Leserfragen (Juni 2024)


 Frage vom 27.06.2024

#SK Hynix liefert DRAM Chips für Nvidia

Hallo Herr Heibel,

ich bin Premium-Mitglied und habe ein ganz kurze Frage. Wenn bei Nvidia vermuten, dass das Ende der Kurszuwächse erreicht ist (KGV von 40), was halten Sie von der Aktie des Zulieferers
SK hynix Aktie (WKN 907210) mit einem KGV von 8.
Laut Internetrecherche ist die Produktion deren Chips bis 2025 ausverkauft - eben auch weil Nvida für die eingen Produktion deren Chips braucht.

Freundliche Grüße
Stephan aus Düsseldorf

 Antwort:

Ich habe die südkoreanische Hynix unter der WKN A1JWRE gefunden. Das Unternehmen liefert DRAMs für Nvidia, die mit oder Bandbreite und niedrigen Latenzzeiten ideal für die Verwendung im KI-Umfeld sind.

Hynix ist, genau wie Samsung, eng verzahnt mit Taiwan Semiconductor TSMI, dem weltgrößten Produzenten von Chips. Und Nvidia ist ebenso eng verzahnt mit diesem Trio, um seine KI-GPUs zu bauen.

Im Jahr 2023 brach der Umsatz von Hynix um 27% ein. Im laufenden Jahr soll sich der Umsatz nun mehr als verdoppeln. Das EV/EBITDA auf Basis der Erwartung für 2024 liegt bei nur 5, für 2025 fällt es auf 4. Ja, das ist extrem günstig.

Mit 190 Mrd. USD ist Hynix fast so groß wie SAP. Dennoch kommt die Aktie nicht für unser Heibel-Ticker Portfolio in Frage, da ich bislang keine koreanischen Aktien betrachtet habe.

So aussichtsreich Hynix auch aussehen mag, ich ziehe es grundsätzlich vor, den Platzhirsch ins Portfolio zu holen - und das ist derzeit eben Nvidia.


 Frage vom 27.06.2024

#Airbus

Hallo Herr Heibel,

heute Morgen ist die Airbus Aktie aufgrund der ausgegebenen Gewinnwarnung zeitweise um 11% eingebrochen.
Ich bin bereits seit Kursen um die 100€ investiert und frage mich, ob dies eine Gelegenheit zum Nachkauf ist oder ob ich Gewinne mitnehmen sollte?
Ich denke da auch an die Probleme beim Konkurrenten Boeing, die sich in letzter Zeit positiv auf Airbus auswirkten.

Ich bin gespannt auf Ihre Einschätzung.
Machen Sie weiter so, Ihre Meinungen, Einschätzungen und Analysen sind immer der Höhepunkt meiner Woche ;).

Sonnige Grüße aus Sachsen
Marco

 Antwort:

Ihr Kaufkurs von 100 EUR wurden bereits 2018 erreicht, mit Corona-Schwankungen lief die Aktie tatsächlich bis Ende 2022 seitwärts, denn auch da gab es Airbus nochmals zu 100 EUR. Die Zyklen in der Luftfahrtbranche sind sehr lang.

Airbus ist ein Vorzeigeunternehmen. Der Auftragsbestand reicht für fast 10 Jahre, die Sicherheit der Airbus-Flieger ist seit dem Boeing-Debakel unerreicht. Für Airbus geht es eigentlich nur darum, die Produktion der Flieger zu optimieren, also die Geschwindigkeit zu erhöhen, ohne die Kosten zu sehr zu steigern.

Wenn die Aktie einmal einbricht, wie zuletzt während der Corona-Pandemie, dauert es zwar eine Weile, bis sie zurück kommt. Doch mangels Wettbewerb besteht eigentlich kein Zweifel daran, DASS sie zurückkommen wird. Der Rückschlag der Corona-Pandemie wurde erst Anfang diesen Jahres restlos ausgebügelt, benötigte also 4 Jahre.

Jetzt brach die Aktie ein, weil es Lieferkettenprobleme gibt. Ich musste die Unternehmensmeldung zweimal lesen, um das zu glauben. Denn seit der Corona-Pandemie erzählt mir jeder, der etwas mit Airbus zu tun hat - und davon gibt es hier in Hamburg einige -, dass die Lieferkettenproblematik Airbus nicht treffen könne. Die Sicherheitsvorschriften für die Produktion von Fliegern seien so hoch, dass ohnehin keine Bauteile aus Asien verwendet werden könnten. Und innerhalb Europas sowie mit den USA gibt es ja keine nennenswerten Lieferprobleme, oder?

Nun, offensichtlich doch, wie wir diese Woche erfuhren.

Gleichzeitig erwägt Airbus, einen US-amerikanischen Zulieferer, Spirit Aero-Systems, zu kaufen. Der Zulieferer erwirtschaftet mit seinen Vorprodukten für die Airbusse A220 und A350 jährlich einen Verlust von 250-260 Mio. USD. Das möchte sich Airbus also ans Bein heften, um Lieferprobleme zu lösen?

Der Kurseinbruch um 25% seit März ist also durchaus nachvollziehbar. Obwohl es aufgrund der Probleme bei Boeing quasi keinen Wettbewerber mehr gibt, wurde die Gewinnerwartung der Analysten in den vergangenen drei Jahren kontinuierlich reduziert. Etwas ist faul im Staate Dänemark, würde ich nach Studium der Zahlen vermuten.

Aktuell wird für 2024 ein Gewinnwachstum (EBITDA) von 12% erwartet, das EV/EBITDA liegt bei 11. Damit ist Airbus fair bewertet. Wird Airbus die Probleme in den Griff bekommen? Irgendwann ja. Doch die wichtige Frage ist, ob wir schon über alle Lieferprobleme informiert sind. Denn erst wenn das der Fall ist, wird die Aktie einen Boden finden. Und wenn ich mir vor Augen führe, dass Airbus derzeit in seiner Verzweiflung einen defizitären US-Zulieferer übernehmen möchte, könnte ich mir vorstellen, dass da noch einiges im Argen liegt.

Mit einem langen Zeithorizont können Sie also nachkaufen, denn die Aktie ist auf Basis ihrer langfristigen Umsatzentwicklung und Gewinnmarge fair bewertet. Doch Sie könnten gute Nerven benötigen, falls weitere Probleme zu Tage kommen.


 Frage vom 27.06.2024

#Energiekontor & PNE Wind

Hallo Herr Heibel,

Entschuldigen Sie bitte, ich habe anscheinend die email ohne Inhalt an Sie versendet. Jetzt noch einmal mit Text:

Da ich in der Branche bin, interessieren mich Aktien, die im Bereich erneuerbare Energien tätig sind. Da hatte ich Encavis auf dem Schirm, die sind nun von KKR aufgekauft. Deswegen hatte ich mir PNE Wind und Energiekontor angesehen. Beide haben über mehrere Jahre deutliche Steigerungen im Kurs erzielt und sind jetzt von ehemaligen Hochs zurückgekommen, ob das schon Kaufniveau ist, wäre die Frage. Beide sind jetzt (wie Encavis) auf einen deutlichen Ausbau der eigenen Erzeugungsleistung an Wind und PV aus, vermutlich wird von einem steigenden Strompreis mit zunehmendem Anteil Erneuerbarer ausgegangen ?!

Energiekontor ist mit einem KGV von ca. 12 eigentlich bei den Steigerungsraten im Ergebnis viel zu billig, vielleicht liegt das aber auch an Projektabschlüssen, die erst mit Abnahme in der GuV auftauchen und so ungleich über das Jahr verteilt sind …oder habe ich da was übersehen? Die Ziele für 2028 sind schon fast erreicht. Allerdings ist in Q1 / 24 von Marktherausforderungen (Lieferzeiten, Engpässe, hohe Kosten, hohe Zinsen und fehlender Netzausbau) die Rede.

Bei PNE bin ich angesichts der GuV/ Bilanz ratlos —> das sieht eigentlich alles andere als kaufenswert aus…und trotzdem ist die Aktie ab 2020 extrem angesprungen. Auch sind namhafte Gesellschaften nennenswert beteiligt, sodass ich vermute - ich habe da was übersehen oder nicht verstanden. Können Sie eine Erklärung geben? Was halten Sie von der Branche?

Vielen Dank im voraus, Grüße aus Dresden
Thomas

 Antwort:

Wie soll ich‘s sagen: Ihre Branche durchlebt zur Zeit keine Blütezeit.

2020 erlebte die Branche durch den Wahlsieg der Grünen einen Auftrieb. Durch die Wahl zum Europaparlament hat sich gezeigt, dass die Methodik der Grünen (nicht die Ziele!) nicht für gut befunden werden.

PNE Wind schreibt Verluste. Zuletzt gab es Lieferprobleme und die Prognose beinhaltet, dass alle Probleme der vergangenen anderthalb Jahre (Lieferprobleme, Kundenverzögerungen) gelöst und kompensiert werden. Ich halte das für sehr optimistisch, insbesondere aufgrund obiger Wahlen.

Außerdem ist das Zinsniveau nach wie vor viel höher als noch vor wenigen Jahren. Das ist ein Gegenwind, den die Branche noch nicht wirklich kennt.

Energiekontor wächst kontinuierlich und schreibt Gewinne. Auch der freie Cashflow ist durchgängig positiv. Im laufenden Jahr halbiert sich jedoch der Gewinn. In den vergangenen drei Monaten ging die durchschnittliche Gewinnerwartung fr das laufende Jahr um 28% zurück. Ich fürchte, die Änderungen in der Förderpraxis wirken sich schon im laufenden Jahr negativ aus.

Erneuerbare Energien werden meiner Einschätzung nach ausgebaut. Doch während in der Vergangenheit dirigistische Ziele der Politik Unternehmenserfolge bestimmten, werden es in der Zukunft hoffentlich marktwirtschaftliche Aspekte sein, die über Erfolg und Misserfolg entscheiden. Die Branche wird sich auf diese Änderung einstellen müssen. Das dürfte meiner Einschätzung nach ein oder zwei Jahre in Anspruch nehmen, dann werden sich neue Gewinner zeigen.


 Frage vom 27.06.2024

#Meyer Burger

Hallo Herr Heibel,
ich habe noch Aktien der schweizerischen Meyer Burger im Portfolio.
Die stammen noch aus der Zeit, als sie in Ihrem Portfolio waren. Ich habe damals den Absprung nicht geschafft, da ich zu lange an die Chancen geglaubt habe.
Bzgl. der derzeitigen immer noch anhaltenden Unverkäuflichkeit wollte ich anfragen, wie hier der Sachstand ist.
Ich denke, die Thematik wäre auch für andere Leser interessant.
Viele Grüße aus Düsseldorf
Dieter

 Antwort:

Tut mir leid, dass Sie bei Meyer Burger noch immer den Absprung nicht geschafft haben. Wir spekulierten 2018 in dem Wert, erzielten einen spekulativen Gewinn von 57% und in einem zweiten Versuch zogen wir am 15. Juni 2018 bei -37% die Reißleine.

Seither habe ich kontinuierlich vor dem Unternehmen gewarnt. Im Archiv zähle ich 8 Warnungen, so viele, wie zu keiner anderen Aktie. Der Grund: Meyer Burger wechselt das Geschäftsmodell wie andere die Unterwäsche. Immer wieder werden bahnbrechende Technologien versprochen, die auf dem Weltmarkt jedoch leider keinen Absatz finden.

Ich würde nehmen, was ich noch kriege und würde versuchen, den Verlust mit anderen Titeln wieder auszugleichen.

Hier die 8 Warnungen:

[Heibel-Ticker PLUS 18/52](https://www.heibel-ticker.de/heibel_tickers/1570)

[Heibel-Ticker PLUS 19/32](https://www.heibel-ticker.de/heibel_tickers/1654)

[Heibel-Ticker PLUS 21/7](https://www.heibel-ticker.de/heibel_tickers/1840)

[Heibel-Ticker PLUS 22/40](https://www.heibel-ticker.de/heibel_tickers/2024)

[Heibel-Ticker PLUS 22/43](https://www.heibel-ticker.de/heibel_tickers/2030)

[Heibel-Ticker PLUS 22/46](https://www.heibel-ticker.de/heibel_tickers/2036)

[Heibel-Ticker PLUS 23/8](https://www.heibel-ticker.de/heibel_tickers/2064)

[Heibel-Ticker PLUS 23/50](https://www.heibel-ticker.de/heibel_tickers/2153)


 Frage vom 27.06.2024

#Alfen ein Kauf nach 50% Kurseinbruch?

Hallo Herr Heibel,

Sie hatten mir geschrieben, bei Alfen noch abzuwarten. Zu Recht! Gestern sind die um 50 % gefallen. Der Grund ist eine „Gewinnwarnung“. Der Umsatz soll um 20 % von der Jahresprognose sinken. Die EBITDA Marge soll nur noch im mittleren einstelligen Bereich liegen.

Mit dem aktuellen Kurs liegt Alfen beim doppelten Buchwert. KUV sind ca. 0,7. Wenn ich eine EBITDA Marge von 5 % annehme, verringert sich das EBITDA m.E. auf ca. 45 % gegenüber 2023.

Ist die Aktie jetzt ein Kauf ?

Danke im Voraus, Thomas aus Dresden

 Antwort:

Tja, da hatte ich wohl einen guten Riecher, denn wenige Tage nach Ihrer Leserfrage Mitte Mai brach die Aktie aufgrund von schwachen Q-Zahlen um 20% ein. Doch das Unternehmen hielt an der Jahresprognose fest und Analysten folgten dieser Unternehmensprognose.

Gestern wurde nun die Jahresprognose gesenkt, die Aktie bricht aktuell um weitere 43% ein.

Ich schrieb Mitte Mai, dass ich die Q-Zahlen abwarten würde, um einen besseren Einblick in die Probleme des Unternehmens zu erhalten. Immerhin gab es Berichte über eine unkontrollierte Feuchtigkeitsentwicklung in den Maschinen von Alfen.

Inzwischen wissen wir, das Unternehmen hat nicht nur seine Maschinen, sondern auch sein gesamtes Geschäft nicht im Griff, . Andernfalls hätte man vor einem Monat nicht an der Prognose festgehalten. Sämtliche Analysten wurden hinters Licht geführt.

Ist die Aktie jetzt billig? Ja. Aber aus gutem Grund. Und ein Unternehmen, das sein Geschäft nicht im Griff hat, möchte ich nicht in mein Depot holen. Es könnte noch schlimmer kommen: Finanzierungszusagen, die Alfen mit Banken vereinbart hat, hängen an Bedingungen (Convenants). Durch die schlechte Geschäftsentwicklung, die im laufenden Jahr voraussichtlich zu einem negativen freien Cashflow führen wird, könnten einige von den Banken gesetzte Bedingungen für die Kreditvergabe gebrochen werden. Kredite könnten fällig gestellt werden, das Unternehmen könnte von jetzt auf gleich in Liquiditätsengpässe geraten.

So schön die Werbebroschüren von Alfen auch sein mögen, mit denen das Stromnetz der Zukunft versprochen wird, ich würde die Aktie dennoch derzeit nicht mit der Kneifzange anfassen.


 Frage vom 20.06.2024

#Spekulieren auf Indexaufnahme

Hallo Herr Heibel,
ich bin seit ein paar Wochen Plus-Mitglied und lese den Ticker mit großem Interesse und Vergnügen. Beim Verfolgen der Börsengeschehnisse habe ich mich gefragt, ob es Kanäle gibt, die darüber informieren welche Aktien Anwärter zur Aufnahmen in den MSCI World Index oder S&P 500 sind. Hintergrund meiner Frage ist, dass ja bspw. die Bekanntgabe zur Aufnahme von Microstrategy und Pure Storage in den MSCI World Index zu einem starken Boost der beiden Aktien geführt hat. Wo könnte man frühzeitig davon erfahren?

Vielen Dank und viele Grüße,
Carsten Aus Hannover

 Antwort:

Die Idee ist gut, aber Sie sind nicht der Erste, der darauf kommt. Die Erfahrung zeigt, dass der von Ihnen gewünschte Effekt, wenn überhaupt, verschwindend gering ist. Das hat mehrere Gründe.

Zwischen der Bekanntgabe der Index Veränderung und dem Inkrafttreten, liegen in der Regel zwei Wochen. Ein wichtiger Indikator für die Index Aufnahme ist auch die Liquidität der Aktie. Aktien, deren Börsenhandel so dünn ist, dass die Index Aufnahme den Kurs bewegen würde, fallen allein aus diesem Grund schon hinten runter. Sie können also davon ausgehen, dass alle Index-ETFs und -Fonds in den zwei Wochen ausreichend Liquidität im Markt vorfinden, um die benötigten Aktien einzusammeln, ohne den Kurs zu stark zu bewegen.

Defacto übernehmen diese Arbeit tatsächlich die Market Maker in den Aktien. Market Maker sind dafür verantwortlich, technisch bedingte Kursschwankungen auszugleichen. So werden sich die Market Maker in den zwei Wochen mit ausreichend Aktien eindecken, um am Stichtag die gegebenenfalls sprunghafte Nachfrage seitens der Index-Fonds und Index-ETFs bedienen zu können.

Tatsächlich folgt die Index-Zusammensetzung strengen bilanzmathematischen Regeln, die man mit dem entsprechenden Zugriff auf verlässliche Daten auch annähernd antizipieren kann. Doch am Ende gibt es auch einige weiche Faktoren, die immer wieder zu Überraschungen in der endgültigen Entscheidung führen. Doch alle Fakten liegen auch den anderen Marktteilnehmer vor, und natürlich auch den Market Makern. Zu glauben, als Privatanleger könnte man gegen institutionelle Anleger einen spekulativen Vorteil erzielen, halte ich in diesem Umfeld für abenteuerlich. Leider.


 Frage vom 20.06.2024

#Nvidia-Position zu groß geworden

Hallo Herr Heibel,
ich hätte eine Frage zum Thema Portfoliostruktur und wenn Aktien zu schnell wachsen. Ich habe vor längerer Zeit Apple und Nvidia ins Portfolio geholt. Diese Titel sprengen mittlerweile komplett mein Balancing zwischen allen Aktien. Wie geht man mit solchen Aktien um? Rechnet man diese wenigstens "auf dem Papier" raus und wenn man wie jetzt schon bei Nvidia 1000% Wachstum gesehen hat, sollte man diese vielleicht doch irgendwann verkaufen?
Mit freundlichen Grüßen
Philipp aus Göttingen

P.S. Weiter so! Super Arbeit!

 Antwort:

“Disziplin ist wichtiger als Überzeugung”, lautet einer meiner Grundsätze!

Ich bin überzeugt, dass Nvidia, sowohl das Geschäft als auch die Aktie, noch viel Wachstum vor sich hat. Auf Sicht von 5 Jahren dürfte die Aktie viel Freude fürs Depot bereiten.

Trotzdem setze ich nicht alles auf eine Karte. Keine einzelne Position im Heibel-Ticker Portfolio sollte mehr als 10% Portfolioanteil einnehmen. Keine Branche sollte mehr als 20% ausmachen. Zielgröße für Wachstumstitel wie Nvidia sind 6% Portfolioanteil. Wenn die Position aufgrund der exorbitanten Kursgewinne der Aktie zu groß geworden ist, sollten Sie einen Teil der Position verkaufen.

Auch wir haben bereits zweimal Teilverkäufe in unserer Nvidia-Position vorgenommen. Und natürlich blicke ich mit einem weinenden Auge auf diese Teilverkäufe, denn wir hätten viel stärker von der guten Performance profitiert, wenn wir die Teilverkäufe nicht vorgenommen hätten.

Doch das Heibel-Ticker Portfolio ist darauf angelegt, möglichst etwas besser zu performen als der Gesamtmarkt, gleichzeitig jedoch insbesondere zwischenzeitliche Rückschläge klein zu halten. Da viele unserer Mitglieder ein Portfolio zusammenstellen möchten, das risikoarm für die Rente verwendet werden soll, legen wir großen Wert auf eine gesunde Risikostreuung.


 Frage vom 14.06.2024

#Sparplan S&P 500 ETF vs. Nasdaq 100 ETF

Hallo Herr Heibel,

Gerne lese ich regelmäßig Ihren kostenlosen Heibel-Ticker.

Danke für die übersichtliche Aufstellung der ETFs bei Schülerpraktikant. Diese kann ich nur bestätigen, habe ich das für mich doch schon vor Jahren gemacht. Leider befassen sich viele Börsenbriefschreiber nur ungern mit diesem Thema. Denn ist die Geldanlage mit einem Sparplan erledigt, wozu braucht man dann den Börsenbrief?

Allerdings haben Sie aus meiner Sicht den Favoriten vergessen: den Nasdaq 100. (Die 100 größten Unternehmen der Nasdaq von Technologie, Internet und IT ohne Finanzbranche)

Der iShares Nasdaq 100 ETF (A0F5UF; DE000A0F5UF5) stieg von 28,13 EUR (Kurs 11.6.2014) auf 172,32 € (heute 11.6.24; 12:40 h).
Das sind rund 500% in 10 Jahren und ist meiner Meinung nach fast unschlagbar.
Der A0F5UF ist physisch (kein Swap) ausschüttend; Ter: 0,31%.
Alternativ: Xtrackers Nasdaq 100 ETF A2QJU3 Physisch; thesaurierend, Ter 0,2%

Das ist eine schöne Vorstellung (die von den Banken gerne verkauft wird) über den MSCI World in der ganzen Welt investiert zu sein, vergisst man dabei aber, dass die meisten Länder in dieser Welt wirtschaftlich schwächer sind, als die USA. Es ist auch eine tolle Idee mit dem S+P 500 in alle großen Firmen der USA investiert zu sein. Aber Geld wird da verdient, wo Wachstum ist und da sind alte solide "Dickschiffe" weniger effektiv. Der Nasdaq 100 ist zwar volatiler, was aber bei langfristiger Anlage meiner Meinung nach nachrangig ist.


Mit freundlichen Grüßen

Ellen aus Mühltal

 Antwort:

Vielen Dank für den Hinweis. Tatsächlich ist der Nasdaq 100 sehr interessant. Natürlich darf man aus der Vergangenheit nicht auf die Zukunft schließen. Dennoch kann ich mir gut vorstellen, dass auch in den kommenden 30 Jahren Technologietitel besser abschneiden werden als der breite Industriedurchschnitt. Ich habe daher mal geschaut, wie es in den vergangenen 30 Jahren lief:

Ich habe daher Folgendes verglichen:
Einzahlung jeweils zum Jahresbeginn 500€
Laufzeit 30 Jahre
Durchschnittliche Dividendenzahlung der S&P 500 Aktien: 1,8%, thesaurierend
Ergebnis: 64.553,98€
Jährliche Rendite: 9,9%

Durchschnittliche Dividendenzahlung der Nasdaq 100 Aktien: 0,68%, thesaurierend
Ergebnis: 184.968,89€
Jährliche Rendite: 13,9%

In der Vergangenheit war also der Nasdaq 100 besser, was sich über den Zinseszinseffekt zu einem erheblichen Ergebnisunterschied auswächst.

Interessant ist übrigens auch der steuerliche Aspekt, den habe ich hier noch nicht einberechnet. Leider habe ich noch keine verlässlichen Informationen darüber gefunden, wie thesaurierende Dividenden innerhalb des ETFs besteuert werden. Es gibt da große Unterschiede, abhängig vom Standort des ETF-Emittenten (Luxemburg, Irland, …). Ein Heibel-Ticker Mitglied schlug mir vor, sich Dividenden im Rahmen der Freibeträge auszahlen zu lassen, also keinen thesaurierenden ETFs zu wählen, und direkt wieder anzulegen.


 Frage vom 04.06.2024

#Bitcoin ETC an privates Wallet senden

Guten Tag Herr Heibel,

seit einigen Jahren beziehe ich Ihren Börsenbrief und finde ihn immer wieder anregend, den ein oder anderen Vorschlag von Ihnen umzusetzen.

Meine Erfahrungen möchte ich wie folgt zusammenfassen:

1. Bitcoin:
Ohne Ihre ausführlichen Einführungen und Anregungen hätte ich sicherlich nicht in den Bitcoin investiert. Der Kurs des von Ihnen damals vorgeschlagenen Bitcoin ETC (WKN A27Z30) hat sich in meinem Portfolio bis heute um mehr als 120% gesteigert. Allerdings muss ich hinzufügen, dass ich 2x nachgekauft habe, als der ETC deutlich im Minus stand. Zuletzt bei einem Bitcoin Kurs von ca. 15.000€. In Summe ist der ETC jetzt knapp einen Bitcoin wert
Jetzt zu meinen Fragen:
Da die ETC Kosten mit 2% p.a. relativ hoch sind und ich den Bitcoin wie auch Gold als "Versicherung" weiter behalten möchte, würde ich gerne die Kosten vermeiden und den Bitcoin direkt in mein Portfolio holen. Am einfachsten wäre es vermutlich, den ETC zu verkaufen und den entsprechenden Erlös direkt in Bitcoin anzulegen. Den ETC halte ich nun schon einige Jahre, so dass ich annehme, dass der Gewinn - wie beim Verkauf eines Gold ETFs - steuerfrei sein sollte. Haben Sie dazu Erfahrungen, ob das so ist?
Alternativ kann man sich den ETC wohl auch vom Emittenten in Bitcoin auszahlen lassen. Haben Sie dazu Informationen?

Mit besten Grüßen
Detlef aus Wuppertal

 Antwort:

Guten Tag Herr Wollweber,

Vielen Dank für Ihr Lob :-).

Zu 1.: Ja, nach einem Jahr Haltedauer ist der Bitcoin, genau wie ein mit Gold hinterlegter ETF, steuerfrei.

Der Bitcoin ETC bietet die Auszahlung an ein Wallet des Kunden explizit an. Hier der entsprechende Passus im Basisinformationsblatt:
"Ein Anleger kann das Produkt zu jeder Zeit an der Börse handeln, oder - alternativ zum Verkauf an der Börse - im Ganzen oder in Teilen gegenüber der Emittentin oder gegenüber einem Autorisierten Teilnehmer kündigen („Redemption“). Grundsätzlich erfolgt bei Ausübung der Put-Option (Redemption) die Rückzahlung in Bitcoin. Der Rückzahlungsanspruch des Anlegers entspricht dabei dem Kryptowährungsanspruch am Rückzahlungstag abzüglich Rückzahlungsgebühren. Diesen Rückzahlungsanspruch überträgt ein Autorisierter Teilnehmer oder die Emittentin am Rückzahlungstag auf das von dem Anleger angegebene Digital Wallet."
Quelle: https://kid.ttmzero.com/etc/DE000A27Z304_latest_de_DE.pdf

Wenn Sie den Bitcoin ETC verkaufen und den Gegenwert anschließend wieder in Bitcoin tauschen wollen, benötigen Sie einen Dienstleister, der dies für Sie übernimmt. Dabei werden erneut 2-2,5% Gebühren anfallen. Der direkte Transfer aus dem Bitcoin ETC dürfte günstiger sein.

Ich habe mich bei der ETC-Group nach weiteren Details erkundigt, hier die Antwort:

"Die erworbene Anteile kann Ihr Kunde bei ETC Group umtauschen und in seine oder ihre Wallet transferieren lassen. Die Bedingungen und Anleitungen finden Sie anbei. Es treten einmalige Kosten von 50 EUR auf sowie eine Transaktionsgebühr in Höhe von einem Prozent. Dies ist unabhängig davon, bei welchem Broker die Anteile erworben wurden.

Die Dokumente sind als Ausübungs-Informationsblatt und Redemption Form German auf unserer Website verfügbar:
https://etc-group.com/de/resources/#Documents

Da die Wertpapiere erst transferiert werden müssen, liegt die Bearbeitungsdauer je nach ausführender Bank bei mehreren Tagen bis zu einer Woche."

Ich hoffe, das hilft :-).