebühren anfallen, was recht hoch ist.

Freedom24 kenne ich nicht, habe aber auch nichts Negatives darüber gehört. Der Broker lockt mit hohen Zinsen, wobei der Zins um so höher wird, je länger Sie anlegen und je größer der Betrag. Versichert sind jedoch tatsächlich nur 20T€, das Institut unterliegt nicht den BaFin-Regelungen. Für meinen Spargroschen wäre mir das zu undurchsichtig.


 Frage vom 08.10.2024

#Französische Versicherung SCOR SE als Dividendenkandidat

Der frz. Rückversicherer SCOR wurde heute von Berenberg auf BUY hochgestuft.
DivR: 9%
Ein Kandidat für den Heibel-Ticker?

VLG
Nikolai aus Essen

 Antwort:

Im vergangenen Jahr wurde die Dividende gegenüber dem Vorjahr reduziert, damit erfüllt die Aktie meine Dividendenkriterien nicht. Zudem beträgt die Ausschüttungsquote 313% vom Gewinn: Es wird mehr an Aktionäre verteilt als Gewinn erwirtschaftet wurde. Das kann man mal in einem Jahr übergangsweise tun, ist aber ein Zeichen, dass die Kontinuität bei SCOR nicht so hoch ist wie bei unseren Dividendenaktien.

Nun ist der Kurs der Aktie in den vergangenen Monaten von 32 auf 20 EUR zurückgegangen. Das vermittelt bei mir die Befürchtung, dass die Dividendenrendite nicht etwas besonders attraktiv ist, sondern eher besonders gefährdet. Vielleicht muss die Dividende auch für nächstes Jahr gekürzt werden.

Grundsätzlich habe ich seit jeher französische Aktien gemieden, weil die Politik in Frankreich für meinen Geschmack zu häufig in die Wirtschaft eingreift. Leider unterscheidet sich in diesem Punkt Deutschland inzwischen kaum noch von Frankreich, daher bin ich auch unseren deutschen Aktien gegenüber zunehmend skeptisch.


 Frage vom 02.10.2024

#US-REITs mit monatlicher Auszahlung

Hallo Herr Heibel,

falls Sie die Zeit finden, würde ich mich über eine Anregung freuen.

Ich habe die Portfoliorubrik "Dividende" für mich um einen Unterpunkt "monatliche Zahler" erweitert. Von der Idee her könnte das ein kleiner zusätzlicher Rentenbaustein werden.
Aktuell habe ich nur zwei Werte darin, mit denen ich zufrieden und auch gut im Plus bin. Einen weiteren REIT möchte ich nicht, bin aber noch auf der Suche nach weiteren Kandidaten.

Realty Income, WKN 899744
Main Street Capital, WKN A0X8Y3

Viele Grüße
Thomas aus dem Leipziger Umland

 Antwort:

Das ist eine interessante Idee, aber es gibt zu wenig Aktien, die eine monatliche Dividende ausschütten, um daraus ein diversifiziertes Portfolio aufzubauen. Immerhin zahlen viele US-Unternehmen viermal im Jahr, das muss reichen ;-).

Realty Income ist auf den ersten Blick interessant, auf den zweiten kommen Widersprüche zu Tage und auf den dritten Blick muss ich eingestehen, dass die Aktie schwer eingestuft werden kann.

Auf den ersten Blick interessant ist die monatlich ausgezahlte Dividende, die zu einer Rendite von 5% p.a. führt. In den vergangenen 10 Jahren wurde die Dividende jedes Jahr angehoben. Auf den zweiten Blick macht nachdenklich, dass die Ausschüttungsquote bei 242% des Gewinns liegt. Kann man dauerhaft mehr ausschütten, als man Gewinn erwirtschaftet?

Der dritte Blick ruft die besondere Bilanz der REITs ins Gedächtnis zurück: Nicht der Gewinn ist dort maßgeblich, sondern die Funds From Operation (FFO). FFO ist eine speziell für REITs entwickelte Kennzahl, die den operativen Cashflow darstellt. Sie wird berechnet, indem der Nettogewinn um Abschreibungen und Gewinne/Verluste aus dem Verkauf von Immobilien bereinigt wird. Die FFO gibt also einen besseren Überblick darüber, wie viel Cash ein REIT tatsächlich aus seiner operativen Tätigkeit erwirtschaftet.

Die Ausschüttung bei REITs muss mindestens 90% des steuerpflichtigen Einkommens betragen. Es kann über einen längeren Zeitraum vorkommen, dass mehr an Dividenden ausgeschüttet als an Gewinn erwirtschaftet wird. Damit fliegen REITs also aus meiner Dividendenlogik raus. Um sich ein verlässliches Bild von einem REIT zu machen, muss man jedoch die Abschreibungsobjekte einer genauen Untersuchung unterziehen, was für mich aus Deutschland bei US-REITs zu aufwendig ist.

Daher habe ich bislang REITs nicht berücksichtigt. Wenn Sie es sich jedoch zutrauen, einen REIT im Auge zu behalten, bieten sie sicherlich eine attraktive Alternative zu unseren Dividendentiteln.

Main Street Capital ist nicht im S&P 500 und somit nicht in meinem Aktienuniversum enthalten :-(.


 Frage vom 02.10.2024

#ServiceNow nach +91% halten oder verkaufen

Guten Tag Herr Heibel,

ich habe ein paar Aktien von ServiceNow, die in meinem Depot heute bei einem Plus von 91% liegen.
(Eingestiegen bin ich 2020, 2022 habe ich noch einmal nachgekauft.)

Wenn ich mir die Ratings anschaue, ist die mehrheitliche Empfehlung noch immer ‚Buy'.
Da der Kurs jedoch in der Vergangenheit auch hier und da stark eingebrochen ist, überlege ich nun, ob der Zeitpunkt günstig ist, mit einere (teilweisen) Veräußerung einen Gewinn mitzunehmen. Die positiven Bewertungen und Ausblicke lassen mich jedoch zögern.

Wie schätzen Sie das Unternehmen und die Aktie ein?

Danke für Ihre Antwort und den informativen Heibel-Ticker, den ich regelmäßig lese.

Herzliche Grüße
Barbara Aus Ahrensburg

 Antwort:

CEO Bill McDermott führte schon SAP zu großen Erfolgen. Mit ServiceNow setzt er seinen erfolgreichen Führungsstil fort. Er hat sowohl den richtigen Riecher für Zukunftstechnologien als auch das richtige Händchen bei der Mitarbeiterführung.

ServiceNow wächst Analystenschätzungen zufolge im Jahr 2025 mit 21% im Umsatz und 33% im Gewinn. Das EV/EBITDA ist mit 39 in meinen Augen angemessen. Hoch, aber aufgrund des hohen Gewinnwachstums angemessen.

Lizenz- und Softwaremanagement in Unternehmen nehmen einen immer größeren Stellenwert ein, da man nicht mehr einzelne Lizenzen kauft, sondern kontinuierlich Angebote einer Plattform den Bedürfnissen der Mitarbeiter anpassen kann. Wenn nun KI-Agenten Aufgabenpakete übernehmen, wird dieses Management noch kleinteiliger und aufwendiger.

Sicherlich ist der Zeitpunkt für Gewinnmitnahmen nicht verkehrt. Für eine Verkaufsempfehlung steht ServiceNow jedoch zu gut da. Was halten Sie davon, wenn Sie Ihren Einsatz rausholen und den Rest laufen lassen?