Leserfragen (April 2024)


 Frage vom 25.04.2024

#Spotify nach Kursverdopplung

Hallo Herr Heibel,

nach einer langen Durststrecke ist Spotify seit Ende letzten Jahres auf einem bemerkenswerten Weg.
Was trauen Sie diesem Wert noch zu?

beste Grüße aus Görlitz
Micha

 Antwort:

50 Mrd. EUR Enterprise Value für ein Unternehmen, das 14 Mrd. EUR Umsatz macht, ist schon ein stolzer Preis. Ein KUV von 3,5. Das zahlt man nur für extrem margenstarke Technologieunternehmen. Und Spotify ist natürlich ein Technologieunternehmen par excellence …

… aber ist es auch margenstark? Die Bruttomarge liegt bei 25-26%, netto wurden unterm Strich in der Vergangenheit meist Verluste eingefahren. Das soll sich im laufenden Jahr ändern, Spotify strebt eine Gewinnmarge von 6% an.

Woran liegt es, dass der Technologiekonzern nicht wie andere High-Flyer mit Margen von 80-90% wirtschaftet? Nun, ganz einfach: 70% der Einnahmen gehen erstmal an die Musikverlage, die den Spotify-Kunden ihre Musik zur Verfügung stellen. Diese 70% sind für alle Streaming-Dienste gleich, da lassen die vier großen Musikverlage nicht mit sich reden.

Über die Zeit haben sich jedoch die Machtverhältnisse verändert: Galt Spotify vor 10 Jahren noch als Bittsteller bei den Musikverlagen, so ist das Unternehmen heute der größte Kunde. Musikverlage erzielen heute drei Viertel ihres Umsatzes mit Lizenzeinnahmen von Streaming-Diensten.

Und Spotify ist der mit Abstand größte Streaming-Dienst. Wenn wir mal die chinesische Tencent Musik mit 14% Weltmarktanteil herausrechnen, weil chinesische Kunden nur zu geringem Teil westliche Musik hören, ist Spotify (31,7%) deutlich größer als Amazon Music (12,6%) und Apple Music (11,1%) zusammen.

Doch die Verlage geben keine Rabatte, Lizenzen sind nicht verhandelbar. Wenn man bei Spotify eine Ausnahme macht, dann würde man der Feilscherei Tür und Tor öffnen. Das möchte man nicht.

Trotzdem hat Spotify als größer Umsatzgarant doch eine Sonderbehandlung verdient, oder? Nun, CEO Daniel Ek hat den Verlagen angeboten, Werbung auf Spotify zu machen: “Zu der von Ihnen soeben gehörten Musik passt gut der folgende Titel …”. Playlists werden vorgeschlagen, den Kunden wird die Musik derer vorzugsweise präsentiert, die dafür zahlen.

Die Einnahmen aus diesem Bereich werden in den Quartalszahlen nicht explizit aufgeführt, somit kann die Konkurrenz von Apple und Amazon nicht eine Gleichbehandlung einfordern. Doch gerade diese neue Einnahmequelle sorgte dafür, dass Spotify nun in die Gewinnzone kommt.

Für Apple und Amazon ist der Streamingdienst nicht viel mehr als ein Hobby. Es ist eine Nettigkeit, um die Kundenbindung zu verstärken. Gewinn muss der Streaming-Dienst nicht abwerfen, alle Einnahmeüberschüsse werden reinvestiert.

Doch für Spotify muss das Streaming-Geschäft Gewinn abwerfen, und das war lange Zeit aufgrund der oben beschriebenen Konstellation nicht möglich. Nun hat Daniel Ek einen Weg gefunden, sich seine Pole Position bezahlen zu lassen und entsprechend ist die Aktie in den vergangenen 6 Monaten um 100% angesprungen.

Damit hat die Aktie nun ein vernünftiges Bewertungsniveau erreicht. Vor einem halben Jahr hat man Spotify nicht zugetraut, jemals im Markt mit hauchdünner Marge Gewinne zu erwirtschaften. Dies hat Daniel Ek nun geschafft und entsprechend ist die Aktie angesprungen. Doch damit wird sie noch nicht zu einem Tech-Unternehmen mit hoher Marge.

Was traue ich Spotify noch zu? Nun, ich denke, Spotify wird die Position als Marktführer behaupten, wird sich jedoch permanent gegen den harten Wettbewerb beweisen müssen. Da wachsen die Bäume nicht in den Himmel.


 Frage vom 20.04.2024

#Kriegstreiberei

Guten Tag,

„ Derweil geht die Offensive im Gazastreifen weiter und derweil liefert die NATO weiter Waffen in die Ukraine. Wirklich beruhigend ist das nicht.“

Wie wäre es mit:
„Hamas und Iran wollen weiterhin Israel vernichten und Russland führt seinen Angriffskrieg gegen die Urkraine weiter.“

?!

Lässt leider tief blicken, was Sie schreiben… 🙈

Mit freundlichen Grüßen
Dirk

 Antwort:

Na dann hoffe ich, dass Sie nicht zu tief ins Glas blicken :-). Ja, ich nehme mir heraus, einen Krieg als schlechte Lösung zu betrachten.

Mit „hätten“ und „würden“ kommen wir nicht weiter. Dennoch hilft es, einen Blick in die Vergangenheit zu werfen. Wir (insbesondere Deutschland) hat das Militär sträflich vernachlässigt. Ich habe in meinem Weihnachtsgeschenk-Video 2021, also kurz vor Kriegsausbruch, explizit die geringen Militärausgaben Deutschlands verurteilt. Doch wenn Sie sich erinnern: Damals war diese Einstellung als "kriegstreiberisch“ verschrien. „Frieden schaffen ohne Waffen“ war die Devise, die ich nie verstanden habe.

Nun hat Russland unsere Untätigkeit ausgenutzt. Mit dem Einmarsch Russlands war für mich daher klar, dass Widerstand zu vielen Opfern führen wird. Und genau das sehen wir jetzt.

Unsere Außenminister fliegen in der Welt herum und verbreiten moralische Direktiven, die niemand beachtet: Wer hört schon jemandem zu, der nichts zu sagen hat. So können wir die Ukraine gerne noch monatelang, jahrelang weiter unterstützen und Menschen für unser Versäumnis sterben lassen. Das Versäumnis liegt in der Vergangenheit und die Zeit können wir nicht zurückdrehen. Daher sind solche „hätten“ und „würden“-Reden ziemlich wertlos, wie ich leider zugeben muss. Doch ohne sie versteht man die aktuelle Situation nicht.

Mit Blick auf diese Vergangenheit hätte ich mich nicht getraut, die Ukraine zu ermutigen, sich gegen den übermächtigen Gegner Russland zu wehren. Denn die Unterstützung, die Deutschland und der Westen der Ukraine zukommen lassen kann, ist nicht ausreichend, um Russland zu besiegen. Russland wurde gestoppt, doch das hätte man auch mit sofortigen Verhandlungen erreichen können.

Parolen wie „Unsere Freiheit wird am Hindukusch verteidigt“ oder ähnliches ziehen bei mir halt nicht mehr. Dazu habe ich zu viele Gespräche mit meinem Vater und meinem Großvater geführt, die beide einen bzw. zwei Weltkriege durchleben mussten.

Israel: Wenn Sie sich ein wenig mit der Vergangenheit des dortigen Konfliktes auseinandersetzen, werden Sie sehen, dass dort mögliche Kompromisse immer wieder von Nethanjahu vereitelt wurden. Heißt das, ich unterstütze die Hamas? Um Gottes Willen, nein! Aber der Weg zu einem dauerhaften Frieden in der dortigen Region sollte alle Beteiligten berücksichtigen, das ist aber nicht der Fall, wenn die Waffen sprechen.

Wenn Sie mir also aufgrund meiner recht neutral formulierten Aussage unterstellen wollen, ich würde Russland oder die Hamas unterstützen, dann ordne ich Sie in die Gruppe derer ein, deren Welt schwarz/weiß ist. Das ist keine Diskussionsgrundlage für mich, denn die Welt ist in Wirklichkeit sehr farbenfroh.


 Frage vom 17.04.2024

#Veolia profitiert von Wasseraufbereitung

Sehr geehrter Herr Heibel

Vorerst mal vielen Dank für Ihre fundierten Hinweise zum Markt und ihren Tücken.
Ich möchte gerne langfristig in Aktien investieren, die mit der Wasserwirtschaft zu tun haben, da ich denke, dass Wasseraufbereitung in der Zukunft eine immer wichtigere Rolle spielen wird. Ich möchte Sie Fragen, ob Sie hier eine Empfehlung abgeben könnten.
Ich finde z. B. Veolia Environnement spannend, weil diese Firma auch eine gute Dividende ausschüttet.

Freundliche Grüsse,
Luigi aus Berlin

 Antwort:

Mit dem Argument, Wasser fällt bei mir vom Himmel, kann ich Sie nicht abwimmeln. Denn auch die Sonne scheint kostenfrei, dennoch hat sich eine lukrative Solarindustrie entwickelt. Dennoch fällt es mir schwer, bei der Wasseraufbereitung großartiges Wachstum zu erwarten. Es ist ein Geschäft mit kleiner Gewinnmarge, dafür konstant.

Das zeigt sich bei Veolia: Das Unternehmen operiert mit einer Netto-Gewinnmarge zwischen 1,3% und 2,7%. Der Umsatz wächst einstellig. Entsprechend ist das EV/EBITDA mit 7 zwar niedrig, aber angemessen für das reife Geschäftsmodell.

Als Dividendenaktie hat sich Veolia nicht qualifiziert, weil das Unternehmen während der Corona-Pandemie mal die Dividende reduzierte. Zudem schüttet das Unternehmen in den vergangenen 5 Jahren 101% seines Gewinns aus, ich habe eine Obergrenze bei 90% vorgesehen, damit sich das Unternehmen nicht seiner Liquidität beraubt.

Also: Schöne Idee, aber kaum Wachstum und es gibt bessere Dividendenaktien.


 Frage vom 17.04.2024

#Handel mit CO2-Zertifikaten

Hallo Herr Heibel,
ich habe Ihren Ticker seit Jahren abonniert und freue mich jedes Wochenende darauf.

Heute komme ich mal mit einer Idee um die Ecke, die vielleicht in die Rubrik „Spekulation“ passen könnte.

Es geht um CO2-Zertifikate und die Reaktion des Bitcoins auf die Zulassung von ETFs/ETCs auf den Bitcoin. Ich muss dazu etwas weiter ausholen.

Wenn man wirklich etwas gegen Klima-Erwärmung und für regenerative Energien tun will, kommt man an einem CO2 Preis nicht vorbei. Ich glaube, da sind sich alle Experten einig.
Leider hat die Politik zu viel Angst und traut sich nicht den CO2-Preis konsequent zu erhöhen bzw. konsequent CO2-Zertifikate vom Markt zu nehmen. Im Gegenteil: Durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukrainie und den damit verbundenen Verwerfungen auf dem Energiemarkt wurden ja sogar eine geplante CO2-Preis-Steigerungen ausgesetzt bzw. verschoben. Ich glaube (bin aber nicht sicher) es wurden sogar zusätzliche Zertifikate von der EU ausgegeben.

Das alles führt dazu, dass der CO2-Preis fällt statt zu steigen. In der Spitze lag der Preis im Oktober 2023 noch bei rund 100 Eur, um dann bis zum Februar 2024 auf rund 50 Eur zu fallen. Heute sind wir erstaunlicherweise wieder bei ca. 70 Eur.
Quelle: Kohlendioxid (CO2 Emissionsrechte) Rohstoff | XC000A0C4KJ2 | Kurs (boerse-frankfurt.de) (Ich hoffe, der Chart stimmt wirklich mit den echten CO2-Zertifikaten überein. Ich bin da etwas unsicher…)

Nun gibt es eine Menge ETFs und ETCs, die den CO2-Preis nachbilden und man kann damit spekulieren. Soweit ich das aber sehe, bilden diese ETFs den Preis nun synthetisch nach und hinterlegen keine echten CO2-Zertifikate.
Wenn man eines findet, das die Zertifikate „physisch hinterlegt“, dann sind das meist „nur Kreditsicherungen“

Nun kommt der Bitcoin ins Spiel: Als die SEC die Genehmigung für Bitcoin-ETFs zur Notierung an allen registrierten nationalen Wertpapierbörsen gab, haben viele Anbieter von ETFs Bitcoins eingekauft, um ihre Papiere abzusichern. Seitdem steigt der Bitcoin heftig.

Einen solchen Run kann man bei CO2 wahrscheinlich nicht erwarten. Aber wenn es nun einen ETC gibt, der die CO2-Zertifikate physisch hinterlegt, würde man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Da es weniger „freie Zertifikate“ im Handel gibt, steigt der Preis. Das ist gut für den Besitzer des ETC, aber auch gut für die Umwelt, da mit erhöhten CO2 Kosten alternative Energien attraktiver werden. Wenn sich das dann noch herumspricht, kann ich mir vorstellen, dass viele ökologisch orientierte Anleger dieses CO2-Zertifikat kaufen und damit den Markt weiter verknappen. Es wird kein Run wie beim Bitcoin entstehen, da das CO2 ja keinen „echten Wert“ hat wie Gold oder Bitcoin. Aber AMC hatte auch keinen Wert mehr und ging trotzdem ToDaMoon… und wenn hier die richtigen Öko-aktivisten den ETC entdecken…

Nun meine Fragen:
Gibt es ein ETC, das die Zertifikate physisch hinterlegt oder ist das vielleicht sogar verboten, weil man den CO2-Markt damit in den Wahnsinn treiben könnte?
Wenn es ein solches ETC gibt, wäre das eine Anlageidee (als Spekulation) für den Heibel-Ticker?
Wäre jetzt noch ein guter Zeitpunkt oder ist es zu spät da der CO2-Preis seit seinem Februar-Tief schon wieder um fast 40% auf rund 70 Eur gestiegen ist?


Viele Grüße, Thomas aus Saarlouis

 Antwort:

Na, das ist ja eine abenteuerliche Idee :-).

Ja, Sie haben den richtigen CO2-Preischart verlinkt. Wenn Sie am Auf und Ab des CO2-Preises partizipieren möchten, dann würde ich die Aktie von Verbio empfehlen. Der Anbieter von Biosprit und Biogas partizipiert sehr stark an der Preisentwicklung der CO2-Zertifikate. Ich habe mal die beiden Charts übereinander gelegt:

EECXM1 Index (CO2 EUA Price M1) 2024-04-17 13-27-03.png

In weiß sehen Sie die Preisentwicklung vom europäischen CO2-Zertifikat, in blau die Aktienkursentwicklung von Verbio.

In orange ist die Preisentwicklung des SparkChange Physical Carbon EUA ETC (Ticker: CO2) abgebildet. Es handelt sich dabei um einen ETC, der physisch besicherte Investitionen in europäische CO2-Emissionsrechte (EUAs) anbietet. Dieses Produkt bietet eine direkte Exposition gegenüber dem Preis von EUAs und zielt darauf ab, die Preisbewegungen des CO2-Marktes widerzuspiegeln. Die Besicherung erfolgt allerdings nicht durch CO2-Zertifikate, sondern durch Schuldverschreibungen. Damit haben Sie mit Ihrer Vermutung recht, dass man durch den Kauf der entsprechenden Finanzprodukte nicht Zertifikate vom Markt nimmt.

Der Handel der CO2-Zertifikate für Europa findet über die Leipziger Börse European Energy Exchange (EEX) statt. Unternehmen sowie Privatanleger dürfen an dem Handel teilnehmen, wenn sie sich entsprechend registrieren und bestimmte Auflagen erfüllen. Es gibt sehr spezialisierte Broker, die einen entsprechenden Zugang anbieten. Für den normalen Privatanleger ist das nichts.

Der Handel der CO2-Zertifikate ist stark reguliert. Es wäre unsinnig, wenn Finanzinvestoren das Angebot an Zertifikaten verknappen könnten, in dem sie als Käufer auftreten. Es gibt eine genau definierte Anzahl an Zertifikaten, die der europäischen Industrie zur Verfügung gestellt werden.

Der Vergleich mit Gold und Bitcoin hinkt in meinen Augen, da beides nur begrenzt verfügbar ist und die verfügbare Menge nicht erhöht werden kann. CO2-Zertifikate können durch politische Prozesse beliebig vermehrt oder reduziert werden.

Der Vergleich mit AMC ist gut: Hype kann natürlich Preise beeinflussen, wie wir bei AMC gesehen haben. Hier der Chart:

AMC US Equity (AMC Entertainment 2024-04-17 13-57-40.png

Bezogen auf CO2-Zertifikate hätte ein solcher Hype zur Folge, dass in Europa die Industrie pleite ist, Fluggesellschaften und Speditionen ihre Tore schließen und wir keinen Strom mehr hätten. Hmm, ich denke, der Gesetzgeber hat gut daran getan, den Handel von CO2-Zertifikaten an der Leipziger Börse stark zu regulieren.

Zu Ihren Fragen:
Zu 1.: Es scheint verboten zu sein, als Finanzinvestor für ETCs echte CO2-Zertifikate vom Markt zu nehmen.
Zu 2.: Ich würde Verbio bevorzugen.
Zu 3.: Der CO2-Preis hängt nicht zuletzt an der wirtschaftlichen Aktivität, also an der Konjunktur. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass die Konjunkturerwartung in den kommenden Monaten weiter ansteigt. Doch vor dem Hintergrund der in meinen Augen derzeit falschen Zinspolitik in Europa, ich hätte noch keine Zinssenkung angekündigt, wäre ich vorsichtig.


 Frage vom 17.04.2024

#4% auf Festgeld bei Trade Republic

Sehr geehrter Herr Heibel,

Haben Sie eine Meinung zum Tagesgeld bei Trade Republic , es gibt immerhin 4% Zinsen und für ein wenig Geld, was man schnell verfügbar hätte im Notfall klingt dieses Angebot doch garnicht so schlecht. Die Condirect bietet im Vergleich nur 0,75 % Zinsen für Bestandskunden für ein Tagesgeldkonto.

Herzliche Grüße

Von Hanka aus Liechtenstein

 Antwort:

Ja, das ist ein attraktives Angebot: Das Geld ist täglich verfügbar, der Zins wird monatlich ausbezahlt, allerdings kann der Zins jederzeit geändert werden. Festgeldangebote anderer Anbieter gelten meist für einen bestimmten Zeitraum. Das Angebot der Trade Republic ist jedoch auf maximal 50.000€ begrenzt.

Es ist eine Mentalitätsfrage, ob man mit seiner Cashreserve den besten Angeboten nachläuft. Immerhin erhalten Sie 2.000€ Zinsen, durch den Zinseszins bei monatlicher Auszahlung nochmals über 30€, auf Ihre Einlage von 50T€. Doch die in meinen Augen wichtigere Frage ist, ob ich im Falle eines Falles das Geld dort habe, wo ich es brauche. Wenn ich also in Börsenturbulenzen Aktien nachkaufen möchte, dann möchte ich mein Geld dort haben, wo ich auch mein Depot habe, damit ich schnell reagieren kann. Das Brokerage-Geschäft von Trade Republic überzeugt mich nicht.


 Frage vom 11.04.2024

#Goldmünze von Deutsche Münze

Guten Morgen Herr Heibel
wie jedes Jahr hat die Münze Deutschland ihre Münzen zum Kauf ins Netz gestellt.
Zu einem Festpreis. Nun weiß keiner wie der Goldpreis sich entwickelt, aber eine Spekulation ist es schon wert .
Da der Weg von Gold stark nach Norden zeigt.
Schaue wir mal, nur eine Überlegung ist es schon wert.
Josef aus Lüdinghausen

 Antwort:

Der Preis ist okay, aber Sie erhalten die Münze erst im Oktober. Ob Sie also diesen Weg beschreiten, Gebühren sparen, aber dafür für 6 Monate nicht an Ihre Goldmünze herankommen, oder aber für einen kleinen Aufpreis eine verfügbare Münze nehmen, ist Geschmacksache.


 Frage vom 09.04.2024

#Ionos attraktiv nach Bundesauftrag?

Hallo Herr Heibel,

nach Jahren ausschließlicher Lektüre Ihrer Börsenbriefe heute also meine erste Leserfrage 😉.
Was halten Sie von IONOS GROUP WKN A3E00M? Sie haben meines Wissens kürzlich den Auftrag zum Aufbau der Cloud für die Bundesverwaltung erhalten. Das könnte doch langfristig gute Einkünfte und Wachstumsraten sichern. Und wirklich teuer scheint mir Ionos auch noch nicht zu sein.
Ich würde mich sehr über Ihre Einschätzung freuen.

Herzlichen Gruß
Michael aus Berlin

 Antwort:

Vielen Dank für Ihre Treue :-). Ich habe die Meldung über die Auftragsvergabe an Ionos gesehen und hatte mir die Aktie daraufhin näher angeschaut. 10% Umsatzwachstum im Jahr bei einer Gewinnmarge (EBITDA) von 25-30% ist sicherlich attraktiv. Das EV/EBITDA liegt bei 10, ist also für das Wachstum in meinen Augen angemessen. Somit ist die Aktie langfristig sicherlich ein solides Investment, doch allein ein Bundesauftrag macht aus dem Unternehmen noch keine Wachstumsrakete. Da gibt es derzeit interessantere Aktien.


 Frage vom 03.04.2024

#DAX Put Optionsschein WKN GG5UFS

Hallo Herr Heibel,
der DAX Wahnsinn geht weiter. Könnten sie vielleicht mal einen Put Schein empfehlen. Ihre Call Empfehlung im Herbst 2023 habe ich erfolgreich umgesetzt. Leider kurz vor Weihnachten verkauft - mit gutem Gewinn und doch zu früh.
Zur Zeit würde ich eher auf einen Rücksetzer setzen.


Mit freundlichen Grüßen
Dirk aus Calw

 Antwort:

Bei Optionsscheinspekulationen ist das Timing extrem wichtig. Selbst wenn Sie irgendwann mit Ihrer Erwartung, dass der DAX korrigiert, richtig liegen sollten, kann ein Put-Schein bis dahin schon soviel an Wert verloren haben, dass Sie bestenfalls ihren Einsatz herausholen, oder sogar dennoch mit Verlust abschließen müssen. Daher ist mein bevorzugter Weg, lieber ein wenig Cash im Portfolio zu generieren, mit dem ich im Falle eines Ausverkaufs Aktien günstig kaufen kann.

Natürlich kann ich Ihnen dennoch einen Put-Schein heraussuchen:
Goldman Sachs Bank Europe SE
Put 20.03.26
DAX 18000
Optionsschein
WKN: GG5UFS
ISIN: DE000GG5UFS3

Der Schein läuft noch 2 Jahre. In der angehängten Excel-Tabelle habe ich zwei Szenarien eingetragen: Der DAX fällt bis Ende September in Richtung 17.000, dann würden Sie 50% Gewinn machen. Oder aber der DAX steigt bis Ende September auf 19.000 Punkte, dann würden Sie 40% Verlust machen. [Siehe hier](https://www.heibel-ticker.de/admin/downloads/BS-DAX-Put-GG5UFS%252Exlsx).